Wieviel kosten Beziehungen?

Klarheit ist etwas wunderbares, denn unklare Verhältnisse dagegen sind ein Graus und deshalb sollte man schnellstmöglich kurzen Prozess damit machen. Schritt für Schritt schafft man Ordnung und sortiert sich, die Dinge und ganz nebenbei sein Leben. Egal ob Küchenschubladen oder Beziehungen, alles kommt dran.

Intakte Familien und Beziehungen sind toll, allerdings wird das viel zu oft auf einen Sockel gestellt und Trennungen als falsch angesehen oder diejenigen schon fast mitleidig betrachtet. Es wird immer wieder als Ziel gesehen eine Partnerschaft zu haben, denn angeblich ist man nur dann vollständig und absolut glücklich. Wenn man dagegen keine hat dann fehlt einem angeblich etwas und es ist auch nur halb so schön. Und auf Parties als Paar ist es auch viel praktischer, denn dann steht man nicht so doof alleine in der Gegend, und kann so lange knutschen oder sich wenigstens streiten. Außerdem brauchen die Kinder beide Elternteile, das weißt doch jeder?

Was soll dieser Krampf? Dabei hat diese kitschig-romatische, naive Vorstellung von Beziehung/Familie ist ein ganz anderes Ergebnis, denn die Frauen lassen sich oft jahrelang mies behandeln, leiden darunter, aber ertragen es und bleiben zusammen „wegen der Kinder“. Wenn der Partner das Kind immer wieder unter Druck setzt, es manipuliert, sich darüber lustig macht, es immer wieder verunsichert und in Frage stellt, es seelisch demütigt oder gar körperlich angreift, dann ist es die eigene Verantwortung, sich von ihm so schnell wie nur möglich zu trennen.

Auch, wenn er manchmal so lieb sein kann. Auch, wenn er sich entschuldigt hat, und er will sich ändern, ganz sicher. Auch, wenn Gott uns zusammengeführt hat, und das soll der Mensch nicht trennen. Gott weiß ganz genau Bescheid: es aushalten ist ganz sicher keine Option, die er gut findet, und man wird garantiert keinen Preis dafür bekommen. Leidensfähigkeit in einer Beziehung ist keine Tugend!

Ganz egal, wie schön man es sich immer wieder zurechtlegt, und wie oft man „ihm noch eine Chance gibt“, und wie lange man sich selbst einredet, dass er „eigentlich mein Traummann ist“ – jeder weiß tief in seinem Inneren ganz genau, dass es nicht passt. Eine Trennung ist überhaupt nichts Schlimmes, denn es hat sich noch nie ein Paar getrennt, das glücklich war! Eine Trennung ist etwas Schönes und Gutes und Heilsames. Mag es zuerst schmerzhaft oder herausfordernd sein – es ist etwas Schönes!

Und falls man Kinder hat, dann hat man jede Verantwortung eine so schöne, harmonische und glückserfüllte Beziehung/Partnerschaft/Ehe zu führen, wie es nur möglich ist. Ist diese momentan nicht möglich, dann hat man jede Verantwortung, sich zu trennen. Nicht der Partner hat diese Verantwortung, nicht das Kind – nur man selbst hast sie.

Denn das, was die eigenen Kinder lernen, wenn sie mitbekommen, wie ihre Mutter sich behandeln lässt, wird für immer ihr eigener Standard in Beziehungen sein. Genau so werden sie sich behandeln lassen. Sie sollen unendlich viel Selbstachtung, Würde und Respekt vor ihrer eigenen Person haben – und nur jemanden in ihrer Nähe wollen, der ihnen diese genauso entgegenbringt. Das ist die einzige Grundlage für eine gesunde und glückliche Partnerschaft.

Das „stark für Beide“ ist in Wahrheit nur eine Ausrede – und obendrauf eine unendliche Grube an Energieverschwendung. Diese Beziehung raubt einem Energie – wertvolle Energie, die man für Lebenslust, Lebensfreude, Lebensgenuss, neue Abenteuer, Projekte und Kreativität nutzen könnte. Oh, es gibt so viel Schönes!

Stattdessen ist der Partner das Projekt. Eine Partnerschaft sollte aber niemals ein Projekt sein – sondern immer nur ein Geschenk und gegenseitige Bereicherung. Jemand, der aufgrund vergangener Verletzungen/Beziehungen einen immer wieder schlecht behandelt, ist es nicht wert. Jeder hat eine Würde und höchsten Respekt vor der eigenen Zeit und Energie.

Aber man ist emotional momentan so in diese Sache verwickelt, dass man nicht bis drei zählen kann. Das ist nicht gut. Es ist kein Versagen, sich zu trennen – es ist keine Niederlage und keine Bankrotterklärung! Klarheit zu schaffen ist ein Akt der Würde und des Selbstrespekts. Das ist Liebe und Klarheit. Alles, was nicht klar ist, ist schon mal nicht Liebe.
Man kann nicht ernsthaft in einer Beziehung bleiben wollen, in der keine Liebe ist. Das passt doch nicht? Und tief in seinem Herzen weißt man genau Bescheid. Man kann sich alles noch so schönreden, aber tief drinnen weiß man Bescheid (und eigentlich haben deine Freunde es dir schon 100 mal gesagt!).
Die eigenen Emotionen sind momentan so durch den Wind, und wurden so sehr pervertiert, dass man momentan auf keinen Fall sich von ihnen leiten lassen kann. Es ist eine emotionale Bindung – wie ein Sklave an seinen Herrn. Es ist und bleibt die Hölle, egal, wie oft er Blumen mitbringt. Nichts ändert sich, außer du beendest das Ganze.

Die Frage ist ja immer wie hoch der Preis dafür ist. Aber kein Geld der Welt ist es wert sich dafür zu verkaufen. Die eigene Persönlichkeit ist unendlich wertvoll, das eigene Wesen unbezahlbar, die eigene Energie von unschätzbaren Wert. Man ist kein Preispferd, kein Besitz und keine Trophäe. Die eigene Würde und der eigene Wert sind unermässlich – und für keinen Urlaub, keine Chaneltasche und keinen Sex der Welt kann man sich verkaufen!

Es wird sich alles fügen, man wird nicht verhungern, und alles wird passen. Vielleicht ohne Chaneltasche, aber dafür mit einer Million mal mehr Lebensfreude und Power!

Bei dir ist immer alles klar. Und wenn es nicht klar ist, dann sorgst du für Klarheit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s