Aus dem Herzen

Wenn das Ziel nur erstrebenswert genug scheint, fällt es uns oft verhältnismäßig leicht, uns einen Ruck zu geben. Kampfparolen gehen uns leicht über die Lippen. Sie werden uns von Vorgesetzten entgegen gerufen, nachdem die sie auf ihrem Führungskräfteseminar auswendig gelernt haben. Sie werden uns von den Titelseiten diverser Selbstoptimierungs-Ratgeber oder von den Bühnen großer Motivations-Coaches entgegengebrüllt. Manchmal flüstern sie uns auch Familienmitglieder, Freunde oder der Partner liebevoll ins Ohr. Und wenn alles nichts hilft, dann gibt es immer noch unseren eigenen inneren Antreiber, der uns wie ein Drill-Instructor „Lauf, Schwabbel, lauf“ ins Gesicht schreit. All diese Stimmen – geschrien oder liebevoll geflüstert – können uns den notwendigen Schubs geben, damit wir loslaufen und den ersten Schritt machen hin zum großen Ziel. Doch oft geht uns trotzdem schon bald wieder die Puste aus. Der Tank ist leer, unser innerer Motor röchelt und stottert. Nach einer Weile bleiben wir stehen.

Es ist ein Trauerspiel. Obwohl wir unzählige Selbsthilferatgeber inhaliert, den Badezimmerspiegel mit motivierenden Sprüchen tapeziert und eine Armada Motivations-Coaches in Youtube-Videos uns inspiriert haben, ist der Ofen plötzlich aus. Wir halten auf freier Strecke und fühlen uns hilflos, weil alles irgendwie nichts nützt. Doch dabei übersehen wir oft das Allerwichtigste: uns selbst. All die Motivationssprüche, das Anfeuern und das gute Zureden sind nämlich letztendlich nur wie der Versuch, ein Auto von außen anzuschieben. Die Räder drehen sich, doch es fehlt jemand im Inneren, der den Motor zum Leben erweckt. Wenn uns im Inneren nichts wirklich antreibt, mögen wir uns zwar von der Stelle bewegen, doch unser volles Potenzial können wir auf diese Art wahrscheinlich kaum entfalten.

Es reicht nicht aus, nur ein vermeintlich erstrebenswertes Ziel vor Augen zu haben. Selbst dann, wenn wir etwas für ein gutes Ziel halten, bringen wir nicht immer die Motivation und die Ausdauer auf, es auch zu erreichen. Studien belegen, dass selbst das Risiko des eigenen Todes nur die wenigsten zum Handeln motivieren konnte. Das Wissen darum, dass ein Ziel wirklich erstrebenswert ist, reicht also nicht zwangsläufig aus, damit wir auch die Ausdauer aufbringen, es wirklich zu erreichen. Selbst wenn die Motivation anfangs noch so groß ist. Was in diesem Fall fehlt, ist schlicht ein guter Grund, warum wir dieses Ziel erreichen wollen – eine tiefe Intention.

Eine Intention ist etwas, das über den Verstand hinausreicht, das vielleicht sogar größer ist als wir selbst. Sie geht mit verschiedenen „Symptomen“ einher, eines davon ist Begeisterung. Forscher an der Universität Göttingen fanden heraus, dass es nur im Zustand echter Begeisterung zu einer Aktivierung des Belohnungssystems im Mittelhirn kommt. Das wiederum ist die Bedingung dafür, dass sich die Bereitschaft für Höchstleistungen überhaupt erst einstellt. Wenn wir also von etwas nicht so fest überzeugt sind, dass sich echte Begeisterung einstellt und unser Herz mit an Bord ist, wird es immer unwahrscheinlicher, dass unsere Motivation ausreicht, um das Ziel zu erreichen.

Beispiele für diesen Effekt finden wir beinahe überall, wenn wir danach suchen. Warum reißen die Menschen Apple die teuren iPhones förmlich aus den Händen, während Nokia den Laden inzwischen dicht machen kann (und das, obwohl die Nokia-Handys uns den Spielekracher „Snake“ beschert haben)? „Menschen kaufen nicht, was man herstellt; sie kaufen, warum man etwas herstellt“, sagt Ted-Talker Simon Sinek, der auch Autor des Buches „Start with why“ ist. Wenn zwei motiviert sind, gewinnt derjenige, der inspiriert ist, so Sinek. Wer also für seine Sache brennt, kann nicht nur sich selbst besser anfeuern, sondern er hat auch die Kraft, andere zu entflammen.

Vielleicht ist aber das Beste an der Sache, dass es Dir, sobald Du weißt, warum Du etwas wirklich tust, gar nicht mehr so wichtig ist, irgendein fernes Ziel zu erreichen. Denn dann erfüllt es dich bereits, dich auf dem Weg zu befinden. Der Rapper, Coach und Buddhist Curse teilt in seinem Podcast „Meditation, Coaching & Life“ eine Geschichte, die ihm sein buddhistischer Lehrer einmal erzählt hat.

Dieser hatte schon immer eine Neigung zur Musik, verbrachte seine Jugend aber in einem buddhistischen Kloster, in dem nur bestimmte Instrumente erlaubt waren. Es waren genau die Instrumente, die ihn nicht interessierten. Also machte er heimlich mit den „nicht-religiösen“ Instrumenten Musik – bis seine Machenschaften eines Tages entdeckt wurden. Der Eintrag ins buddhistische Klassenbuch blieb aber glücklicherweise aus, der Lehrer hatte Verständnis. Nicht die Instrumente selbst machten nämlich die Musik heilig, sagte er, sondern die innere Motivation, mit der sie gespielt würden. Wenn wir etwas mit vollem Herzen tun, dann ist das an sich bereits eine Art „heiliger Akt“, dann kann etwas „Magisches“ entstehen. Oder etwas profaner ausgedrückt: Dann sind wir richtig gut. Dann stellt sich auch viel eher das Gefühl ein, sich auf dem „richtigen Weg“ zu befinden.

Die Dinge, die wir wirklich von Herzen erreichen wollen, sind schon längst in uns. Wir denken sie uns nicht aus, wir planen sie nicht. Und es ist unerheblich, ob uns das Universum vermeintlich dafür eigens auserwählt hat (vermutlich nicht) oder ob wir etwas einfach nur so, so gerne wollen. Dann ist nur noch wichtig, dass wir losgehen. Das können wir guten Gewissens tun, denn die Erfolgsaussichten sind ja erwiesenermaßen bereits viel höher. Wir müssen nur wissen, warum.

„Wer ein Warum hat, kann fast jedes Wie ertragen“, sagte Friedrich Nietzsche. Möglicherweise müssen wir aber auch im Gesamten viel weniger ertragen, wenn unser Warum uns trägt.

Egal wo wir hin wollen – wir müssen uns dafür bewegen und sobald wir in Bewegung sind, bewegen sich alle anderen. Doch gerade jetzt, in diesen Wochen, in diesem Jahr, hat die Welt mal die Pause Taste gedrückt. So vieles ist passiert in den letzten Wochen, woran sich die meisten auch noch in Jahren erinnern werden.

Und doch hatte jeder die Wahl: Für sich selbst Pause zu drücken oder die Play-Taste. Sitzen zu bleiben oder aufzustehen!

Aufzustehen in einer Zeit, in der viele in der Schockstarre waren.
Aufzustehen in einer Zeit, in der viele gelähmt waren und sind.
Aufzustehen in einer Zeit, in der sich so viele zurückgelehnt hatten.

Take a stand! Für dich. Für andere. Für uns! Ich bin nicht sitzen geblieben. Ich habe weitergelebt. Habe weiter gelernt. Habe mein Leben weiter ausgebaut. Habe meinen Teil beigetragen. Du hast auch die Wahl. Sitzen zu bleiben oder aufzustehen. Und zwar immer wieder. Jeden Tag auf’s Neue.

So unwirklich die Zeiten auch manchmal schienen – ich habe es gerockt und ich bin dankbar für diese Erfahrung. Sie hat mich wachsen lassen und mir tolle, neue Dinge und Menschen gezeigt. Ich habe mein Vertrauen in die Dinge wiedergefunden und ich vertraue auf mich und meine Stärke. Es ist ein wunderbares Projekt in mein Leben gekommen und ich lebe jetzt an einem wunderbaren Ort. Ich habe den See direkt vor meiner Haustür.

Komm in deine Größe. Komm in dein Potenzial. Spür die unendliche Kraft in dir. Diese Stimme in dir. Die da ist. Schon immer da war. Sie ist dein Potenzial! Steh auf für sie. Für dich und lebe! Wenn du dies liest, dann weil du jemand bist, der die Welt verändern will, jemand, mit großen Visionen und großen Zielen, jemand, der etwas bewegen will, ein Movement. Jemand, der Spuren hinterlassen will. Jemand, der alles will. Aber manchmal fühlt sich das auch schwer an, anstrengend. Du machst, was zu tun ist, du siehst deine Erfolge … aber du spürst, da wartet noch mehr auf dich.

Was ich mit Sicherheit weiß ist, dass du alles erreichst, wenn du bereit bist den Weg zu gehen und dich darauf einzulassen. Egal ob du ein bestimmtes Plateau in deinem Business erreicht hast, oder dir deine Arbeit nicht mehr die Erfüllung bringt wie früher, vielleicht bist du irgendwie gelangweilt, hast das Gefühl, die Energie ist grad nicht da, vielleicht läuft es im Moment nicht so einfach oder mit der Motivation. Der Grund ist meistens, weil’s noch was für dich zu tun gibt.

Aber die echte Veränderung, den wirklich großen Sprung, mache ich immer wieder dann, wenn ich nach innen schaue. Die Momente, an denen ich bemerkt habe, dass ich eher versucht habe, zu sein wie jemand anderer, anstatt ich selbst, als ich Zielen nachgelaufen bin, weil ich dachte, sie gäben mir quasi die „Berechtigung“ zur nächsten Stufe … das waren jeweils die Momente, wo ich beschlossen hatte, etwas anderes zu tun.

Jeder große Moment. Jedes neue Kapitel fängt an mit einer starken, bewussten Entscheidung. Wann immer wir ein neues Kapitel aufschlagen (und gerade jetzt fängt ein verdammt großes an), haben wir die Chance, es genau so zu gestalten, wie wir es wollen.

Und zwar von dir selbst, aus dem Wunsch heraus die eigene Vision wahr zu machen. Lass dich drauf ein und zieh es durch. Nur, wenn du dir dafür den Arsch aufreißt, jeden Tag aufs Neue – egal wie viele Steine sich auch in deinen Weg legen – wirst du ankommen. Dazu gehört der unbedingte Glaube an dich selbst und dein Ziel.

Der Wunsch, dass wirklich jeder ausnahmslos versteht, dass wir ohnehin jeden Tag, alles Große, Kleine, Besch*** und Unnötige selbst manifestieren. Und dass wir, wenn wir es mit Intention und bewusst machen, so viel mehr Kontrolle und Verantwortung übernehmen, für dieses eine Leben.

Es ist, um dir zu zeigen, wie viel Potenzial du hast.
Es ist, um dir zu zeigen, wie viel Kraft du hast.
Es ist, um dir zu zeigen, wie deine wahren Träume und Ziele aussehen.
Es ist, um dir zu zeigen, dass du jedes Kapitel komplett neu gestalten kannst.

Weil du eben ALLES sein, haben und tun kannst. Ich glaub an dich.

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