Fun is back

Absolut jeder kann in seinem Unternehmen glücklich sein, auch wenn immer noch viele von dem Märchen vom Latte-schlürfenden Unternehmer, der auf Maui vor seinem Laptop sitzt, träumen. Mich nerven diese ganzen „Auch du kannst dein eigener Chef sein, und deine Zeit frei einteilen.“ – Versprechungen enorm, die durch das Internet geistern und meist nur dafür benutzt werden, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, oder neue Mitglieder für einen Direktvertrieb zu werben.

Nichtsdestotrotz liebe ich meine Arbeit sehr – auch wenn man immer wieder mit Existenzängsten, Selbstzweifeln, und Niedergeschlagenheit zu kämpfen hat. Aber das ist absolut nichts dramatisch Schwieriges oder Unüberwindbares. Ich kann das. Ich kann da so richtig aufräumen und einmal gründlich durchfegen, und dann ist mal wieder Ordnung im Büro und Hirn. Jeder, der innerhalb kürzester Zeit das Geistergulasch aus Minderwertigkeit, Existenzängsten und Selbstzweifeln loswerden möchte sollte folgendes tun. Denk und sprich nur positiv von deinem Unternehmen. Dabei kann es sich um dein eigenes Unternehmen oder auch das, bei dem du gerade angestellt bist, handeln.

Ich bin gleichzeitig begeistert und dankbar und fasziniert und glücklich und oft zu Tränen überwältigt, dass es ich so etwas jeden Tag machen darf und mit so vielen, besonderen und recht unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten darf. Nichtsdestotrotz gibt es auch in meinem Job Herausforderungen, fast unüberwindbar scheinende Schwierigkeiten, stressige Situationen und jede Menge Dinge, mit denen ich mich auseinandersetzen muss, aber am liebsten nicht will, weil sie unangenehm sind.

Und damit das Negative nicht überhandnimmt, ist folgendes wichtig. Ich entscheide mich, nur und ausschließlich positiv über meinen Job und mein Unternehmen zu denken und zu sprechen. Notfalls treffe ich diese Entscheidung immer und immer wieder – denn selbstverständlich gibt es genügend Angebote von außen, auch mal entmutigt oder genervt zu sein.

Und genau dasselbe gilt für Jeden, denn die Begeisterung über das eigene Projekt ist der Motor, der das ganze am Laufen hält – nimmt diese ab, vielleicht zunächst unmerklich und nur schrittweise, dann wird alles zäh und anstrengend. Fokussiert man sich nicht immer und immer wieder darauf, wie großartig das ist, was man tut, dann schlittert man fast unbemerkt in eine Art Hamsterrad. Mache dir immer und immer wieder bewusst, wie großartig dein Unternehmen ist, wie schön deine Arbeit und wie wunderbar alles bei dir läuft.

Deshalb ist es wichtig die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Willst du glücklich sein, dann musst du auf alles Vergangene Schlechte einfach scheißen. Vergiss es. Vergiss es einfach. Wenn man das nicht tut, dann wird der Ausgangspunkt immer so eine Mischung aus „Hoffentlich passiert das nicht wieder, und bloß nicht denselben Fehler machen, und ja nicht diesen Schritt, usw…“ – und was ist das denn für eine Zukunftsangst-Suppe?

Setze jetzt einen ganz frischen Start. Einen Neubeginn. Einen neuen Orientierungspunkt, der da heißt, für mich läuft’s hervorragend. Bei mir klappt alles, was klappen soll. Bei mir flowt es ohne Ende. Erfolg ist bei mir vorprogrammiert. Und selbst, wenn man sich anfangs dabei maximal dämlich vorkommt, sprich es laut hörbar aus. Immer und immer wieder – das liest sich zwar nach einem komischen Psycho -Technik, aber tatsächlich steckt eine enorme Power dahinter. Die Umstände und damit verbundenen Ängste schreien doch auch laut genug in deinem Hirn.

Enorm wichtig ist es sich auf sich selbst zu konzentrieren und die Stories anderer zu ignorieren. Wie es in der Branche läuft, ist absolut egal. Ob die Branche sich so oder so entwickelt, ob allgemein gejammert wird, oder die Budgets gekürzt werden, egal.

Jeder kennt unzählige Menschen, die nicht erfolgreich sind. Es wird immer welche geben, die gescheitert sind. Ab und zu wird der Teufel ein bisschen Extra-Einsatz bringen, und einem persönlich welche vorbeischicken, bei denen es Null geklappt hat und alles schiefgelaufen ist, und die betrogen und belogen wurden, und am Ende mit nichts dastanden. Und der ganze Aufwand nur, damit man so richtig schön beeindruckt und vorsichtiger, zaghafter und allgemein ängstlicher ist. Denn bei einem selbst könnte es theoretisch auch Null klappen, und alles schieflaufen, usw…

Trotzdem gilt und wenn 1000 scheitern – ist es einem persönlich so egal. Dann ist man eben der Erste, der es bestens hinkriegt, einer muss ja. Man macht es einfach genauso und schaut weder nach links noch nach recht, hört sich keine Stories an, widersteht jeder Neugier, hört sich kein Gejammer an und fokussiert sich ausschließlich auf eins und macht seine Sache so exzellent wie nur möglich.

Deshalb liefert man nur Exzellenz. In jeder Position gibt man immer sein Bestes. Man arbeitet so gut, dass man sich selbst jederzeit auch buchen würde. Erstmal unabhängig davon, wie groß der Auftrag ist, wie wenig man dabei verdient, und wie unspektakulär alles aussieht – man liefert Exzellenz, weil Exzellenz ein Mind-Set ist, und keine Methode, um vorwärts zu kommen.

Vorwärts Kommen ist immer nur eine natürliche Folge von Exzellenz, ähnlich den Naturgesetzen wie Gravitationskraft. Exzellenz zieht immer Exzellenz an, darauf folgt Exzellenz, und bringt noch mehr Exzellenz hervor. Ich sagte, du arbeitest exzellent – ich sagte nicht, du arbeitest viel, hart oder wie getrieben. Getrieben zu arbeiten ist auch nicht viel anders, als vor einigen Tausend Jahren ein Galeerensklave zu sein, nur, dass diesmal der Antreiber in eigenen Kopf ist statt auf dem Schiffsdeck. Es kann zwar immer mal Zeiten geben, in denen viel Arbeit ansteht, und das packt man selbstverständlich sehr gut – aber dahinter ist keine „Ich muss noch, sonst…“- Energie.

Die Getrieben-Sein-Energie wird sich einem übrigens früher oder später anbieten, weil sie regelmäßig bei Jedem vorbeikommt. Ob sie sich als „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit die Miete drin ist.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Familie ernähren kann.“ oder „Ich muss genügend Aufträge reinbekommen, damit ich meine Zweihundert/Zweitausend/Zwanzigtausend Angestellte zahlen kann.“ – Energie verschleiert: es ist immer dasselbe. Also wird man diesem Druck entschieden widerstehen müssen – notfalls vehement, mit Nachdruck und immer und immer wieder. 

Man muss vertrauen. Vertrauen klingt sehr naiv, einfältig und ein bisschen leichtgläubig – als ob man nicht checken würde, was in der Welt los ist. Mir ist absolut klar, dass da draußen alles ein Haifischbecken ist, und man schauen muss, dass man nicht zu kurz kommt, seine Schäfchen ins Trockene bringt und nicht überrannt wird – nur gilt das alles eben Erwähnte nicht für dich.

Der Hauptwesenszug eines Unternehmers ist grenzenloses, fast kindliches Vertrauen. Startet man etwas Neues, dann ist ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sein einzigartiges Talent, in die Idee und den Erfolg der Sache essentiell. Und darüber hinaus braucht man eine große Portion Gottvertrauen, was bedeutet, dass man fest davon ausgeht, dass sich alles für einen fügt, alles auf einen wartet, alles zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommt, und das Ende noch überraschend schön ist. Man checkt zwar genau, was in der Welt los ist, aber noch viel mehr, was in der eigenen Welt los ist. Und was dort los ist, entscheidet man ganz alleine.

Wenn man Risiken scheut, dann ist man ganz bestimmt kein Unternehmer und wird keinen Erfolg haben. Man muss Dinge wagen, sich in Projekte reinstürzen, von der Klippe springen, einen Einsatz wagen, und manchmal alles auf eine Karte setzen, selbst, wenn es absolut schief gehen könnte. Die Risikobereitschaft ist eine wichtige Voraussetzung dafür, überhaupt etwas zustande zu bringen. Risiko bedeutet, etwas ganz Neues zu wagen, etwas, das es bisher nicht gegeben hat – sonst ist es kein Risiko. Alles, was es schon mal gab und sich bewährte, ist einerseits natürlich safe, hat aber kein Potenzial für Großartigkeit. So unsicher es sich manchmal anfühlen mag, das Risiko ist ein sehr wichtiger Teil des Erfolgs. Wer nur auf sicherem Terrain läuft, mag sich zwar erfolgreich nennen, und sogar auf dem Papier selbstständig sein, aber in Wirklichkeit spielt er sich selbst etwas vor. Wer dagegen das Risiko nicht scheut, der erlebt auch was. No risk, no fun!

Inmitten all der Herausforderungen, all der „Kann ich nächsten Monat meine Miete zahlen…“, all der geplatzten Aufträge und vermeintlich verpassten Chancen, all dem Ärger und Zukunftsängsten kann es leicht passieren, dass man den Spaß an dem Ganzen verliert.
Dann funktioniert man nur noch, und erledigt die Dinge zwar – aber die Freude an der Sache ist weg. Versteh das nicht falsch, denn es gibt in absolut jeder Branche Dinge, die keinen Spaß machen – nicht alles liegt einem.

Aber grundsätzlich muss ein beinahe kindlicher Spaß das Ganze begleiten, Spaß daran, neue Wege zu gehen, Spaß daran, neues zu erschaffen, Spaß daran, mit seinem Produkt, seiner Dienstleistung, oder seinem Talent anderen zu dienen. Spaß am Geldverdienen, Spaß an der Kreativität und neuen Ideen und Lösungen, Spaß daran, dass sich jeden Tag neue, ungeahnte Möglichkeiten bieten können, Spaß am Nervenkitzel, Spaß an dem eigenen Flow. Wurde einem der Spaß an der Sache geraubt, dann hole ihn dir wieder! Unterschätze niemals seine Wichtigkeit – diese Leichtigkeit, diesen Flow, der einen inspiriert und wieder zur Kreativität verhilft.

Wer nichts macht, macht keine Fehler. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu. Wer nichts dazu lernt, stirbt dumm. Und das kann man unmöglich wollen! Stell‘ dir vor, du wärst im Alter von 50 Jahren genauso dumm wie mit 30 Jahren! Als erfolgreicher Unternehmer oder auch Angestellter macht man eigentlich keine Fehler im klassischen Sinne, sondern geht einen Weg, indem man herausfindet, was funktioniert, und was nicht. Ich habe schon so viel herausgefunden und nichts davon finde ich tragisch.

Tragisch ist es nur, wenn man es als tragisch abstempelt, und sich im Nachhinein darüber ärgert – vielleicht waren große Geldsummen im Spiel, oder es ist viel Vertrauen im zwischenmenschlichen Bereich zerstört worden. Jeder hätte zig Möglichkeiten, sich über Dinge in der Vergangenheit zu ärgern, aber was bringt’s? Gar nichts.

Fehler zu machen bedeutet nur herauszufinden, was klappt, und was man lieber lassen sollte. Das sollte für einen so selbstverständlich sein wie der Kaffee am Morgen, ganz normal, überhaupt nicht wild und sogar positiv. Vielleicht geht sogar tatsächlich alles den Bach runter, und man muss ganz von vorne anfangen, aber auch das packst man und zwar ohne den negativen „Ich bin gescheitert.“- Stempel auf der Stirn. Tausend Mal lieber etwas ausprobiert und in den Sand gesetzt, als nie aus der Komfortzone gewagt und vor Langeweile gestorben. Und dumm dazu. Alles, was man sich innerlich selbst vorwirft ist reine Selbstsabotage und das bringt einen einfach nicht weiter. Man blockiert sich selbst.

Versetze dich noch mal kurz in ein Angestellten-Dasein, und beschreibe in wenigen Worten den Vorgesetzten deiner Träume. Er würde würde keine Nachlässigkeit oder Faulheit dulden (wer das tut, ist einfach kein guter Vorgesetzter), aber im Gegenzug deine Leistung honorieren, deine Einzigartigkeit und Talente würdigen, und dich pushen, ohne dich zu überfordern. Er würde dich nicht am Wochenende oder nach Feierabend belästigen.
Er würde dir mehr zutrauen, als du dir selbst: „Frau Schmidt, ich glaube, dass Sie das können.“ Und dann wäre er stolz auf dich, wenn du es tatsächlich schaffst. Er würde sich über jeden Erfolg freuen, dir einen guten Bonus zahlen, und froh sein, dass er dich hat. Und am schönsten wäre es, wenn das Ganze in einer lockeren, entspannten Atmosphäre passieren würde: Geduld, Verständnis, und echtes Interesse an deinem Wohlergehen wären ideal.

O.k., Folgendes: Du bist jetzt diese Führungskraft.

Warum sollte man also eine schlechtere Führungskraft sein, als diejenige, von der man schon immer geträumt hast? Warum dich selbst an die Belastungsgrenzen bringen, dich unter Druck setzen, dich fertig machen, dir eigene Fehler und Versagen immer wieder vor Augen führen, selbst nach Feierabend und am Wochenende mit den Gedanken in der Arbeit sein, dir selbst nichts richtig gönnen, und dich selbst zu kritisieren, statt stolz auf dich zu sein, wie großartig du alles meisterst?

Erstens ist alles eine Frage vom Fokus und zweitens ist alles ein Prozess, keiner wurde als Profi geboren. Ich kenne aber einige, die im Laufe ihres Lebens zu einem Profi wurden.

Auch, wenn man es sich gerade sehr wünscht, aber man wird auf gar keinen Fall alle Punkte auf einen Schlag ab sofort umsetzen können, und zwar so, dass sie einem ins Fleisch und Blut übergehen. Deshalb immer eins nach dem anderen, immer Schritt für Schritt. Das Ganze ist ein Lernprozess, ein wirklich schöner. Solange man bereit ist sich zu entwickeln, solange lernt man dazu. Und deshalb lautet mein Rat: genieße, genieße, genieße es – und wünsche dir nicht, dass es schnell vorbeigeht, abgeschlossen ist, und endlich alles läuft.

Dieser Prozess ist vorrangig dazu da, die eigene Persönlichkeit zu stärken, und sich unüberwindbar zu machen, jede Herausforderung lässt einen souveräner mit der nächsten umgehen – die Herausforderung wird immer nur so stark sein, wie die Person es ist.

Hat man also einen längeren Prozess in Aussicht, dann kann man sich wirklich freuen, denn auf einem guten Fundament kann man sogar ein Hochhaus bauen! Setze also auf solide Bauweise und gutes Mauerwerk, statt schnelle Erfolge aka Fertighaus, damit der Job jeder Witterung standhält.

Auf lange Sicht zahlt es sich immer aus – und macht sogar Spaß!

Be happy :)

Eigentlich kann man da gar nicht viel zu sagen, aber ich versuche es trotzdem mal. Denn man hat nur die Verantwortung für das eigene Leben und das ist zugleich die schlimmste und die schönste Nachricht überhaupt. Das bedeutet, dass – ganz egal, was andere tun, meinen, sagen, wollen oder nicht – man letztendlich entscheiden kann, was man will.

Eines Tages steht man vor Gott und auf die Frage, was man mit seinem Leben angestellt hat wird man ja schlecht sagen können, dass man ja eigentlich reisen, Kunst studieren, Sprachen lernen oder sich jeden Tag freuen wollte. Doch dann fand die Schwiegermutter, das Kind, der Pfarrer, die beste Freundin, dass das keine gute Idee ist – aus vielen unterschiedlichen Gründen. Aber der liebe Gott fragt dann, was mit einem Selbst war. Was man für sich selbst entschieden hat und nicht für die Anderen?

Es geht um das tiefe Bewusstsein, dass man die absolute, volle und uneingeschränkte Verantwortung für sein Leben hat und damit glücklich ist. Man tut, was für einen Selbst wichtig und notwendig ist. Jeder hat die Möglichkeit, und irgendwie auch die Pflicht, das Leben so erfüllt, glücklich, stark und großzügig zu leben, wie es in der eigenen Macht steht. Das kann Niemand für einen tun und es kann auch keiner verhindern. Man kann also nicht andere Menschen verantwortlich machen und sich beschweren oder Schuld auf unglückliche Umstände schieben – denn letzten Endes entscheidet man selbst.

Mag einem Ungerechtes zugestoßen sein, mag alles noch so düster, anstrengend, verwirrend, hoffnungslos oder schrecklich aussehen, man kann immer noch innerlich aufstehen und für sich beschließen, dass man sich weigert, verzweifelt zu sein. Man kann festlegen, dass dieses Problem einen nicht fertig machen wird. Man kann entscheiden, dass jede Herausforderung einen nur stärker macht, und man hinterher freier, glücklicher und gelöster ist statt verbitterter, ängstlicher oder vorsichtiger, wie es die Herausforderung am liebsten hätte. Am Ende ist man der Chef im Ring. Man ist dann in der Lage, die Entscheidungen zu treffen, die dafür nötig sind, damit es dauerhaft so bleibt. Man währt Angriffe von außen ab, verbannt Personen, die das Königreich zerstören wollen, und bringt alles in schönste Ordnung.

Ganz liebevoll, geduldig, im perfekten Schritt-für-Schritt-Tempo, ganz ohne Zwang, äußeren Druck oder irgendwelche Ängste. Liebevoll heißt übrigens konsequent, entschieden, klar und eindeutig – so ist dein Leben. Das gilt für Jeden. Diese Verantwortung, diese Freiheit, diese Zuständigkeit für das eigene Leben ist das allergrößte Geschenk. Sie kann durch nichts ersetzt werden und gilt ausnahmslos für jeden. Nimmt man jemandem also nur einen Teil dieser Verantwortung ab, dann mischt man sich in Dinge ein, die einen nichts angehen. Man untergräbt seine Autorität, man übernimmt die Führung in einem Bereich, der einem nicht gehört, stellt die Person in Frage, und machst sie minderwertig.

Ich versichere dir, du tust das mehrmals täglich – ganz ohne Absicht und mit besten Intentionen. Das ist sehr fein, läuft in den meisten Fällen unterschwellig ab, und klingt so normal und harmlos, dass es keinem auffallen würde. Jedes Mal, wenn man versucht, die Laune vom jemanden auszugleichen, wenn man bestimmte Dinge sagt oder nicht sagt, damit es der Person besser geht. Jedes Mal, wenn man sich schlecht oder verantwortlich oder schuldig wegen der Gemütsverfassung eines anderen fühlt – obwohl man nichts dafür kann. Jedes Mal, wenn man nicht mehr man selbst ist und mehr auf die Bedürfnisse des anderen achtet, als auf die eigenen, selbst, wenn diese einen stark einschränken – dann vermischen sich die Verantwortungsbereiche, und keiner wird damit wirklich glücklich sein. Dieses „Für die Stimmung anderer die Verantwortung übernehmen“ kann von „Sei leise, damit Papa sich nicht aufregt“ über „Hoffentlich gefällt meinem Date der Abend“ bis zur „Sind alle Familienmitglieder glücklich im Urlaub?“ reichen, oder sogar noch viel subtiler ablaufen. Die Palette ist so vielfältig und so zahlreich, wie es die Menschen und Situationen sind.

Am Ende läuft es aber immer auf dasselbe hinaus, denn man will alles tun, damit der andere glücklich ist. Ist derjenige offensichtlich nicht glücklich, dann fühlt man sich verantwortlich, und tut alles, was einem zur Verfügung steht, um das zu ändern. Das Resultat sind ständige Grenzüberschreitungen der jeweiligen Persönlichkeiten. Es ist mal mehr, mal weniger offensichtlich, aber immer die gleiche Soße aus Manipulation, unterschwelligen Erwartungen, emotionalen Spielchen und so weiter. Hat alles überhaupt nichts mit Liebe zu tun, obwohl es doch so lieb gemeint ist – in Wahrheit ist es jedoch eine Missachtung und Entwürdigung der anderen Person.

Deshalb ist es so wichtig, dass man Angriffe von außen abwehrt. Jeder Versuch, sich für die Laune eines anderen verantwortlich zu machen, ist eine Grenzüberschreitung und der allerbequemste und gleichzeitig effektivste Weg, um Beide unfrei zu machen. Selbst, wenn es zunächst verständlich klingt, und ganz fein oder unterschwellig geschieht, fühlst man sich auch nur das kleinste Bisschen schuldig, will es der Person recht machen, oder einfach nur, dass sie glücklich und zufrieden ist, hat man bereits die Grenze überschritten.

Das kann ein Seufzer sein. Oder ein Blick oder eine direkte Schuldzuweisung, wie z.B. „Weil du das gemacht hast… bin ich wieder…“. Die Spielarten sind unendlich vielfältig, aber das Endergebnis immer dasselbe, denn man fühlt sich verantwortlich, reagiert darauf, und es findet ein Übergriff statt. Mit jedem Übergriff verliert man ein Stück seiner Einzigartigkeit und Persönlichkeit, immer nur in kleinen Schritten, damit man es auch zulässt und es nicht zu auffällig wird. Aufhören damit kann man nur, wenn man eine Entscheidung trifft. Man ist gar nicht für ein glückliches Zuhause verantwortlich, man ist nur dafür verantwortlich, dass man glücklich ist. Man muss nicht seinen Partner glücklich machen, er selbst ist dafür verantwortlich, glücklich zu sein. Man muss nicht seine Kinder glücklich machen, man leitet seine Kinder dazu an, glückliche Menschen zu werden.

Das ist in keinster Weise egoistisch oder egozentrisch gemeint – denn es bedeutet weder Vernachlässigung deiner praktischen Aufgaben im Allgemeinen, noch eine emotionale Kälte. Und wenn Teenager mies drauf sein wollen und der Mann gestresst, ihre Entscheidung. Aber ist nicht deine Sache, nicht dein Bier, nicht deine Angelegenheit, du lässt dich nicht involvieren, beschuldigen, emotional erpressen oder überhaupt beeinflussen.

Wenn man jetzt erklärt, dass du emotional kalt bist, dann mag das Oberflächlich betrachtet vielleicht so aussehen, ich gebe es zu. Denn zum ersten Mal weigert man sich, sich in Dinge zu involvieren, die nicht die eigene Aufgabe sind. Zum ersten Mal überschreitet man keine Grenze, und erlaubt jedem sein Land so gestalten, wie er es möchte. Zum ersten Mal traut man der anderen Person zu, dass sie in der Lage ist, ihren Gemütszustand in den Griff zu kriegen – denn genau wie du, kann jeder andere auch die Entscheidungen für sich treffen. Ich kann dir versichern: das gibt zunächst Stress. Diejenigen, die alles auf deine Schultern abgeschoben haben, mögen ihre Passivität und Lethargie gar nicht aufgeben, man hat es sich heimelig gemacht, musste nichts ändern und stellte stattdessen Forderungen und sei es durch einen beiläufigen Satz oder gezielt platziertes Seufzen. Und nun soll das einfach so vorbei sein? Du wirst also garantiert als emotional kalt betitelt werden, und überhaupt „du hast dich verändert“, und „das soll Liebe sein?“

Und wenn mich etwas oder jemand permanent unglücklich macht, dann treffe ich Entscheidungen und gehe Schritte – aber gebe keinem die Schuld dafür. Und lieben kann man am allerallerbesten, wenn man so frei, so ungezwungen, so spontan, so glücklich, so erfüllt, so vergnügt und so man selbst sein kann, wie es nur geht, denn sonst heißt es nicht lieben, sondern manipulieren. Also etwas zu tun, um etwas damit zu erreichen.

Liebe will aber überhaupt nichts erreichen. Liebe will gar nichts von einem. Sie liebt einen einfach so, ohne Hintergedanken, Absichten oder ein bestimmtes Ziel – Liebe kann nur lieben. Das bedeutet ganz konkret, dass man die größte Power, die heftigste Durchschlagskraft, und die höchste Wirksamkeit hat, wenn man genauso ist: frei, ungezwungen, spontan, glücklich, erfüllt, vergnügt – so sehr man selbst, wie es nur geht. Diese Liebe hat eine Leichtigkeit und eine Power. Sie ist sanft und stark zugleich. Sie sieht harmlos aus und ist das absolute Gegenteil davon, weil sie alles Negative einfach auslöscht.

Darin strahlt man so stark, dass es sich automatisch auf andere überträgt – und zwar auf alle, die genau das wollen. Man ist dann einfach man selbst, und alles, was man tut, ist, eine Schneise des Glücks zu hinterlassen – mangels Alternativen! Man kannt es nicht verhindern, denn man liebt die Menschen, tust ihnen Gutes, schenkst mal ein Kompliment, sagst ein anderes Mal fast beiläufig „Ach, scheiß doch drauf!“, lächelst da jemand an, und hilfst hier jemand anderem. Die meiste Zeit tut man nichts, aber das ist auch ganz egal, weil man doch die Liebe ist.

Einem selbst macht all das am allermeisten Spaß, und in der nächsten Sekunde hat man es auch schon wieder vergessen: so bleibt man frei von allem Erlebten, und ist nicht durch etwas Äußeres gepusht. Man begegnet jedem in der festen Überzeugung, dass man das Beste ist, was ihm je passiert ist – und freut sich, dass er die Möglichkeit hat, in der Nähe zu sein. Ganz frei von Arroganz oder Selbstüberschätzung weiß man einfach, wie kostbar man ist, und wie kostbar das ist, was von einem ausgeht. Man macht einfach glücklich, weil es einen gibt!

Somit macht man jedem ein Angebot – ob er es annimmt oder nicht, ist seine Entscheidung.
Nur seine Entscheidung, man ist nicht verantwortlich. Und sich in seine Entscheidung nicht einzumischen ist die größte Wertschätzung und Liebe, die man ihm entgegenbringen kann.

Wenn du jemanden liebst, lässt du ihn frei.

Man identifiziert sich einfach völlig damit, und blendet alles Gegenteilige aus – das heißt nicht, dass man sich selbst belügt, sondern lediglich, dass der Fokus nicht auf dem Versagen, sondern auf der Liebe ist.

Egal, wo du dich gerade befindest – checke mal nur heute und morgen nicht ständig den Stimmungspegel der anderen, sondern beschließe, dass du gut drauf bleibst. Heute und morgen bist du mal nur für dich verantwortlich. Was andere denken, fühlen, und tun, beeindruckt dich nicht – ganz egal, was sich in deren Ländern und Grenzen abspielt.

Einfach mal machen und gut drauf sein.

Kreativität und Effektivität

Es geht hierbei um die Inspiration wo es langgehen soll und wie man sein Potential wirklich nutzen kann. Kreativität gibt es nicht nur in Berufen wie Künstler, Entertainer oder Tänzer. Im Gegenteil, auch in als Programmierer kann man kreativ sein, wenn es um einen komplizierten Algorithmus geht oder eine gute Freundin, die immer eine Lösung für Probleme hat ist kreativ. Ebenso eine Person, die immer ganz spezielle Klamotten und einen eigenen Style hat oder der Anwalt, der mit einem Vertrag das bestmögliche für einen Selbst herausholt.

Kreativität bedeutet seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, um intelligente und ästhetische Lösungen zu finden.

Wichtig für Kreativität ist die eigene kreative Zone. Das kann ein abgeschlossener Raum sein, in dem man sich wirklich gut auf die Sache konzentrieren kann. Aber das kann auch schon die Abschottung über zum Beispiel Kopfhörer, in einem öffentlichen Bereich sein, mit denen man sich auf sich selbst und die Sache an sich konzentrieren kann. Diese Abschottung ist für mich immer der Start zur Kreativität.

Auch ist es wichtig Ablenkungen zu eliminieren, denn das ist der Tod der Kreativität. Jeder von uns ist in der heutigen Zeit immer nur einen kleinen Klick vom Entertainment entfernt. Sei es am Handy, am Computer oder auch im ganz normalen Alltag, wo die nächste Person um die Ecke kommt. Immer dann, wenn man die Ablenkungen ausschaltet und mit dem Kopf sich auf die Sache konzentriert bekommt man, nach ein wenig Übung, automatisch den Impuls, dass man jetzt kreativ ist.

Damit erschafft man sich einen eigenen Raum für Ideen. Die Ideen sind wie Wasser, sie brauchen Zeit und Raum um sich zu entwickeln. Ich bin dabei noch recht oldschool und schreibe die Dinge auf um sie visuell zu sehen und mir weitere Gedanken darum zu machen. Dabei ergeben sich immer weiter Fragen und man sieht wie sich das Ganze entwickelt. Dies weckt dann auch die Neugier und die Wissbegierde und man will sich weiterentwickeln und ist motiviert die Sache voranzutreiben. Der Tatendrang ist geweckt und man freut sich auf eine Fortsetzung der Arbeit.

Man ist dann wirklich produktiv. Denn abhängen und einfach faul sein machen das Leben nur schlimmer und man läuft den Dingen immer nur davon. Man muss sich aber nicht immer müde und platt fühlen und das Leben einfach nur vor sich hinlaufen lassen – auch wenn das auch Mal einfach Spaß macht. Es muss in Balance sein, denn wenn das Eine nicht ist kann auch das Andere nicht sein.

Es tut gut in Erinnerungen zu schwelgen, aber wichtiger ist es den Blick nach vorne zu richten und sich auf die Sache zu konzentrieren. Dabei ist es wichtig, dass auch das Handy nicht ständig in der Nähe ist, denn das lenkt einen nur ab. Tu es weit, weit weg. Man muss nicht immer und ständig erreichbar sein. Wer seine Arbeit immer wieder unterbrechen muss kann nicht effektiv arbeiten. Heute ist es leider viel zu einfach mal schnell nebenbei zu chatten oder mal schnell was nachzuschauen, was meistens auch gar nichts mit der eigentlichen Aufgabe zu tun hat. Dann ist man wieder draußen und muss seine Gedanke wieder neu ordnen.

Auch Multi-Tasking, ein wunderbarer Begriff aus unserer heutigen Zeit, ist nicht immer effektiv. Denn dadurch, dass man immer alle Aufgaben gleichzeitig erledigen will, geht die Konzentration auf das Wesentliche verloren und man braucht viel länger, als wenn man sich einfach auf eine Sache konzentriert und sie in Ruhe erledigt. Denn wenn man sich nur auf eine Sache konzentriert wird man feststellen, dass man viel schneller ist und auch weniger Fehler macht. Dieses „Deep-Work“ steht für eine effektivere Arbeitsleistung. Wenn man eine Aufgabe nach der anderen erledigt und nicht weiter zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen hin und her springt fokussiert man sich auf das wesentliche. Bei mir ist es auch so, dass ich die Bereiche klar voneinander trenne und eins nach dem anderen erledige. Oft versuche ich auch die Dinge sogar örtlich voneinander zu trennen und die Bereiche zu separieren. So ist der Kopf am richtigen Ort schon auf die richtige Sache fokussiert und muss nicht über tausend Ecken denken und immer wieder zurückspringen.

Ein weiterer Punkt für Effektivität ist auch, dass man sich realistische Ziele setzt, sowohl zeitlich als auch von der Größe her. Denn durch zu viele und zu hohe Ziele kann es schnell in Frustration umschlagen, wenn die Dinge nicht so funktionieren wie man gerne hätte. Wichtiger ist es durch seine Ziele motiviert zu bleiben und sie konzentriert abzuarbeiten.

Wenn man dabei mit To-Do-Listen arbeitet sollte man immer klare Prioritäten setzen. Sonst werden die Listen einfach nur groß, unübersichtlich und sind nicht mehr effektiv. Man kann die Dinge nach einzelnen Tagen und dann auch in der Wichtigkeit ihrer Abarbeitung ordnen, so behält man einfacher den Überblick und sieht auch Erfolge. Auch kann man Dinge, die an einem Ort stattfinden zusammenfassen und so effektiver sein, als wenn man immer wieder durcheinander springt. Durch diese Mini-Ziele, die man sich für jeden Tag setzt bekommt man nach der Abarbeitung automatisch ein positives Feedback und freut sich darüber. Dieses tägliche Update hilft einem den Überblick zu behalten und auch die weiteren Dinge im Blick zu behalten.

Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, denn durch dieses tägliche Doing und der Umgang mit den Dingen entwickelt man Routinen. Diese Routinen sind gut, denn sie helfen uns Angewohnheiten zu automatisieren. Dadurch stressen sie uns weniger, denn man kennt das jetzt schon und hat weniger Druck. Meistens empfinden wir es so, dass wir mehr Verpflichtungen als Vergnügungen haben, aber das ist manchmal auch subjektiv. Denn wenn man diese Verpflichtungen automatisiert und zu einer täglichen Routine werden lässt fangen sie meist an Spaß zu machen – die Überwindung schwindet. Man findet den richtigen Workflow, ist fokussiert und kann ein wenig auf Autopilot gehen.

Durch diese Regelmäßigkeit und die Struktur der Prioritäten nutzt man die Zeit sinnvoller und schafft sich damit Raum für Wachstum. Es entsteht weniger Stillstand und Frustration, die Dinge fallen einem deutlich leichter und man ist effektiver. Dadurch ist man schneller und hat auch Zeit für andere Dinge. Jetzt entwickeln wir uns weiter und darin liegt auch immer die Freude.

Das ist sogar hormonell messbar, denn wenn man etwas Neues erreicht hat oder etwas als erledigt kennzeichnen kann, dann wird Dopamin ausgeschüttet. Es ist also hormonell messbarer Spaß. Das Dopamin sorgt dafür, dass es einem besser geht. Je mehr man effektiv erledigt umso einfacher fällt es einem Dinge effektiv zu erledigen. Desto mehr möchte man auch effektiv erledigen und man gewinnt Zeit für neue Dinge, die Freude machen. Es entsteht ein fließender Übergang zwischen Pflicht und Freude. Das ist das Ziel.

Deshalb immer auf die Dinge konzentrieren und Spaß dabei haben.

Happy Birthday

Vor ein paar Tagen feierte ich meinen Geburtstag und das war so cool. Denn nach einem Termin saß ich mittags mit zwei Freundinnen im Il Boccone in Konstanz, genossen unser Lunch und erzählten uns gegenseitig die Highlights und Pannen der vergangenen Geburtstage. Diese Geschichten, wenn das Geburtstagskind vor lauter Aufregung die ganze Feierei nicht mehr erträgt, heulend zusammenbricht, und alle seine 4-Jährigen Gäste anschreit oder Gäste bzw. Familie einfach durchdrehen. Das ist im Nachhinein übrigens sehr, sehr lustig. Allerdings wirklich nur im Nachhinein, wie meine eigene Geschichte, die ich seit Jahren vergessen habe, und die mir plötzlich wieder einfiel. Denn lustig fand ich das an diesen Tagen nicht, es war echt schwierig.

Eine Leidensgeschichte, wohlgemerkt, denn früher gab es für mich keinen schlimmeren Tag im Jahr als meinen eigenen Geburtstag. Ich hatte bereits eine Woche davor riesige Angst vor dem Tag, fand meistens alles doof und brauchte zwei weitere Tage, um mich davon zu erholen. Kein Scherz! Das Ganze war ein widerliches Gemisch aus nicht genau definierbaren Erwartungen meinerseits, wie der Tag zu sein hatte und der garantierten Enttäuschung bzw. der Angst vor ebendieser. Ich kann noch nicht mal genau sagen, was ich alles erwartete, jedenfalls war alles falsch, alles zu wenig, alles zutiefst deprimierend und vor allem Dingen ein einziger Krampf. Und was für ein Frust für alle Beteiligten, inklusive meiner Familie! Denn egal, was sie taten – es war ja doch alles falsch, alles zu wenig, usw. Das alles machte einen Selbst so unfrei und unglücklich.

Auch wenn ich immer noch das Geburtstagskind bin, dass sich wahnsinnig über tolle Geschenke freut. Ich liebe es einfach Geschenke auszupacken, ich zelebriere das regelrecht. Das Highlight ist dann eine Marzipantorte mit einer coolen Füllung, auch wenn ich sonst nicht der Kuchentyp bin, das muss sein. Und Blumen, besonders Sonnenblumen, die gehören einfach dazu. Ja, ich liebe dieses ganze Paket und ich habe das immer wieder erwartet. Besonders habe ich aber erwartet, dass die Menschen, die ich liebe an diesem Tag an meiner Seite sind und mit mir feiern. Doch genau diese Erwartungen sind dann immer wieder gescheitert. Nie kam es so, wie ich es mir gewünscht habe und irgendwann habe ich es gehasst Geburtstag zu haben. Oft habe ich einfach nur gearbeitet und den Tag einfach vorbeigehen lassen.

Doch mit der Zeit hat sich das verloren und die Dinge haben sich inzwischen neu entwickelt. Diesmal habe ich mich riesig auf meinen Geburtstag gefreut und war so aufgeregt und vergnügt wie eine 5-Jährige, die nicht nur alles bekommt, was sie sich gewünscht hat, sondern ein regenbogenfarbenes Einhorn obendrauf. Lustigerweise gab es gerade dieses Jahr nichts großartig Aufregendes und Überraschendes, denn eigentlich hatte Keiner wirklich Zeit und auch die Familie war weit weg. Aber das tat meiner Freude keinen Abbruch, ganz im Gegenteil! Ich verbrachte den Tag am See und ließ es mir einfach gutgehen. Ich kaufte mir selbst ein wunderschönes Geburtstagsoutfit und Geburtstagsunterwäsche. Mit den Mädels ging es Mittagessen und anschließend zum Segeln auf den See, bei strahlendem Sonnenschein. Ich freute mich über jeden einzelnen Glückwunsch wie ein Schneekönig und hätte mir am liebsten eine Glitzerkrone mit „Birthday Girl“ aufgesetzt.

Das Wetter war so traumhaft, dass ich einfach am See blieb, schwimmen ging und mit einem alten Freund den Abend genoss. Es war traumhaft und einfach entspannt. Ich war einfach nur dankbar. Nicht nur wegen dem Tag in Konstanz, dem Segeln oder den Mädels, sondern dass es mich überhaupt auf dieser Welt gibt. Oh man, was ein Glück!

Ich bin überzeugt davon, dass viele von den eigenen Vorstellungen so gefangen sind, dass sie bei Dingen, die nicht so laufen, wie sie es sich eben wünschen, zutiefst deprimiert sind. Das kann wie in meinem Fall nur ein einziger Tag wie der Geburtstag sein und wenn man ehrlich ist, weiß man, dass es nur dieser eine Scheißtag ist. Das überlebt man schon.

Es kann aber auch der eigene Hochzeitstag sein, denn da hätte es nämlich mehr Blumen gebraucht. Und der Bräutigam hätte eine gefühlvolle Rede vorbereiten sollen. Und außerdem hätte die Hochzeit wie auf sämtlichen Wedding-Blogs von einem zarten Unschärfe-Schleier von vorne bis hinten mit romantischer Atmosphäre umweht worden sein sollen. Leider war sowohl die Rede, als auch Unschärfe dem Bräutigam scheißegal, und nun sitzt man da und heult. Und ist davon überzeugt, ein Arschloch geheiratet zu haben.

Oder man hat so eine Art Lebensentwurf, und der kommt nicht so zustande, wie man sich das idealerweise gewünscht hat, denn man wollte mit 30 Jahren bereits 2 Kinder haben, und ein Reihenhaus mit einem zur Couch farblich passenden Labrador. Nun stellt sich heraus, dass man keine Kinder bekommen kann. Oder der Mann ist fremdgegangen, und man wird geschieden. Oder geht pleite, oder verliert den Job, oder hat selbst mit 40 noch weder Haus, noch Mann, noch einen Dackel. Oder es passiert etwas Unerwartetes und alles, was man denken kann, ist, dass man sich das so definitiv nicht vorgestellt hat. Man sich das aber ganz anders gewünscht hat oder es einfach anders laufen sollte. Jetzt sitzt man eben da und ist todunglücklich.

Deshalb scheiß drauf. Wenn du dir nichts Konkretes vorstellst, sondern beschließt, alles zu genießen, ganz egal, was kommt – dann kann dich keine Wunschvorstellung limitieren.
Das war sowieso viel zu klein gedacht – für dich passt nur Freiheit in jedem Bereich, sonst nichts. Und das beinhaltet auch Freiheit von irgendwelchen Lebensentwürfen, im Großen und Kleinen, und die Möglichkeit, ganz unabhängig davon jede Sekunde zu genießen.

Diese Freiheit bedeutet auch, dass man auf einmal von den schönsten Dingen überrascht wird, ohne vorher gewusst zu haben, wie schön sie sind – wie mit einer spontanen Einladung zum Segeln für’s Birthday Girl. Man sich einfach nur drauf einlassen und Spaß haben.

Happy Birthday to me!

Zwei Asse

Ich muss an dieser Stelle einmal Danke sagen, denn ich hatte die letzten Tage mal wieder Zeit wunderbare Menschen zu treffen. Die mich manchmal besser kennen als ich mich selbst und die einfach mein Ass im Ärmel sind. Eine Trumpfkarte, die ich immer ausspielen kann, und die absolut jedes Mal gewinnt.

Genauer gesagt, sind es zwei Asse und Trumpfkarten und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber sie sind die besten, schönsten und tollsten Menschen, die man sich denken kann und ich bin dankbar, dass sie meine Freundinnen sind. Dabei habe ich sie nicht einmal andauernd um mich, im Gegenteil, die eine wohnt in meiner alten Heimat und die andere unten am See. Ein See, den ich liebe und an und auf dem ich so wahnsinnig gerne bin. Ich bin schließlich eine echte Wasserratte, die für ihr Leben gerne schwimmt, segelt, paddelt oder das Leben dort einfach genießt.

Doch ich schweife ab, denn es geht um schließlich um die Beiden und auch wenn ich sie viel zu wenig sehe so sind wir doch so eng miteinander verbunden. Die Eine kenne ich schon mein halbes Leben und sie ist neben einer Freundin inzwischen schon ein Teil meiner Familie geworden. Sie kennt mich und mein Leben wie kein Anderer und das ist gut so, denn ich fühle mich dort einfach gut aufgehoben. Besonders weil ich mit ihr über wirklich alles reden kann, selbst nachts um drei Uhr ist das kein Thema. Über Männer, das Leben , die Liebe, den Job oder die Familie.

Wenn sie einen Raum betritt, wird sie stets von einer ganz besonderen Atmosphäre begleitet und jeder spürt sofort, dass alles gut ist. Sie verbreitet so mühelos eine wunderbare Stimmung um sich und das tut sie ganz ohne Absicht oder bewussten Entschluss. Man fühlt sich gut bei ihr und bei jedem um sie herum. Man fühlt sich einfach wohl in ihrer Nähe, denn in ihrer Gegenwart werden keine Unsicherheit, Selbstzweifel oder Minderwertigkeit verbreitet.

Man kann sie nicht täuschen, denn sie erkennt meistens sofort, was mit einer Person los ist. Das wunderbare ist, dass sie vollkommen unbeeindruckt ist von allem äußeren Auftreten ist und kann ziemlich schnell sagen, was sie bei anderen Personen empfindet. Sie ist dabei nicht beeinflusst von eigenen Emotionen oder Erfahrungen, lässt sich Null von den Meinungen anderer beeindrucken, sondern weiß es einfach intuitiv.

Bei ihr bekomme ich sofort ein Feedback oder eine positive Rückmeldung. Ja, sie ist auch kritisch und sagt mir was nicht in Ordnung ist, aber vor allem gibt sie mir das Gefühl, dass ich gut bin und die Dinge richtig mache. Ich bin toll und das muss ich leben.

Dann ist da noch die Andere, die vom See. Ich kenne keine Person, die so beständig und dauerhaft einfach nur gut drauf ist – so voller aufrichtiger Lebensfreude, innerem Glück, und absoluten Entspanntsein und das obwohl sie eine riesige Familie hat. Und dieses Glück wiederum atmet sie aus und ein und macht das in einer so unbekümmerten Art und Weise, dass jeder davon automatisch auch glücklich wird. Sie ist frei von den Meinungen anderer, und das ist gleichzeitig sehr angenehm. Ihre Grundsubstanz ist tiefstes, grenzenloses Gottvertrauen.

Das ist so tief in ihrer Persönlichkeit verankert, dass sie sich durch absolut keine Situation oder Umstand aus der Ruhe bringen lässt, und – falls sie Nachts um 12 geweckt werden würde – im vollsten Brustton der Überzeugung sagen könnte: „Mach dir keine Sorgen. Das wird alles ganz wunderbar passen.“ Oder morgens um 6 Uhr. Oder nachmittags um 4.
Unsere Beziehung ist geprägt von aufrichtiger Wertschätzung und grenzenloser Liebe – sie hebt meine Persönlichkeit beständig hervor und weist mich immer und immer wieder darauf hin, wer ich wirklich bin.

Während alle anderen inmitten von Herausforderungen und Problemen wie aufgeschreckte Kaninchen hektisch umherrennen, bleibt sie völlig gelassen und sortiert die Dinge einfach.

Und zack! Alles dreht sich in einem Augenblick.

Sie ist durch schlimme Umstände und Schwierigkeiten nicht zu beeindrucken, schaut sich das alles genau an – und vernichtet anschließend durch einen einzigen Satz jede Art von Zweifel, Grübeln, Sorgen oder Zukunftsangst. Das hat eine solche Wirkung, dass man voller Hochachtung und fast schon ehrfürchtig ihr danken will. Sie macht das einfach so, mit einem Schulterzucken und einem lustigen Satz, der alles entschärft und alles Unüberwindbare ganz leicht und einfach macht.

Diese Beiden in meinem Leben zu haben ist ein echter Gewinn. Sie sind absolute Geheimwaffen, verfehlen niemals ihr Ziel, treffen immer ins Schwarze und beseitigen alles Schlechte, Komische und Verkrampfte  –  sie machen das einfach nebenher, während sie eigentlich ihr Leben feiern. Oder sich die Nägel lackieren. Ich bin so voller Ehrfurcht, Respekt und Dankbarkeit, wie man es nur sein kann angesichts dieser überragenden Persönlichkeiten, die ich in meinem Leben haben darf.

Egal, wie schlimm, herausfordernd und unlösbar die Situation in deinem Leben auch aussehen, aber du bleibst gelassen, und vertraust, dass alles gut wird. Du drehst nicht durch, wirst panisch, und googelst irgendwelche Symptome, sondern bleibst gelassen, und vertraust. Wenn du Tomatensamen sähst, wirst du Tomaten ernten – du kannst dir noch so viele Sorgen machen, noch so sehr bangen und hoffen, und beten und tun – daraus werden trotzdem keine Elefanten oder Einhörner wachsen. Es werden – oh, Wunder! – Tomaten. Genau so einfach ist es. Also renn nicht auf den Acker und zerre an den zarten grünen Blättchen, weil noch keine Tomaten zu sehen sind – sei nicht nervös oder voreilig.

Das wird schon alles. Du entspannt dich jetzt und weißt, dass alles, was du an Liebe und Vertrauen investiert hast, wird irgendwann die schönsten Früchte tragen.

Danke

#Abgerechnet wird am Strand

Einer der hässlichsten und manipulativsten Hashtags der Social Media-Kanäle steht meist unter Bildern sehr schlanker, sehr durchtrainierter Menschen, die stolz ihren Bauch in die Kamera halten oder ihren Po. Die damit suggerieren wollen, „Na, wartet, ihr Couchpotatoes, Donut-Liebhaber und Sportverweigerer – wartet, bis ihr euch ausgezogen habt. Dann bekommt ihr die Rechnung.“

Und das ist leider erst mal wahr, denn da, wo keine Spanx, Tailliengürtel, Wallekleider und sämtliche vorteilhafte Kleidungsstücke die Figur umspielen, da zeigt sich das schonungslose Ergebnis aller Pushups, Kniebeugen und Protein-Shakes – oder aber auch aller Cokes, Käsepizzas und süßen Teilchen vom Bäcker. Die Substanz. Ab da gilt keine Ausrede, kein Vertrösten und kein Schönreden, es ist wie es ist und lässt sich leider bis übermorgen auch nicht mehr ändern. Deshalb schwitzen und pushen und kniebeugen viele wie wild in der Gegend, damit man – wenn alles andere wegfällt – das Ergebnis bewundern kann, und jeder anerkennend „WOW“ nickt.

Und genau so ist es mit den inneren Dingen. Ob man eine „WOW“-Persönlichkeit ist, zeigt sich nicht nur am Strand, sondern an den Umständen. Es zeigt sich, wenn alles Äußere, was einen bisher so bestätigt, gepusht, bejubelt, motiviert oder emotional aufgeladen hat, wegfällt. Wenn die aktuellen Situation im Leben keinesfalls schön, positiv oder beglückend ist – und man trotzdem gut drauf ist. Völlig unbeeindruckt steht man da und weiterhin vertraut man darauf, dass sich alles bestens entwickelt. Das ist im Prinzip dasselbe wie bei den Strandfanatikern, die alles tun um bestmöglich in Shape zu sein.

Sie bauen Muskelmasse auf. Und Kondition. Und optimieren ihre Ernährung.

Beim Muskelaufbau gilt folgendes. Will man unbedingt starke, definierte Oberarme haben, dann gibt es ganz spezielle Geräte und Übungen, die sich ausdrücklich dafür eignen. Wenn man diese wiederholt, dann bekommt man das allerbeste Ergebnis. Bei manchen Übungen dagegen trainiert man irgendwie alles, und bekommt schöne Oberarme ganz nebenbei quasi.

Genau so ist es mit der Persönlichkeitsentwicklung, denn durch viele Umstände wird man ganz gezielt trainiert.

Man übt am allerbesten, frei von Minderwertigkeit zu sein, wenn man sich dagegen entscheidet, während andere auf einen herabschauen. Man trainiert ganz gezielt, keine Einsamkeit zu dulden, wenn einen über Wochen oder Monate keiner anruft, besucht, oder sich um einen kümmert. Eine bessere Technik für finanzielle Unabhängigkeit als beim leeren Konto der Existenzangst und den Sorgen zu widerstehen, gibt es nicht. Und manchmal bricht förmlich alles zusammen, und man muss sich vollkommen auf die Liebe verlassen, weil es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt – und dabei trainiert man eigentlich alles.

So gesehen kann man jeden Umstand und jede Herausforderung wortwörtlich sportlich nehmen – wenn diese vorbei ist, wirst man absolut fit und gut definiert in diesem Bereich sein. Und glaube mir, da lohnt sich jede Entscheidung und jeder Schritt nach vorne! Das ist Tausend mal mehr wert als ein flacher Bauch oder strammer Hintern! Hat man erstmal Muskelmasse aufgebaut, dann verbrennt die auch im Nichtstun Kalorien – verrückt! Und so ist es mit der Persönlichkeit, denn ist erstmal Substanz da, kann man sich wirklich entspannen – auch bei Nichtstun wird man stärker, gelassener, freudiger, erfolgreicher. Kein Scherz.

Ebenso wichtig ist die Kondition. Denn Ausdauer trägt nicht nur ebenso zum Kalorienverbrennung bei, sondern steigert allgemein die Leistungsfähigkeit und das Durchhaltevermögen – eine gesunde Basis für alle Aufbauübungen.

Und genau so ist es mit deiner Persönlichkeit, denn 99,9% der Dinge, die wirklich schön, stark, attraktiv, kostbar sind brauchen Zeit. Man braucht Geduld und Ausdauer, bis man sie tatsächlich erlebt! Es ist ein Prozess, um den kommt man einfach nicht herum, denn ein flacher Bauch geht auch nicht in 3 Tagen, starke Persönlichkeit nicht in 3 Wochen.

Man darf sich nur nicht verwirren oder entmutigen lassen, wenn man scheinbar keine kurzfristigen Resultate sieht. Die Persönlichkeit verändert sich schon noch, da braucht man einfach Geduld! Das wäre sonst, wie wenn jemand nach 6 Wochen Joggen sagen würde, dass er nur ein Kilo abgenommen hat und das alles nichts bringt. Und aufgibt.

Das Wichtigste für dich ist also dranbleiben – mag der Umstand noch so lange anhalten, und die Herausforderungen kein bisschen kleiner werden. Es wird, es wird, es wird. Glaub mir, es wird sich verändern und zwar so lange wie man entspannt bleibt, man sich nicht beeindrucken lässt und nicht frustriert ist. Es wird werden. Es ist wie beim Ausdauertraining, und man ist hinterher fit und gelassen bei allem Möglichen, und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Beim Bikini-Body spielt Ernährung eine absolut entscheidende Rolle. Sie soll ausgewogen sein, nur beste, hochwertige Zutaten enthalten – und dann gezielt mit Proteinshakes und – pulvern noch zusätzlich pushen. Dabei meiden die Sportler minderwertige Lebensmittel und Junk Food wie der Teufel das Weihwasser.

Und exakt so ist es bei der eigenen Persönlichkeit. Wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, muss man sich möglichst optimal ernähren. Das bedeutet, dass man sich nur mit Menschen umgeben wird, die einem gut tun, einen inspirieren und einen positiv herausfordern. Andere, die einen dauerhaft runterziehen und negativ machen, auf die verzichtet man. Man wird genau filtern, was man zu sich nimmt und auch wie oft: welche Bücher man liest, welchen Liedern man zuhört, welchen Accounts und Blogs man folgt, usw. Das ist quasi die innere Nahrung, und was rein kommt, baut die Substanz und das zeigt sich dann irgendwann.

#abgerechnetwirdamstrand. Weißt du, was der Einsatz der Sportler ist? Sie stehen morgens eine Stunde früher auf, um bei Wind und Wetter zu ihrem Studio zu fahren. Oder trainieren nach Feierband, obwohl sie stundenlang gearbeitet haben. Sie ziehen sich in der stinkenden Umkleidekabine um, trinken ihr pulvriges, eklig schmeckendes Proteinzeugs, sie schwitzen und stemmen und machen und tun – und vieles davon ist einfach nur anstrengend, nicht glamourös, macht keinen Spaß in der Sekunde, und keiner klatscht dabei Applaus. Aber wenn sie dann ihren flachen Bauch auf Ibiza spazieren tragen – dann würden viele am liebsten doch applaudieren.

Und genau so ist es bei einem Selbst, denn all die Entscheidungen, die man trifft – nur für sich, wo keiner dabei ist und einem gratuliert, wie toll man doch ist – die sehen nicht so spektakulär, fancy, glamourös aus. Wenn man sich weigert, sich selbst zu bemitleiden. Und entscheidet, zu lieben, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Oder vertraut, dass alles gut wird, obwohl es gerade einfach scheiße aussieht. Wenn man sich entspannt, obwohl alles nach Druck und Stress schreit und Entscheidungen außerhalb der Komfortzone trifft. Wenn man nicht mit der breiten Masse schwimmt, sondern größer träumt und nötigen Schritte tut. All das sieht und würdigt niemand.

Aber irgendwann, da stehst du am Strand deines Lebens, und jeder – absolut Jeder wird deine Substanz sehen. Die wird schöner, stärker und strahlender sein, als alles andere – und jeder wird sie genießen, dir selbst inklusive. Die eigene Substanz: pure Liebe, Stärke und Freiheit.

Geh raus, lass dich drauf ein und zieh es durch.

Darum bin ich nicht die Schweiz

Was andere Menschen über dich denken, geht dich nichts an. Dieser Satz ist wirklich existenziell und er hat eine wirklich tiefe Substanz. Das zu verinnerlichen, garantiert einem den größten Genuss und die höchste Lebensqualität, und zwar in allen möglichen Alltagssituationen. Nennen wir es beim Namen, denn es bedeutet Freiheit unabhängig von Lob und Tadel zu sein. Und etwas Schöneres, als frei zu sein, gibt es nicht. Will man ein außergewöhnliches, erfülltes Leben leben, wird das niemals außerhalb der Freiheit stattfinden.

Und weil dieser Lifestyle nicht von Heute auf Morgen kommt, wird man sich das noch sehr oft bewusst machen müssen. Das Hirn reagiert leider immer wieder ziemlich selbstgefällig, denn die Probleme sind auch nichts Neues. Es gibt im Grunde immer dasselbe Drama, immer denselben Stress, immer dasselbe Gejammer. Aber die Wahrheit ist stärker als Lüge, die Liebe ist stärker als Angst, Neu schlägt Alt. Dieses emotionale Auf und Ab wird verschwinden und dann ist es nur noch schön, dauerhaft schön.

Kritik ist leider üblich und kein Grund zur Sorge. Wenn jeder mit der eigenen Lebensweise einverstanden ist, einen gut findet und einen mag, dann ist das Leben eine weichgespülte, langweilige Soße, und man ist der Harmloseste auf diesem Planeten. Dann erlebt man zwar kaum Kritik, allerdings erlebt man dann insgesamt kaum etwas.

Und das kann es nicht gewesen sein. Man ist doch nicht auf der Welt, um ein Standardleben zu leben, über die Runden zu kommen, und alles richtig zu machen. Das Aufregende, das Erfüllende, das Außergewöhnliche – das wartet außerhalb der Angst, außerhalb der Komfortzone, außerhalb der Bestätigung der breiten Masse. Ist klar, sonst würde es jeder leben.

Es ist aber nicht so. Die Meisten leben Tagein, Tagaus den Trott. Eines ist klar, denn es ist nicht üblich, unbeeindruckt von Lob und Tadel zu sein. Abhängig davon zu sein ist so weit verbreitet, dass es quasi normal ist.

Wenn man einmal es wagt etwas anderes zu tun, dann hagelt es Missgunst und Ablehnung, man wird ziemlich kritisch beäugt. Doch das braucht einen kein bisschen zu verunsichern oder zu verwirren. Wenn man also jedes Mal darauf reagiert, wird das Leben sehr turbulent werden. Also kann man entweder aufhören, außergewöhnliche Schritte zu gehen und wieder mit der breiten Masse schwimmen, damit alle beruhigt sind oder man lernt, frei von Lob und Tadel zu sein. Die eigene Wahl. Aber man darf hinterher nicht jammern, dass das Leben insgesamt so semi-erfüllend war.

Je enger die emotionale Bindung, umso größer die Beeinflussung. Je näher einem jemand steht, und je mehr er einem bedeutet, umso stärker wird es einen pushen, oder runterziehen, was er von einem hält. Man sollte keinesfalls daran arbeiten, ihm zu gefallen und alles richtig zu machen. Bei manchen reicht es schon, wenn sie von wildfremden Menschen kritisiert werden – in Zeiten von Social Media ein weitverbreitetes Phänomen. Ein paar kritische Bemerkungen da, ein negativer Kommentar hier, und schon wird sich gerechtfertigt, verteidigt und erklärt – und man ist in die Sache involviert. Aber wenn es einen nichts angeht, was andere über einen denken, dann kann man die Zeit, in der man sich ärgert, stattdessen einfach in etwas Schönes, Inspirierendes investieren.

Die eigene Energie ist viel zu kostbar, die eigene Lebenszeit viel zu wertvoll, die eigene Persönlichkeit viel zu groß, um sich auf eine solche Ebene zu begeben. Man ist zu groß für Ablehnung, zu groß für miese Kritik, zu groß für Neid, Hass und Missgunst.

Und selbst, wenn man jedes Recht dazu hätte, sich zu involvieren, sollte man darauf verzichten. Man verzichtet völlig auf jede Involvierung seinerseits – man muss nichts richtig stellen, man muss nichts erklären, man muss nichts rechtfertigen. Man vertraut darauf, dass die Wahrheit immer stärker ist. Und zu seiner Zeit wird alles wunderbar für einen geklärt werden, ganz ohne Stressen und Bemühen und Dinge klären wollen. Und es wird sich zum eigenen Vorteil klären, versprochen! Aber wie und was und wann geht einen nichts an – bis es so weit ist, hier muss man sich einfach gedulden. Das ist das Schwerste daran.

Partner. Kinder. Eltern. Chef. Freunde. Kunden. Egal von wem es kommt….

Man hat zuallererst eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Man hört zuallererst immer auf sein Herz – und erst dann auf die anderen.

Es ist ganz einfach, denn wenn das, was derjenige sagt oder tut, einen klein macht, einen unter Druck bringt, einem ein schlechtes Gewissen macht, einen verunsichert und verwirrt, alles kompliziert und unüberwindbar macht, einen deprimiert und entmutigt, einen seines Schwungs oder seiner Lebensfreude beraubt, einen als unfähig, dumm, oder gar böse dastehen lässt – dann geht einen das nicht an. Egal, wie logisch es sich anhört, egal, ob es vordergründig stimmt und vor allem, egal wer es sagt.

Es kann ansonsten die liebste Person überhaupt sein, und sie kann es noch so gut meinen, und, aber all das spielt keine Rolle. Wenn man nur eine einzige Sache hinkriegen könnte, dann wäre es folgende, dass du zuerst auf dein Herz hörst und dann erst auf andere Menschen. Selbst, wenn diese Menschen einem ganz nahe stehen.

Denn am Ende des Tages ist es dein Leben, dein Herz, dein Traum, deine Lebensfreude, deine Power, die zählen. Und du hast zuallererst die Verantwortung dafür. Man kann unmöglich nur dann ein schönes Leben haben, wenn keins der Kinder gerade auf einen sauer ist oder die Freundin/Schwiegermutter nicht beleidigt oder der Mann zufrieden mit der Gesamtsituation.  Man kann gerne Klarheit schaffen und ab da ist man für nichts mehr zuständig. Weder für Mann, noch für Kinder, noch für Freundin.

Man ist sehr wohl kritikfähig. Schau, ich mache im Grunde nichts anderes, als dir ständig zu sagen, wo es bei dir überall nicht passt – und du bist hinterher weder depressiv noch down, sondern ganz im Gegenteil gepusht, glücklich und dankbar. Für Kritik, wohlgemerkt! Weil die Liebe zwar klar ist, aber niemals entmutigend. Obwohl sie eine Kurskorrektur vornimmt, hat sie einen solchen Schwung und Power, dass man hinterher sich nichts Schöneres hätte vorstellen können, und vor Glück heulen könnte. Wenn ich dich korrigiere, bist du hinterher freier, mutiger und leichter, anstatt verunsicherter.

Gott braucht nicht den Teufel, um einem etwas beizubringen. Keiner musst einem Angst machen, einen unter Druck setzen, oder einen leiden lassen, damit man etwas Gutes lernt – das ist weit unter der eigenen Würde. Die Liebe macht das auf Augenhöhe, in der größten Wertschätzung und Respekt zugleich. Ich kann das ein bisschen schwer ausdrücken, weil man das nur unbewusst wahrnimmt – aber der Unterschied könnte nicht größer sein.

Jedem macht es etwas aus, wenn andere einen nicht mögen oder ablehnen, denn jeder will beliebt sein. Diese Emotionen sind nachvollziehbar, und werden einem immer wieder auf einem Silbertablett angeboten werden. Aber man kann jedes Mal wieder aufs Neue entscheiden ob man sich darauf einlässt.

Deshalb sollte man zuallererst sich selbst lieben und darauf scheißen, ob das jetzt erwidert wird oder nicht. Jeder Mensch, der einen liebt, einen wertschätzt, und der an der eigenen Seite sein soll, wird einem automatisch obendrauf hinzugefügt. Versprochen. Ganz ohne Zutun und Gefallen wollen! Wie von magischer Hand wird man die besten Freunde, den liebevollsten Partner, die genialsten Kunden, Kollegen, Mitarbeiter haben – und wenn das bei einem noch nicht so ist, dann ist es nicht der eigene Job, sich darum zu kümmern. Das kommt schon noch. Und genau deshalb ist das Leben so leicht! Jeder entscheidet sich immer und immer wieder, dass es ist egal, was andere von einem denken. Man legt fest, dass es für einen in jedem Bereich geil wird, ohne dass man irgendwas oder gar irgendwem hinterherrennen muss. Und genauso ist es dann auch.

Es geht nicht darum wie man sich dabei fühlt. Nein, ich beschließe einfach, dass es mir nichts ausmacht – die Gefühle folgen dann schon. Die müssen irgendwann einsehen, dass man nicht einknickt, früher oder später. Würde man warten, bis man sich so fühlt, würde hier gar nichts laufen! Ich beschließe es, und mache einfach weiter, wie wenn nichts wäre.

Lieber das Schlechte ignorieren, als sich im Schlechten baden. Es würde einem enorm guttun, wenn man das ganze Drama etwas ignorieren würde und sich stattdessen auf seine Kernkompetenzen besinnen würde. Liebe, Lebensfreude, Genuss. Der Umstand will unbedingt die ganze Aufmerksamkeit, also entzieht man sie ihm ganz bewusst.

Es ist überlebenswichtig ist, frei von Lob und Tadel zu sein. Frei von Bestätigung oder Ablehnung der anderen zu sein, ist die größte Garantie dafür, dass man als Persönlichkeit seine Einzigartigkeit bewahrt. Die Individualität eines jeden ist seine größte Stärke. Es gibt absolut niemanden auf diesem Planeten, der dieselbe Kombination aus Talenten, Charaktereigenschaften und Ausdrucksmöglichkeiten hat. Keiner mag exakt dieselben Dinge wie man selbst, kann sich genauso freuen wie man selbst, und hat dieselbe Art, Probleme zu lösen, wie man selbst sie hat.

Schaffen es die Meinungen anderer, einen zu beeinflussen, dann wird man seiner größten und schönsten Fähigkeit beraubt – oder zumindest gemindert. Und deshalb gibt es für einen nur eine einzige Möglichkeit: Es geht dich nichts an. Nicht dein Bier, nicht dein Business, nicht deine Abteilung, nicht deine Angelegenheit. Du machst es dir einfach immer wieder bewusst: nicht deine Sache.

Wirst man von einer Person immer und immer wieder und dauerhaft kritisiert, ist ihre Nähe garantiert nicht der richtige Ort für einen. Es mag einem zwar egal sein, aber warum solltest man sich mit so jemanden umgeben?

Ich trage die Outfits, die ich tragen will – ist mir egal, ob andere das für passend oder unpassend halten. Ich wohne so, wie ich wohnen will – ob andere das beklatschen, oder „viel zu weiß“ finden, ist mir egal. Ich esse so lecker, und so gut, und so viel, wie ich essen will – keiner darf sich ein Urteil darüber erlauben. Ich tanze so viel, wie ich jeden Tag tanzen will, und schreibe die Texte, wie ich sie schreiben möchte, und lache so laut und so oft und bin so begeistert wie ich es nur sein will, ich liebe so hemmungslos und stark, wie ich will, und drücke diese Liebe genau so aus, wie ich will, ich lege die Regeln für mein Leben fest, und genieße jede Sekunde so sehr, wie ich es nur will – und Keiner kann mich vom Gegenteil überzeugen. Meckern kann man bekanntlich immer, auf andere herabschauen und sie kritisch beurteilen ist leicht.

Man sollte sich über jede Situation freuen, in der man keine positive Bestätigung bekommt – einen schnelleren Freiheits-Booster wird man kaum finden. Sei froh, wenn nicht jeder Applaus klatscht, nicht jeder anerkennend nickt, und einen nicht hypt – das pusht nämlich ansonsten nur die eigene Gefühlswelt, baut aber keine echte Persönlichkeit. Die Zuneigung der anderen kann nämlich von heute auf morgen weg sein – und dann? Dann ist man ganz schnell fertig mit der Welt, und am Boden zerstört.

Aus diesem Grund ist ein früher Ruhm, Erfolg und große Beliebtheit eher kontraproduktiv, so bestätigend es für die eigenen Gefühle sein mag. Wenn das so ist, dann achte einfach darauf, dass die eigene Lebensfreude nicht durch Geschenke, Liebesbekundungen, WhatsApps, Likes, Follower, Kommentare, Erfolg, Aufträge, Kunden, etc. bezogen wird. Ablehnung ist für die Emotionen dagegen unangenehm, bietet aber die beste Möglichkeit, zu üben, wirklich unabhängig davon zu sein. Nur dann kann man seinem Verstand, der laut „Jemand mag mich nicht, und es macht mir etwas aus!“ schreit, und sich dabei wie eine Diva aufführt, Einhalt gebieten. Deshalb beurteile ich jede solche Herausforderung als positiv, krempele die Ärmel hoch, und hole zu einem Schlag aus. Darum werde ich niemals so neutral wie die Schweiz sein, kein Menschengefaller, nicht everybody’s darling, und nicht Miss Beliebt 2019.

Und ob das jemand sonst auch so sehen kann, oder nicht, geht dich einfach nichts an. Hab einfach Spaß und mach dein Ding