Gegenwind ist toll

Im letzten Jahr habe ich persönlich so viel Gegenwind erfahren, wie selten zuvor. Ich musste mich mit Herausforderungen und Umständen befassen, die für mich zunächst unüberwindbar schienen, stellte mich ihnen, fiel dabei manchmal auf die Nase, stand wieder auf und marschierte weiter, wie wenn nichts gewesen wäre. Ich erlebte Situationen, die so unfair und ungerecht waren, dass mein Magen rebellierte, meine Gefühle Amok liefen und mein Verstand durchdrehte. Ich stand immer wieder unter dem größten äußeren Druck und alles, woran ich bisher geglaubt habe, wurde durch die Umstände und andere Menschen in Frage gestellt – inklusive meiner eigenen Person. Und auf den ersten Blick betrachtet war das alles schlimm.

Was ich aber gleichzeitig erlebte war, dass ganz egal wie heftig die Umstände schienen und der Sturm wehte, mein Fundament hielt. Das, was ich seit einigen Jahren als einzige Grundlage für mein Leben festgelegt hatte, war so felsenfest und unerschütterlich wie eine deutsche Eiche. Und das war tatsächlich das Allerschönste, nämlich zu erleben, dass alles stimmt. Und mit „alles“ meine ich, dass man einfach alles überwindet und zwar nicht gerade noch so mit letzter Kraft, sondern tatsächlich vollkommen souverän, überlegen und noch viel einfacher, als ich es jemals vermutet hatte.

Teilweise sind die Umstände genauso bedrohlich und aussichtslos wie am Anfang, aber mit dem großen Unterschied, dass ich mir deswegen keine Sorgen mehr mache, obwohl ich sie keinesfalls ignoriere. Es ist mehr so eine „Das packe ich schon und freue mich drauf!“- Attitude. Obwohl ich teils eigentlich überhaupt nicht genau weiß, wie alles funktionieren soll, bin ich innerlich schon so voller Vorfreude und Spannung und sogar ein bisschen angriffslustig, sollten sich Schwierigkeiten wieder in meine Nähe trauen. Ich habe es schon oft geschrieben, gut drauf sein, wenn alles glatt läuft – das kann jeder Depp.

Damit will ich nicht sagen, dass man ständig Herausforderungen braucht! Aber wenn sie kommen und dass sie kommen, ist so sicher wie die nächste Frühjahrskollektion von Chanel, dann ist es nur gut, wenn man bereits vorher auf einem stabilen Fundament gebaut hat. Wenn man seine Zufriedenheit oder Bestätigung nämlich aus etwas Äußerem bezieht, sei es eine tolle Beziehung, erfolgreiche Karriere, liebe Kinder, gutes Aussehen, Materielles wie Labels, etc. – dann warte mal ab, was los ist, wenn genau diese Sache von heute auf morgen wegfällt. Das ist jedenfalls ein sehr unsicheres Fundament und hält nur bei Sonnenschein. Und bei wem scheint schon dauerhaft die Sonne?

Das Leben ist ein einziger Traum, das stimmt ganz genau. Denn inmitten von all den Stürmen und Schwierigkeiten und Herausforderungen, ist da dieses Leben in mir und das pulsiert und tanzt und vibriert und explodiert beinahe, es ist schön und beschwingt und leicht und gleichzeitig unendlich stark und ganz und gar unbeeindruckt von allem Drama drumherum, was will man machen.

Und gerade deswegen habe ich beschlossen, dass ich den ganzen Standard noch ein bisschen anhebe. Mir doch egal, was war. Ich bin glücklicherweise in der Lage, die Skala in meinem Leben jederzeit nach oben zu schieben.

Ich finde, dass das, was mich persönlich am allermeisten ausmacht, meine extreme, absolute, und uneingeschränkte Liebesfähigkeit ist.

Ich bin nicht einfach „lieb“- oder zumindest nicht auf diese Weise, wie es sich das die meisten von euch vorstellen oder wünschen würden. Für mich ist Liebe gleichbedeutend mit Stärke, diese Begriffe sind austauschbar. Stärke ohne Liebe ist einfach nur Härte und Liebe ohne Stärke ist Gefühlsduselei. Und mit Schwelgen in Emotionen habe ich es nicht so. Liebe ist mein persönlicher Schutzpanzer und eine Dampfwalze ohnes Gleichen, keiner kann sich ihr in den Weg stellen und gleichzeitig ist sie ganz weich und nahbar und zärtlich. Ich kann das nicht so richtig beschreiben, weil es nicht zusammen zu passen scheint. Tut es aber doch.

Und genau diese Liebe wurde sehr in Frage gestellt, mittels maßgeschneiderter Situationen und Menschen, eben das ganze Paket. Alles sehr passend auf mich zugeschnitten und überzeugend ohne Ende, war ja klar. Und deshalb hebe ich den Standard ab sofort noch ein bisschen an und schiebe den Regler nach oben und liebe so wild entschlossen und so hemmungslos und so hingegeben und so voller Begeisterung, dass alles zu spät ist. Und vertraue dieser Liebe so bedingungslos, wie noch nie zuvor. Und gleichzeitig scheiße ich auf jede Erfahrung, die mir das Gegenteil beweisen wollte.

Einer meiner Grundwesenszüge ist Unbekümmertheit. Ich bin so leicht, als könnte ich schweben. Ironischerweise trage ich zur Zeit so viel Verantwortung, wie noch niemals davor in meinem Leben und siehe da, trotzdem leicht. Ich habe allerdings bereits vor Jahren für mein Leben festgelegt, dass für die Liebe alles ganz leicht ist – das ändere ich doch jetzt nicht, nur weil der Wind etwas stärker weht.

In diesem Jahr erlebte ich oft, wie Menschen und zwar solche, auf deren Meinung ich viel gab, mir immer wieder versicherten, dass „es eben nicht ganz so leicht sei.“ Und zusätzlich erlebte ich, dass Umstände mir mit Nachdruck beweisen wollten, dass alles unendlich kompliziert, schwer und im Grunde unüberwindbar ist.

Folgendes, wenn ich der Teufel wäre, dann wäre für mich das Worst-Case Szenario, wenn ich jemandem absolut glaubwürdig beweise, dass er ein hartes Los gezogen hat und für ihn alles sehr schwer ist und er sich daraufhin weigert, bedrückt zu sein. Das würde mich so richtig wütend machen!

Also habe ich entschieden, dass ich in Sachen Unbekümmertsein noch einen ganzen Zahn zulege. Wie wenn ich zu dämlich wäre, die Probleme richtig zu erfassen – zu dumm, die Herausforderungen richtig einzuschätzen. So grenzenlos leichtfüßig, dass man mich für naiv hält. Dabei bin ich das überhaupt nicht – ich setze die Schwierigkeiten nur in Relation zu mir. Und dann kann ich gar nicht anders, als am Rande des Vulkans zu hüpfen, mag er noch so sehr qualmen. Da scheiße ich drauf.

Und weil ich gerade so schön dabei bin, hebe ich noch das Niveau in Sachen Vertrauen an.

Vor Kurzem stand ich in der Küche und mir wurde schlagartig klar: „Ach Kerstin, jetzt freu‘ dich doch, dass alles so beschissen unmöglich aussieht. Dann erleben wir endlich was. Bist du jetzt dabei, oder wie?“ Und da musste ich sehr lachen. Und wie ich dabei bin! Oh man, mir macht sowas sogar richtig Spaß, no risk, no fun und so! Denn wie will ich etwas Großartiges erleben, wenn alles innerhalb der üblichen Komfortzone läuft? Niemals will ich erlauben, dass Gewohnheit und Mittelmaß mein Leben träge und lahmarschig machen. Ich will nicht gutes Mittelmaß – ich will das Beste, Schönste, Krasseste, Aufregendste, Genussvollste, Wundervollste Leben, das jemals auf diesem Planeten stattgefunden hat – darunter stehe ich gar nicht erst auf.

Ich will und kann kein lahmes, kompromissreiches Leben haben – lieber lasse ich mich lebendig begraben. Und vor allem werde ich niemals glauben, dass die Liebe nicht die Allerstärkste ist und spielend leicht mit allem fertig wird, auf jede gegenteilige Erfahrung scheiße ich. Ich weiß ganz genau, dass vieles eine Art Prozess ist und das Meiste nicht von heute auf Morgen klappt, aber die Entscheidung, die treffe ich genau jetzt. Und dabei will ich mich an absolut niemand anderem messen oder orientieren – der Satz „Aber bei anderen läuft es auch nicht anders! Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“ ist für mich nur eine Ausrede.

Nur, weil die Meisten sich mit Mittelmaß arrangieren, deshalb werde ich das noch lange nicht in meinem Leben dulden. Nur, weil andere Unsicherheit, Selbstzweifel, Frust und Druck so oft und so lange zulassen, dass es sich für sie beinahe „normal“ anfühlt, ist es noch lange nicht normal für mich. Nur, weil es als gesellschaftsfähig gilt, immer mal wieder „einen schlechten Tag zu haben“, zu manipulieren, zu mobben oder sich sonst wie Vorteile zu beschaffen, um gut da zu stehen und sei es, dass man über andere herzieht, um sich selbst aufzuwerten, muss ich das noch lange nicht mitmachen. Nur, weil andere jeden Morgen mit Bauchschmerzen aufwachen und dieses Gefühl wie paralysiert akzeptieren, werde ich das keine 5 Minuten in meinem Schlafzimmer dulden. Nur, weil andere aus Angst Entscheidungen treffen, deshalb werde ich noch lange nicht aus Druck voreilig handeln oder vor lauter Schreck ohnmächtig dastehen und gar nichts tun.

Bitte versteht es nicht falsch, ich verurteile keinen oder schaue auf irgendjemanden herab, dem es schlecht geht. Das genaue Gegenteil ist der Fall, vor allem angesichts des letzten Jahres! Ich habe tatsächlich jedes Verständnis dafür und kann es nachvollziehen, aber für mich selbst will ich einen anderen Standard, das ist schon alles.

Ich habe nämlich so richtig Lust, das Niveau an Lebensfreude und Glücklichsein und anzuheben. Das mag zunächst nicht spektakulär aussehen und das Allermeiste davon wird sich sowieso in meinem 4 Wänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielen, das ist mir schon klar. Aber nichtsdestotrotz gebe ich Gas. Und auf alles andere scheiße ich. Denn ich habe nur dieses eine Leben und aus diesem werde ich garantiert das Schönste rausholen, das überhaupt möglich ist. Und keiner kann es mir verbieten. Es kann mich keiner daran hindern, stellt euch vor!

Das Aschenputtelprinzip

Jeder von uns hat schon einmal einen Film über Aschenputtel gesehen oder ein Buch darüber gelesen.

Cinderella ist passiv. Wir alle kennen die Story. Cinderellas Vater stirbt unerwartet früh und auf der Stelle entpuppt sich die Stiefmutter als der Hausdrachen, der die eigentliche Erbin des Anwesens zum Dienstmädchen degradiert. Im Film handelt Cinderella getreu dem Lebensmotto, welches ihre Mutter ihr auf dem Sterbebett hinterließ, hab Mut und sei freundlich. In Cinderellas Fall heißt es aber eher, sei der Fußabstreifer von allen. Obwohl die Stiefmutter täglich das Mädchen mehr und mehr demütigt, lässt Cinderella ohne große Widerworte alles über sich ergehen.

Im eigenen Leben bedeutet das aber, dass Freundlichkeit und Güte nichts mit Opferrolle oder Selbstaufgabe gemeinsam haben. Denn das ist im Grunde ist es moderne Sklaverei. Wenn die anderen einen erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen und auf diese Kosten ihr Leben leben, dann ist es auf jeden Fall der falsche Ort für einen Selbst. Es ist die falsche Gesellschaft, denn dort hat man absolut nichts verloren. Sei es ein Arbeitsverhältnis, eine Beziehung oder familiäre Verhältnisse.

Die Wahrheit ist, dass sich nichts ändern wird, wenn man nicht selbst herausgeht. Nichts. Keine Fee wird erscheinen, keine Maus strickt etwas für einen, kein Prinz kommt angeritten.

Du bist frei. Nichts kann dich an einem Ort halten, an dem du nicht mit Wertschätzung und Liebe behandelt wirst. Du kannst keinen verantwortlich machen – und schon gar nicht die Stiefmutter. Alles zu ertragen, ist kein bisschen mutig. Mutig bedeutet, einen Schritt aus dieser Abhängigkeit zu tun und dann nie mehr zurück zu schauen. Das ist mutig. Und es ist das einzige, was zu dir passt.

Und nicht ein stilles Heulen in der Ecke, weil die Welt so böse ist, obwohl du „immer alles gegeben hast“, und „es immer nur gut gemeint hast.“ Passivität ist eine Energie, die einen klein hält und einen des eigenen Potenzials beraubt – es sind nicht die Menschen. Es ist die passive Haltung. Nur Freiheit und Stärke.

Cinderella lebt in der Vergangenheit. Das Mädchen wird von einer ehemaligen Dienstmagd gefragt, warum sie das Anwesen nicht verlässt und damit das sklavenähnliche Verhältnis zur Stiefmutter beendet – da es ihr offensichtlich dort so schlecht geht. Ihre Antwort lautet: „Weil ich weiß, wie sehr meine Eltern dieses Haus geliebt haben.“

Auch im späteren Verlauf des Films gibt sie sich damit zufrieden, auf dem Dachboden eingesperrt zu bleiben und in den Erinnerungen an den Ball zu schwelgen – sie unternimmt nicht den kleinsten Versuch, ihre Situation zu verändern. Lieber weilt sie gedanklich in der Vergangenheit, weil es „die schönste Zeit ihres Lebens“ war.

Erinnerungen an früher braucht man null. Denn man geht selbstverständlich davon aus, das jeder Augenblick des Lebens immer frisch, immer neu, immer inspirierend ist und deshalb konzentriert man sich mit allem, was man ist, auf die Gegenwart. Immer. Laufen die Gedanken in die Vergangenheit, dann pfeift man sie auf der Stelle zurück, genauso wie einen Hund, der zu weit in den Wald hineinläuft. Man erlaubt sich keine Ausflüge ins Gestern, kein Schwelgen in den letzten 10 Jahren, kein melancholisches Verweilen in den früheren Tagen. Mögen sie auch noch so schön und ich so jung gewesen sein.

Das hat zwei Gründe, denn in der Vergangenheit kann man nichts verändern. Egal, wie schlimm oder schön etwas war, es ist bereits vergangen. Man hat keine Möglichkeit, auch nur das kleinste bisschen, etwas daran zu ändern – so sehr man es sich wünschst! Es ist also quasi verbrauchte Energie, in die man seine neue Energie investiert. Nachher malt man sich alles noch schöner aus, als es tatsächlich war. Gott bewahre!

Außerdem macht man es eben so. Take this! Manchmal muss man einfach vertrauen, auch wenn das Hirn nicht alles nachvollziehen kann. Will man den Weg gehen, dann heißt es, hier geblieben und nicht nach hinten geschaut. Es wird eh immer schöner, immer stärker, immer freier. Da braucht man die Vergangenheit nicht.

Ja, es stimmt, die Vergangenheit hat einem zu dem gemacht, was man heute ist. Aber es geht nur weiter, wenn man das als gegeben annimmt und sich auf die Zukunft konzentriert. Mal kurz innehalten und schauen was man alles erreicht hat ist okay, aber dann tritt man sich wieder in den Hintern und weiter geht’s.

Deine Entscheidung, deine Verantwortung. Aber heul‘ nicht rum, dass die Stiefmutter so böse war.

Ach ja, das bringt mich direkt zu nächsten Punkt, denn Cinderella ist entsetzt über die Bosheit anderer. Es gibt eine Stelle zum Ende des Films, als Cinderella ihre Augen entsetzt aufreißt, und die Stiefmutter absolut verwundert fragt: „Warum bist du so grausam?“

Das war meine liebste „Kopf-Tisch“ – Situation im Film, „warum bist du so böse zu mir?“ Ich habe dir doch nichts getan? Ich war doch stets lieb und du dankst es mir nicht? Wie kann man nur so gemein sein?

Das ist im wahren Leben auch so, denn die Welt ist böse und es gibt darin viele Arschlöcher.  Wer das Gegenteil glaubt, der lebt in einem Märchen. Ne, es ist keinesfalls „alles Liebe, jeder Mensch, jedes Tier, jeder Baum.“ – das ist nur so ein esoterisches Geschwafel.

Wir sind nicht auf diesem Planeten, um Arschlöcher zu gewinnen, ihnen hinterher zu laufen oder es ihnen recht zu machen! Es gibt so viele Menschen, die einen lieben, wertschätzen und unendlich dankbar dafür sind, Zeit mit einem verbringen zu dürfen. Deshalb verschwende keinen einzigen Gedanken an die Arschlöcher. Keine Person der Welt ist es Wert, dass man sich von ihr schlecht behandeln lässt. Keine.

Also braucht man nicht verwundert sein, wenn er oder sie mal wieder „so gemein“ zu einem ist, obwohl man „nur das Beste für sie“ wollte. Das Beste ist, wenn man nicht länger in der Nähe der miesen Energien ist. Das zieht einen nur runter. Da draußen gibt’s eine Welt, die nur auf einen wartet – voller neuer Chancen, Möglichkeiten und Abenteuer. Also heul nicht rum, wie gemein jemand zu dir war und sei nicht entsetzt darüber, sei einfach dankbar.

Der letzte Punkt ist, dass sich Cinderellas Leben durch einen Zufall verändert. Denn sie reitet in den Wald und rein zufällig begegnet sie dort dem Prinzen auf der Jagd. Die Stiefmutter verbietet ihr, auf den Ball zu gehen und rein zufällig erscheint eine Fee, die alles klar macht, Outfit, Styling und Transportmöglichkeiten inbegriffen. Was tut Cinderella dafür? Nichts. Reiner Zufall. Glück eben.

Manche haben eben Glück, oder? Und manche schon wieder Pech, da kann man nichts machen, stimmt’s? Wenn man darauf wartet, dass eines Tages eine Fee erscheint und einen aus seiner langweiligen Misere herausholt, dann kann man sich schon mal für die Hauptrolle der nächsten Dornröschen-Verfilmung bewerben. Nichts wird sich ändern, wenn man nicht eine Entscheidung trifft.

Die wenigsten Dinge sind Glück – dieses „auf einmal kam ein Prinz und alles wurde anders.“ Allen Veränderungen geht eine innere Entscheidung voraus – eine Art Bewusstsein, das etwas anders werden soll. Die Art, wie man das Leben sieht. Ein Bewusstsein, wer man ist. Eben keine Magd, sondern eine Erbin.

Manche meinen, ich hätte „so ein Glück“, dass ich einen so tollen Job habe – „so ein Glück“, dass meine Familie meine Entscheidung unterstützt. Natürlich ist es ein riesiges Geschenk und ein Privileg, denn ohne bestimmte praktische Voraussetzungen wäre es einfach nicht gegangen. Aber das ist der allerkleinste Teil daran!

Ich hatte kein „Glück“, ich habe es einfach entschieden. Ja, ich mache das und dann gehandelt. Ich hatte kein „Glück“ – ich habe mir einfach diesen tollen Job herausgesucht, der mich ausfüllt und mir unendlich Spaß macht. Einen anderen hätte ich gar nicht gewollt.

Das kam nicht einfach so, es ist nur ein Ausdruck meines Bewusstseins, dieses „nichts ist unmöglich“, dieses „warum nicht etwas Außergewöhnliches machen?“, dieses „wenn ich schon dieses Leben geschenkt bekommen habe, dann ist es an mir, daraus das Schönste zu machen, was geht.“.

Den Job hat mir weder eine Fee gezaubert, noch eine Maus gebastelt, noch kam es auf einmal *zauberzauber* vom Himmel – das hatte alles mit meinen eigenen Herzenshaltung zu tun. Und den Entscheidungen, die ich darauf hin getroffen und den Schritten, die ich logischerweise darauf hin unternommen habe. Und ja – daraufhin ergaben sich auf einmal Möglichkeiten. Ich bekam ein Auto zur Verfügung gestellt. Ich darf mich weiterentwickeln und als Führungskraft arbeiten. Ich darf an der Hochschule unterrichten. Der Wahnsinn – und reine Geschenke, für die ich absolut nichts getan habe und für die ich sehr dankbar bin! All das hätte ich aber nie erlebt, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte.

Verstehst du, ich bin kein Fan von diesem „work hard on your success.“ – das kann schließlich jeder, dafür braucht man Gott nicht. Aber wenn ich schon alles von Gott geschenkt bekommen habe und ich absolut frei bin – dann werde ich mein Leben mir Sicherheit nicht der Passivität oder der Angst zur Verfügung stellen. Denn mir ist absolut bewusst, wer ich bin. Und dafür bin ich mir nun echt zu kostbar.

Mach es einfach und hab Spaß dabei.

Was bist du wert?

Deine Arbeit ist nicht nur eine Leistung, die du anbietest – deine Arbeit ist vor allem deine Lebenszeit. Und davon gibt es bei uns allen nur eine begrenzte Menge. Man kann seine Lebenszeit vergeuden, indem man über Mist nachdenkt, Menschen nachweint, die einem nicht gut tun, sich Sorgen machen, über die Vergangenheit nachdenken und darüber, was man hätte besser machen können. Oder anders. Oder früher war alles schöner. Oder wie hat er oder sie das gemeint, als er bzw. sie das gesagt hat? Seine Zeit zu vergeuden bedeutet, seine Zeit einfach wegzuwerfen. Seine Zeit wegwerfen = sein Leben wegwerfen.

Deshalb ist das also die allerschlechteste Möglichkeit. Man kann seine Lebenszeit aber auch  verbringen. Menschen verbringen ihre Zeit, indem sie sie mit Dingen füllen. Sie züchten Tomaten, spielen mit dem Hamster, fahren Motorrad, lesen Liebesromane, schauen Sport im Fernsehen, spielen Playstation, gehen shoppen, usw. Soll heißen, sie tun Dinge, die zwar an sich nicht negativ sind, aber sie auch nicht wirklich weiterbringen, sie füllen den Tag einfach nur. Hinterher ist die Zeit um und sonst hat sich nichts in ihrem Leben verändert.

Man kann zum Beispiel auch die Zeit mit den Kindern einfach nur verbringen. Oder man kann die Zeit investieren. Wenn einem bewusst wird, wie kostbar man ist und die Zeit, die man auf Erden verbringt, dann bekommt das Leben eine andere Qualität. Um bei dem o.g. Beispiel zu bleiben, man hängt nicht einfach am Handy oder ist gedanklich bei einer anderen Sache, während seine Kinder mit einem zusammen sind, sondern konzentrierst sich auf sie und genießt sie ganz bewusst. Man spricht mit ihnen über ihre Pläne und Träume, man gibt ihnen Input, man hat Spaß mit ihnen, sie sind in dieser Zeit der Fokus und die Zeit ist nicht einfach nur weg, denn man hat in seine Kinder investiert. Man hat Liebe investiert. Man hat sich selbst investiert.

Manchmal investiert man seine Zeit auch in sich selbst, indem man ganz intensiv und bewusst lebt, die eigentliche Tätigkeit ist dabei nebensächlich. Wenn man sich mit inspirierenden Menschen trifft, ein Abendessen liebevoll kocht und genießt, sich völlig in ein Lied vertieft und dadurch voller Freude ist, dann hat man in sich selbst investiert. Genauso investiert man seine Zeit in bestimmte Aufgaben, um beruflich, finanziell oder anderweitig im Leben vorwärts zu kommen. Ist die Investition gut gewesen, dann kommt viel dabei heraus – war sie nicht so gut, dann dauert es länger, bis man ans Ziel kommt.

Wofür will man seine Zeit investieren? Was kostet die Zeit? Was kostet man?

Diese Frage kann ich an dieser Stelle nicht für dich beantworten, diese Frage kann man nur für sich selbst beantworten. Und? Was steht drauf? Kostet deine Zeit 10,-€ in der Stunde? Vielleicht 25,-€? Oder steht da eine höhere Zahl? Vielleicht sogar 80,-€?

Ich beantworte ich diese Frage mal für mich persönlich – damit du siehst, wie wertvoll die Zeit ist. Meine Zeit ist unendlich kostbar. Mich kann Keiner bezahlen. Ich bin unbezahlbar. Jede Minute, die ich auf der Erde bin, ist grenzenlos kostbar. Ich bin mir meines Wertes bewusst. Mir ist klar, dass alles, was ich bin, tue und gebe, so wertvoll ist, dass man es kaum beschreiben kann. Wer will mich bezahlen? Wer will diese lebensspendende, extrem starke Energie der Liebe, die alles begleitet, was ich tue, irgendwie mit Geld beziffern?

Was bedeutet es konkret? Was nichts kostet, ist nichts wert. Jeder Betrag, der für meine Leistungen gezahlt wird, ist für mich rein symbolisch. Wirklich! Es ist ein Symbol der Wertschätzung meiner Arbeit und meiner Zeit gegenüber. Weigert sich jemand, den von mir verlangten Preis zu bezahlen, ist mir klar, dass er meine Zeit, Leistung oder Person nicht wertschätzt.

Und mal ehrlich, willst man seine Zeit in etwas oder jemanden investieren, der einen gar nicht wertschätzt? Würde derjenige z.B. zum Karl Lagerfeld gehen und mit ihm über den Preis einer seiner Kleidungsstücke verhandeln? Oder würde er dem Vorstand von Apple fragen, ob er sein Laptop für den halben Preis bekommt, weil er hat kaum Budget, und kann es sich nicht leisten.? Nein: er würde entweder den vollen Preis zahlen oder zu einem anderen Hersteller gehen, der günstiger ist.

Als ich vor Kurzem mit dem Mitarbeiter großen Firma telefonierte und dieser, um einen Preisnachlass zu bekommen, argumentierte, dass es viele Menschen gibt, die die Arbeit für den halben Preis machen, antwortete ich: „Genau. Es gibt immer eine Hure um die Ecke, die es billiger macht.“ Noch mal: was nichts kostet, ist nichts wert.

Aber dann bekommen die anderen den Auftrag, weil sie es billiger machen und ich stehe ganz ohne da. Ja, so denken die Menschen, das stimmt. Trotzdem gilt, aus Angst, etwas zu verpassen, wird nichts entschieden. Auf einen wartet ein noch besseres Angebot und man könnte dieses nicht annehmen, weil die Zeit bereits mit dem billigen belegt wäre. Also sei froh! Oder aber die Zeit ist besser in einem anderen Bereich investiert, bei den Kindern, bei einem anderen Menschen, bei einem selbst, etc. Immer geführt, das passt schon – lass dich nicht verunsichern.

Man soll nichts umsonst machen. Man soll einfach auf sein Herz hören und dann entscheiden, wofür und für wen man seine Zeit investierst. Man wird seine Zeit in karitative Projekte und Menschen investieren, an die man vom ganzen Herzen glaubt und bei denen man finanziell gesehen nichts oder wenig zurückbekommst. Es ist trotzdem ein Investment – denn wer gibt, dem wird gegeben. Also lass dich von deinem Herzen leiten und sei vor allem großzügig! Denn wer viel gibt – dem wird viel anvertraut.

Wichtig, lass dich von deinem Herzen leiten, von deinem Innersten – nicht von Erwartungen anderer, ihrem Innersten, den Träumen anderer, einer Mitleidstour oder gar Schuldgefühlen!

Was andere über dich denken, geht dich sowieso nichts an. Sollte eine Arbeit an Wert oder gar Moral verlieren, sobald man dafür Geld erhält, dann dürften wir keine Künstler mehr bezahlen, keinen kreativen Menschen Lohn geben und niemandem, der mit Liebe und Leidenschaft seinen Beruf ausübt, Geld geben. Würde man die Brötchen eines Bäckers nicht bezahlen, der es ganz offensichtlich liebt, in der Backstube zu stehen? Wie absurd dieses Argument ist, müsste es einem spätestens jetzt klar sein. Ich werde niemals verstehen, warum es als moralisch verwerflich gilt, etwas wegen dem Geld zu machen!

Wer die Nase darüber rümpft, für den zur Erinnerung. Geld = das buntbedruckte Papier, mit dem man Kinderschuhe und Schulhefte kaufen, Mahlzeiten für eine 5-köpfige Familie oder seine Gasrechnung bezahlen kann. Mit Geld kann man einen Sprachkurs besuchen und mit mehr Geld sogar die erlernte Sprache in einem fremden Land gleich einsetzen. Für wen das moralisch verwerflich ist, der hat einfach nur keine Ahnung vom Leben und sollte am besten den Mund halten mit seinem pseudoreligiösem Gequatsche.

Ich konnte noch nie beim Aldi etwas mit einem Kissenbezug, einem Windlicht oder einem Lächeln bezahlen. Oder mit einer Erwähnung auf einer anderen Website. Ich weiß auch nicht, was die sich so anstellen?!

Ich verrate dir etwas, denn je mehr Geld du für deine Arbeit bekommst, umso besser kannst du sie machen und dich noch leidenschaftlicher in sie investieren als bisher! Denn dann kannst du z.B. andere Menschen dafür bezahlen, dass sie die Aufgaben übernehmen, die dich von deiner Arbeit abhalten, aber notwendig sind (wie z.B. das Bügeln) und somit hilfst du sogar noch einem anderen, Geld zu verdienen, das dieser wiederum investieren kann, etc. Genial, oder? Mit Geld kann man unheimlich viel Spaß haben und viele Menschen glücklich machen. Geld an sich hat überhaupt nichts Verwerfliches die Angst, kein oder zu wenig Geld zu haben (im Volksmund: Raffgier) ist allerdings zerstörerisch, denn sie führt zu falschen Entscheidungen. Aber das ist ein anderes Thema. Gute Arbeit sollte bezahlt werden.

Ist man selbstständig und baut gerade eine Existenz auf, dann braucht es auf jeden Fall einiges an Investment, bis sich die Arbeit angemessen auszahlt. Vieles ist Lernen und Ausprobieren und Schritt für Schritt kommt man seinem Ziel näher. Ich habe schon einige Fehler gemacht und vieles dabei gelernt. Ich probiere viele Dinge aus und manches ist dann irgendwie nicht so das Wahre, aber das ist überhaupt nicht schlimm!

Oft sind kleine Schritte sehr gesund, für einen selbst und das Unternehmen. Also sei geduldig und lasse dich nicht frustrieren, wenn es dauert mit dem finanziellen Erfolg. Während man einfach seine Arbeit tut, kommt alles zum richtigen Zeitpunkt – mach dir keine Sorgen!

Jeder sollte die Früchte seiner Arbeit und sein Leben genießen können, weil andere einen genügend wertschätzen. Sei dir darüber klar, was du wert bist.

Die kleinen, alltäglichen Dinge

Es gibt ein paar einfache Verhaltensweisen, die den Alltag nicht nur enorm erleichtern, sondern auch vor unangenehmen Augenblicken und Situationen und andere vor dem Fremdschämen bewahren. Einigen steckt es im Blut, einige hatten ein Elternhaus, in dem Wert auf gutes Benehmen gelegt wurde, anderen hat man es entweder nie erzählt oder sie achten einfach nicht darauf. Es sind nur ein paar wenige, ganz konkrete Dinge – nichts Tiefgründiges, völlig Unbekanntes, Weltveränderndes oder Lebensnotwendiges. Es sind Dinge, die man auch mit dem altmodischen Wort „Anstand“ bezeichnen könnte.

Wird man von jemandem beschenkt, dann sollte man auf keinen Fall erwidern, dass das nicht nötig gewesen wäre. Damit degradiert man sich nur selbst. Wäre das Geschenk nämlich nötig gewesen, dann wäre es im Grunde kein echtes Geschenk, sondern nur eine Mangelbeseitigung und würde einen herabsetzen, anstatt dich zu würdigen. Jeder ist es wert, dass man ihn beschenkt – oft, spontan und unerwartet. Also freue dich, sage danke und genieße es. Das war’s.

Bezahlt man etwas an der Kasse, wird man im Restaurant bedient, kauft sich einen Burger, gibt seine Sachen bei der Reinigung ab, bekommt frische Handtücher vom Zimmerservice, dann schaut man den Menschen in die Augen. Und wenn es nur 2 Sekunden lang ist, anschauen. Nicht das Kassenband, nicht die Rechnung, nicht die Hemden, nicht den Tankbeleg, den Menschen in die Augen schauen. Ja, man hat viel zu tun und ja, vielleicht ist man gerade mit seinen Gedanken woanders und ja, heute nicht so ein Tag – aber das sind nur lahme Ausreden. Nichts ist kostbarer als Menschen, wegen ihnen ist man auf dieser Welt!

Geht man mit jemanden etwas trinken oder essen, dann übernimmt man die Rechnung. Einfach grundsätzlich. Nichts ist schlimmer, als mit einem Mann einen Kaffee zu trinken und auf die Frage der Bedienung „Geht es zusammen?“ die Antwort zu hören: „Getrennt.“ Danach ist alles gelaufen. Macht das nie, nie, niemals. Ist man ein Mann, dann verinnerliche das bitte für immer: du übernimmst die Rechnung. Ist man eine Frau, dann übernehme die Rechnung, so oft es geht. Ist man eine Mutter oder ein Vater, dann trichtere es den Söhnen ein. Ja, auch Töchtern, aber noch mehr den Söhnen, sie sollen schnell sein wie der Blitz. Mache es diskret, ohne großes Tamtam, am besten sich kurz endschuldigen und auf dem Weg zur Toilette bezahlen. Mache ja kein Aufheben darum. Merke: du übernimmst die Rechnung. Großzügigkeit ist ein wichtiger Wesenszug. Frage nicht, tue es einfach und freue dich darüber.

Besucht einen jemand, egal ob spontan oder erwartet, dann frage innerhalb der ersten Sekunden ob man etwas zu trinken anbieten kann. Gerne auch schon direkt mit einer Auswahl, denn dann nimmt man die Option, dass man sich bloß keine Umstände machen soll, schon gleich vorweg. Lasse es nicht zu, dass die Person von selbst fragen muss, denn nichts ist unangenehmer und lässt den andere sich unwillkommener fühlen.

Kommt man in einen Raum hinein, ist neu, unbekannt und unsicher, dann gilt grundsätzlich, auf die Menschen zugehen, ihnen in die Augen schauen, Hand ausstrecken, sich vorstellen und kurz lächeln. Kommt immer besser, als unsicher in der Ecke zu stehen oder einfach ohne Körperkontakt „Hallo“ zu sagen. Denk immer dran den Menschen dabei in die Augen zu schauen. Nicht den Fußboden begrüßen. Nicht die eigene Hand. Nicht den Horizont.

Ist man mit jemandem zusammen, dann checke nicht das Handy, weder das eigene und schon gar nicht das des Anderen. Gar nicht. Auch, wenn ihr gerade nichts redet. Sollte es dringend notwendig sein, dann mache es einmal und frage das Gegenüber, ob es ihm etwas ausmacht, wenn man kurz nach etwas Wichtigem schaut. Ist man ein Mann und checkt das Handy während eines Dates, over und aus. Gib der Person nicht das Gefühl, dass ihre Gegenwart weniger Stellenwert hat, als eine virtuelle Nachricht. Man fängt ja auch nicht an, Zeitung oder ein Buch zu lesen. Ist man eng befreundet, verbringt Stunden gemeinsam und die Atmosphäre ist sehr locker, dann ist es natürlich etwas anderes, aber jeder kennt den Unterschied genau. Im Zweifelsfall immer einmal weniger draufschauen.

Macht man jemandem ein Kompliment, dann verpacke es nicht als Beleidigung. „Früher fand ich dich arrogant – dabei bist du eigentlich wirklich nett.“ „Die neue Frisur steht dir gut – mit der alten sahst du so altbacken aus.“ „Dieses Kleid ist endlich mal etwas anderes im Vergleich zu deinen ständigen Jeanshosen.“ Über so etwas braucht sich keiner freuen, das ist einfach nur unterste Schublade. Und nein, es ist nicht ehrlich, im Gegenteil, es ist unhöflich, verletzend und unverschämt. Man muss nicht alles gut finden, überall Komplimente verteilen und lobhudeln, aber wenn man nichts Positives sagen kann, dann sollte man lieber gar nichts sagen. 

Ach, wo wir gerade beim Thema sind. Die miesesten Antworten auf Komplimente – „Ja, tolle Jacke, nicht? Hat nur 20,-€ gekostet!“ „Der Rock gefällt dir? Ach, das alte Ding… das habe ich schon ewig!“ Damit stellt man das Urteilsvermögen der anderen Person in Frage, indem man ein Teil, welches ihm an einem gefällt, als alt und damit nichts Besonderes bezeichnet. Außer, man wurde explizit gefragt, ob man das Teil neu hat. „Ja, aber ich habe immer noch 8 Kilo zu viel wegen der Schwangerschaft.“ Als Antwort auf ein Kompliment wegen der schlanken Beine, etc. Warum das Schöne sofort entwerten und relativieren? Genieße einfach die schönen Beine und halt den Mund.

Dasgilt nicht nur im Knigge, sondern auch im Job, im Dienstleistungssektor ganz besonders, in Beziehungen, im allgemeinen Alltag mit anderen. Ist mal etwas nicht so gut gelaufen und man hat Mist gebaut, dann gebe es einfach zu. Ohne Minderwertigkeit, ohne stundenlanges Rechtfertigen, ohne Rechthaberei, ohne ewig lange Erklärungen, ohne sich hinter Ausreden zu verstecken: „Ja, das war ein Fehler von mir. Es tut mir leid.“ Stehe dazu. Ganz einfach. Dieser Rat hilft enorm weiter und die meisten blöden Situationen werden sofort entschärft. Vor allem macht niemand absichtlich Fehler.

Geht man durch eine Türe, dann schaue hinter dich und halte sie offen, falls einer hinter dir läuft. Ja, mache es einfach. Im Aufzug wartet man immer, bis die anderen herausgehen, bevor man selbst hineingeht. Genauso im Bus oder in der Bahn. Sich währenddessen schon reinzuquetschen zeugt nicht nur von schlechten Manieren, es zeigt auch, dass man im Stress ist. Und du weißt doch: Wer’s eilig hat, ist ein Laufbursche. Wer Zeit hat, ist ein König. Das wusstet ihr alle schon. Also einfach machen und genießen.