Lass dich nicht runterziehen

Ich saß gestern Abend nach einem wirklich herausfordernden Tag auf meinem Sofa und auf einmal reichte es mir. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll von zwischenmenschlichen Intrigen, mittleren und großen Katastrophen, sich auftürmenden Umständen und dem ganzen Bullshit-Rattenschwanz, der daran üblicherweise so hängt. Es gibt auf dieser Welt ausreichend Lästerer, Auf-die-Fehler-anderer-Hinweiser, Besserwisser, Moralapostel, Stammtischparolen-Schmetterer, Schwarzseher, Jammerer, Schuldzuweiser, Sich-Selbst-Bemitleider und Kritiker.

Das ist leicht, dazu braucht man keine großen Talente und so ein bisschen meckern, wie schlecht die Welt im Allgemeinen, und die anderen Menschen im Besonderen sind, macht einen gleich sympathisch, weil fast jeder diese Vibes kennt. Ich habe für mich die gegenteilige Entscheidung getroffen, denn dafür bin ich ganz bestimmt nicht auf diesen Planeten gekommen.

Ich weigere mich, meinen Fokus auf die Probleme zu legen – selbst, wenn sie sich riesengroß direkt vor mir auftürmen. Ich weigere mich, mich mit zwischenmenschlichem Kleinkram zu beschäftigen – selbst wenn der Gossip verlockend interessant scheint. Ich weigere mich, in das Gejammer einzustimmen – selbst, wenn die Angebote vielfältig sind, die Bandbreite reicht von „Instagram war früher viel besser, was ist nur los…“ bis buchstäblich jedem Thema, man kann sich über wirklich alles beschweren, wenn man nur kreativ ist.

Mir ist es tatsächlich scheissegal, wie unsympathisch, naiv, unmenschlich oder freaky mich das macht, denn ich will, dass mein Leben für die Stärke, Liebe, Größe und Schönheit steht. Ich will machen, nicht labern, besser wissen und andere verurteilen. Ich will, dass jeder, der mir begegnet, die schönste Zeit des Tages hat – wie das dann konkret aussieht, ist mir egal. Ich will, dass von mir eine solche Schneise der Lebensfreude und Lebenslust ausgeht, dass keiner in meiner Nähe sich mehr erinnern kann, wie es anders ging. Ich will nicht eine vermischte Soße aus bisschen kämpfen, bisschen sorgen, bisschen mein Recht durchdrücken, bisschen selbst bemitleiden. Ich will lieben, weil ich gar nicht anders kann. Und wenn ich es will, dann ist es beschlossene Sache, weil keiner mich zum Gegenteil zwingen kann.

Negatives ist grundsätzlich einfacher als Positives. Das muss man wissen, denn die Inspiration, die Fehler zu sehen, ist überall, wir sind förmlich umgeben davon. Negatives ist normal und gewohnt, Positives suspekt. Das Normale ist zu meckern, zu jammern, zu manipulieren und allgemein eher schlecht drauf zu sein. Für die allermeisten ist das so selbstverständlich wie das Atmen und ich mache keinem einen Vorwurf deswegen. Es macht einen vermeintlich überlegen, lenkt von der eigenen Misere ab, und schiebt die Verantwortung auf andere. Das kann jeder.

Ich bin ganz bestimmt nicht blind oder romantisch veranlagt und sehe sehr klar, was abläuft, denn es ist nicht alles immer und überall Liebe, positiv und easy, das ist esoterisches Gequatsche. Wer das behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Leben oder sich so bequem in seinen Umständen eingerichtet, dass er immer unter dem Radar des Teufels fliegt. Wenn eine Person so harmlos ist, dass noch nicht mal Widerstand gegen einen aufsteht, man keine Verleumdung und Ungerechtigkeiten erlebt und allgemein alles immer super klappt, dann lebt man garantiert noch nicht mal einen Bruchteil seiner Persönlichkeit aus, sondern hat sich mit Kompromissen abgefunden.

Für das Gute braucht es immer eine Entscheidung. Die Liebe muss bewusst gewollt werden, das klappt nicht einfach so über Nacht, weil man brav war, alles richtig gemacht hat, oder unter meinem Text ein Like dagelassen hast. Die Sorgen, die minderwertigen Gefühle, die miesen Gedanken, sie kommen von ganz alleine, ohne Einladung oder Zustimmung deinerseits. Man wird nicht vorher gefragt, man wird regelrecht überfallen. Eine Situation, eine Nachricht, eine bestimmte Person und Zack, einem geht es mies.

Bei der Liebe ist das anders. Sie ist ein Gentlemen, und alles an ihr eine absolut freiwillige Angelegenheit. Liebe fängt erst bei einem ganz bewussten „Ja!“ an – vorher läuft nichts. Und dann immer und immer wieder: Ja. Ich will die Liebe. Ich will sonst nichts.

Man widersteht den Angeboten. Man wehrt den Anfängen. Man fokussierst sich bewusst auf das Wichtigste. Sobald man eine Entscheidung für die Liebe trifft, werden sie kommen, die ganzen Angebote. Die Palette ist vielfältig und reicht von ätzenden Mitmenschen allgemein bis zu Situationen im Leben, die unlösbar zu sein scheinen.

Aber eins kann ich dir versichern, jedes Angebot wird ganz perfekt passend maßgeschneidert auf dich sein, damit du darauf emotional und gedanklich einsteigst. Im Angebot sind immer unter anderem…

– Minderwert („Man ist halt nicht gut genug/schlau genug/schlank genug/hübsch genug/jung genug/hat nicht genügend Talent/Potenzial/Fähigkeiten, etc…),

– Depression („Es ist alles mies, Was ist in meinem Leben schon positiv?, Alles geht den Bach runter, Ich gebe auf, etc.“),

– Entmutigung („Nichts klappt, Sollte wohl nicht sein, Ich brauche es gar nicht erst wieder zu versuchen“, etc.),

– Ungerechtigkeit (Einem passiert etwas so Unfaires und Unverschuldetes, dass man mit Zorn und Wut reagiert, und unbedingt Rache oder wenigstens Genugtuung wünscht),

– Schwierigkeiten (Erklärt sich von selbst),

– Panik (PANIK! Lieblingstool des Gegners. „Es wird alles ganz schlimm und alles geht den Bach runter und mein Leben ist vorbei! Panik!“),

– Verzweiflung („Ich kann nicht mehr und werde es niemals schaffen.“),

– Manipulation (Manipulation ist immer, wenn man es nicht direkt an etwas festmachen kann, aber es sich trotzdem mies anfühlt – das ist Manipulation von anderen. Manipulation von deiner Seite ist, wenn du etwas tust, um etwas bestimmtes indirekt zu erreichen.),

– Konkurrenz und Zu Kurz-Kommen-Angst („Ich muss schauen, wo ich bleibe, nachher überholen mich alle, usw.“),

– Druck und Stress („Ich bin überfordert, ich schaffe das alles nicht, es ist mir zu viel, etc.“),

– Erwartungen und Enttäuschungen („Hätte sie nicht als meine beste Freundin… /Müsste er nicht als mein Partner… /Sie ist meine Mutter und da hätte ich gehofft../Von seinen Kindern kann man doch wohl erwarten, dass sie…“, etc.).

Und zusätzlich der neverending Rattenschwanz dergleichen. Und jetzt kommt’s, denn sobald man das auch nur im Ansatz merkt, sagt man Stop! Nicht mit mir. Stop. Aus.

Man lässt sich gedanklich und emotional nicht auf diese Soße ein, man muss das so richtig entschieden abwehren. Nicht dagegen ankämpfen, sondern dem Ganzen widerstehen, Einhalt gebieten, wie so ein Polizist mit einer Kelle: Stop! Lasse dich nicht auf gedankliche Spielchen ein, auch wenn die Versuchung sehr groß ist! Hier jammern, da sich aufregen, hier lästern, dort meckern, hier sich selbst leid tun, weil es doch jeden Grund dazu gäbe.

Man weigert sich also, obwohl man jedes Recht dazu hättt. Weil sich jeder dieser Gedanken und jedes dieser Gefühle der Lebensfreude beraubt, seine Lebensqualität mindert und das Potenzial seiner Persönlichkeit schmälert. Statt täglich aufzublühen, scharrt man täglich im Dreck. Deshalb lass es, sobald das auch nur in den eigenen Dunstkreis kommt. Stop

Man wird am Anfang ganz schön oft Stop rufen müssen. Und dann wird man auch noch oft in den Jammer-Modus verfallen, aber es immer schneller merken. Macht nichts, dann sagt nach 20 Minuten Stop oder nach 2 Stunden oder nach 2 Tagen oder meinetwegen auch nach 2 Monaten oder 2 Jahren, ist doch egal. Hauptsache, man stoppt das endlich.

Dann machst einem einfach bewusst, wofür man auf dieser Welt ist. Man richtet ganz bewusst seinen Fokus darauf. Bist du hier, um dich jahrelang zu beschweren? Bist du hier, um auf bessere Zeiten zu warten? Bist du hier, um ständig mit anderen Frauen zu konkurrieren? Bist du hier, um es allen recht zu machen, und ja keinen zu verärgern? Bist du hier, um dich Tag für Tag zu sorgen, wie es weiter geht? Ganz bestimmt nicht. Nicht mit dir.

Du ziehst es durch. Es gibt viele Idealisten, Menschen mit guten Ansätzen, und Good Will ist nicht so schwer zu finden. Aber dann kommt der Alltag und die Herausforderungen und noch 3 unbezahlte Rechnungen, und da gehen sie dahin, die guten Vorsätze zur Weltverbesserung. Man dreht sich nur noch um die eigenen Probleme, das eigene Kind, den eigenen Partner, das eigene Eigenheim, den eigenen Job, usw., Radius gefühlt 2 km, das war’s.

Du ziehst es durch. Du fällst mal hin, und dann jammerst du, aber dann stehst du wieder auf, wie wenn nichts gewesen wäre, und richtest deinen Fokus ganz neu. Du überwindest ein Hindernis nach dem anderen, und bist hinterher stärker und strahlender, denn jemals zuvor. Du bist hier, um die Liebe zu verkörpern, sie vorzustellen, und ihr Ausdruck zu verleihen – und genau dafür brauchst es deine Person, deine Art, deine Talente, dein Wesen. Du bist hier, um andere zu ermutigen, zu inspirieren, zu beflügeln.

Du hast eine Verantwortung für dein Leben, und die heißt, ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob ich mir leidtun will oder nicht. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob das Böse mich fertig macht, oder ob ich darüberstehe. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, womit ich mich gedanklich beschäftige. Und ich entscheide mich immer und immer wieder für das Gute.

Ganz egal, wie laut und überzeugend dein Problem gerade schreit, du ziehst es durch, du bleibst dabei, du fokussierst dich immer wieder neu, und vertraust, dass die Liebe alles für dich perfekt regelt, weil sie echt ist.

When you focus on love, love focuses on you.

Let shit go

Eins der Dinge, die Menschen enorm daran hindert, vorwärts zu kommen, die sie beschwert, sie immer wieder in ihr altes Leben zurückwirft, und sie daran hindert, leichtfüßig, unbesorgt und energiegeladen durch das Leben zu schreiten, nennt sich Unvergebenheit.

Ich habe schon viel Mist in meinem Leben mitgemacht – teils so heftig schlimm, dass einige daran zerbrechen würden. Niemals habe ich zugelassen, dass Unvergebenheit oder Bitterkeit in meinem Herzen Raum bekommen.

Diese Welt ist böse. Das wird jetzt hart für einige Träumer und Weltverbesserer unter euch, aber, diese Welt ist keineswegs ein Paradies voller Sonnenuntergänge, Zuckerwatte und immerwährender Partys. Es gibt da draußen echte Arschlöcher, bösartige Menschen voller Frust, Hass, Neid und Missgunst.

Das bedeutet, man wird ihnen immer wieder begegnen, und das eine oder andere Mal mit ihnen zu tun haben – man kommt nicht drumherum. Außer, man entscheidet sich für ein Leben in Einsamkeit, aber das kann nie und nimmer das Ziel sein, mal ehrlich. Je mehr man sich diese Tatsache bewusst ist, umso kleiner die Verwunderung, wenn Menschen einen belügen, verletzen oder missbrauchen. Shit happens.

Das soll keineswegs eine Erwartungshaltung in einem produzieren. Ich zum Beispiel gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass mich jeder liebt – wenn es mal nicht so ist, dann verschwende ich keinen Gedanken daran, bin aber auch nicht vor dem Kopf gestoßen. Ich weiß einfach, das gibt es – und wird es immer geben. Wieso und weshalb ist nicht meine Zuständigkeit.

Es wird also immer wieder passieren, dass Menschen, die einem nahe stehen oder einem etwas bedeuten, einen verletzen, einen kleinmachen, und versuchen einem zu schaden – und wenn es nur heißt, dass sie ihren Frust an einem abladen. Das ist schmerzhaft und kann Tränen, schlaflose Nächte, Zeit und viel Geld (z.B. aufgrund einer Scheidung oder wirtschaftlichen Betrugs) kosten. Und man kann dazu nur einen Rat geben, lass los und gehe weiter.

Menschen, die hassen, sind immer frustriert, arm oder einsam. Das geht einen aber nichts an. Warum einen jemand ablehnt, ist nicht die eigene Zuständigkeit – und je weniger man darüber nachdenkst, umso besser für einen. Je weniger man sich mit Dreck beschäftigst – vor allem, wenn es der Dreck anderer ist – umso stabiler und gesünder ist man.

Fokussiere dich also nie auf die Person, die dich verletzt hat, analysiere nicht ihr Verhalten oder ihre Motive, sondern fokussiere dich auf deine Fähigkeit, diese Person oder Situation hinter dir zu lassen, und einfach weiter zu gehen.

Jedes Mal, wenn man sich gedanklich damit beschäftigt, ist es, wie wenn einem jemand einen 100kg schweren Rucksack aufbürden würde. Wie sollst du da beschwingt und voller Energie sein? Jedes Mal, wenn du die Situation immer und immer wieder durchgehst, ist es wie eine Eisenkette, die dich an die Person bindet, Vorwärtskommen nur unter enormer Kraftanstrengung möglich. Jedes Mal, wenn man die Person beschuldigt, bewegst man sich in einem Bereich, der zerstörerisch, deprimierend und belastend ist. Es ist schlichtweg Finsternis.

Deshalb sollte man es nicht noch schlimmer machen, indem man sich gedanklich darin aufhält und sich jegliche Lebensfreude im jetzt raubt. Es kann einen nur jemand zerstören, wenn man sich zerstören lässt. Es kann einen nur jemand in der Vergangenheit festhalten, wenn man sich festhalten lässt. Es kann einen nur jemand dauerhaft schaden, wenn man es zulässt.

Gib das Recht auf, Recht zu haben, um der Freiheit willen. Die persönliche Freiheit ist das Allerkostbarste. Wenn man jemanden nicht verzeiht, wenn er einem Böses zugefügt hat, beraubt man immer nur sich selbst. Wir sind viel zu groß, um jemanden etwas heimzahlen zu müssen. Wir sind viel zu edel, um jemanden etwas nachzutragen. Wir sind viel zu stark, zu schön, zu bedeutend, zu strahlend, um Menschen festzuhalten und die Begleichung der Schuld bei ihnen einzufordern.

Es mag sein, dass sich jemand an einem schuldig gemacht hat, aber es nicht unser Job, diese Schuld zu begleichen. Unsere Aufgabe ist es zu vergeben, loszulassen und weiterzugehen. Denn dort ist das Glück, dort ist die Liebe, dort ist die Freiheit, dort ist der Erfolg. Niemals im Vergangenem, egal wie gut oder schlecht es war! Vertraue mir, denn auf dich wartet unendlich Schönes und Großartiges – also schleppe nicht den alten Scheiß mit dir durch die Gegend! Es beschwert dich, es passt nicht zu dir, und außerdem stinkt es bis zum Himmel.

Deshalb ist es so wichtig diese Entscheidung jetzt zu treffen. Man kann unmöglich darauf warten, bis die Emotionen es einem erlauben, weiter zu gehen. Das kann unter Umständen Jahre dauern und dafür ist die eigene Lebenszeit viel zu kostbar. Dieses emotionale Auf- und Ab kostet einen nicht nur enorme Energie im Alltag, sondern es deckelt auch die Persönlichkeit und lässt einen beschäftigt mit Zeug, dass man sowieso nicht ändern kann.

Also warte nicht auf die Gefühle, bis sie sich gut fühlen, sondern übernimm Verantwortung für das Leben und erlaube es nicht, dass Bitterkeit sich im Herz einnistet. Weigere dich, deinen Gefühlen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als notwendig. Man darf weinen und sich verletzt oder traurig fühlen – heulen solange man will. Aber danach steht man innerlich auf und gehst weiter. Man richtet sich nach vorne aus und schaut nicht nach hinten.

Die Vergangenheit tut einen Dreck. Die kann sich nicht bewegen, denn die ist längst vorbei, für immer starr und unbeweglich. Es ist egal wie oft man es schon probiert hat, jetzt macht man es einfach nochmal und lässt seinen Scheiß hinter sich und geht weiter.

Du brauchst einfach nur darauf zu vertrauen, dass du dazu fähig bist und glaube daran, dass du es mit Leichtigkeit schaffst. Es geht im Leben nicht um die Vergangenheit, sondern um einen Selbst, die eigene Stärke, die Schönheit und das Potential. Hör auf dein Leben von Emotionen bestimmen zu lassen. Die Emotionen werden dir folgen, aber zuerst musst du vorangehen, nicht andersherum.

Das bedeutet nicht, dass du keinen Kontakt mit den Personen haben sollst, die dir dauerhaft nicht guttun, denn du bist weise genug zu sehen, wer dir guttut und wer nicht. Im Zweifelsfall hältst du dich von ihnen fern. Es heißt nur, dass in deinem Herzen kein Groll ihnen gegenüber zu finden ist, und dir keiner etwas schuldet.

Jeder ist fähig und in der Lage das erlebt hinter sich zu lassen, niemandem etwas vorzuhalten, niemandem etwas nachzutragen und einfach weiterzugehen.

Leichtfüßig wie eine Elfe, stark wie ein Löwe.

Genieße es einfach.

Fun is back

Absolut jeder kann in seinem Unternehmen glücklich sein, auch wenn immer noch viele von dem Märchen vom Latte-schlürfenden Unternehmer, der auf Maui vor seinem Laptop sitzt, träumen. Mich nerven diese ganzen „Auch du kannst dein eigener Chef sein, und deine Zeit frei einteilen.“ – Versprechungen enorm, die durch das Internet geistern und meist nur dafür benutzt werden, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, oder neue Mitglieder für einen Direktvertrieb zu werben.

Nichtsdestotrotz liebe ich meine Arbeit sehr – auch wenn man immer wieder mit Existenzängsten, Selbstzweifeln, und Niedergeschlagenheit zu kämpfen hat. Aber das ist absolut nichts dramatisch Schwieriges oder Unüberwindbares. Ich kann das. Ich kann da so richtig aufräumen und einmal gründlich durchfegen, und dann ist mal wieder Ordnung im Büro und Hirn. Jeder, der innerhalb kürzester Zeit das Geistergulasch aus Minderwertigkeit, Existenzängsten und Selbstzweifeln loswerden möchte sollte folgendes tun. Denk und sprich nur positiv von deinem Unternehmen. Dabei kann es sich um dein eigenes Unternehmen oder auch das, bei dem du gerade angestellt bist, handeln.

Ich bin gleichzeitig begeistert und dankbar und fasziniert und glücklich und oft zu Tränen überwältigt, dass es ich so etwas jeden Tag machen darf und mit so vielen, besonderen und recht unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten darf. Nichtsdestotrotz gibt es auch in meinem Job Herausforderungen, fast unüberwindbar scheinende Schwierigkeiten, stressige Situationen und jede Menge Dinge, mit denen ich mich auseinandersetzen muss, aber am liebsten nicht will, weil sie unangenehm sind.

Und damit das Negative nicht überhandnimmt, ist folgendes wichtig. Ich entscheide mich, nur und ausschließlich positiv über meinen Job und mein Unternehmen zu denken und zu sprechen. Notfalls treffe ich diese Entscheidung immer und immer wieder – denn selbstverständlich gibt es genügend Angebote von außen, auch mal entmutigt oder genervt zu sein.

Und genau dasselbe gilt für Jeden, denn die Begeisterung über das eigene Projekt ist der Motor, der das ganze am Laufen hält – nimmt diese ab, vielleicht zunächst unmerklich und nur schrittweise, dann wird alles zäh und anstrengend. Fokussiert man sich nicht immer und immer wieder darauf, wie großartig das ist, was man tut, dann schlittert man fast unbemerkt in eine Art Hamsterrad. Mache dir immer und immer wieder bewusst, wie großartig dein Unternehmen ist, wie schön deine Arbeit und wie wunderbar alles bei dir läuft.

Deshalb ist es wichtig die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Willst du glücklich sein, dann musst du auf alles Vergangene Schlechte einfach scheißen. Vergiss es. Vergiss es einfach. Wenn man das nicht tut, dann wird der Ausgangspunkt immer so eine Mischung aus „Hoffentlich passiert das nicht wieder, und bloß nicht denselben Fehler machen, und ja nicht diesen Schritt, usw…“ – und was ist das denn für eine Zukunftsangst-Suppe?

Setze jetzt einen ganz frischen Start. Einen Neubeginn. Einen neuen Orientierungspunkt, der da heißt, für mich läuft’s hervorragend. Bei mir klappt alles, was klappen soll. Bei mir flowt es ohne Ende. Erfolg ist bei mir vorprogrammiert. Und selbst, wenn man sich anfangs dabei maximal dämlich vorkommt, sprich es laut hörbar aus. Immer und immer wieder – das liest sich zwar nach einem komischen Psycho -Technik, aber tatsächlich steckt eine enorme Power dahinter. Die Umstände und damit verbundenen Ängste schreien doch auch laut genug in deinem Hirn.

Enorm wichtig ist es sich auf sich selbst zu konzentrieren und die Stories anderer zu ignorieren. Wie es in der Branche läuft, ist absolut egal. Ob die Branche sich so oder so entwickelt, ob allgemein gejammert wird, oder die Budgets gekürzt werden, egal.

Jeder kennt unzählige Menschen, die nicht erfolgreich sind. Es wird immer welche geben, die gescheitert sind. Ab und zu wird der Teufel ein bisschen Extra-Einsatz bringen, und einem persönlich welche vorbeischicken, bei denen es Null geklappt hat und alles schiefgelaufen ist, und die betrogen und belogen wurden, und am Ende mit nichts dastanden. Und der ganze Aufwand nur, damit man so richtig schön beeindruckt und vorsichtiger, zaghafter und allgemein ängstlicher ist. Denn bei einem selbst könnte es theoretisch auch Null klappen, und alles schieflaufen, usw…

Trotzdem gilt und wenn 1000 scheitern – ist es einem persönlich so egal. Dann ist man eben der Erste, der es bestens hinkriegt, einer muss ja. Man macht es einfach genauso und schaut weder nach links noch nach recht, hört sich keine Stories an, widersteht jeder Neugier, hört sich kein Gejammer an und fokussiert sich ausschließlich auf eins und macht seine Sache so exzellent wie nur möglich.

Deshalb liefert man nur Exzellenz. In jeder Position gibt man immer sein Bestes. Man arbeitet so gut, dass man sich selbst jederzeit auch buchen würde. Erstmal unabhängig davon, wie groß der Auftrag ist, wie wenig man dabei verdient, und wie unspektakulär alles aussieht – man liefert Exzellenz, weil Exzellenz ein Mind-Set ist, und keine Methode, um vorwärts zu kommen.

Vorwärts Kommen ist immer nur eine natürliche Folge von Exzellenz, ähnlich den Naturgesetzen wie Gravitationskraft. Exzellenz zieht immer Exzellenz an, darauf folgt Exzellenz, und bringt noch mehr Exzellenz hervor. Ich sagte, du arbeitest exzellent – ich sagte nicht, du arbeitest viel, hart oder wie getrieben. Getrieben zu arbeiten ist auch nicht viel anders, als vor einigen Tausend Jahren ein Galeerensklave zu sein, nur, dass diesmal der Antreiber in eigenen Kopf ist statt auf dem Schiffsdeck. Es kann zwar immer mal Zeiten geben, in denen viel Arbeit ansteht, und das packt man selbstverständlich sehr gut – aber dahinter ist keine „Ich muss noch, sonst…“- Energie.

Die Getrieben-Sein-Energie wird sich einem übrigens früher oder später anbieten, weil sie regelmäßig bei Jedem vorbeikommt. Ob sie sich als „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit die Miete drin ist.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Familie ernähren kann.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Zweihundert/Zweitausend/Zwanzigtausend Angestellte zahlen kann.“ – Energie verschleiert: es ist immer dasselbe. Also wird man diesem Druck entschieden widerstehen müssen – notfalls vehement, mit Nachdruck und immer und immer wieder. 

Man muss vertrauen. Vertrauen klingt sehr naiv, einfältig und ein bisschen leichtgläubig – als ob man nicht checken würde, was in der Welt los ist. Mir ist absolut klar, dass da draußen alles ein Haifischbecken ist, und man schauen muss, dass man nicht zu kurz kommt, seine Schäfchen ins Trockene bringt und nicht überrannt wird – nur gilt das alles eben Erwähnte nicht für dich.

Der Hauptwesenszug eines Unternehmers ist grenzenloses, fast kindliches Vertrauen. Startet man etwas Neues, dann ist ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sein einzigartiges Talent, in die Idee und den Erfolg der Sache essentiell. Und darüber hinaus braucht man eine große Portion Gottvertrauen, was bedeutet, dass man fest davon ausgeht, dass sich alles für einen fügt, alles auf einen wartet, alles zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommt, und das Ende noch überraschend schön ist. Man checkt zwar genau, was in der Welt los ist, aber noch viel mehr, was in der eigenen Welt los ist. Und was dort los ist, entscheidet man ganz alleine.

Wenn man Risiken scheut, dann ist man ganz bestimmt kein Unternehmer und wird keinen Erfolg haben. Man muss Dinge wagen, sich in Projekte reinstürzen, von der Klippe springen, einen Einsatz wagen, und manchmal alles auf eine Karte setzen, selbst, wenn es absolut schief gehen könnte. Die Risikobereitschaft ist eine wichtige Voraussetzung dafür, überhaupt etwas zustande zu bringen. Risiko bedeutet, etwas ganz Neues zu wagen, etwas, das es bisher nicht gegeben hat – sonst ist es kein Risiko. Alles, was es schon mal gab und sich bewährte, ist einerseits natürlich safe, hat aber kein Potenzial für Großartigkeit. So unsicher es sich manchmal anfühlen mag, das Risiko ist ein sehr wichtiger Teil des Erfolgs. Wer nur auf sicherem Terrain läuft, mag sich zwar erfolgreich nennen, und sogar auf dem Papier selbstständig sein, aber in Wirklichkeit spielt er sich selbst etwas vor. Wer dagegen das Risiko nicht scheut, der erlebt auch was. No risk, no fun!

Inmitten all der Herausforderungen, all der „Kann ich nächsten Monat meine Miete zahlen…“, all der geplatzten Aufträge und vermeintlich verpassten Chancen, all dem Ärger und Zukunftsängsten kann es leicht passieren, dass man den Spaß an dem Ganzen verliert.
Dann funktioniert man nur noch, und erledigt die Dinge zwar – aber die Freude an der Sache ist weg. Versteh das nicht falsch, denn es gibt in absolut jeder Branche Dinge, die keinen Spaß machen – nicht alles liegt einem.

Aber grundsätzlich muss ein beinahe kindlicher Spaß das Ganze begleiten, Spaß daran, neue Wege zu gehen, Spaß daran, neues zu erschaffen, Spaß daran, mit seinem Produkt, seiner Dienstleistung, oder seinem Talent anderen zu dienen. Spaß am Geldverdienen, Spaß an der Kreativität und neuen Ideen und Lösungen, Spaß daran, dass sich jeden Tag neue, ungeahnte Möglichkeiten bieten können, Spaß am Nervenkitzel, Spaß an dem eigenen Flow. Wurde einem der Spaß an der Sache geraubt, dann hole ihn dir wieder! Unterschätze niemals seine Wichtigkeit – diese Leichtigkeit, diesen Flow, der einen inspiriert und wieder zur Kreativität verhilft.

Wer nichts macht, macht keine Fehler. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu. Wer nichts dazu lernt, stirbt dumm. Und das kann man unmöglich wollen! Stell‘ dir vor, du wärst im Alter von 50 Jahren genauso dumm wie mit 30 Jahren! Als erfolgreicher Unternehmer oder auch Angestellter macht man eigentlich keine Fehler im klassischen Sinne, sondern geht einen Weg, indem man herausfindet, was funktioniert, und was nicht. Ich habe schon so viel herausgefunden und nichts davon finde ich tragisch.

Tragisch ist es nur, wenn man es als tragisch abstempelt, und sich im Nachhinein darüber ärgert – vielleicht waren große Geldsummen im Spiel, oder es ist viel Vertrauen im zwischenmenschlichen Bereich zerstört worden. Jeder hätte zig Möglichkeiten, sich über Dinge in der Vergangenheit zu ärgern, aber was bringt’s? Gar nichts.

Fehler zu machen bedeutet nur herauszufinden, was klappt, und was man lieber lassen sollte. Das sollte für einen so selbstverständlich sein wie der Kaffee am Morgen, ganz normal, überhaupt nicht wild und sogar positiv. Vielleicht geht sogar tatsächlich alles den Bach runter, und man muss ganz von vorne anfangen, aber auch das packst man und zwar ohne den negativen „Ich bin gescheitert.“- Stempel auf der Stirn. Tausend Mal lieber etwas ausprobiert und in den Sand gesetzt, als nie aus der Komfortzone gewagt und vor Langeweile gestorben. Und dumm dazu. Alles, was man sich innerlich selbst vorwirft ist reine Selbstsabotage und das bringt einen einfach nicht weiter. Man blockiert sich selbst.

Versetze dich noch mal kurz in ein Angestellten-Dasein, und beschreibe in wenigen Worten den Vorgesetzten deiner Träume. Er würde würde keine Nachlässigkeit oder Faulheit dulden (wer das tut, ist einfach kein guter Vorgesetzter), aber im Gegenzug deine Leistung honorieren, deine Einzigartigkeit und Talente würdigen, und dich pushen, ohne dich zu überfordern. Er würde dich nicht am Wochenende oder nach Feierabend belästigen.
Er würde dir mehr zutrauen, als du dir selbst: „Frau Schmidt, ich glaube, dass Sie das können.“ Und dann wäre er stolz auf dich, wenn du es tatsächlich schaffst. Er würde sich über jeden Erfolg freuen, dir einen guten Bonus zahlen, und froh sein, dass er dich hat. Und am schönsten wäre es, wenn das Ganze in einer lockeren, entspannten Atmosphäre passieren würde: Geduld, Verständnis, und echtes Interesse an deinem Wohlergehen wären ideal.

O.k., Folgendes: Du bist jetzt diese Führungskraft.

Warum sollte man also eine schlechtere Führungskraft sein, als diejenige, von der man schon immer geträumt hast? Warum dich selbst an die Belastungsgrenzen bringen, dich unter Druck setzen, dich fertig machen, dir eigene Fehler und Versagen immer wieder vor Augen führen, selbst nach Feierabend und am Wochenende mit den Gedanken in der Arbeit sein, dir selbst nichts richtig gönnen, und dich selbst zu kritisieren, statt stolz auf dich zu sein, wie großartig du alles meisterst?

Erstens ist alles eine Frage vom Fokus und zweitens ist alles ein Prozess, keiner wurde als Profi geboren. Ich kenne aber einige, die im Laufe ihres Lebens zu einem Profi wurden.

Auch, wenn man es sich gerade sehr wünscht, aber man wird auf gar keinen Fall alle Punkte auf einen Schlag ab sofort umsetzen können, und zwar so, dass sie einem ins Fleisch und Blut übergehen. Deshalb immer eins nach dem anderen, immer Schritt für Schritt. Das Ganze ist ein Lernprozess, ein wirklich schöner. Solange man bereit ist sich zu entwickeln, solange lernt man dazu. Und deshalb lautet mein Rat: genieße, genieße, genieße es – und wünsche dir nicht, dass es schnell vorbeigeht, abgeschlossen ist, und endlich alles läuft.

Dieser Prozess ist vorrangig dazu da, die eigene Persönlichkeit zu stärken, und sich unüberwindbar zu machen, jede Herausforderung lässt einen souveräner mit der nächsten umgehen – die Herausforderung wird immer nur so stark sein, wie die Person es ist.

Hat man also einen längeren Prozess in Aussicht, dann kann man sich wirklich freuen, denn auf einem guten Fundament kann man sogar ein Hochhaus bauen! Setze also auf solide Bauweise und gutes Mauerwerk, statt schnelle Erfolge aka Fertighaus, damit der Job jeder Witterung standhält.

Auf lange Sicht zahlt es sich immer aus – und macht sogar Spaß!