#Danke

2019 war für mich gleichzeitig eins der schlimmsten und schönsten Jahre – aber nicht so, wie ihr zunächst vermuten würdet.

In diesem Jahr habe ich persönlich so viel Gegenwind erfahren, wie selten zuvor. Ich musste mich mit Herausforderungen und Umständen befassen, die für mich zunächst unüberwindbar schienen, stellte mich ihnen, fiel dabei manchmal auf die Nase, stand wieder auf und marschierte weiter, wie wenn nichts gewesen wäre. Ich erlebte Situationen, die so unfair und ungerecht waren, dass mein Magen rebellierte, meine Gefühle Amok liefen und mein Verstand durchdrehte – einmal brauchte ich fast vier Wochen, bis sie sich wieder beruhigt haben. Ich stand immer wieder unter dem größten äußeren Druck und alles, woran ich bisher geglaubt habe, wurde durch die Umstände und andere Menschen in Frage gestellt – inklusive meiner eigenen Person. Und auf den ersten Blick betrachtet war das alles schlimm.

Was ich aber gleichzeitig erlebte:
ganz egal, wie heftig die Umstände schienen, und der Strum wehte – mein Fundament hielt. Das, was ich seit einigen Jahren als einzige Grundlage für mein Leben festgelegt hatte, war so felsenfest und unerschütterlich wie eine deutsche Eiche. Und das war tatsächlich das Allerschönste: zu erleben, dass alles stimmt. Und mit „alles“ meine ich, dass die Liebe einfach alles überwindet – und zwar nicht gerade noch so mit letzter Kraft, sondern tatsächlich vollkommen souverän, überlegen und noch viel einfacher, als ich es jemals vermutet hatte.

Aber egal wie bedrohlich oder aussichtslos die Umstände auch immer wieder waren, ich habe beschlossen mich dem zu stellen und mir keine Sorgen mehr zu machen, auch wenn ich sie keinesfalls ignoriere. Es ist mehr so eine „Das packe ich schon und freue mich drauf!“- Attitude. Obwohl ich teils eigentlich überhaupt nicht genau weiß, wie alles funktionieren soll, bin ich innerlich schon so voller Vorfreude und Spannung und sogar ein bisschen angriffslustig, sollten sich Schwierigkeiten wieder in meine Nähe trauen. Ich habe es schon oft geschrieben: gut drauf sein, wenn alles glatt läuft – das kann jeder Depp.

Damit will ich nicht sagen, dass man ständig Herausforderungen braucht! Aber wenn sie kommen – und dass sie kommen, ist so sicher wie die nächste Frühjahrskollektion von Chanel – dann ist es nur gut, wenn du bereits vorher auf einem stabilen Fundament gebaut hast. Wenn du deine Zufriedenheit oder Bestätigung nämlich aus etwas Äußerem beziehst, sei es eine tolle Beziehung, erfolgreiche Karriere, liebe Kinder, gutes Aussehen, Materielles wie Labels, etc. – dann warte mal ab, was los ist, wenn genau diese Sache von heute auf morgen wegfällt. Das ist jedenfalls ein sehr unsicheres Fundament und hält nur bei Sonnenschein. Und bei wem scheint schon dauerhaft die Sonne?

Es scheint ein einziger Traum zu sein. Denn inmitten von all den Stürmen und Schwierigkeiten und Herausforderungen, ist da dieses Leben in mir. Und das pulsiert und tanzt und vibriert und explodiert beinahe – es ist schön und beschwingt und leicht und gleichzeitig unendlich stark – und ganz und gar unbeeindruckt von allem Drama drumherum, was will man machen.

Und gerade deswegen habe ich beschlossen (einfach so! Jahreswechsel hin oder her, ich kann alles immer beschließen, was und wann ich will!), also ich habe beschlossen, dass ich den ganzen Standard noch ein bisschen anhebe. Mir doch egal, was war. Ich bin glücklicherweise in der Lage, die Skala in meinem Leben jederzeit nach oben zu schieben – und genau das werde ich tun.

Es hat sich im vergangenen Jahr immer gezeigt, dass diese Stürme einem wunderbar den Weg freiblasen können. Dank der ganzen Dinge habe ich wunderbare Dinge erleben dürfen in meinem Job, als Dozentin an der Hochschule, mit Familie und Freunden und den Menschen, die ich aus vollstem Herzen liebe. Sie waren an meiner Seite und haben mich immer weiter wachsen lassen. Deshalb bin ich so unendlich dankbar für dieses Jahr. Danke. Danke. Danke.

Ich finde, dass das, was mich persönlich am allermeisten ausmacht, meine extreme, absolute und uneingeschränkte Liebesfähigkeit ist. Ich bin nicht einfach „lieb“- oder zumindest nicht auf diese Weise, wie es sich das die meisten von euch vorstellen oder wünschen würden. Für mich ist Liebe gleichbedeutend mit Stärke – diese Begriffe sind austauschbar. Stärke ohne Liebe ist einfach nur Härte – Liebe ohne Stärke ist Gefühlsduselei. Und mit Schwelgen in Emotionen habe ich es nicht so.

Liebe ist mein persönlicher Schutzpanzer und eine Dampfwalze ohnes Gleichen – keiner kann sich ihr in den Weg stellen. Und gleichzeitig ist sie ganz weich und nahbar und zärtlich – ich kann das nicht so richtig beschreiben, weil es nicht zusammen zu passen scheint. Tut es aber doch.

Und genau diese Liebe wurde sehr in Frage gestellt – mittels maßgeschneiderter Situationen und Menschen, eben das ganze Paket. Alles sehr passend auf mich zugeschnitten und überzeugend ohne Ende, war ja klar.

Und deshalb hebe ich den Standard ab sofort noch ein bisschen an und schiebe den Regler nach oben- und liebe so wild entschlossen und so hemmungslos und so hingegeben und so voller Begeisterung, dass alles zu spät ist. Und vertraue dieser Liebe so bedingungslos, wie noch nie zuvor. Und gleichzeitig scheiße ich auf jede Erfahrung, die mir das Gegenteil beweisen wollte. Denn das zeigt mir immer wieder, dass alles gut ist. Danke.

Einer meiner Grundwesenszüge ist Unbekümmertheit. Ich bin so leicht, als könnte ich schweben, was die erstaunliche Fähigkeit des stundenlangen auf High Heels-Laufen erklärt: meine Füße berühren gar nicht wirklich den Boden. Ironischerweise trage ich zur Zeit so viel Verantwortung, wie noch niemals davor in meinem Leben und siehe da: trotzdem leicht. Ich habe allerdings bereits vor Jahren für mein Leben festgelegt, dass für die Liebe alles ganz leicht ist – das ändere ich doch jetzt nicht, weil der Wind etwas stärker weht.

In diesem Jahr erlebte ich oft, wie Menschen – und zwar solche, auf deren Meinung ich viel gab, ist ja klar! – mir immer wieder versicherten, dass „es eben nicht ganz so leicht sei.“ Und zusätzlich erlebte ich, dass Umstände mir mit Nachdruck beweisen wollten, dass alles unendlich kompliziert, schwer und im Grunde unüberwindbar ist.

Also, Folgendes: Wenn ich der Teufel wäre – welcher ich nicht bin. – aber wenn ich es wäre, dann wäre für mich das Worst-Case Szenario, wenn ich jemandem absolut glaubwürdig beweise, dass er ein hartes Los gezogen hat und für ihn alles sehr schwer ist und er sich daraufhin weigert, bedrückt zu sein. Das würde mich so richtig wütend machen!

Also habe ich entschieden, dass ich in Sachen Unbekümmertsein noch einen ganzen Zahn zulege. Ich habe beschlossen, dass ich so sorglos und unbeschwert und beschwingt und vergnügt bin, wie es das noch nie gegeben hat. So sehr, dass es manche fast schon ärgert, weil: „Was versteht die schon vom Leben?“. Doch, ich habe dafür sogar jedes Verständnis, weil ich nie direkt von den Schwierigkeiten erzähle – meistens vergesse ich nämlich, dass ich welche habe!

Wie wenn ich zu dämlich wäre, die Probleme richtig zu erfassen – zu dumm, die Herausforderungen richtig einzuschätzen. So grenzenlos leichtfüßig, dass man mich für naiv hält. Dabei bin ich das überhaupt nicht – ich setze die Schwierigkeiten nur in Relation zu Liebe, bzw. zu mir. Und dann kann ich gar nicht anders, als am Rande des Vulkans zu hüpfen, mag er noch so sehr qualmen. Es funktioniert und das ist wunderbar. Danke.

Und weil ich gerade so schön dabei bin, hebe ich noch das Niveau in Sachen Vertrauen an. Vor Kurzem stand ich in der Küche und mir wurde schlagartig klar: „Ach Kerstin, jetzt freu‘ dich doch, dass alles so beschissen unmöglich aussieht. Dann erleben wir endlich was. Bist du jetzt dabei, oder wie?“

Und da musste ich sehr lachen. Und wie ich dabei bin! Oh man, mir macht sowas sogar richtig Spaß, no risk, no fun und so! Denn wie will ich etwas Großartiges erleben, wenn alles innerhalb der üblichen Komfortzone (meinetwegen gut) läuft? Niemals will ich erlauben, dass Gewohnheit und Mittelmaß mein Leben träge und lahmarschig machen. Ich will nicht gutes Mittelmaß – ich will das Beste, Schönste, Krasseste, Aufregendste, Genussvollste, Wundervollste Leben, das jemals auf diesem Planeten stattgefunden hat – darunter stehe ich gar nicht erst auf.

Ich will und kann kein lahmes, kompromissreiches Leben haben – lieber lasse ich mich lebendig begraben. Und vor allem werde ich niemals glauben, dass die Liebe nicht die Allerstärkste ist und spielend leicht mit allem fertig wird – auf jede gegenteilige Erfahrung scheiße ich. Ich weiß ganz genau, dass vieles eine Art Prozess ist und das Meiste nicht von heute auf Morgen klappt – aber die Entscheidung, die treffe ich genau jetzt.

Und dabei will ich mich an absolut niemand anderem messen oder orientieren – der Satz „Aber bei anderen läuft es auch nicht anders! Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“ ist für mich nur eine Ausrede. Ich trage hier gar nichts – wie soll ich sonst leichtfüßig tanzen, wenn ich irgendeine Last schleppen muss?

Nur, weil die Meisten sich mit Mittelmaß arrangieren – deshalb werde ich das noch lange nicht in meinem Leben dulden. Nur, weil andere Unsicherheit, Selbstzweifel, Frust und Druck so oft und so lange zulassen, dass es sich für sie beinahe „normal“ anfühlt – ist es noch lange nicht normal für mich. Nur, weil es als gesellschaftsfähig gilt, immer mal wieder „einen schlechten Tag zu haben“, zu manipulieren, zu mobben (online oder in real life) oder sich sonst wie Vorteile zu beschaffen, um gut da zu stehen – und sei es, dass man über andere herzieht, um sich selbst aufzuwerten – muss ich das noch lange nicht mitmachen. Nur, weil andere jeden Morgen mit Bauchschmerzen aufwachen und dieses Gefühl wie paralysiert akzeptieren – werde ich das keine 5 Minuten in meinem Schlafzimmer dulden. Nur, weil andere aus Angst Entscheidungen treffen (oder diese auf die lange Bank schieben aus eben diesem Grund) – deshalb werde ich noch lange nicht aus Druck voreilig handeln oder vor lauter Schreck ohnmächtig dastehen und gar nichts tun.

Bitte versteht es nicht falsch: ich verurteile keinen oder schaue auf irgendjemanden herab, dem es schlecht geht – das genaue Gegenteil ist der Fall, vor allem angesichts des letzten Jahres! Ich habe tatsächlich jedes Verständnis dafür und kann es nachvollziehen – für mich selbst aber will ich einen anderen Standard, das ist schon alles.

Ich habe nämlich so richtig Lust, das Niveau an Lebensfreude, Glücklichsein und „Unmögliches möglich machen“ anzuheben. Das mag zunächst nicht spektakulär aussehen, und das Allermeiste davon wird sich sowieso in meinem 4 Wänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielen, das ist mir schon klar. Aber nichtsdestotrotz gebe ich Gas. Und auf alles andere scheiße ich.

Denn ich habe nur dieses eine Leben – und aus diesem werde ich garantiert das Schönste rausholen, das überhaupt möglich ist. Und keiner kann es mir verbieten. Es kann mich keiner daran hindern, stellt euch vor! Dafür bin ich wirklich dankbar.

Danke, dass ihr dabei wart.

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