Fun is back

Absolut jeder kann in seinem Unternehmen glücklich sein, auch wenn immer noch viele von dem Märchen vom Latte-schlürfenden Unternehmer, der auf Maui vor seinem Laptop sitzt, träumen. Mich nerven diese ganzen „Auch du kannst dein eigener Chef sein, und deine Zeit frei einteilen.“ – Versprechungen enorm, die durch das Internet geistern und meist nur dafür benutzt werden, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, oder neue Mitglieder für einen Direktvertrieb zu werben.

Nichtsdestotrotz liebe ich meine Arbeit sehr – auch wenn man immer wieder mit Existenzängsten, Selbstzweifeln, und Niedergeschlagenheit zu kämpfen hat. Aber das ist absolut nichts dramatisch Schwieriges oder Unüberwindbares. Ich kann das. Ich kann da so richtig aufräumen und einmal gründlich durchfegen, und dann ist mal wieder Ordnung im Büro und Hirn. Jeder, der innerhalb kürzester Zeit das Geistergulasch aus Minderwertigkeit, Existenzängsten und Selbstzweifeln loswerden möchte sollte folgendes tun. Denk und sprich nur positiv von deinem Unternehmen. Dabei kann es sich um dein eigenes Unternehmen oder auch das, bei dem du gerade angestellt bist, handeln.

Ich bin gleichzeitig begeistert und dankbar und fasziniert und glücklich und oft zu Tränen überwältigt, dass es ich so etwas jeden Tag machen darf und mit so vielen, besonderen und recht unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten darf. Nichtsdestotrotz gibt es auch in meinem Job Herausforderungen, fast unüberwindbar scheinende Schwierigkeiten, stressige Situationen und jede Menge Dinge, mit denen ich mich auseinandersetzen muss, aber am liebsten nicht will, weil sie unangenehm sind.

Und damit das Negative nicht überhandnimmt, ist folgendes wichtig. Ich entscheide mich, nur und ausschließlich positiv über meinen Job und mein Unternehmen zu denken und zu sprechen. Notfalls treffe ich diese Entscheidung immer und immer wieder – denn selbstverständlich gibt es genügend Angebote von außen, auch mal entmutigt oder genervt zu sein.

Und genau dasselbe gilt für Jeden, denn die Begeisterung über das eigene Projekt ist der Motor, der das ganze am Laufen hält – nimmt diese ab, vielleicht zunächst unmerklich und nur schrittweise, dann wird alles zäh und anstrengend. Fokussiert man sich nicht immer und immer wieder darauf, wie großartig das ist, was man tut, dann schlittert man fast unbemerkt in eine Art Hamsterrad. Mache dir immer und immer wieder bewusst, wie großartig dein Unternehmen ist, wie schön deine Arbeit und wie wunderbar alles bei dir läuft.

Deshalb ist es wichtig die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Willst du glücklich sein, dann musst du auf alles Vergangene Schlechte einfach scheißen. Vergiss es. Vergiss es einfach. Wenn man das nicht tut, dann wird der Ausgangspunkt immer so eine Mischung aus „Hoffentlich passiert das nicht wieder, und bloß nicht denselben Fehler machen, und ja nicht diesen Schritt, usw…“ – und was ist das denn für eine Zukunftsangst-Suppe?

Setze jetzt einen ganz frischen Start. Einen Neubeginn. Einen neuen Orientierungspunkt, der da heißt, für mich läuft’s hervorragend. Bei mir klappt alles, was klappen soll. Bei mir flowt es ohne Ende. Erfolg ist bei mir vorprogrammiert. Und selbst, wenn man sich anfangs dabei maximal dämlich vorkommt, sprich es laut hörbar aus. Immer und immer wieder – das liest sich zwar nach einem komischen Psycho -Technik, aber tatsächlich steckt eine enorme Power dahinter. Die Umstände und damit verbundenen Ängste schreien doch auch laut genug in deinem Hirn.

Enorm wichtig ist es sich auf sich selbst zu konzentrieren und die Stories anderer zu ignorieren. Wie es in der Branche läuft, ist absolut egal. Ob die Branche sich so oder so entwickelt, ob allgemein gejammert wird, oder die Budgets gekürzt werden, egal.

Jeder kennt unzählige Menschen, die nicht erfolgreich sind. Es wird immer welche geben, die gescheitert sind. Ab und zu wird der Teufel ein bisschen Extra-Einsatz bringen, und einem persönlich welche vorbeischicken, bei denen es Null geklappt hat und alles schiefgelaufen ist, und die betrogen und belogen wurden, und am Ende mit nichts dastanden. Und der ganze Aufwand nur, damit man so richtig schön beeindruckt und vorsichtiger, zaghafter und allgemein ängstlicher ist. Denn bei einem selbst könnte es theoretisch auch Null klappen, und alles schieflaufen, usw…

Trotzdem gilt und wenn 1000 scheitern – ist es einem persönlich so egal. Dann ist man eben der Erste, der es bestens hinkriegt, einer muss ja. Man macht es einfach genauso und schaut weder nach links noch nach recht, hört sich keine Stories an, widersteht jeder Neugier, hört sich kein Gejammer an und fokussiert sich ausschließlich auf eins und macht seine Sache so exzellent wie nur möglich.

Deshalb liefert man nur Exzellenz. In jeder Position gibt man immer sein Bestes. Man arbeitet so gut, dass man sich selbst jederzeit auch buchen würde. Erstmal unabhängig davon, wie groß der Auftrag ist, wie wenig man dabei verdient, und wie unspektakulär alles aussieht – man liefert Exzellenz, weil Exzellenz ein Mind-Set ist, und keine Methode, um vorwärts zu kommen.

Vorwärts Kommen ist immer nur eine natürliche Folge von Exzellenz, ähnlich den Naturgesetzen wie Gravitationskraft. Exzellenz zieht immer Exzellenz an, darauf folgt Exzellenz, und bringt noch mehr Exzellenz hervor. Ich sagte, du arbeitest exzellent – ich sagte nicht, du arbeitest viel, hart oder wie getrieben. Getrieben zu arbeiten ist auch nicht viel anders, als vor einigen Tausend Jahren ein Galeerensklave zu sein, nur, dass diesmal der Antreiber in eigenen Kopf ist statt auf dem Schiffsdeck. Es kann zwar immer mal Zeiten geben, in denen viel Arbeit ansteht, und das packt man selbstverständlich sehr gut – aber dahinter ist keine „Ich muss noch, sonst…“- Energie.

Die Getrieben-Sein-Energie wird sich einem übrigens früher oder später anbieten, weil sie regelmäßig bei Jedem vorbeikommt. Ob sie sich als „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit die Miete drin ist.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Familie ernähren kann.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Zweihundert/Zweitausend/Zwanzigtausend Angestellte zahlen kann.“ – Energie verschleiert: es ist immer dasselbe. Also wird man diesem Druck entschieden widerstehen müssen – notfalls vehement, mit Nachdruck und immer und immer wieder. 

Man muss vertrauen. Vertrauen klingt sehr naiv, einfältig und ein bisschen leichtgläubig – als ob man nicht checken würde, was in der Welt los ist. Mir ist absolut klar, dass da draußen alles ein Haifischbecken ist, und man schauen muss, dass man nicht zu kurz kommt, seine Schäfchen ins Trockene bringt und nicht überrannt wird – nur gilt das alles eben Erwähnte nicht für dich.

Der Hauptwesenszug eines Unternehmers ist grenzenloses, fast kindliches Vertrauen. Startet man etwas Neues, dann ist ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sein einzigartiges Talent, in die Idee und den Erfolg der Sache essentiell. Und darüber hinaus braucht man eine große Portion Gottvertrauen, was bedeutet, dass man fest davon ausgeht, dass sich alles für einen fügt, alles auf einen wartet, alles zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommt, und das Ende noch überraschend schön ist. Man checkt zwar genau, was in der Welt los ist, aber noch viel mehr, was in der eigenen Welt los ist. Und was dort los ist, entscheidet man ganz alleine.

Wenn man Risiken scheut, dann ist man ganz bestimmt kein Unternehmer und wird keinen Erfolg haben. Man muss Dinge wagen, sich in Projekte reinstürzen, von der Klippe springen, einen Einsatz wagen, und manchmal alles auf eine Karte setzen, selbst, wenn es absolut schief gehen könnte. Die Risikobereitschaft ist eine wichtige Voraussetzung dafür, überhaupt etwas zustande zu bringen. Risiko bedeutet, etwas ganz Neues zu wagen, etwas, das es bisher nicht gegeben hat – sonst ist es kein Risiko. Alles, was es schon mal gab und sich bewährte, ist einerseits natürlich safe, hat aber kein Potenzial für Großartigkeit. So unsicher es sich manchmal anfühlen mag, das Risiko ist ein sehr wichtiger Teil des Erfolgs. Wer nur auf sicherem Terrain läuft, mag sich zwar erfolgreich nennen, und sogar auf dem Papier selbstständig sein, aber in Wirklichkeit spielt er sich selbst etwas vor. Wer dagegen das Risiko nicht scheut, der erlebt auch was. No risk, no fun!

Inmitten all der Herausforderungen, all der „Kann ich nächsten Monat meine Miete zahlen…“, all der geplatzten Aufträge und vermeintlich verpassten Chancen, all dem Ärger und Zukunftsängsten kann es leicht passieren, dass man den Spaß an dem Ganzen verliert.
Dann funktioniert man nur noch, und erledigt die Dinge zwar – aber die Freude an der Sache ist weg. Versteh das nicht falsch, denn es gibt in absolut jeder Branche Dinge, die keinen Spaß machen – nicht alles liegt einem.

Aber grundsätzlich muss ein beinahe kindlicher Spaß das Ganze begleiten, Spaß daran, neue Wege zu gehen, Spaß daran, neues zu erschaffen, Spaß daran, mit seinem Produkt, seiner Dienstleistung, oder seinem Talent anderen zu dienen. Spaß am Geldverdienen, Spaß an der Kreativität und neuen Ideen und Lösungen, Spaß daran, dass sich jeden Tag neue, ungeahnte Möglichkeiten bieten können, Spaß am Nervenkitzel, Spaß an dem eigenen Flow. Wurde einem der Spaß an der Sache geraubt, dann hole ihn dir wieder! Unterschätze niemals seine Wichtigkeit – diese Leichtigkeit, diesen Flow, der einen inspiriert und wieder zur Kreativität verhilft.

Wer nichts macht, macht keine Fehler. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu. Wer nichts dazu lernt, stirbt dumm. Und das kann man unmöglich wollen! Stell‘ dir vor, du wärst im Alter von 50 Jahren genauso dumm wie mit 30 Jahren! Als erfolgreicher Unternehmer oder auch Angestellter macht man eigentlich keine Fehler im klassischen Sinne, sondern geht einen Weg, indem man herausfindet, was funktioniert, und was nicht. Ich habe schon so viel herausgefunden und nichts davon finde ich tragisch.

Tragisch ist es nur, wenn man es als tragisch abstempelt, und sich im Nachhinein darüber ärgert – vielleicht waren große Geldsummen im Spiel, oder es ist viel Vertrauen im zwischenmenschlichen Bereich zerstört worden. Jeder hätte zig Möglichkeiten, sich über Dinge in der Vergangenheit zu ärgern, aber was bringt’s? Gar nichts.

Fehler zu machen bedeutet nur herauszufinden, was klappt, und was man lieber lassen sollte. Das sollte für einen so selbstverständlich sein wie der Kaffee am Morgen, ganz normal, überhaupt nicht wild und sogar positiv. Vielleicht geht sogar tatsächlich alles den Bach runter, und man muss ganz von vorne anfangen, aber auch das packst man und zwar ohne den negativen „Ich bin gescheitert.“- Stempel auf der Stirn. Tausend Mal lieber etwas ausprobiert und in den Sand gesetzt, als nie aus der Komfortzone gewagt und vor Langeweile gestorben. Und dumm dazu. Alles, was man sich innerlich selbst vorwirft ist reine Selbstsabotage und das bringt einen einfach nicht weiter. Man blockiert sich selbst.

Versetze dich noch mal kurz in ein Angestellten-Dasein, und beschreibe in wenigen Worten den Vorgesetzten deiner Träume. Er würde würde keine Nachlässigkeit oder Faulheit dulden (wer das tut, ist einfach kein guter Vorgesetzter), aber im Gegenzug deine Leistung honorieren, deine Einzigartigkeit und Talente würdigen, und dich pushen, ohne dich zu überfordern. Er würde dich nicht am Wochenende oder nach Feierabend belästigen.
Er würde dir mehr zutrauen, als du dir selbst: „Frau Schmidt, ich glaube, dass Sie das können.“ Und dann wäre er stolz auf dich, wenn du es tatsächlich schaffst. Er würde sich über jeden Erfolg freuen, dir einen guten Bonus zahlen, und froh sein, dass er dich hat. Und am schönsten wäre es, wenn das Ganze in einer lockeren, entspannten Atmosphäre passieren würde: Geduld, Verständnis, und echtes Interesse an deinem Wohlergehen wären ideal.

O.k., Folgendes: Du bist jetzt diese Führungskraft.

Warum sollte man also eine schlechtere Führungskraft sein, als diejenige, von der man schon immer geträumt hast? Warum dich selbst an die Belastungsgrenzen bringen, dich unter Druck setzen, dich fertig machen, dir eigene Fehler und Versagen immer wieder vor Augen führen, selbst nach Feierabend und am Wochenende mit den Gedanken in der Arbeit sein, dir selbst nichts richtig gönnen, und dich selbst zu kritisieren, statt stolz auf dich zu sein, wie großartig du alles meisterst?

Erstens ist alles eine Frage vom Fokus und zweitens ist alles ein Prozess, keiner wurde als Profi geboren. Ich kenne aber einige, die im Laufe ihres Lebens zu einem Profi wurden.

Auch, wenn man es sich gerade sehr wünscht, aber man wird auf gar keinen Fall alle Punkte auf einen Schlag ab sofort umsetzen können, und zwar so, dass sie einem ins Fleisch und Blut übergehen. Deshalb immer eins nach dem anderen, immer Schritt für Schritt. Das Ganze ist ein Lernprozess, ein wirklich schöner. Solange man bereit ist sich zu entwickeln, solange lernt man dazu. Und deshalb lautet mein Rat: genieße, genieße, genieße es – und wünsche dir nicht, dass es schnell vorbeigeht, abgeschlossen ist, und endlich alles läuft.

Dieser Prozess ist vorrangig dazu da, die eigene Persönlichkeit zu stärken, und sich unüberwindbar zu machen, jede Herausforderung lässt einen souveräner mit der nächsten umgehen – die Herausforderung wird immer nur so stark sein, wie die Person es ist.

Hat man also einen längeren Prozess in Aussicht, dann kann man sich wirklich freuen, denn auf einem guten Fundament kann man sogar ein Hochhaus bauen! Setze also auf solide Bauweise und gutes Mauerwerk, statt schnelle Erfolge aka Fertighaus, damit der Job jeder Witterung standhält.

Auf lange Sicht zahlt es sich immer aus – und macht sogar Spaß!

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