#mychoice

Entscheidungen zu treffen gehört zu meinem Leben wie die Luft zum Atmen. Das ist bei jedem Anderen genauso. Denn schon am Morgen entscheiden wir ob wir aufstehen oder liebe noch eine halbe Stunde liegen bleiben. Da ich eigentlich ein Nachtmensch bin, der gerne bis spät in die Nacht hinein arbeitet musste ich an mir arbeiten um morgens in die Gänge zu kommen. Auf der anderen Seite gebe ich mich dem nur noch im Urlaub wirklich hin – meistens funktioniert es allerdings nicht. Denn mein Körper ist seit Jahrzehnten darauf trainiert zwischen fünf und halb sechs aufzustehen.

Früher als ich noch als Leistungsschwimmerin unterwegs war, fand das Morgentraining schon um sechs Uhr statt und jetzt bin ich spätestens um sieben Uhr auf der Baustelle. Das wird sich auch nicht ändern, denn selbst am Wochenende bin ich so früh wach. Das ist auch gut so, denn es ist für meinen Körper einfacher sich immer auf dieselbe Zeit einzustellen und dann in Ruhe wach zu werden.

Noch im Bett nehme ich mir kurz Zeit meine Gedanken zu ordnen und mich auf die guten Dinge des Tages einzustellen. Das ist so wichtig, mir das immer wieder bewusst zu machen und sich ein paar Rosinen heraus zu picken, denn die Ablenkungen dazu, im negativen Sinn, kommen automatisch. Dann stehe ich auf, mache mir in Ruhe einen Tee und genieße die Ruhe und den beginnenden Morgen draußen bei einer Tasse Darjeeling. Erst wenn ich damit fertig bin setze ich mich hin, sortiere meinen Tagesablauf und esse mein Porridge. Dann geht es unter die Dusche und ich ziehe mich in Ruhe an und fahre auf die Baustelle oder, wenn ich gerade in Stuttgart bin, auch ins Büro. Früher habe ich gerne Sport gemacht, bin entweder laufen oder schwimmen gegangen. Im Moment ist mir die Zeit der Ruhe aber wichtiger, denn die Tage sind voll mit Rundgängen auf der Baustelle und anstrengenden Meetings und es ist genau das, was ich so liebe.

Jeder, der mich kennt weiß, dass ich manchmal ziemlich temperamentvoll bin. Ich wirke auf andere Menschen dann als launisch oder unausgeglichen. Wäre ich jetzt ein Mann, dann wäre das überhaupt kein Problem, denn bei denen ist das normal. Die dürfen gerne mal aus der Art schlagen und ihrem Ärger laut Luft machen, aber wenn ich als Frau das tue, dann ist es eher ein rumgezicke. Nun ja, lassen wir sie alle mal in diesem Glauben, manchmal hat es auch Vorteile eine Frau zu sein.

Grenzen setzen ist immer ein schwieriges Thema und Harmonie ein Faktor, der manchmal wirklich anstrengend ist. Besonders, wenn man wie ich gerade nicht so viel Geduld hat. Ich hasse es mich tausendmal mit einer Sache zu befassen, wenn man es auch wesentlich einfacher regeln kann. Nur, weil man die Erwartungen der anderen Menschen erfüllen und sich um ihr Wohlsein kümmern muss. Das hört sich jetzt sehr hart an, aber manchmal muss ich mich in erster Linie um mein eigenes Wohl kümmern. Es ist schwer, wenn wir uns dann auf das Wohl der Anderen mehr einlassen, als auf unser eigenes und uns dann auch nicht wohl bei der ganzen Sache fühlen. Ich habe dann immer das Gefühl mich damit selbst zu bestrafen. Es ist anstrengend und wir entfernen uns immer wieder von uns selbst. Dabei geht es in erster Linie um mich, mein Leben und mein Glück.

Jede Entscheidung im Leben hat immer zwei Seiten. Bei mir geht es dabei meist um die Arbeit oder um meine Freizeit. Da ich sehr gerne arbeite und meinen Job und die Baustellen liebe ist es oft nicht schwer, auch viel Zeit mit Arbeit zu verbringen. Dafür nehme ich mir bei gutem Wetter und Wind auch mal eine Auszeit und gehe segeln. Dann lasse ich mir einfach mal den Kopf durchpusten und konzentriere mich nur auf die See, das Boot und das Segeln. Da hat keine Baustelle oder kein zickiger Partner mehr Platz – das ist meine Zeit und die genieße ich dann auch mal ganz für mich – einfach mal alles loslassen. Ich liebe es.

Wir haben immer ein großes Bedürfnis danach, von anderen Menschen gebraucht und verstanden zu werden. Wir möchten das Gefühl der Ablehnung einfach nicht haben und sehnen uns nach Anerkennung und Nähe. Es ist uns wichtig unseren Mitmenschen immer wieder diese Harmonie zu zeigen und auch zu leben. Wir möchten anderen zeigen, dass man sich auf uns verlassen kann. Oft verspüren wir auch den Drang zu helfen und möchten unterstützen und tatkräftig mit anpacken. Das gibt uns ein höheres Selbstbewusstsein und stillt auch unser Sicherheitsbedürfnis, denn wir wollen aktiv etwas zum Leben der anderen beitragen. Versteh mich nicht falsch, ich mache das gerne, aber ich frage mich auch immer wieder, was die Menschen für mich tun und wo ich stehe. Es geht hier schließlich um mich und mein Leben.

Viele Menschen finden es ganz schlimm als herzlos oder gleichgültig beschrieben zu werden, denn wir wollen oft nicht egoistisch wirken. Ich muss immer wieder grinsen, wenn mir Jemand sagt, dass ich heute vielleicht mal wieder ein wenig egoistisch bin. Dabei kann ich einfach nur sagen, dass Selbstliebe nur von außen betrachtet wie Egoismus scheint. Ich habe es einmal mehr geschafft zu meinen Grenzen zu stehen. Menschen, die mich gut kennen und mich gern haben nehmen mir das nicht krumm, im Gegenteil, sie wissen, wie schwer es mir fällt Nein zu sagen.

Aber jeder kennt das Gefühl, dass man immer wieder Dinge tut, die man eigentlich gar nicht will, nur zu gut – nur weil man mal wieder nicht Nein sagen konnte. Ich ärgere mich dann immer wieder darüber, dass andere mir nicht mit genügend Respekt begegnen -so wie ich ihnen. Immer wieder überschreitet jemand Anderes meine Grenzen und ich lasse das einfach so geschehen. Jedes Mal ärgert man sich wieder darüber, dass man es zugelassen hat.

Grenzen setzen ist ein schwieriges Thema. Aber es gibt immer wieder ein paar Tricks, wie man daran arbeiten kann.

Ich habe immer die Wahl. Sich das bewusst zu machen ist wichtig, denn ich bin selbst für mich und mein Leben verantwortlich. Ich treffe meine eigenen Entscheidungen und die muss ich vor Niemandem rechtfertigen.

Die Entscheidungen, die ich treffe sind temporär. Nichts ist für die Ewigkeit! Ich kann und ich darf sie jederzeit revidieren und es darf sich alles verändern im Leben. Besonders wichtig ist dabei auch, dass ich alle Zeit der Welt habe. Ich muss keine Entscheidung übers Knie brechen und manchmal reicht am Anfang auch ein vielleicht statt eines klaren Ja oder Nein.

Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu erforschen. Vielleicht ist es manchmal ein Bauchgefühl oder auch die Reaktion bzw. Reflektion von guten Freunden oder Kollegen. Es hilft mal darüber zu reden und auch mal zu sehen, dass die Dinge von einem anderen Standpunkt aus betrachtet oft ganz anders wirken.

Die Grenzen den Anderen deutlich zu kommunizieren ist notwendig, denn es geht um mich selbst und meine Entscheidungen. Dabei ist auch das warum meistens wichtig, denn es hilft dem Gegenüber zu verstehen, weshalb man gerade so reagiert. Manchmal kann ein Gegenangebot helfen, bevor Stress oder Ablehnung entsteht. Vielleicht kann man das Treffen um einen Tag verschieben oder dafür beim nächsten Mal eine Gegenleistung erbringen.

Wenn ich von Anderen respektiert und gut behandelt werden möchte, dann sollte ich mich auch selbst so behandeln. Ich akzeptiere meine eigenen Grenzen und tue mir etwas Gutes damit. Ich fühle mich auch damit gut, denn ich muss Niemandem etwas beweisen, was ich nicht bin oder mich nicht glücklich macht.

Dazu gehört auch, dass ich mich mal aus der ganzen Situation herauszoomen und die Dinge mit Abstand betrachten kann. Hier helfen mir gute Freunde, mit denen ich darüber reden kann oder auch die Frage, ob das in einer Woche oder morgen überhaupt noch wichtig für mich ist. Oft ist es den ganzen Ärger einfach nicht wert.

Ich entschuldige mich auch nicht mehr bei Anderen, nur weil ich mich um mich und meine Bedürfnisse kümmere. Ich bin Niemandem Rechenschaft schuldig und trage am Ende des Tages alleine die Verantwortung für mein Leben und meine Entscheidungen. Ich entschuldige mich allerdings, wenn ich mit meinem Temperament mal wieder übers Ziel hinausgeschossen bin oder der Ton dabei nicht korrekt war.

Ich versuche die Ziele nicht zu hoch zu setzen. Oft reicht es in einer eher kleinen Situation, mehr bei mir selbst zu bleiben. Meine Schritte sind trotzdem groß genug, um mich immer wieder herauszufordern – aber immer noch machbar. Grenzen zu setzen und zu halten ist nicht immer einfach und gerade am Anfang ziemlich schmerzhaft, aber mit der Zeit erkennt man sein Potential. Manchmal kommt das Gefühl der Erleichterung sofort, manchmal dauert es aber auch ein wenig, bis man den Erfolg deutlich spürt.

Deshalb ist es wichtig die Erfolge zu feiern und sich dafür zu belohnen. Mit jeder Entscheidung, die wir bewusst treffen, wird es besser.

Bleib bei dir und genieß dein Leben. Ich hab dich lieb.

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