Shopping-Girl

Jedes Jahr ist es wieder dasselbe. Der Einkaufsmarathon zur Weihnachtszeit wird Ende November mit dem sogenannten Black-Friday eingeleitet. Es beginnt der Run auf die Geschäfte und die Konsumschlacht geht los. Ich merke immer wieder, dass dieses ganze Theater nicht meins ist und auch nicht wirklich war.

Ich finde es schrecklich in überfüllte Geschäfte zu gehen, wo sich die Kunden gegenseitig die Schnäppchen aus den Händen reißen – ich kann da einfach nichts mit anfangen. Wer mich wirklich kennt, weiß, dass dieser „Schnäppchen-Wahn“ einfach nicht meins ist – es passt auch nicht zu mir.

Versteht mich nicht falsch, ich mag materielle und schöne Dinge. Ich habe meistens auch nicht gerade den günstigsten Geschmack. Jeden Tag erfreue ich mich immer wieder an dem speziell für mich gefertigten Ring, den ich von einer kleinen Goldschmiede aus meiner Heimatstadt habe und der mich schon mein halbes Leben begleitet. Dieser Ring hat schon so viele Dinge mit mir erlebt und er erinnert mich immer wieder daran, wie mein Weg verlaufen ist.

Es ist also keinesfalls so, dass ich mich an materiellen Dingen nicht erfreuen kann. Und ich mag die Shopping-Bummel mit Freundinnen wahnsinnig gern. Wenn wir einfach einen ganzen Tag durch die Geschäfte ziehen und zwischendurch lecker Essen gehen und miteinander Spaß haben. Wir kaufen uns einen Kaffee und quatschen und machen einfach „Mädchen-Kram“. Das macht viel mehr Spaß als nur vorm Rechner zu sitzen und sich alleine bunte Bilder anzuschauen.

Ich verurteile auch keine Sales. Denn viele Menschen können sich so auch die Dinge leisten, die sie schon lange auf ihrer Wunschliste haben. Nur diesen absoluten Sale-Wahnsinn, den wir vom Offline-Black-Friday oder dann auch von Cyber-Monday kennen – damit kann ich gar nichts anfangen.

Die Menschen schauen gerade im Augenblick viel online nach Schnäppchen oder auch nach den Superschnäppchen, weil sie meinen dadurch etwas zu sparen. Sie schauen oft nicht, was sie wirklich brauchen oder wo es herkommt.

Ich war leider noch nie Diejenige, die sogenannte „Fast-Fashion“ gekauft hat. Also Dinge, die möglichst billig produziert und dann auch so verkauft werden. Diese Sachen halten meist auch nur ein paar Wochen und müssen dann entsorgt und ersetzt werden. Das ist einfach nicht mein Ding, denn alleine der Aufwand sofort wieder loszugehen und die Teile nochmal zu kaufen nervt mich einfach.

Ich habe mein Geld immer lieber in Teile investiert, die von guter Qualität waren und die mir gefielen – ich halte die Wirtschaft da schon ordentlich am Laufen. Trends waren mir da nicht so wichtig und ich bin eben nicht das Fashion-Victim vor dem Herrn (oder auch keine Modebloggerin). Ich mache mein Ding – auch mal etwas exklusiver. Ich kaufe nach Qualität und meinem Stil entsprechend und nicht nur anhand eines Trends. Und ich will noch viel nachhaltiger einkaufen und auch zukünftig noch viel mehr Wert darauf legen.

Ich mag es direkt in die Geschäfte zu gehen, mich gut beraten lassen und mit den Menschen zu reden – das gehört für mich dazu. Außerdem kann man die Qualität nur vor Ort wirklich prüfen und schauen ob die Farben, Formen und Größen wirklich zu einem passen. Ich liebe Geschäfte, in denen man sich gut aufgehoben fühlt und die Inhaber selbst hinter dem stehen, was sie verkaufen. Da merkt man, dass man nicht nur eine Zahl ist, sondern man geschätzt wird und das unterstütze ich sehr gerne.

Ich habe Freundinnen, die sich in großen Versandhäusern immer eine Auswahl bestellen, es daheim probieren und die Dinge, die nicht passen oder ihnen nicht gefallen wieder retournieren. Ehrlich, das ist mir viel zu viel Aufwand das alles wieder zu verpacken und es macht auch nicht soviel Spaß. Vor allem bin ich wirklich anfällig, wenn es eine gute Verkäuferin ist, die mich vielleicht schon Jahre kennt, die mir dann noch Sachen empfiehlt, auf die ich im Leben nicht angesprungen wäre, wenn ich sie nur so auf dem Bügel gesehen hätte. Ja, ich bin gerne Opfer….

Das ist eine Qualität des Shoppens, die man nur bekommt, wenn man in die Geschäfte geht, sich Zeit nimmt und Spaß daran hat. Wenn man einfach in den Laden stürmt, nur auf das Schnäppchen fixiert ist und sofort wieder geht, hat man weder selbst noch der Händler etwas davon.

Nicht nur das Stöbern in den kleinen Geschäften macht mir besonders viel Spaß, sondern auch, dass ich die Menschen dahinter unterstütze. So sind die Käufe überhaupt nicht anonym und es ist ein schönes Erlebnis vor Ort – es fühlt sich gut an. Da ist das Tragen nach dem Kaufen gleich doppelt so schön.

Das Jahresende naht und deshalb wird es bei Vielen wieder hektisch. Beruflich und privat. Nach dem „Was? Es ist schon Dezember?” kommt meist sofort das „Was? Diese Woche ist schon Weihnachten?”. Die Zeit scheint im Dezember nur so zu verfliegen und irgendwie ist die Vorweihnachtszeit so oft gar nicht so besinnlich, wie wir sie uns immer vorstellen. Doch gerade in der heutigen Zeit sollte man sich Zeit nehmen, die Dinge genießen, Schöne Erlebnisse haben und es ruhiger angehen lassen.

Der wichtigste Punkt ist, dass man nicht dem irren Geschenke-Stress verfällt. Ich mache meist eine Liste mit Menschen, die mir am Herzen liegen und die ich gerne beschenken möchte. Dann überlege ich worüber sich die Person wohl freuen wird und wo ich es bekomme. Anschließend mache ich mich in aller Ruhe daran, die Dinge zu besorgen. Denn mich nervt nichts mehr, als wenn ich Dinge auf den letzten Drücker in überfüllten Läden besorgen muss.

Die einzige Ausnahme war immer der Einkauf mit meinem Papa, wenn wir einen Tag vor Heiligabend den Fisch für unser Weihnachtsessen abgeholt haben. Wir sind dann immer noch ein Fischbrötchen essen gegangen und haben uns ein wenig durch die Stadt treiben lassen – oft brauchte er dann auch noch eine Kleinigkeit für meine Mutter. Das war irgendwie immer etwas besonderes und in dem Fall auch nicht stressig – im Gegenteil, wir hatten unseren Spaß zusammen.

Und nie vergessen: Es zählt nicht das perfekte Geschenk, sondern dass es liebevoll ausgewählt wurde. Fragt doch mal Freunde nach dem schönsten Geschenk aus den letzten Jahren. Ich wette, es war nicht das teuerste oder aufwändigste Geschenk.

Ein großer Faktor wenn es um weniger Stress in der Vorweihnachtszeit geht: Die Job-To-Dos. Irgendwie scheint es jedes Jahr wieder doch so, als müsste alles vor Weihnachten noch fertig werden. Spoiler: Es gibt auch noch einen Januar nach dem Dezember. Also wirklich wichtige Dinge, wie zum Beispiel Rechnungen, die für 2020 sind, ganz oben auf die To-Do Liste schreiben. Aber auch überlegen, was vielleicht nicht unbedingt noch vor Weihnachten „reingequetscht” werden muss und das kommt dann auf die To-Do Liste für Januar.

Oft haben wir nämlich nur das Gefühl, dass wirklich alles noch fertig gemacht werden muss, dabei können einige Dinge auch ganz in Ruhe im neuen Jahr erledigt werden. Ich spreche da aus Erfahrung…

So vieles ist zu tun. So viel zu erledigen. Auch wenn Weihnachten dieses Jahr wohl kleiner ausfällt, wir vielleicht nicht mit Allen zusammen sein können, soll doch ein schönes Essen auf den Tisch. Ich liebe es in Ruhe zu kochen und dann an einem schön geschmückten Tisch zu essen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Damit ich nicht in letzter Minute den Supermarkt leerkaufen muss, habe ich schon die Hauptgerichte vorbestellt, muss sie also nur noch abholen und schaue für den Rest in einer Gemüsescheune vorbei. Das macht Spaß und unterstützt den Erzeuger direkt.

Oder wenn es gerade viel wird mit Beruf, Haushalt, Kids kann vielleicht die Freundin dabei helfen, dass ein freier Nachmittag möglich ist, um das ein oder andere zu erledigen. Vielleicht muss die Schwester mit den drei Kids nicht auch noch das Geschenk für die Eltern besorgen, nur weil das immer schon so war. Wir müssen uns nur umschauen und uns gegenseitig helfen.

Und ganz wichtig: Zwischendurch immer einmal tief durchatmen und kurz mal raus an die frische Luft.

Lass dich drauf ein, genieß die Zeit und geh einkaufen! Ich hab dich lieb.

#supportyourlocal

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