Mach es noch besser

Es gibt noch weitere Eigenschaften, die zunächst ganz und gar nicht glamourös wirken, aber ohne die man im Leben nicht weit kommt. Zumindest nicht dahin, wo man gerne hinmöchte, nämlich in ein erfolgreiches, erfülltes Leben ohne finanzielle Sorgen. Einige werden den folgenden Charakterzug bereits mit der sprichwörtlichen Muttermilch aufgesaugt haben und für andere wird es eher unbequem. Auch diesmal gilt, nicht einfach nur im Kopf merken, sondern aufsaugen und direkt ins Herz.

Diesmal geht es um Fleiß. Die Medien zeigen leider ein teilweise verzerrtes Bild der Realität, denn dort wird man scheinbar entdeckt und kann mit teils geringen Fähigkeiten bekannt werden. Manchmal reicht dazu nur das Aussehen oder teilweise skurriles Verhalten, auf jeden Fall wird man innerhalb kürzester Zeit ein Prominenter und verdient durch Nichtstun seinen Lebensunterhalt.

Deshalb gleich am Anfang mal zum Mitschreiben, will man im Leben etwas erreichen, dann sollte man solche Menschen einfach vergessen. Vergiss‘ es einfach. Es lohnt sich nicht auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken warum bei ihnen dies oder das so oder so ähnlich ist. Man braucht es nicht zu analysieren und sollte sich nicht mal im Ansatz ihren Lebensweg wünschen.

Ohne Fleiß kein Preis. Damit meine ich aber nicht, dass man sich alles im Leben verdienen muss. Nein, ich glaube einfach, dass Fleiß an sich etwas sehr Schönes und Erfüllendes ist und ohne ihn man es nicht weit bringen wird. Ja, es gibt Menschen, die wenig oder gar nicht arbeiten und es vielleicht auch gar nicht müssen. In den meisten Fällen waren diese Menschen bereits im Vorfeld so fleißig, dass sie jetzt andere für sich arbeiten lassen können oder ihre Eltern waren sehr fleißig oder die Eltern der Eltern. Egal, denn echter Erfolg hatte ein Samenkorn und daraus wuchs der Baum, von dessen Früchten sich noch die Enkel ernähren. Eine wunderbare Sache!

Fleiß hat ein wirklich unsexy Image und sollte einem eine Freundin ins Ohr flüstern, dass „dieser Junge echt fleißig ist“, so wird man sich vermutlich nicht die Kleider vom Leib reißen, sollte man ihm das nächste Mal begegnen. Dabei wird es dieser Mann vermutlich weit bringen im Leben. Fleißig zu sein, bedeutet, sich ein Ziel zu setzen und es zu erreichen, ungeachtet der momentanen Laune und unabhängig davon, ob man „gerade Bock hat“.

In unserer Gesellschaft wird Chillen, Entspannen, Ausruhen sehr hoch gehalten. Das ist auch alles wichtig und hat sicher seinen Platz, aber manche chillen nur und wundern sich dann, dass nix vorangeht. Einige sind überzeugt, dass ihnen der Erfolg eines Tages einfach in den Schoß fällt, ihre Zeit wird noch kommen. Sie vergessen dabei völlig, dass, was ihnen jetzt anvertraut wurde (ihr Samenkorn), in die Erde einzupflanzen und es täglich zu hegen und zu pflegen. Und dann wird sich gewundert, dass kein Baum zu sehen ist.

Glaub mir, es gibt nur wenige Bäume, die laufen können. Mir ist bis heute keiner begegnet, wenn ich recht überlege. Es wird kein Baum kommen oder gar vom Himmel fallen, wenn du keinen eingepflanzt hast und dich fleißig um ihn gekümmert.

Und jetzt erzähle ich dir etwas, denn es ist schön, fleißig zu sein. Und es ist nicht schön, immer nur abzuhängen, irgendwie ist der Mensch nicht dazu gemacht. Gestern las ich auf Instagram einen wunderschönen Satz: „created to create“.

Genauso ist es! Man hat so viele Fähigkeiten, Gaben und Talente, dass es eine Schande ist, wenn man diese vergeudet und anstatt etwas mit ihnen anzustellen, auf dem Sofa hockt, sich dauernd zum Kaffee trifft, tagelang im Bett liegt oder mit Freunden abhängt und die Zeit verrinnt. Ich weiß, in Deutschland wird Wasser gespart und auch sonstige Ressourcen werden nicht verschwendet, der echte Skandal ist aber, dass viele Menschen mit minderwertigen Fernsehserien oder sinnlosen Telefongesprächen ihre Lebenszeit verschwenden. Warum gibt es dagegen keine Kampagnen? Warum sagt es nie jemand, dass Fleiß sexy ist, stattdessen gibt es unzählige Werbemittel für Wellness-,Entspannungs-, Auszeittechniken, Wochenenden, etc.

Fleißig zu sein, bedeutet, auch mal die Unlust zu überwinden und einfach was auf die Reihe zu kriegen. Dinge anzupacken, anstatt immer nur darüber zu reden und zu träumen. Fleißig zu sein, bedeutet, etwas zu Ende zu machen und ein vorzeigbares Ergebnis abzuliefern und das Ganze in einer realistischen Zeitspanne. Fleißig zu sein, heißt: da ist mein Ziel – das ziehe ich durch – und höre nicht auf, weil gerade ein gutes Lied im Radio kommt, meine Serie anfängt, ich lieber mit der Freundin telefoniere und überhaupt keine Lust mehr habe. Kennt jeder zu gut.

Fleißig zu sein, bedeutet, eine Beständigkeit an den Tag zu legen und nicht wegen jeder Befindlichkeit sofort die Segel zu streichen und eine Auszeit zu nehmen. Hier eine Zigarette, da ein Kaffee, hier eine Pause, hier noch 5 Blogs zu lesen und ist nicht schon Zeit für’s Mittagessen? Man ist zwar beschäftig, aber mit nichts Produktiven und wundert sich dann, dass nichts wirklich vorangeht? Ich sag’s noch deutlicher: Das Gegenteil von Fleiß ist Faulheit.

Und mal ehrlich: wer will mit einem Mann zusammen sein, der einfach nur faul ist? Das ist mal unsexy! Ich glaube, dass die Meisten von uns mehr tun könnten. Allerdings müssten sie dafür aber ihre Bequemlichkeitszone verlassen, ihren Hintern bewegen, die Unlust überwinden und die Ablenkungen zur Seite tun. Sie würden sich wundern, wieviel sie schaffen im Leben.

Leider ist das Wort Fleiß so negativ belegt, so voll mit unangenehmen, anstrengenden Dingen, die man eigentlich nicht tun will. Dabei ist es eine so schöne Eigenschaft! Ich genieße es sehr, wenn der Tag erfolgreich war und das schöne Erfülltsein-Gefühl nach getaner Arbeit. Manchmal habe ich die Wahl, ob ich abends noch etwas arbeite oder es sein lasse. Ich bin völlig frei, muss keinem Rechenschaft ablegen und kann entscheiden, ganz wie ich möchte. Und dann denke ich manchmal: „ach komm, jetzt bist du noch mal fleißig.“ Glaub mir, ich habe es nicht ein einziges Mal bereut! Noch nie! Ganz im Gegenteil!

Manche sind zu faul, um abends sich etwas Frisches zu kochen, was ihrem Körper gut tut und vor lauter Faulheit stopfen sie irgendein Fertigzeug in ihren kostbaren Body. Manche sind zu faul für Sport und ihre Unlust hindert sie daran, auch ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben. Manche sind zu faul, um Ordnung zu halten und muten sich und ihrer Familie eine chaotische Umgebung zu. Dabei wäre das mit bisschen Fleiß ganz schnell anders!

Der „innere Schweinehund“ ist eine minderwertige, absolut schwache Energie der Unlust und der Faulheit, die einen daran hindert, sein volles Potenzial zu entfalten. Und nur, weil sie dem einen Namen gegeben haben, zig Bücher darüber geschrieben, wie man das überwindet und zig Techniken erfunden, wie man damit umgeht, deshalb bleibt es trotzdem schwach, klein, und macht einem alles nach!

Mal ehrlich, das ist gar nichts, armselig, lächerlich und kann einem nix. Das überwindet man mit Leichtigkeit und lässt sich auch nicht von einer Ameise in die Knie zwingen. Selbst wenn man es „die innere Schweineameise“ nennen und über sie Bücher schreiben würde. Trotzdem bliebe es eine Ameise, die man mit einem Fingerschnipsen entfernt. So läuft das! Der innere Schweinehund ist nur eine Ausrede für die Schwachen, die eh nicht wollen. Du willst aber und deshalb ist es nicht der Rede wert. Kein Hindernis für dich, nie mehr! Wenn du nur willst.

Ganz wichtig, denn ich schreibe über Fleiß und meine nicht ein Abrackern, von früh bis spät Malochen, sich Abarbeiten aus Angst, sonst im Leben zu nichts zu kommen. Davon rede ich nicht! Ich glaube an ein ausgewogenes Verhältnis aus Arbeit und Freizeit und an einen disziplinierten Alltag, indem man nicht lust- und motivationslos in der Gegend abhängt. Aber das hat nichts mit Stress, Druck, Burnout zu tun, Workaholics haben genauso ein Problem wie die faulen Socken, sie verstecken es nur anders. Ich halte nicht die Arbeitsmoral als einen Wert an sich hoch, ich sage auch nicht „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.

Wie wäre es stattdessen, wenn man seine Arbeit genießt und schon währenddessen das Vergnügen hat? Das ist ja auch irgendwie die eigene Lebenszeit, ich werde nie verstehen, warum die Menschen sich mehr auf das Wochenende oder den Urlaub freuen, als auf den Rest der Zeit. Klar ist der Alltag anders, aber nicht weniger schön! Eben nur anders. Fleißiger in der Regel.

Erstens: ja, ich habe einen Traumjob. Trotzdem gibt es Dinge, die ich ungern tue.
Soll ich dir verraten, wie ich damit umgehe? Habe ich absolut keine Lust auf etwas, dann entscheide ich mich, Lust zu haben und dann warte ich nicht ab, ob die Lust kommt, sondern lege einfach los. Und es ist immer gut!

Zweitens: Egal, was ich tun muss – ich habe immerhin jemanden in meiner Nähe, den ich wirklich gernhabe. Ich bin ständig mit jemanden zusammen, den ich aufrichtig liebe, genieße und wertschätze, nämlich mich selbst. Und mit mir ist es überall schön, ich mache es durch meine Gegenwart schön. Deswegen fällt es mir so leicht. Bin ja immer da.

Drittens: Wenn man wirklich aufrichtig hasst, was man machen muss, dann sollte man eben was anderes tun. Aber man muss was tun! Und nicht „auf den richtigen Zeitpunkt“ oder „bis Gott etwas tut“ warten. Durch wenn soll Gott denn etwas tun, wenn nicht durch dich?

Eine gute Freundin sagt immer wieder zu mir, dass sie meinen Fleiß bewundert. Ich selbst wundere mich daraufhin jedes Mal, was sie überhaupt damit meint, denn das, was sie als Fleiß sieht, empfinde ich nicht als solches. Zumindest nicht in diesem „ich muss mich überwinden“-Sinne. Ich liebe es einfach, etwas zu schaffen, mir macht es Spaß, was auf die Reihe zu kriegen und wenn ich fleißig bin, dann schaffe ich viel mehr als die Meisten in der Zeit und das kommt dann mir selbst und meiner Familie zu Gute.

In diesem Sinne: Fleiß ist sexy! Und bringt dich entschieden weiter!

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