Corona – irgendwie komisch alles.

Es ist nicht wirklich greifbar. Denn innerhalb weniger Tage, jetzt sogar Stunden ist alles anders und schuld daran ist der sogenannte Coronavirus, Covid-19. Der Alltag, wie wir ihn bisher kannten nimmt eine unerwartete Wendung. Soziale Kontakte sind zu minimieren oder auch zu vermeiden, wo es geht. Das hat für die Arbeitswelt und auch für unser soziales Leben kuriose Folgen.

Kinder gehen wochenlang nicht mehr in Kitas und Schulen, die Hochschulen sind ebenso geschlossen; Veranstaltungen werden abgesagt; Bars, Clubs und Schwimmbäder, Museen und öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen; ebenso Theater, Kinos, Konzerthäuser und Fitness-Studios. Lang geplante Reisen können nicht angetreten werden und der öffentliche Verkehr fährt auf Sparflamme.

Die Ausbreitung dieses Virus ist derzeit nicht wirklich kalkulierbar und man versucht auf Ebene der Regierungen das Möglichste und eine Eindämmung zu erreichen.. Inzwischen als Pandemie ausgewiesen, was bedeutet, dass ein Infizierter mindestens drei Weitere ansteckt. Ziel der Maßnahmen sollte sein, dass man die unkontrollierte Ausbreitung verhindert und so dem System eine Chance gibt Behandlungen durchzuführen und das Schlimmste zu verhindern.

Allerdings ist es für viele Menschen derzeit noch nicht greifbar und deshalb sind sie verunsichert. Man kann den Virus nicht sehen und Einige meinen leider, dass es sie deshalb nicht wirklich betrifft und ignorieren das Risiko. Andere reagieren panisch und neigen zu übertriebenen Hamsterkäufen. Auf einmal wird man sich der eigenen Existenz und Sterblichkeit bewusst und das führt zu diesem übertriebenen Verhalten. Durch dutzende von Paketen Klopapier werden wir nicht verschont von dem Virus.

Wichtig ist aber, dass man ruhig bleibt und sich eine gute Zeit macht. Ja, es stimmt die Zahlen der Ansteckung steigen, aber es liegt auch an uns wie wir damit umgehen. Jeder von uns wird irgendwann sterben, aber das kann uns auch sonst jeden Tag treffen – durch Krebs, Ebola oder den Straßenverkehr. Nur denken wir weniger darüber nach und sind auch nicht gleich beim Vergleich mit der Apokalypse.

Es geht um einen respektvollen Umgang mit dem Virus und mit unseren Mitmenschen. Derzeit können wir, wenn auch die Zahlen noch steigen, das Ganze noch ziemlich gut überstehen. Aber dafür müssen wir auf einige Hygieneregeln, wie regelmäßiges Händewaschen, Nies- und Hustetikette und auch die Reduzierung unseres sozialen Lebens, achten. Damit nehmen wir dem Virus die Möglichkeit sich weiter zu verbreiten und geben den Leuten, die aufgrund ihrer körperlichen Konstitution ein schwaches Immunsystem haben, die Chance geschützt bzw. verschont zu werden.

Es geht hier nicht um uns selbst, sondern um die Kranken, Alten und Schwachen. Für sie sind wir solidarisch und helfen uns auch damit. Weil wir das Leben lieben – Alle. Deshalb bleiben wir zu Hausen.

Ich weiß wie schwierig das ist und wie herausfordernd, denn ich sitze gerade in Stuttgart fest und kann nicht zu meiner Baustelle in Zürich – die Grenzen werden geschlossen. Jetzt haben wir die Chance zu beweisen, dass wir für die neue Arbeitswelt gerüstet sind und ob wir das auch auf die Distanz hinkriegen. Ich mache derzeit mobiles Arbeiten und versuche soviel wie möglich mit den Kollegen vor Ort noch zu koordinieren, bevor die Baustelle dann mal ruht.

Auch hier in Deutschland sind wir derzeit sehr viel über Skype- und Teams-Konferenzen miteinander verbunden. Wir versuchen Jeder unseren Beitrag zu leisten, um andere zu schützen, denn jedes Menschenleben ist kostbar.

Da man derzeit nicht abschätzen kann wie sich das Ganze entwickelt und es auch mit persönlichen Einschränkungen, finanziellen Einbußen und einigen Unannehmlichkeiten verbunden ist, müssen wir uns bewusst machen, dass wir es nur zusammen schaffen können. Auch wenn jede neue Nachricht immer wieder erneut Grund zur Sorge bietet, ist es wichtig ruhig zu bleiben und das Beste aus den nächsten zu machen. Es ist nicht abschätzbar wie sich alles entwickelt und welche Folgen kommen. Es ist erschreckend die leeren Regale im Supermarkt zu sehen und wirklich locker zu bleiben.

Aber das komische Gefühl im Bauch ändert an der Situation auch leider nichts. Gar nichts. Sich zu sorgen ist verständlich, aber leider auch sinnlos. Nur wenn wir diese Gefahr annehmen und sie erst nehmen, ohne uns komplett davon runterziehen zu lassen, dann gehen wir auch verantwortungsvoll damit um. Es ist nicht in Ordnung gedankenlos zu agieren und sein Leben ohne Einschränken weiter zu führen, denn wir haben Verantwortung – für uns Selbst, aber auch für unsere Familien, Kinder und Mitmenschen.

Diese Verantwortung ist jetzt besonders wichtig, denn nur weil wir es im Augenblick noch nicht sehen, heißt es nicht, dass es uns nicht trifft. Aber wir dürfen nicht vor Schreck erstarren, sondern wir bleiben positiv und machen das Beste daraus. Wir bleiben zuversichtlich, freuen uns an den Dingen, die wir noch machen können und lassen uns einfach drauf ein. Ja, wir sind eingeschränkt, aber es bieten sich neue Möglichkeiten.

Ganz konkret bedeutet das, dass wir in den kommenden Wochen mehr Zeit mit uns Selbst und unseren Familien verbringen. Es ist an uns die Zeit möglichst produktiv, erfüllend und schön wie nur möglich zu gestalten. Es ist ein Geschenk und kein notweniges Übel. Wir können, auch wenn wir mit unseren Kindern einen ganz anderen Tagesablauf haben und nicht mobil sind ganz neue Dinge ausprobieren wie gemeinsames Kochen, lesen, basteln und spielen. Es wird spannend die Arbeit da rein zu integrieren und einen Ablauf zu finden, der Allen gerecht wird. Es ist eine neue Chance für das Miteinander in der Familie und der Partnerschaft.

Aber hey, wer wären wir denn, wenn wir uns dem nicht stellen würden. Viele Einzelhändler, Gastronome oder Künstler haben mehr Schwierigkeiten, denn sie sind in ihrer Existenz oft bedroht. Ich bin immer noch dafür sie zu unterstützen und sie online, durch Kauf von Gutscheinen oder vor Ort zu unterstützen. Karten für Vorstellungen, die man derzeit nicht besuchen kann sollte man sich nicht erstatten lassen, lieber umtauschen.

Ich nehme mir jetzt auch Zeit für mich, jenseits des ganzen Chaos. Ich versuche Dinge zu tun, die bisher immer zu kurz kamen – ganz bewusst geniessen. So wie den Frühling, der draussen endlich kommt und den man bei einem Spaziergang genießen kann. Einfach frische Luft tanken, das Immunsystem stärken und die Sonne erleben. Oder auch einen Waldspaziergang machen und den Sonnenuntergang in der Natur erleben.

Es ist sehr einfach, sich in dieser Zeit sorgenvoll und ängstlich zu vergraben, die Kinder den Medien zu überlassen, Zähne zusammen zu beißen und das „irgendwie zu überstehen“, bis es wie gewohnt weiter geht.

Aber wenn wir es ganz bewusst angehen und aktiv Dinge umsetzen, dann kann das eine ganz neue Erfahrung sein. Lassen wir uns darauf ein.

Wir können auch endlich die Dinge tun, die wir schon ganz lange vor uns her schieben. Wir können unsere Steuererklärung machen und endlich pünktlich abgeben. Wir können mit Marie Kondo unsere Schränke, ja sogar die ganze Wohnung, entrümpeln, aufräumen und uns so leichter machen. Wir können mit den Kindern gemeinsame Dinge tun und sie nicht nur vor dem Fernseher oder der Spielekonsole parken. Gemeinsam kochen, Popcorn machen, neue Rezepte ausprobieren, Bilder malen, gemeinsam Bücher lesen – vorlesen ist auch heute noch cool.

Auch für unsere Mitmenschen können wir etwas tun, denn alte Menschen können wir mit Einkäufen unterstützen und einer alleinerziehenden Nachbarin kann man die Betreuung ihres Kindes anbieten.

Wenn wir glücklich sind und die Dinge annehmen, dann sind wir schon einen großen Schritt weiter in unserem Leben. Die nächsten Wochen werden komplett anders sein und uns herausfordern, aber wir sind stark und wir schaffen das. Es ist verschwendete Liebesmüh sich Sorgen zu machen, denn es kommt sowieso wie es soll. Also genießen wir den Frühling und feiern unser Leben.

Zusammen schaffen wir das!

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