Your own power

In der Schule lernt man viele wichtige Dinge für’s Leben, das ist sehr schön. Und dann lernt man dort sehr viele unwichtige Dinge für’s Leben. Aber die Wichtigsten – die lernt man nicht.

Wenn es gut läuft, bringen sie einem die eigenen Eltern bei oder man lernt sie mühsam durch eigene, teils schmerzhafte Erfahrungen. Läuft es ganz schlecht, lernt man diese nie und muss dumm sterben. Und das will ja keiner. Das ist aber gar nicht schlimm, denn schließlich kann man alles nachholen – und zwar in jedem Alter!

Ganz egal, ob du 14 oder 64 Jahre alt bist – heute verrate ich dir etwas, was dir wirklich im Leben weiterhelfen wird. Wie in der Schule ist nämlich die Wiederholung das Wichtigste!

So auch beim Umgang mit Schwierigkeiten. Ich freue mich für jeden, der keinerlei Herausforderungen oder Probleme in seinem Leben hat – in den meisten Fällen wird es sich dabei jedoch um bereits Verstorbene handeln.

Die Wahrheit ist nämlich, Jeder, der lebt, wird früher oder später mit Herausforderungen konfrontiert werden. Und damit meine ich nicht Situationen, in denen dir jemand die Vorfahrt nimmt oder du einen schlechten Tag hattest – ich meine echte Probleme, die dir nachts den Schlaf und tagsüber die Lebensfreude rauben. Dinge, für die es scheinbar keine Lösung gibt, und bei denen ein gutgemeintes „Das wird schon wieder.“ keine große Hilfe ist. Denn mein Geheimnis liegt nicht darin, dass ich keine Herausforderungen habe – es liegt darin, wie ich mit diesen umgehe. Und das teile ich gerne mit dir, denn das hilft dir entschieden weiter im Leben.

Angenommen, du befindest dich gerade in einer wirklich herausfordernden Situation – was tun? KEINE PANIK. Das Erste, was geschieht, wenn eine negative Situation oder Nachricht eintrifft ist Panik! Drama! Noch mal Panik! Noch mehr Drama!

Das ist so bekannt, dass es einen fast schon wieder langweilt – immer passend zur jeweiligen Situation kommt ein ganzes Paket voller dramatischer Gedanken und Gefühle, ganz nach dem Motto: „Es ist alles ganz, ganz schlimm, und es wird noch schlimmer und wir werden alle unglücklich sterben, während die Welt den Bach runtergeht.“

Also natürlich nicht so, sondern eben passgenau zu deinem Umstand. Bekommst du also eine unerwartete Kündigung, dann heißt das mitgelieferte Drama: „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist momentan ganz schlimm, ich kriege keinen Job mehr, kann meine Miete nicht mehr zahlen, lande im sozialen Aus und verhungere.“

Macht dein Partner Schluss, dann haben wir: „Er war das Beste, was mir je passiert ist, ich werde nie mehr jemanden so lieben oder gar erst gar keinen finden, mein Leben hat keinen Sinn mehr, ich werde einsam und alleine bleiben, bis ans Lebensende alle Sonntage und Urlaube leiden und keiner liebt mich!“

Hast du über eine längere Zeitspanne Probleme mit den Kindern, dann heißt dein Szenario: „Ich bin eine ganz schlechte Mutter, mache alles falsch, mache zu viel, zu wenig, zu oft, zu selten, auf jeden Fall nicht genug, meine Kinder werden zu asozialen, rotzfrechen, erfolglosen und unglücklichen Menschen heranwachsen, und ich alleine bin schuld!“

Na? Klingt bekannt? Klar, ist ja auch immer dasselbe, seit Jahrtausenden nichts Neues im Programm! Deshalb mein Rat – keine Panik. Alles gut. Erstmal ganz ruhig. Nicht Amok laufen, nicht sofort zig Leute anrufen, nicht irgendwelche vorschnellen Entscheidungen treffen oder gar Schritte tun. Erstmal einfach nur ruhig werden. Du bist dem nicht machtlos ausgeliefert. Das hast du bisher nur gedacht – aber die Wahrheit ist: du kannst bei diesem Spiel einfach nicht mitmachen.

WEIGERE DICH, ZU GRÜBELN. Habe ich einen schlimmen Umstand, dann verbiete ich es mir, darüber zu grübeln. Ich verbiete es mir einfach. Ich lasse mich nicht quälen (und glaube mir, diese Gedanken können durchaus eine Qual sein, teils fast schlimmer als körperliche Schmerzen!), ich lasse mich nicht beschäftigen, ich lasse mich nicht vor den Karren der Angst einspannen. Dafür bin ich mir zu schade.

Meine Freiheit wurde teuer erkauft – frei davon, mich sorgen zu müssen. Ich bin da ganz konsequent, und sobald ich merke, dass ich mit so nem Zeug gedanklich beschäftigt bin, sage ich „Stop!“. Oder höre halt auf, ich habe da kein bestimmtes System.

Pass jetzt gut auf: die Lösung liegt nie, nie, niemals im Grübeln. Lass dich nicht verarschen, Grübeln klingt so logisch und notwendig, ist aber Quälen, sonst nichts! Die Lösung für dein Problem magst du zwar im Moment weder kennen, noch zeichnet sie sich ab – aber das musst du jetzt auch gar nicht. Kommt Zeit, kommt Lösung. Sie ist bereits da, nur weißt du sie noch nicht – das ist sogar ganz gut, das erkläre ich dir im letzten Punkt! Das ist wieder die Sache mit der Geduld.

Keine Panik. Keine Angst. Und kein Grübeln zulassen.

Ich schreibe bewusst weigern, weil du mitunter schon recht entschieden und kompromisslos mit so etwas umgehen solltest. Diese ganzen Sorgengedanken wollen nicht nur spielen. Sie wollen dich zerstören, dir deine Lebensfreunde stehlen, dich klein machen, dich deiner Inspiration und Kreativität berauben, und deine Persönlichkeit niemals zum Vorschein kommen lassen. (Die Menschen mit Depressionen können ein Lied davon singen.)

Also wehret den Anfängen. Pass auf wie ein Fuchs, lass dich nicht beschäftigen. Am Anfang ist es ungewohnt, ich gebe es zu! Und wenn es dir am Anfang nur 2 Minuten gelingt, ist doch schon super!

Was dir enorm weiterhilft, GLAUBE NICHT DEINEN EMOTIONEN. Du kannst dir sicher sein, je mehr dir die Sache bedeutet, umso schlimmer wirst du dich fühlen. Deine Emotionen werden Achterbahn fahren, rauf und meistens leider runter, in Kreis springen, jedem ihr Leid klagen wollen, usw. usw. Du kannst dich gerade null auf sie verlassen.

Schau, sie reagieren ja nur auf den Umstand! Die haben nichts zu sagen, also kannst du sie genauso gut auch ignorieren. Wenn die Gedanken meinen, sich aufführen zu müssen wie der letzte 3Jährige vor dem Süßigkeitenregal oder ein 13Jähriger bei Nintendoverbot, schön. Ich mache das nicht mit.

Versteh mal Folgendes. Ich warte nicht darauf, dass ich mich „gut fühle“ – ich warte nicht darauf, dass ich fühle, dass ich keine Angst mehr habe – ich warte nicht zuerst auf die Gefühle, damit ich ihnen folgen kann. Wer ist hier der Herr und wer der Hund? Also.

Wenn die Gefühle also gerade mal recht beschissen sind, dann mache ich persönlich einfach eins – ich glaube ihnen nicht. Ich nehme sie nicht für voll. Ich messe ihnen keine so große Bedeutung zu. Ich denke mir dann eher: „Na ja. Wieder Drama im Angebot, weil man keine Smarties bekommen hat? Ihr könnt ja brüllen, ich mache so lange schon mal weiter.“

Das ist, wie wenn man bei der Hundeerziehung sagt: „Ich will meinem Hund keine Grenzen setzen, da unterdrücke ich ja seine Persönlichkeit!“. Klar, und der Hund macht, was er will – mit seiner ach so freien Persönlichkeit pinkelt er überall hin, springt andere Menschen an, und zieht dauernd an der Leine. Wenn du also die Emotionen „immer ganz ausleben“, und „sie nicht unterdrücken“ willst, dann musst du damit rechnen, dass sie ein Leben lang mit dir auf und ab fahren werden, und mit den Konsequenzen leben. Es wird bei dir auf den Fußboden gepinkelt, die Schuhe werden zerbissen, und alles ist irgendwie ein bisschen unberechenbar.

Der Hund liebt es, Grenzen gesetzt zu bekommen, glaube mir! Aber einer muss mal sagen: „So. Bis hierher und dann ist Schluss.“ Ich sehe das ganz locker: wenn ich heulen will oder mir danach ist, dann heule ich halt. Ich würde auch nie sagen, dass es mir super geht, wenn ich mich mies fühle – das wäre so ein komischer Zwang, finde ich. Aber grundsätzlich lasse ich mich eben nicht von irgendwelchen komischen Emotionen leben, wo sind wir denn? Seien es Ängste, Schuldgefühle, Sorgen, undefinierbares Bauchdrücken oder sonst irgendwas Ekliges: nicht bei mir.

Na, wie bei einem Hund! Zuerst will so ein Welpe das ja auch nicht verstehen, dass er nicht alles darf. Aber mit der Zeit wird das schon, und dann folgt er total gerne und ist sogar happy darüber!

Du bist in der Lage, deinen Emotionen Grenzen zu setzten. Du kannst ihnen sagen: „So, und jetzt Ruhe. Alles ist gut, ihr könnt euch entspannen.“ Und wenn sie sich nicht sofort entspannen, dann ist auch nicht schlimm. Das wird schon noch, beim 3. oder 15. mal. Einfach dranbleiben.

Ach ja, stimmt, da war doch was. Sorry, ich hatte das Problem dabei ganz vergessen. Und das ist doch so schlimm! (siehste, sowas passiert mir quasi ständig im Alltag. Ich vergesse total, wie schlimm meine Probleme sind. Ne, ich vergesse sogar, dass sie da sind! So respektlos gegenüber den Problemen).

BESCHLIEßE, DASS DU IMMER DIE AUSNAHME BIST. Deine Sicht hat eine enorme Kraft – du unterschätzt sie ständig. Du weißt gerade nicht mehr, was deine Sicht ist? Das kann schon mal passieren, wenn der Umstand so laut nach den Smarties schreit – deshalb erinnere ich dich gerne:

Du bist immer die Ausnahme. Du vertraust der Liebe und gehst selbstverständlich davon aus, dass du einfach überall bevorzugt und beschenkt wirst. Völlig unverdient wartet nur das Schönste und Beste auf dich, ganz egal, wie es gerade zu sein scheint. Absolut unverschämt gesegnet, ganz egal, bei wie Vielen es anders war. Du schaust nicht auf die (negativen) Erfahrungen anderer – wozu auch, wenn du die Ausnahme bist? Du ziehst noch nicht mal deine eigenen negativen Erfahrungen in Betracht (da hättest du nämlich auch ein paar zur Auswahl.) Du verlierst nie, sondern gewinnst immer nur dazu. Deine Nächte dienen zur Ruhe und Erholung, deine Tage zum Genuss – zum Sorgen hast du keine Zeit. Du glaubst nicht dem Umstand, du glaubst der Liebe. Du weißt, dass sie die stärkste Kraft ist und somit alles andere überwindet, zum Guten wendet, für dich den Weg frei macht und gleichzeitig allen um dich herum unendlich gut tut.

Ich habe für mich beschlossen, dass genau das meine Sicht ist. Und darauf vertraue ich stur. Wie so ein Bock. Und wenn die Welt untergeht – und wenn es keiner außer mir so sehen kann – und wenn alles das genaue Gegenteil zeigt – ist mir so egal. Meine Sicht ändert sich nicht.

Jedes Mal, wenn du mitten im schlimmen Umstand dich dazu entscheidest, innerlich aufzustehen, und nicht dem Schlechten zu glauben – wirst du stärker.

Jedes Mal, wenn du angesichts laut schreiender Herausforderungen beschließt, der Liebe mehr zu vertrauen, als dem Drama um dich herum – wirst du stärker.

Jedes Mal, wenn du dich weigerst, dich aufgrund der Situation im Selbstmitleid zu baden, aufzugeben oder deine Sicht zu ändern – wirst du stärker.

Jedes Mal, wenn du dich dafür entscheidest, den Menschen zu vergeben, und nicht bitter oder hart zu werden, obwohl du ganz mies behandelt wurdest – wirst du stärker.

Jedes Mal, wenn du für dich beschließt, dich zu freuen, obwohl es gerade in den Umständen absolut nichts zu freuen gibt – wirst du stärker.

Jedes mal, wenn du dich weigerst, zu grübeln, dich zu sorgen, oder einfach beschließt „I don’t give a fuck.“ – obwohl äußerlich alles nach deiner Aufmerksamkeit schreit – wirst du stärker.

Das bedeutet überwinden. Nicht: „oh, das Problem ist gelöst, jetzt geht’s mir endlich besser.“ Sondern mitten im Strum fest stehen und sich wie so ein kleines Kind darauf freuen, was jetzt Tolles daraus wird. Obwohl es eben kein bisschen toll aussieht, und sich das auch nicht schon am Horizont abzeichnet.

Die Wahrheit ist, es gibt kaum einen schnelleren und einfacheren Weg, um stark, schön und strahlend zu werden, wie die Umstände zu überwinden. Siehst du, es ist also ein Geschenk, wenn die Zeitspanne zwischen dem Erscheinen des Problems und der tatsächlichen Lösung länger ist, dann hast du wirklich viel Gelegenheit, stark zu werden!

Ein Gedanke zu „Your own power“

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