Lass dich nicht runterziehen

Ich saß gestern Abend nach einem wirklich herausfordernden Tag auf meinem Sofa und auf einmal reichte es mir. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll von zwischenmenschlichen Intrigen, mittleren und großen Katastrophen, sich auftürmenden Umständen und dem ganzen Bullshit-Rattenschwanz, der daran üblicherweise so hängt. Es gibt auf dieser Welt ausreichend Lästerer, Auf-die-Fehler-anderer-Hinweiser, Besserwisser, Moralapostel, Stammtischparolen-Schmetterer, Schwarzseher, Jammerer, Schuldzuweiser, Sich-Selbst-Bemitleider und Kritiker.

Das ist leicht, dazu braucht man keine großen Talente und so ein bisschen meckern, wie schlecht die Welt im Allgemeinen, und die anderen Menschen im Besonderen sind, macht einen gleich sympathisch, weil fast jeder diese Vibes kennt. Ich habe für mich die gegenteilige Entscheidung getroffen, denn dafür bin ich ganz bestimmt nicht auf diesen Planeten gekommen.

Ich weigere mich, meinen Fokus auf die Probleme zu legen – selbst, wenn sie sich riesengroß direkt vor mir auftürmen. Ich weigere mich, mich mit zwischenmenschlichem Kleinkram zu beschäftigen – selbst wenn der Gossip verlockend interessant scheint. Ich weigere mich, in das Gejammer einzustimmen – selbst, wenn die Angebote vielfältig sind, die Bandbreite reicht von „Instagram war früher viel besser, was ist nur los…“ bis buchstäblich jedem Thema, man kann sich über wirklich alles beschweren, wenn man nur kreativ ist.

Mir ist es tatsächlich scheissegal, wie unsympathisch, naiv, unmenschlich oder freaky mich das macht, denn ich will, dass mein Leben für die Stärke, Liebe, Größe und Schönheit steht. Ich will machen, nicht labern, besser wissen und andere verurteilen. Ich will, dass jeder, der mir begegnet, die schönste Zeit des Tages hat – wie das dann konkret aussieht, ist mir egal. Ich will, dass von mir eine solche Schneise der Lebensfreude und Lebenslust ausgeht, dass keiner in meiner Nähe sich mehr erinnern kann, wie es anders ging. Ich will nicht eine vermischte Soße aus bisschen kämpfen, bisschen sorgen, bisschen mein Recht durchdrücken, bisschen selbst bemitleiden. Ich will lieben, weil ich gar nicht anders kann. Und wenn ich es will, dann ist es beschlossene Sache, weil keiner mich zum Gegenteil zwingen kann.

Negatives ist grundsätzlich einfacher als Positives. Das muss man wissen, denn die Inspiration, die Fehler zu sehen, ist überall, wir sind förmlich umgeben davon. Negatives ist normal und gewohnt, Positives suspekt. Das Normale ist zu meckern, zu jammern, zu manipulieren und allgemein eher schlecht drauf zu sein. Für die allermeisten ist das so selbstverständlich wie das Atmen und ich mache keinem einen Vorwurf deswegen. Es macht einen vermeintlich überlegen, lenkt von der eigenen Misere ab, und schiebt die Verantwortung auf andere. Das kann jeder.

Ich bin ganz bestimmt nicht blind oder romantisch veranlagt und sehe sehr klar, was abläuft, denn es ist nicht alles immer und überall Liebe, positiv und easy, das ist esoterisches Gequatsche. Wer das behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Leben oder sich so bequem in seinen Umständen eingerichtet, dass er immer unter dem Radar des Teufels fliegt. Wenn eine Person so harmlos ist, dass noch nicht mal Widerstand gegen einen aufsteht, man keine Verleumdung und Ungerechtigkeiten erlebt und allgemein alles immer super klappt, dann lebt man garantiert noch nicht mal einen Bruchteil seiner Persönlichkeit aus, sondern hat sich mit Kompromissen abgefunden.

Für das Gute braucht es immer eine Entscheidung. Die Liebe muss bewusst gewollt werden, das klappt nicht einfach so über Nacht, weil man brav war, alles richtig gemacht hat, oder unter meinem Text ein Like dagelassen hast. Die Sorgen, die minderwertigen Gefühle, die miesen Gedanken, sie kommen von ganz alleine, ohne Einladung oder Zustimmung deinerseits. Man wird nicht vorher gefragt, man wird regelrecht überfallen. Eine Situation, eine Nachricht, eine bestimmte Person und Zack, einem geht es mies.

Bei der Liebe ist das anders. Sie ist ein Gentlemen, und alles an ihr eine absolut freiwillige Angelegenheit. Liebe fängt erst bei einem ganz bewussten „Ja!“ an – vorher läuft nichts. Und dann immer und immer wieder: Ja. Ich will die Liebe. Ich will sonst nichts.

Man widersteht den Angeboten. Man wehrt den Anfängen. Man fokussierst sich bewusst auf das Wichtigste. Sobald man eine Entscheidung für die Liebe trifft, werden sie kommen, die ganzen Angebote. Die Palette ist vielfältig und reicht von ätzenden Mitmenschen allgemein bis zu Situationen im Leben, die unlösbar zu sein scheinen.

Aber eins kann ich dir versichern, jedes Angebot wird ganz perfekt passend maßgeschneidert auf dich sein, damit du darauf emotional und gedanklich einsteigst. Im Angebot sind immer unter anderem…

– Minderwert („Man ist halt nicht gut genug/schlau genug/schlank genug/hübsch genug/jung genug/hat nicht genügend Talent/Potenzial/Fähigkeiten, etc…),

– Depression („Es ist alles mies, Was ist in meinem Leben schon positiv?, Alles geht den Bach runter, Ich gebe auf, etc.“),

– Entmutigung („Nichts klappt, Sollte wohl nicht sein, Ich brauche es gar nicht erst wieder zu versuchen“, etc.),

– Ungerechtigkeit (Einem passiert etwas so Unfaires und Unverschuldetes, dass man mit Zorn und Wut reagiert, und unbedingt Rache oder wenigstens Genugtuung wünscht),

– Schwierigkeiten (Erklärt sich von selbst),

– Panik (PANIK! Lieblingstool des Gegners. „Es wird alles ganz schlimm und alles geht den Bach runter und mein Leben ist vorbei! Panik!“),

– Verzweiflung („Ich kann nicht mehr und werde es niemals schaffen.“),

– Manipulation (Manipulation ist immer, wenn man es nicht direkt an etwas festmachen kann, aber es sich trotzdem mies anfühlt – das ist Manipulation von anderen. Manipulation von deiner Seite ist, wenn du etwas tust, um etwas bestimmtes indirekt zu erreichen.),

– Konkurrenz und Zu Kurz-Kommen-Angst („Ich muss schauen, wo ich bleibe, nachher überholen mich alle, usw.“),

– Druck und Stress („Ich bin überfordert, ich schaffe das alles nicht, es ist mir zu viel, etc.“),

– Erwartungen und Enttäuschungen („Hätte sie nicht als meine beste Freundin… /Müsste er nicht als mein Partner… /Sie ist meine Mutter und da hätte ich gehofft../Von seinen Kindern kann man doch wohl erwarten, dass sie…“, etc.).

Und zusätzlich der neverending Rattenschwanz dergleichen. Und jetzt kommt’s, denn sobald man das auch nur im Ansatz merkt, sagt man Stop! Nicht mit mir. Stop. Aus.

Man lässt sich gedanklich und emotional nicht auf diese Soße ein, man muss das so richtig entschieden abwehren. Nicht dagegen ankämpfen, sondern dem Ganzen widerstehen, Einhalt gebieten, wie so ein Polizist mit einer Kelle: Stop! Lasse dich nicht auf gedankliche Spielchen ein, auch wenn die Versuchung sehr groß ist! Hier jammern, da sich aufregen, hier lästern, dort meckern, hier sich selbst leid tun, weil es doch jeden Grund dazu gäbe.

Man weigert sich also, obwohl man jedes Recht dazu hättt. Weil sich jeder dieser Gedanken und jedes dieser Gefühle der Lebensfreude beraubt, seine Lebensqualität mindert und das Potenzial seiner Persönlichkeit schmälert. Statt täglich aufzublühen, scharrt man täglich im Dreck. Deshalb lass es, sobald das auch nur in den eigenen Dunstkreis kommt. Stop

Man wird am Anfang ganz schön oft Stop rufen müssen. Und dann wird man auch noch oft in den Jammer-Modus verfallen, aber es immer schneller merken. Macht nichts, dann sagt nach 20 Minuten Stop oder nach 2 Stunden oder nach 2 Tagen oder meinetwegen auch nach 2 Monaten oder 2 Jahren, ist doch egal. Hauptsache, man stoppt das endlich.

Dann machst einem einfach bewusst, wofür man auf dieser Welt ist. Man richtet ganz bewusst seinen Fokus darauf. Bist du hier, um dich jahrelang zu beschweren? Bist du hier, um auf bessere Zeiten zu warten? Bist du hier, um ständig mit anderen Frauen zu konkurrieren? Bist du hier, um es allen recht zu machen, und ja keinen zu verärgern? Bist du hier, um dich Tag für Tag zu sorgen, wie es weiter geht? Ganz bestimmt nicht. Nicht mit dir.

Du ziehst es durch. Es gibt viele Idealisten, Menschen mit guten Ansätzen, und Good Will ist nicht so schwer zu finden. Aber dann kommt der Alltag und die Herausforderungen und noch 3 unbezahlte Rechnungen, und da gehen sie dahin, die guten Vorsätze zur Weltverbesserung. Man dreht sich nur noch um die eigenen Probleme, das eigene Kind, den eigenen Partner, das eigene Eigenheim, den eigenen Job, usw., Radius gefühlt 2 km, das war’s.

Du ziehst es durch. Du fällst mal hin, und dann jammerst du, aber dann stehst du wieder auf, wie wenn nichts gewesen wäre, und richtest deinen Fokus ganz neu. Du überwindest ein Hindernis nach dem anderen, und bist hinterher stärker und strahlender, denn jemals zuvor. Du bist hier, um die Liebe zu verkörpern, sie vorzustellen, und ihr Ausdruck zu verleihen – und genau dafür brauchst es deine Person, deine Art, deine Talente, dein Wesen. Du bist hier, um andere zu ermutigen, zu inspirieren, zu beflügeln.

Du hast eine Verantwortung für dein Leben, und die heißt, ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob ich mir leidtun will oder nicht. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob das Böse mich fertig macht, oder ob ich darüberstehe. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, womit ich mich gedanklich beschäftige. Und ich entscheide mich immer und immer wieder für das Gute.

Ganz egal, wie laut und überzeugend dein Problem gerade schreit, du ziehst es durch, du bleibst dabei, du fokussierst dich immer wieder neu, und vertraust, dass die Liebe alles für dich perfekt regelt, weil sie echt ist.

When you focus on love, love focuses on you.

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