To the stars

Wenn man auf den Mond zielt und ihn verfehlt, dann erreicht man die Sterne. So heißt es umgangssprachlich in einem Zitat von Friedrich Nietzsche. Wenn ich es mir genau überlege, dann sind die Sterne meist viel schöner als der Mond. Es geht bei den meisten Dingen auch um den Weg, der zum Erreichen eines Zieles notwendig ist. Ich fühle mich wohl dabei und vor allem habe ich Spaß.

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass man flexibel bleibt und sich nicht zu sehr auf eine Sache versteift. Ich wollte schon seit Wochen in Zürich am See sitzen und das Flair dort genießen. Ich kann endlich mal wieder auf die Baustelle dort, aber ich muss meinen Umzug noch erledigen und mich dann dort akklimatisieren. Aber es ist so schön dort Teil des Teams zu sein und endlich auch meinen Teil, vor Ort, leisten zu können. Bisher war das noch auf Distanz.

Es tut gut endlich wieder anzukommen und die Dinge in die richtigen Bahnen lenken zu können. Bisher war es nicht leicht meinen Job dort zu machen und mein Leben dort zu beginnen, aber dafür hatte ich auf den anderen Baustellen eine gute Zeit und habe in der Zeit, wo die meisten Leute gefrustet in ihrem Home Office gesessen haben, sehr viel gearbeitet und ein fast ganz normales Leben geführt. Im Gegenteil, ich habe mich auch bei der Akquise von neuen Projekten eingebracht und bin dabei erfolgreich gewesen. Ich habe die kuriosen Zeiten genutzt, alte Modelle auf den Prüfstand gestellt und mit den Kollegen neue Brandmarks entwickelt.

Darum geht es immer wieder im Leben, die bekannten Wege zu verlassen und sich auf neue Dinge einlassen. Besonders dankbar bin ich, wenn gute Freunde mich dabei unterstützen und mir immer wieder Mut machen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich bin so dankbar, dass ihr Teil meines Lebens seid. Auch ihr seid wie die Sterne, immer da auch wenn man euch nicht immer sieht.

Vor allem bin ich dankbar, dass es ganz tolle Menschen in meinem Leben gibt, die mir ein gutes Gefühl geben, mich weiterbringen und mich so annehmen wie ich bin.

Ich liebe diesen wunderbaren Mann und ich bin dankbar, dass er gerade Teil meines Lebens ist. Er lässt die Schmetterlinge in meinem Bauch ganz ordentlich tanzen und er ist einfach da. Ich liebe unsere Gespräche und die Momente, die wir irgendwie immer wieder miteinander verbringen dürfen.

Er gehört zu den Menschen, die vor Problemen nicht davonlaufen. Er befasst sich mit ihnen und er weiß, dass ihn das nur stärker macht und er dann mit diesen Situationen umgehen kann. Er flippt nicht gleich aus, wenn mal etwas schlimmes passiert ist stattdessen beruhigt er mich und versucht das Problem mit mir zu lösen. Er hat keine Angst vor Veränderung, denn er weiß, dass es nicht immer alles gleich sein kann. Er lebt einfach sein Leben und lässt den Dingen ihren natürlichen Lauf. Wenn etwas Schlimmes passiert, wird er versuchen, etwas dagegen zu tun und wenn etwas Schönes passiert, wird er es genießen.

Mein Leben nimmt endlich wieder seine normale Fahrt auf und ich liebe es. Endlich kann ich die Dinge für mich umsetzen, die in den letzten Wochen einfach nicht möglich waren. Ich darf wieder normal shoppen und mich mit meinen Freunden treffen. Ich bin einfach dankbar dafür. Ich kann mich endlich mit den Dingen beschäftigen, meine Klamotten und Möbel für den Umzug vorbereiten und aussortieren.

Es hat schon was, wenn man sich von dem ganzen überflüssigen Kram trennen kann, den man schon seit Jahren mit sich rumschleppt. Ich mache mich leicht und ich lasse einfach los. Auch die alten Energien, die mich runterziehen und belasten lasse ich hinter mir.

Enttäuschungen gehören zum Leben leider dazu. Denn auch die Dunkelheit, die sie erzeugen, lässt uns erst wieder die Sterne sehen. Enttäuscht zu werden ist ein bitterer Schmerz, der sich oft durch den ganzen Körper zieht. Das Gefühl enttäuscht zu sein, hat sehr viel Kraft, es ist wie ein kalter Schauer, es frisst sich in die Seele und manchmal hat man das Gefühl an einem Abgrund zu stehen. Enttäuschung ist dumpf, hohl, kalt und manchmal einfach ein Stich ins Herz. Das Schlimme ist, dass es ganz plötzlich kommt – durch einen Satz, ein Wort oder eine Situation.

Ich lasse das Leben passieren, einfach so, wie es gerade kommt. Ich nehme es an, jede Hürde, jedes Tal und jede Herausforderung. Betrachtet man das Wort Enttäuschung mal genauer, dann bedeutet es das Ende der Täuschung. Die Wahrheit kommt endlich ans Tageslicht, der Irrtum hört auf und es wird wieder gut. Ich habe angefangen mich auf die kleinen Veränderungen zu konzentrieren und mich nicht länger von dem riesigen Gefühl der Enttäuschung bestimmen zu lassen. Ich habe die Wahl und die Macht das zu tun. Wenn ich bestimmte Herausforderungen mal nicht so meistere wie geplant oder ich für die Aufgabe einfach länger brauche, dann hat das einen guten Grund. Dann war der Umweg notwendig oder die Zeit einfach noch nicht reif dafür.

Ich entspanne mich und lasse die Dinge geschehen. Mit anderen Menschen in Beziehung zu sein ist einer der wichtigsten Aspekte in unserem Leben. Uns mit anderen Menschen zu verbinden ist deshalb so wichtig, weil unsere Beziehungen uns so viel von uns selbst sichtbar machen. Doch die Beziehungen mit den Menschen wären ja nicht das größte Erfahrungsfeld, wenn darauf nur positive Gefühle Platz hätten. Auch die schwierigen, negativen oder schmerzhaften Gefühle finden hauptsächlich zwischen den Menschen statt.

Enttäuschungen entstehen dann, wenn sich unsere Hoffnungen oder Erwartungen nicht erfüllen. Man sollte nur Hoffnungen haben, dann entstehen Wunder. Das ist Bullshit. Aber wieso sollte ich keine Erwartungen an andere Menschen haben? Ich habe Erwartungen in andere Menschen und diese sind hoch – mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden. Es ist superwichtig diese Erwartungen zu haben, denn sie zeigen uns wie sehr wir uns selbst lieben. Ich habe diese Erwartungen ja nur an die Menschen, weil sie mir so wichtig sind und ich mir wichtig bin. Das sind die Werte, mit denen ich mich umgeben möchte, die gut für mich sind.

Wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, dann fangen wir an uns selbst zu hinterfragen, ob wir etwas falsch gemacht haben oder ob etwas bei uns nicht richtig ist. Wir entfernen uns von uns selbst und wir verlassen unsere eigene Spielhälfte und reagieren nur noch auf die Anderen. Wir lassen Schmerz und Verständnis für den Anderen zu anstatt uns selbst zu fragen ob wir das überhaupt wollen und uns wirklich gut tut. An dieser Stelle ist es besser bei mir selbst zu bleiben und wirklich gute Entscheidungen für mich selbst zu treffen. Ich bin eine tolle Frau und ich stehe zu mir und meinen Erwartungen.

Das Gefühl der Enttäuschung ist kein schönes, aber es gehört zum Leben dazu. Dadurch kann sich die Persönlichkeit formen. Ich nehme mir die Dinge nicht mehr zu Herzen, denn das frustriert einen nur. Ich bin lieber zuverlässig und fair und ich stehe zu mir und dem was ich tue. Ich brauche mich nicht zu verstecken, nur weil mich mal wieder mein Partner betrogen oder belogen hat – das ist nicht mein Ding und das will ich auch bei meinem Partner nicht haben. Ich bin ehrlich und klar. Deshalb bin ich dankbar, dass ich solche Menschen nicht in meinem Leben haben muss.

Ich habe ich bewusst dazu entschieden, mich durch die ganzen Abweisungen und Verletzungen nicht mehr länger in einen Rückzug zu flüchten. Im Gegenteil, ich kämpfe für die Dinge, die ich liebe und ich fühle mich wohl damit. Ich habe mich dadurch immer wieder kleinkriegen lassen und zugelassen meine Ansichten zu ändern. Ich höre auf meine Gefühle und lasse sie zu. Es hat alles einen Sinn und ich gebe mir die Zeit dazu.

Ich habe verstanden, dass es die Art und Weise ist wie wir bestimmte Situationen betrachten und vor allem auch bewerten. Aus welchem Winkel werfen wir das Licht auf die Dinge und vor allem auch aus welcher Perspektive betrachten wir es. Deshalb ist es so wichtig zu begreifen, dass man die Sterne nur im Dunkeln sehen kann und das auch die negativen Dinge zum Leben gehören. Aber es ist an uns, was wir daraus machen. Ich habe meine Mitte gefunden und ich lasse mich darauf ein.

Ich hab dich lieb und du schaffst das auch.

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