Be happy :)

Eigentlich kann man da gar nicht viel zu sagen, aber ich versuche es trotzdem mal. Denn man hat nur die Verantwortung für das eigene Leben und das ist zugleich die schlimmste und die schönste Nachricht überhaupt. Das bedeutet, dass – ganz egal, was andere tun, meinen, sagen, wollen oder nicht – man letztendlich entscheiden kann, was man will.

Eines Tages steht man vor Gott und auf die Frage, was man mit seinem Leben angestellt hat wird man ja schlecht sagen können, dass man ja eigentlich reisen, Kunst studieren, Sprachen lernen oder sich jeden Tag freuen wollte. Doch dann fand die Schwiegermutter, das Kind, der Pfarrer, die beste Freundin, dass das keine gute Idee ist – aus vielen unterschiedlichen Gründen. Aber der liebe Gott fragt dann, was mit einem Selbst war. Was man für sich selbst entschieden hat und nicht für die Anderen?

Es geht um das tiefe Bewusstsein, dass man die absolute, volle und uneingeschränkte Verantwortung für sein Leben hat und damit glücklich ist. Man tut, was für einen Selbst wichtig und notwendig ist. Jeder hat die Möglichkeit, und irgendwie auch die Pflicht, das Leben so erfüllt, glücklich, stark und großzügig zu leben, wie es in der eigenen Macht steht. Das kann Niemand für einen tun und es kann auch keiner verhindern. Man kann also nicht andere Menschen verantwortlich machen und sich beschweren oder Schuld auf unglückliche Umstände schieben – denn letzten Endes entscheidet man selbst.

Mag einem Ungerechtes zugestoßen sein, mag alles noch so düster, anstrengend, verwirrend, hoffnungslos oder schrecklich aussehen, man kann immer noch innerlich aufstehen und für sich beschließen, dass man sich weigert, verzweifelt zu sein. Man kann festlegen, dass dieses Problem einen nicht fertig machen wird. Man kann entscheiden, dass jede Herausforderung einen nur stärker macht, und man hinterher freier, glücklicher und gelöster ist statt verbitterter, ängstlicher oder vorsichtiger, wie es die Herausforderung am liebsten hätte. Am Ende ist man der Chef im Ring. Man ist dann in der Lage, die Entscheidungen zu treffen, die dafür nötig sind, damit es dauerhaft so bleibt. Man währt Angriffe von außen ab, verbannt Personen, die das Königreich zerstören wollen, und bringt alles in schönste Ordnung.

Ganz liebevoll, geduldig, im perfekten Schritt-für-Schritt-Tempo, ganz ohne Zwang, äußeren Druck oder irgendwelche Ängste. Liebevoll heißt übrigens konsequent, entschieden, klar und eindeutig – so ist dein Leben. Das gilt für Jeden. Diese Verantwortung, diese Freiheit, diese Zuständigkeit für das eigene Leben ist das allergrößte Geschenk. Sie kann durch nichts ersetzt werden und gilt ausnahmslos für jeden. Nimmt man jemandem also nur einen Teil dieser Verantwortung ab, dann mischt man sich in Dinge ein, die einen nichts angehen. Man untergräbt seine Autorität, man übernimmt die Führung in einem Bereich, der einem nicht gehört, stellt die Person in Frage, und machst sie minderwertig.

Ich versichere dir, du tust das mehrmals täglich – ganz ohne Absicht und mit besten Intentionen. Das ist sehr fein, läuft in den meisten Fällen unterschwellig ab, und klingt so normal und harmlos, dass es keinem auffallen würde. Jedes Mal, wenn man versucht, die Laune vom jemanden auszugleichen, wenn man bestimmte Dinge sagt oder nicht sagt, damit es der Person besser geht. Jedes Mal, wenn man sich schlecht oder verantwortlich oder schuldig wegen der Gemütsverfassung eines anderen fühlt – obwohl man nichts dafür kann. Jedes Mal, wenn man nicht mehr man selbst ist und mehr auf die Bedürfnisse des anderen achtet, als auf die eigenen, selbst, wenn diese einen stark einschränken – dann vermischen sich die Verantwortungsbereiche, und keiner wird damit wirklich glücklich sein. Dieses „Für die Stimmung anderer die Verantwortung übernehmen“ kann von „Sei leise, damit Papa sich nicht aufregt“ über „Hoffentlich gefällt meinem Date der Abend“ bis zur „Sind alle Familienmitglieder glücklich im Urlaub?“ reichen, oder sogar noch viel subtiler ablaufen. Die Palette ist so vielfältig und so zahlreich, wie es die Menschen und Situationen sind.

Am Ende läuft es aber immer auf dasselbe hinaus, denn man will alles tun, damit der andere glücklich ist. Ist derjenige offensichtlich nicht glücklich, dann fühlt man sich verantwortlich, und tut alles, was einem zur Verfügung steht, um das zu ändern. Das Resultat sind ständige Grenzüberschreitungen der jeweiligen Persönlichkeiten. Es ist mal mehr, mal weniger offensichtlich, aber immer die gleiche Soße aus Manipulation, unterschwelligen Erwartungen, emotionalen Spielchen und so weiter. Hat alles überhaupt nichts mit Liebe zu tun, obwohl es doch so lieb gemeint ist – in Wahrheit ist es jedoch eine Missachtung und Entwürdigung der anderen Person.

Deshalb ist es so wichtig, dass man Angriffe von außen abwehrt. Jeder Versuch, sich für die Laune eines anderen verantwortlich zu machen, ist eine Grenzüberschreitung und der allerbequemste und gleichzeitig effektivste Weg, um Beide unfrei zu machen. Selbst, wenn es zunächst verständlich klingt, und ganz fein oder unterschwellig geschieht, fühlst man sich auch nur das kleinste Bisschen schuldig, will es der Person recht machen, oder einfach nur, dass sie glücklich und zufrieden ist, hat man bereits die Grenze überschritten.

Das kann ein Seufzer sein. Oder ein Blick oder eine direkte Schuldzuweisung, wie z.B. „Weil du das gemacht hast… bin ich wieder…“. Die Spielarten sind unendlich vielfältig, aber das Endergebnis immer dasselbe, denn man fühlt sich verantwortlich, reagiert darauf, und es findet ein Übergriff statt. Mit jedem Übergriff verliert man ein Stück seiner Einzigartigkeit und Persönlichkeit, immer nur in kleinen Schritten, damit man es auch zulässt und es nicht zu auffällig wird. Aufhören damit kann man nur, wenn man eine Entscheidung trifft. Man ist gar nicht für ein glückliches Zuhause verantwortlich, man ist nur dafür verantwortlich, dass man glücklich ist. Man muss nicht seinen Partner glücklich machen, er selbst ist dafür verantwortlich, glücklich zu sein. Man muss nicht seine Kinder glücklich machen, man leitet seine Kinder dazu an, glückliche Menschen zu werden.

Das ist in keinster Weise egoistisch oder egozentrisch gemeint – denn es bedeutet weder Vernachlässigung deiner praktischen Aufgaben im Allgemeinen, noch eine emotionale Kälte. Und wenn Teenager mies drauf sein wollen und der Mann gestresst, ihre Entscheidung. Aber ist nicht deine Sache, nicht dein Bier, nicht deine Angelegenheit, du lässt dich nicht involvieren, beschuldigen, emotional erpressen oder überhaupt beeinflussen.

Wenn man jetzt erklärt, dass du emotional kalt bist, dann mag das Oberflächlich betrachtet vielleicht so aussehen, ich gebe es zu. Denn zum ersten Mal weigert man sich, sich in Dinge zu involvieren, die nicht die eigene Aufgabe sind. Zum ersten Mal überschreitet man keine Grenze, und erlaubt jedem sein Land so gestalten, wie er es möchte. Zum ersten Mal traut man der anderen Person zu, dass sie in der Lage ist, ihren Gemütszustand in den Griff zu kriegen – denn genau wie du, kann jeder andere auch die Entscheidungen für sich treffen. Ich kann dir versichern: das gibt zunächst Stress. Diejenigen, die alles auf deine Schultern abgeschoben haben, mögen ihre Passivität und Lethargie gar nicht aufgeben, man hat es sich heimelig gemacht, musste nichts ändern und stellte stattdessen Forderungen und sei es durch einen beiläufigen Satz oder gezielt platziertes Seufzen. Und nun soll das einfach so vorbei sein? Du wirst also garantiert als emotional kalt betitelt werden, und überhaupt „du hast dich verändert“, und „das soll Liebe sein?“

Und wenn mich etwas oder jemand permanent unglücklich macht, dann treffe ich Entscheidungen und gehe Schritte – aber gebe keinem die Schuld dafür. Und lieben kann man am allerallerbesten, wenn man so frei, so ungezwungen, so spontan, so glücklich, so erfüllt, so vergnügt und so man selbst sein kann, wie es nur geht, denn sonst heißt es nicht lieben, sondern manipulieren. Also etwas zu tun, um etwas damit zu erreichen.

Liebe will aber überhaupt nichts erreichen. Liebe will gar nichts von einem. Sie liebt einen einfach so, ohne Hintergedanken, Absichten oder ein bestimmtes Ziel – Liebe kann nur lieben. Das bedeutet ganz konkret, dass man die größte Power, die heftigste Durchschlagskraft, und die höchste Wirksamkeit hat, wenn man genauso ist: frei, ungezwungen, spontan, glücklich, erfüllt, vergnügt – so sehr man selbst, wie es nur geht. Diese Liebe hat eine Leichtigkeit und eine Power. Sie ist sanft und stark zugleich. Sie sieht harmlos aus und ist das absolute Gegenteil davon, weil sie alles Negative einfach auslöscht.

Darin strahlt man so stark, dass es sich automatisch auf andere überträgt – und zwar auf alle, die genau das wollen. Man ist dann einfach man selbst, und alles, was man tut, ist, eine Schneise des Glücks zu hinterlassen – mangels Alternativen! Man kannt es nicht verhindern, denn man liebt die Menschen, tust ihnen Gutes, schenkst mal ein Kompliment, sagst ein anderes Mal fast beiläufig „Ach, scheiß doch drauf!“, lächelst da jemand an, und hilfst hier jemand anderem. Die meiste Zeit tut man nichts, aber das ist auch ganz egal, weil man doch die Liebe ist.

Einem selbst macht all das am allermeisten Spaß, und in der nächsten Sekunde hat man es auch schon wieder vergessen: so bleibt man frei von allem Erlebten, und ist nicht durch etwas Äußeres gepusht. Man begegnet jedem in der festen Überzeugung, dass man das Beste ist, was ihm je passiert ist – und freut sich, dass er die Möglichkeit hat, in der Nähe zu sein. Ganz frei von Arroganz oder Selbstüberschätzung weiß man einfach, wie kostbar man ist, und wie kostbar das ist, was von einem ausgeht. Man macht einfach glücklich, weil es einen gibt!

Somit macht man jedem ein Angebot – ob er es annimmt oder nicht, ist seine Entscheidung.
Nur seine Entscheidung, man ist nicht verantwortlich. Und sich in seine Entscheidung nicht einzumischen ist die größte Wertschätzung und Liebe, die man ihm entgegenbringen kann.

Wenn du jemanden liebst, lässt du ihn frei.

Man identifiziert sich einfach völlig damit, und blendet alles Gegenteilige aus – das heißt nicht, dass man sich selbst belügt, sondern lediglich, dass der Fokus nicht auf dem Versagen, sondern auf der Liebe ist.

Egal, wo du dich gerade befindest – checke mal nur heute und morgen nicht ständig den Stimmungspegel der anderen, sondern beschließe, dass du gut drauf bleibst. Heute und morgen bist du mal nur für dich verantwortlich. Was andere denken, fühlen, und tun, beeindruckt dich nicht – ganz egal, was sich in deren Ländern und Grenzen abspielt.

Einfach mal machen und gut drauf sein.

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