Darum bin ich nicht die Schweiz

Was andere Menschen über dich denken, geht dich nichts an. Dieser Satz ist wirklich existenziell und er hat eine wirklich tiefe Substanz. Das zu verinnerlichen, garantiert einem den größten Genuss und die höchste Lebensqualität, und zwar in allen möglichen Alltagssituationen. Nennen wir es beim Namen, denn es bedeutet Freiheit unabhängig von Lob und Tadel zu sein. Und etwas Schöneres, als frei zu sein, gibt es nicht. Will man ein außergewöhnliches, erfülltes Leben leben, wird das niemals außerhalb der Freiheit stattfinden.

Und weil dieser Lifestyle nicht von Heute auf Morgen kommt, wird man sich das noch sehr oft bewusst machen müssen. Das Hirn reagiert leider immer wieder ziemlich selbstgefällig, denn die Probleme sind auch nichts Neues. Es gibt im Grunde immer dasselbe Drama, immer denselben Stress, immer dasselbe Gejammer. Aber die Wahrheit ist stärker als Lüge, die Liebe ist stärker als Angst, Neu schlägt Alt. Dieses emotionale Auf und Ab wird verschwinden und dann ist es nur noch schön, dauerhaft schön.

Kritik ist leider üblich und kein Grund zur Sorge. Wenn jeder mit der eigenen Lebensweise einverstanden ist, einen gut findet und einen mag, dann ist das Leben eine weichgespülte, langweilige Soße, und man ist der Harmloseste auf diesem Planeten. Dann erlebt man zwar kaum Kritik, allerdings erlebt man dann insgesamt kaum etwas.

Und das kann es nicht gewesen sein. Man ist doch nicht auf der Welt, um ein Standardleben zu leben, über die Runden zu kommen, und alles richtig zu machen. Das Aufregende, das Erfüllende, das Außergewöhnliche – das wartet außerhalb der Angst, außerhalb der Komfortzone, außerhalb der Bestätigung der breiten Masse. Ist klar, sonst würde es jeder leben.

Es ist aber nicht so. Die Meisten leben Tagein, Tagaus den Trott. Eines ist klar, denn es ist nicht üblich, unbeeindruckt von Lob und Tadel zu sein. Abhängig davon zu sein ist so weit verbreitet, dass es quasi normal ist.

Wenn man einmal es wagt etwas anderes zu tun, dann hagelt es Missgunst und Ablehnung, man wird ziemlich kritisch beäugt. Doch das braucht einen kein bisschen zu verunsichern oder zu verwirren. Wenn man also jedes Mal darauf reagiert, wird das Leben sehr turbulent werden. Also kann man entweder aufhören, außergewöhnliche Schritte zu gehen und wieder mit der breiten Masse schwimmen, damit alle beruhigt sind oder man lernt, frei von Lob und Tadel zu sein. Die eigene Wahl. Aber man darf hinterher nicht jammern, dass das Leben insgesamt so semi-erfüllend war.

Je enger die emotionale Bindung, umso größer die Beeinflussung. Je näher einem jemand steht, und je mehr er einem bedeutet, umso stärker wird es einen pushen, oder runterziehen, was er von einem hält. Man sollte keinesfalls daran arbeiten, ihm zu gefallen und alles richtig zu machen. Bei manchen reicht es schon, wenn sie von wildfremden Menschen kritisiert werden – in Zeiten von Social Media ein weitverbreitetes Phänomen. Ein paar kritische Bemerkungen da, ein negativer Kommentar hier, und schon wird sich gerechtfertigt, verteidigt und erklärt – und man ist in die Sache involviert. Aber wenn es einen nichts angeht, was andere über einen denken, dann kann man die Zeit, in der man sich ärgert, stattdessen einfach in etwas Schönes, Inspirierendes investieren.

Die eigene Energie ist viel zu kostbar, die eigene Lebenszeit viel zu wertvoll, die eigene Persönlichkeit viel zu groß, um sich auf eine solche Ebene zu begeben. Man ist zu groß für Ablehnung, zu groß für miese Kritik, zu groß für Neid, Hass und Missgunst.

Und selbst, wenn man jedes Recht dazu hätte, sich zu involvieren, sollte man darauf verzichten. Man verzichtet völlig auf jede Involvierung seinerseits – man muss nichts richtig stellen, man muss nichts erklären, man muss nichts rechtfertigen. Man vertraut darauf, dass die Wahrheit immer stärker ist. Und zu seiner Zeit wird alles wunderbar für einen geklärt werden, ganz ohne Stressen und Bemühen und Dinge klären wollen. Und es wird sich zum eigenen Vorteil klären, versprochen! Aber wie und was und wann geht einen nichts an – bis es so weit ist, hier muss man sich einfach gedulden. Das ist das Schwerste daran.

Partner. Kinder. Eltern. Chef. Freunde. Kunden. Egal von wem es kommt….

Man hat zuallererst eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Man hört zuallererst immer auf sein Herz – und erst dann auf die anderen.

Es ist ganz einfach, denn wenn das, was derjenige sagt oder tut, einen klein macht, einen unter Druck bringt, einem ein schlechtes Gewissen macht, einen verunsichert und verwirrt, alles kompliziert und unüberwindbar macht, einen deprimiert und entmutigt, einen seines Schwungs oder seiner Lebensfreude beraubt, einen als unfähig, dumm, oder gar böse dastehen lässt – dann geht einen das nicht an. Egal, wie logisch es sich anhört, egal, ob es vordergründig stimmt und vor allem, egal wer es sagt.

Es kann ansonsten die liebste Person überhaupt sein, und sie kann es noch so gut meinen, und, aber all das spielt keine Rolle. Wenn man nur eine einzige Sache hinkriegen könnte, dann wäre es folgende, dass du zuerst auf dein Herz hörst und dann erst auf andere Menschen. Selbst, wenn diese Menschen einem ganz nahe stehen.

Denn am Ende des Tages ist es dein Leben, dein Herz, dein Traum, deine Lebensfreude, deine Power, die zählen. Und du hast zuallererst die Verantwortung dafür. Man kann unmöglich nur dann ein schönes Leben haben, wenn keins der Kinder gerade auf einen sauer ist oder die Freundin/Schwiegermutter nicht beleidigt oder der Mann zufrieden mit der Gesamtsituation.  Man kann gerne Klarheit schaffen und ab da ist man für nichts mehr zuständig. Weder für Mann, noch für Kinder, noch für Freundin.

Man ist sehr wohl kritikfähig. Schau, ich mache im Grunde nichts anderes, als dir ständig zu sagen, wo es bei dir überall nicht passt – und du bist hinterher weder depressiv noch down, sondern ganz im Gegenteil gepusht, glücklich und dankbar. Für Kritik, wohlgemerkt! Weil die Liebe zwar klar ist, aber niemals entmutigend. Obwohl sie eine Kurskorrektur vornimmt, hat sie einen solchen Schwung und Power, dass man hinterher sich nichts Schöneres hätte vorstellen können, und vor Glück heulen könnte. Wenn ich dich korrigiere, bist du hinterher freier, mutiger und leichter, anstatt verunsicherter.

Gott braucht nicht den Teufel, um einem etwas beizubringen. Keiner musst einem Angst machen, einen unter Druck setzen, oder einen leiden lassen, damit man etwas Gutes lernt – das ist weit unter der eigenen Würde. Die Liebe macht das auf Augenhöhe, in der größten Wertschätzung und Respekt zugleich. Ich kann das ein bisschen schwer ausdrücken, weil man das nur unbewusst wahrnimmt – aber der Unterschied könnte nicht größer sein.

Jedem macht es etwas aus, wenn andere einen nicht mögen oder ablehnen, denn jeder will beliebt sein. Diese Emotionen sind nachvollziehbar, und werden einem immer wieder auf einem Silbertablett angeboten werden. Aber man kann jedes Mal wieder aufs Neue entscheiden ob man sich darauf einlässt.

Deshalb sollte man zuallererst sich selbst lieben und darauf scheißen, ob das jetzt erwidert wird oder nicht. Jeder Mensch, der einen liebt, einen wertschätzt, und der an der eigenen Seite sein soll, wird einem automatisch obendrauf hinzugefügt. Versprochen. Ganz ohne Zutun und Gefallen wollen! Wie von magischer Hand wird man die besten Freunde, den liebevollsten Partner, die genialsten Kunden, Kollegen, Mitarbeiter haben – und wenn das bei einem noch nicht so ist, dann ist es nicht der eigene Job, sich darum zu kümmern. Das kommt schon noch. Und genau deshalb ist das Leben so leicht! Jeder entscheidet sich immer und immer wieder, dass es ist egal, was andere von einem denken. Man legt fest, dass es für einen in jedem Bereich geil wird, ohne dass man irgendwas oder gar irgendwem hinterherrennen muss. Und genauso ist es dann auch.

Es geht nicht darum wie man sich dabei fühlt. Nein, ich beschließe einfach, dass es mir nichts ausmacht – die Gefühle folgen dann schon. Die müssen irgendwann einsehen, dass man nicht einknickt, früher oder später. Würde man warten, bis man sich so fühlt, würde hier gar nichts laufen! Ich beschließe es, und mache einfach weiter, wie wenn nichts wäre.

Lieber das Schlechte ignorieren, als sich im Schlechten baden. Es würde einem enorm guttun, wenn man das ganze Drama etwas ignorieren würde und sich stattdessen auf seine Kernkompetenzen besinnen würde. Liebe, Lebensfreude, Genuss. Der Umstand will unbedingt die ganze Aufmerksamkeit, also entzieht man sie ihm ganz bewusst.

Es ist überlebenswichtig ist, frei von Lob und Tadel zu sein. Frei von Bestätigung oder Ablehnung der anderen zu sein, ist die größte Garantie dafür, dass man als Persönlichkeit seine Einzigartigkeit bewahrt. Die Individualität eines jeden ist seine größte Stärke. Es gibt absolut niemanden auf diesem Planeten, der dieselbe Kombination aus Talenten, Charaktereigenschaften und Ausdrucksmöglichkeiten hat. Keiner mag exakt dieselben Dinge wie man selbst, kann sich genauso freuen wie man selbst, und hat dieselbe Art, Probleme zu lösen, wie man selbst sie hat.

Schaffen es die Meinungen anderer, einen zu beeinflussen, dann wird man seiner größten und schönsten Fähigkeit beraubt – oder zumindest gemindert. Und deshalb gibt es für einen nur eine einzige Möglichkeit: Es geht dich nichts an. Nicht dein Bier, nicht dein Business, nicht deine Abteilung, nicht deine Angelegenheit. Du machst es dir einfach immer wieder bewusst: nicht deine Sache.

Wirst man von einer Person immer und immer wieder und dauerhaft kritisiert, ist ihre Nähe garantiert nicht der richtige Ort für einen. Es mag einem zwar egal sein, aber warum solltest man sich mit so jemanden umgeben?

Ich trage die Outfits, die ich tragen will – ist mir egal, ob andere das für passend oder unpassend halten. Ich wohne so, wie ich wohnen will – ob andere das beklatschen, oder „viel zu weiß“ finden, ist mir egal. Ich esse so lecker, und so gut, und so viel, wie ich essen will – keiner darf sich ein Urteil darüber erlauben. Ich tanze so viel, wie ich jeden Tag tanzen will, und schreibe die Texte, wie ich sie schreiben möchte, und lache so laut und so oft und bin so begeistert wie ich es nur sein will, ich liebe so hemmungslos und stark, wie ich will, und drücke diese Liebe genau so aus, wie ich will, ich lege die Regeln für mein Leben fest, und genieße jede Sekunde so sehr, wie ich es nur will – und Keiner kann mich vom Gegenteil überzeugen. Meckern kann man bekanntlich immer, auf andere herabschauen und sie kritisch beurteilen ist leicht.

Man sollte sich über jede Situation freuen, in der man keine positive Bestätigung bekommt – einen schnelleren Freiheits-Booster wird man kaum finden. Sei froh, wenn nicht jeder Applaus klatscht, nicht jeder anerkennend nickt, und einen nicht hypt – das pusht nämlich ansonsten nur die eigene Gefühlswelt, baut aber keine echte Persönlichkeit. Die Zuneigung der anderen kann nämlich von heute auf morgen weg sein – und dann? Dann ist man ganz schnell fertig mit der Welt, und am Boden zerstört.

Aus diesem Grund ist ein früher Ruhm, Erfolg und große Beliebtheit eher kontraproduktiv, so bestätigend es für die eigenen Gefühle sein mag. Wenn das so ist, dann achte einfach darauf, dass die eigene Lebensfreude nicht durch Geschenke, Liebesbekundungen, WhatsApps, Likes, Follower, Kommentare, Erfolg, Aufträge, Kunden, etc. bezogen wird. Ablehnung ist für die Emotionen dagegen unangenehm, bietet aber die beste Möglichkeit, zu üben, wirklich unabhängig davon zu sein. Nur dann kann man seinem Verstand, der laut „Jemand mag mich nicht, und es macht mir etwas aus!“ schreit, und sich dabei wie eine Diva aufführt, Einhalt gebieten. Deshalb beurteile ich jede solche Herausforderung als positiv, krempele die Ärmel hoch, und hole zu einem Schlag aus. Darum werde ich niemals so neutral wie die Schweiz sein, kein Menschengefaller, nicht everybody’s darling, und nicht Miss Beliebt 2019.

Und ob das jemand sonst auch so sehen kann, oder nicht, geht dich einfach nichts an. Hab einfach Spaß und mach dein Ding

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s