Any problems..?

Wir kennen das vermutlich alle, diese Stimme im Kopf, die einem sagt, was geht und was nicht geht. Unser Ego macht sich dann breit und wir verbeißen uns in diesen Gedanken.

Weisst du, woraus eins der größten Unterschiede zwischen mir und dir besteht? Du schaust dir deine Umstände an und ziehst daraus Rückschlüsse auf dein Leben und deine Person. Sind diese gerade positiv, fühlst du dich wie der Überflieger  – häufen sich allerdings viele Missschläge, kommt es dir vor, als würdest du nichts auf die Reihe kriegen. Dann scheint alles schief zu gehen und was bist du überhaupt für ein Loser-einsam-pleite-unglücklich-Gosse ist nicht weit.

Ich aber bin mir einfach bewusst, wer ich bin und bestimme von dieser absolut schönen, festen und überlegenen Position über alle Umstände. Und rate mal, was passiert? Auch wenn du es kaum für möglich halten wirst, die Umstände verändern sich alle zu meinen Gunsten. Nicht sofort und nicht alle auf ein Mal – aber das ist mir egal, denn ich lebe sowieso unabhängig von ihnen. Ich lebe in und aus der Liebe in mir und die ist immer gleich schön, gleich stark, gleich leicht und gleich glückserfüllt – das erleichtert die Sache tatsächlich enorm.

Und weil ich nicht will, dass du dich auch nur einen Tag länger bemitleidest und dich in depressiver Stimmung suhlst oder es dir allgemein schlecht geht, wird es Zeit für eine erneute, kleine Richtigstellung. Wir machen das heute folgendermaßen, ich erzähle dir, wie es bei mir ist. Und du liest es, saugst es förmlich auf und beschließt es umzusetzen. Das nennt sich Identifikation, und ist überhaupt nicht schwer.

Ich gehe niemals von meinen Umständen aus. Verlockend ist es, ich gebe es zu – denn sie präsentieren sich immer überzeugend, können laut und eindringlich um deine Aufmerksamkeit schreien und haben auch sonst allerlei schlaue Tricks auf Lager, warum du dich mit ihnen dauerhaft beschäftigen solltest. Der Teufel ist zwar schwach, aber nicht dumm – dein Umstand wird dir garantiert so einleuchtend und glaubhaft serviert werden, dass deinem Verstand als einzige Schlussfolgerung bleibt. Bei mir passt etwas nicht. Mir geht’s mies. Alles wird untergehen. Mein Leben ist scheiße.

Ich aber lasse mich auf diesen Zirkus nicht ein – denn dann bin ich sofort mit… Zeug beschäftigt. Mit kleinem, unwichtigen oder miesen Zeug, welches sich aber durchaus groß, wichtig und Drama präsentiert, nicht zu vergessen.

Und jetzt kommt mein Ausgangspunkt, denn wenn die Liebe die stärkste Kraft im gesamten Universum ist – und ich diese quasi verkörpere – dann bin ich allem überlegen. Also bei Weitem. Also im Spaziergang. Also versteht sich von selbst. Die Liebe hat kein Problem – sie ist quasi der Löwe unter den Ameisen – der King unter den Untergebenen – der Bestimmer in der Gang – der Herrscher bei Game of Thrones – die absolute, uneingeschränkte, durch nichts zu überwindende Allmacht. Deshalb kann mir keiner was.

Egal, wie es momentan aussieht,
egal, wie groß das Drama sein mag,
egal, was andere sagen,
egal, was ich selbst Gegenteiliges erlebt habe,
egal, wie sich alles anfühlt, aussieht, darstellt – ist mir so egal. Egal, egal, egal. Ich glaube an diese Allmacht der Liebe in mir mehr als an alles andere, stur wie ein Esel und fest wie ein Fels. Und wenn das bei mir so ist, dann ist es ab sofort bei dir auch so.

Jeder ist hin und wieder mal traurig und irritiert. Ich bin auch mal kurzzeitig beeindruckt von dem bildgewaltigen, soundtrack-unterlegten Drama, welches sich „meine Probleme“ nennt.

Der Unterschied aber ist, denn ich bin mir absolut im Klaren, dass es eben nur Gefühle und Gedanken sind, die so jammern oder sich fürchten – ich aber habe die Aufgabe, ihnen zu sagen, dass alles gut und schön wird, ruhig, Brauner, ruhig. Ich erziehe meine Gefühle und Gedanken, liebevoll aber konsequent, und versichere ihnen, dass kein Aufstand nötig ist – was glaubst du sonst, was hier los wäre?! Die würden sich im Schlamm wälzen wie so ein 3Jähriger vor dem Süßigkeitenregal in der schönsten Trotzphase oder ein 14Jähriger, dem man das Iphone wegnimmt – für diesen Auftritt habe ich echt keine Zeit! Meine Gefühle wollen natürlich Selbstmitleid und Trotz und Frust und all das, aber es gibt nun mal jetzt keinen Schokoriegel und kein Iphone, Ende der Ansage. Ich kann das ganze Gewälze nicht so wirklich ernst nehmen, die beruhigen sich schon wieder. (Noch nie ist ein 3Jähriger für immer an der Kasse liegen geblieben.)

Verstehst du, ich bin mir meiner Stärke, Schönheit, Größe und Würde so bewusst, dass ich – bei jedem Anflug von miesen, negativen, traurigen, frustrierenden, depressiven, komischen, mich-unter-Druck-bringenden Gedanken oder Gefühlen mich einfach entschieden weigere, darauf einzugehen. Wer bin ich denn?! Und wo sind wir hier bitte schön?! Geht’s noch?! Ich kann nicht einerseits allen Ernstes glauben, dass ich die Liebe und pure Stärke bin und dann es mir erlauben, dauerhaft mies drauf zu sein. Das wäre irgendwie… schizophren, oder?

Das bedeutet ganz konkret, dass ich auch mal heule, wenn ich heulen will – aber mir manchmal selbst ein bisschen blöd dabei vorkomme. Und wenn das bei mir so ist, dann ist es ab sofort bei dir auch so. Abgesehen davon ist es hier keine „wer-ist-am-schlimmsten-dran“-Kompätischon – oder hat’s dir jemals was gebracht, wenn du an die Kinder in Afrika gedacht hast, während du Liebeskummer oder finanzielle Sorgen hattest? Na? Eben. Meine Umstände im Detail zu kennen, würde dir kein bisschen weiterhelfen.

Verstehst du, wenn du von den Umständen ausgehst, wird es in deinem Leben immer so ein Auf und Ab geben. Und das ist auf die Dauer extrem kräftezerrend und anstrengend, weil du ständig nur reagieren musst. Mal so, mal so, mal scheint die Sonne, der Partner ist liebevoll, das Konto voll, der Urlaub schön und die Kinder brav oder eben nicht. Und schon geht’s wieder los, das Seelen-EKG. Hoch und runter, wie so ein perverses Spiel mit deinen Gefühlen.

Wie passt das zu dir? Gar nicht! Es dürfen und können sich alle verrückt machen, die es gerne wollen, aber deine Person ist zu kostbar für so etwas, dein Leben zu wertvoll, du hast für solchen Zirkus einfach keinen Nerv. Stattdessen machst du es so wie ich und du konzertierst du dich umso mehr auf die Liebe, je größer das Drama ist. Du gibt´s extra Gas im Vertrauen und Locker Sein, je mehr Druck von außen versucht, an dich ranzukommen. Du entscheidest dich ganz neu, dich darauf zu verlassen, dass alles zum richtigen Zeitpunkt zu dir kommt und zwar genau dann, wenn Sorge und Zukunftsangst mit Pauken und Fanfaren antreten.

Ich versichere dir, dass du das kannst. Du bist fähig und in der Lage, dich zu entscheiden, nicht dem Umstand zu glauben. Und das ist ein bisschen wie ein Training – zuerst recht ungewohnt, aber irgendwann absolut selbstverständlich.

So, und bis zum nächsten Mal üben wir, uns nicht vom momentanen Problem beeindrucken zu lassen. Wer viele hat, kann schon mal ganz viel üben, und wird umso schneller frei davon, denn zu sagen „Ich mache mir keine Sorgen.“ ist leicht, wenn man keinen Anlass dazu hat. Oder „Ich habe keine Probleme mit Liebeskummer“ – wenn man glücklich verheiratet ist – kein Kunststück. Oder „Ich habe keine Angst um meine Zukunft.“ – wenn du verbeamtet auf Lebenszeit bist – eine Floskel. Das ist noch überhaupt keine Stärke, das sind einfach nur positive Umstände.

Aber inmitten von Stürmen leichtfüßig zu tanzen – das ist genau das, wohin die Reise hingeht. Darauf können wir uns alle sehr freuen! Ab da wird alles sehr schön und aufregend und macht wirklich, wirklich Spaß.

Mehr Sein als Schein

Ich schreibe des Öfteren über „Investment-Pieces“ – und das meint alles an Kleidungsstücken oder Einrichtungsgegenständen, die zwar einen hohen Anschaffungspreis haben, aber über eine lange Zeit so aktuell und qualitativ hochwertig sind, dass sich jeder ausgegebene Cent lohnt. Das ist sicherlich viel sinnvoller als günstiger Kram, welchen man nur eine Saison lang trägt. Gucci Tasche beats H&M Shopper.

Heute werde ich über ein Investment schreiben, welches sich mehr als alles andere lohnt und zwar das in die eigene Persönlichkeit. Ich werde so richtig Lust machen auf die inneren Werte – das ist nämlich das, was mich selbst am allermeisten fasziniert. Innere Schönheit und Stärke begeistern mich aufrichtig – das Äußere drumherum ist für mich zweitrangig.

Denn ganz egal, wie fest man davon überzeugt ist, dass man nur noch dieses eine Teil (setze hier beliebigen gewünschten Gegenstand ein) zum vollkommenen Glück braucht, das Aufwerten des Inneren durch Äußeres funktioniert niemals. Nie. Und zwar ganz egal, wie viele Menschen einen aufgrund von Äußerlichkeiten bewundern, anhimmeln, anschmachten und verehren. Der Kick durch Dinge, Menschen von außen ist kurz und hat keine Substanz.

Am Ende des Tages zählt nur eins: Wer ist man? Welche Persönlichkeit steht einem gegenüber, wenn man auftaucht? Welche Atmosphäre entsteht, wenn man da ist? Ob man bereits eine Persönlichkeit hat bzw. ist zeigt sich ganz einfach, nämlich unter Druck.

In unangenehmen Umständen zeigt sich das Wesen einer Person am Schnellsten: wie ist die spontane Reaktion? In Herausforderungen merkt man ganz schnell: fällt die gute Laune wie ein Kartenhaus zusammen? Ist man sofort wieder down, genervt, verstimmt? Rastet man aus, wird ungeduldig, weinerlich, selbstmitleidig oder gar wütend auf andere und hackt auf ihnen herum? Dann gibt es in Sachen Persönlichkeitsentwicklung noch Potenzial.

Je größer dagegen die Herausforderung und je souveräner die Reaktion = umso stärker die Persönlichkeit. Denn gut drauf sein, wenn alles gut läuft, kann bekanntlich jeder Depp.

Und da keiner von uns von Herausforderungen verschont bleibt, außer natürlich, er verlässt niemals seine Komfortzone. Aber das wäre fatal, weil man da womöglich an Langeweile stirbt, ist es essentiell, dass man in seine Persönlichkeit investiert. Dann wird man nicht nur einen kurzen, gefühlsmäßigen Kick erleben, sondern dauerhaft glücklich und erfüllt sein. Und gleichzeitig unbeeinflußt von den äußeren Umständen.

Lass dich nicht blenden. Der äußere Schein, große Namen, Zahlen, Besitztümer, augenscheinlicher Erfolg brauchen dich nicht zu beeindrucken. Es gibt Menschen, die sehr viel Geld verdienen, sehr viel Erfolg haben, sehr viel Zustimmung und Applaus ernten, sehr viele Follower generieren und in Zeiten von Social Media all das auf großen Plattformen hervorragend präsentieren können. Mein Wunsch ist es, dass sich Niemand davon blenden, verführen oder verunsichern lässt.

Denn all das sagt absolut nichts über die Persönlichkeit aus und schon gar nicht die Zahl der Follower! Hitler hatte Millionen, Jesus hatte Zwölf. Sagt nichts aus.

Lass dich nicht verunsichern. Sei nicht verwirrt oder frustriert. Vergleiche dich nicht und werde schon wieder sofort minderwertig („Schau mal, was sie schon erreicht hat, und wo bleibe ich?“), höre mit allen hektischen Aktionen auf, die von der Angst gesteuert werden, etwas zu verpassen („Jetzt muss ich schnell auf den Zug aufspringen, sonst bleibt für mich nichts übrig“) und lasse deine Entscheidungen nicht davon beeinflußt sein („Oh Gott, dann mache ich das eben auch, wenn es alle anderen machen.“)

Liebe ist vor allem immer: Würde, Größe, Standing und Souveränität. Und grenzenloses Vertrauen, dass man niemals etwas verpassen kann, weil einem alles immer zufließt. Du weißt doch, das Timing ist bei dir immer perfekt. Also keine Hektik oder Stress, nur weil jemand anderes gerade äußere Bestätigung erlebt. Was jemand anderes erlebt oder nicht erlebt, geht dich sowieso nichts an.

Wenn ich nur eins erreichen könnte, dann wäre es Folgendes: dass jeder sich seiner selbst so sicher ist, dass er von außen unbeeinflußbar ist und immer seiner Intuition vertraut.

Das Bauchgefühl ist eins der kostbarsten Dinge, die man geschenkt bekommen hat, ganz leise, ganz unaufdringlich, ganz unabhängig von äußeren Dingen. Achte darauf und handele danach – ganz egal, wie viele Gegenargumente das Hirn einem liefert (und es kann hervorragend argumentieren, das Hirn! Aber sowas von! Dabei kennt es z.B. die Liebe überhaupt nicht und hat deshalb gar keine Ahnung, wie es dann läuft. Aber Hauptsache, die Klappe aufreißen!) Höre auf dein Bauchgefühl – ganz egal, wie viele Menschen dich vom Gegenteil überzeugen wollen (und die können auch hervorragend Überzeugungsarbeit leisten! Manchmal sagen sie noch nicht mal viel, sondern ziehen eine Augenbraue hoch. Oder seufzen. Und schon bist du wieder verunsichert.) Ganz egal, wie laut der Umstand einen zu einer Entscheidung zwingen will – setze die Intuition immer an erste Stelle. Deine, wohlgemerkt und nicht die deiner einer anderen Person. Denn es ist dein Leben und jemand anders hat sein eigenes.

Ich lebe übrigens nur so und eins kannst du mir glauben. Es ist das abenteuerlichste, überraschendste, spannendste und gleichzeitig erfolgreichste und schönste Leben überhaupt. Und immer irgendwie aufregend.

Wenn man die Intuition immer und immer wieder ignoriert, nimmt man die innere Stimme irgendwann kaum noch wahr. Sie ist sehr sensibel. Aber das ist nicht schlimm – dann entscheidest man sich heute wieder dafür und vertraut, dass man es hören wird. Es wird eine Zeit brauchen, und dann wirst du es immer und immer feiner und genauer spüren.

Du kommst mit deiner Persönlichkeit kein Stück voran, wenn du nicht die gesamte – ich wiederhole: die gesamte Verantwortung für dein Leben übernimmst. Das bedeutet, dass du ab dieser Minute keinem anderen Menschen erlaubst, dass er „schuld“ daran ist, dass es dir nicht gut geht. Und nicht dauernd die Schuld auf andere abwälzt („wäre mein Partner, Kind, Chef nicht so, dann wäre ich glücklich…“).

Selbst, wenn dir sehr wehgetan wurde, und dir viel Unrecht passiert ist, selbst dann nicht. Du gibst das Recht auf, sauer, verletzt oder beleidigt zu sein zugunsten deiner persönlichen Freiheit. Du willst doch unmöglich verbittert sein? Deshalb entscheidest du dich, einfach loszulassen und niemanden mehr etwas vorzuwerfen. Mehrmals, falls nötig.

Ich sagte nicht, dass du es fühlen musst, ich sagte, dass du eine Entscheidung treffen kannst. Zuerst Entscheidung, dann Gefühle. Immer so herum. Für die Gefühle ist es ein Prozess, keine Frage – aber die packen das schon. Sie brauchen einfach immer etwas mehr Zeit, kein Problem.

Es ist so, dein Input bestimmt den Output. Also beschäftige dich mehr mit Innen als mit Außen. Sag mir einfach, womit du dich die meiste Zeit des Tages beschäftigst und ich sage dir, wie deine Persönlichkeit aussieht. Wenn du den ganzen Tag lang nur oberflächlichen Kram konsumierst, dich mit negativen oder mittelmäßigen Menschen (= small minds) umgibst oder ständig online Taschen anschaust, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn keine großartige Persönlichkeit hervorkommt und du stattdessen dringend eine neue Tasche willst.

Merke: mit dem Alter wird man nur älter und nicht automatisch reifer, stärker oder glücklicher! Deine Persönlichkeit wird nicht einfach so über Nacht schöner, das braucht viele Nächte (und Tage), viele Entscheidungen und ist ein Prozeß. Aber das macht nichts, denn selbst diesen Prozeß kann man genießen.

Investiere lieber in deine Persönlichkeit, anstatt in eine Gucci-Tasche. Verbringe lieber mehr Zeit mit inspirierenden Menschen statt mit Blogs und Instagram. Setze deine Prioritäten viel mehr auf deine innere Schönheit als auf den äußeren Glanz. Jede Entscheidung für Freude inmitten von Schwierigkeiten baut dein Inneres. Jede Weigerung, dich selbst zu bemitleiden, obwohl du jeden Grund dazu hättest, macht dich auf der Stelle zig mal stärker. Jeder Entschluss, dich auf die Liebe zu verlassen – obwohl es nach dem genauen Gegenteil aussieht – lässt dich innerlich wachsen und macht dich souveräner. Und absolut jede Entscheidung und jeder Entschluss – mag er noch so unbedeutend und noch so unwichtig für die Außenwelt erscheinen – bringt dich enorm nach vorne und ist astreines Investment in dein Inneres! Das lohnt sich!

Fühle dich niemals minderwertig, unbedeutend oder klein, weil etwas Äußeres gerade gehypt wird – schaue es dir einfach ohne Bewertung an, wissend: Wie etwas aussieht, hat erstmal überhaupt nichts zu sagen. Das dahinter ist wichtig.

Immer von Innen nach Außen. Nie andersherum.

Und zum Schluss verrate ich dir noch etwas sehr Wichtiges: die Personen, die gerade Erfolg, Ruhm und Gucci Taschen haben, müssen sich auch entscheiden. Auch sie haben eine Verantwortung für ihr Leben und zwar die, sich nicht vom äußeren Glanz und Bestätigung emotional leben zu lassen. Und glaube mir, die Verführung, genau das zu tun, ist groß. Wenn das Licht nämlich ausgeht und der Fame vorbei ist, dann bleibt nur eins – die eigene Person.

Und wie schön ist es, wenn diese Person die strahlendste, glücklichste, und großartigste ist, die man sich nur vorstellen kann. Also du. Mehr Sein als Schein.

Es ist nicht schlimm

Es gibt diese Zeiten, die wohl Jeder kennt und in denen einfach nichts so funktioniert wie man es gerne hätte. Schlimmer noch, die Dinge geraten irgendwie völlig aus dem Lot und es geht einem einfach nur schlecht.

Jeder bestimmt ganz allein, was für ihn schlimm ist und was nicht. Ganz von Außen betrachtet, ist das Zusammenspiel aus den Umständen, die zu dieser Situation geführt haben, einfach großer Mist. Wie Tom so gern sagt: Bad shit went crazy. Hinzu kommt, dass ich für keinen davon verantwortlich bin und so liegt die Versuchung nahe, andere mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen zu überhäufen, mit Bedauern alles durchzudenken und sich im Selbstmitleid zu wälzen. So versinkt man immer tiefer im Sumpf und am Ende ist es völlig egal, wer Schuld war, weil es einem so oder so schlecht geht. Über einen miesen Umstand zu jammern ist nun wirklich keine Kunst.

Oder man dreht die ganze Sache ins Gegenteil und beschließt, dass es überhaupt nicht schlimm ist. Weil, wer darf so etwas überhaupt behaupten? Wer legt denn fest, was für einen selbst schlimm ist? Der Umstand? Das Konto? Andere Menschen mit ihrem Fehlverhalten? In diesem Fall wäre man dem Ganzen schutzlos ausgeliefert und kann nur hoffen, dass alle Beteiligten mitspielen – ein sehr hoher Unsicherheitsfaktor, wie ich finde.

Irgendjemand hat mal gesagt „Oh Gott! Das hätte jedem von uns passieren können, so schnell kann alles vorbei sein!“. Ich kann dazu nur sagen: „Oh Gott! Das hätte jedem von uns passieren können und wie großartig kann es sein, ein Abenteuer zu starten und wie viele Möglichkeiten und Chancen und Ideen und Überraschungen warten auf einen – so schnell kann alles neu sein!“

Neu im Sinne von spannend. Neu im Sinne von frisch. Neu im Sinne von anders. Neu im Sinne von unbekannt. Neu im Sinne von Alles auf Anfang.

Existenzangst ist auch nur eine Angst. Doch schaut man ganz genau hinter die Existenzangst, dann steht da folgende Drohung: Wenn du das machst, dann stirbst du.

Der Teufel formuliert das viel subtiler und immer zugeschnitten auf die einzelne Situation: „Wenn du diesen Job kündigst, dann… “ „Wenn du das Loft aufgibst, dann…“ „Wenn du diesen Schritt gehst, dann…“ „Wenn du den Kontakt abbrichst, dann…“ „Wenn du dich von diesem Mann trennst, dann…“ „Wenn du dir das nicht länger gefallen lässt, dann…“ „Wenn du dieses Kind bekommst, dann…“ „Wenn du diese Rechnung zahlen musst, dann…“ „Wenn du diese Sicherheit aufgibst, dann…“ „Wenn du diese Entscheidung triffst, dann…“

„… dann geht alles den Bach runter, du wirst mittellos und niemals mehr so richtig glücklich, landest in der Gosse, bleibst für immer arm, einsam, hässlich und krank und stirbst.“ Die Konsequenz ist wiederum für alle gleich. Am Ende geht es immer um blankes Überleben.

Existenzangst ist die effektivste Methode, um Menschen bei der Stange zu halten, sie keine oder falsche Entscheidungen treffen zu lassen und ihnen ganz kategorisch die Grenze zu zeigen: „Bis hierhin und nicht weiter. Sonst stirbst du.“ Das ist die Öffnung der Pistole, mit der der Teufel exakt auf eine zielt und die Message ist klar: Wenn man jetzt von der Klippe springt, drückt er ab und man stirbt.

Oder man dreht die Öffnung der Pistole in seiner Hand um und tut genau das Gegenteil. Dieses Schlimmste, das, wo die größte Angst sich als Warnsignal zeigt, einem die Luft abschnürt, Tränen in die Augen treibt, Verzweiflung und Panik um sich greift. Dann springt man.

Man stirbt nicht! Man landet weder in der Gosse, noch wird man arm, unglücklich, krank und einsam sterben. Gar nichts davon wird passieren. Dahinter ist das geile Zeug. Genau hinter dieser Drohung ist das Glück. Hinter dieser Drohung ist die Freiheit. Ich kann nicht von dieser Klippe springen, weil ich sonst sterbe? Und wie ich kann.

Das Loslassen ist ein echtes Geheimnis. Das gilt für Dinge ebenso wie für Menschen. Keiner, der an etwas festhält, wird dauerhaft glücklich sein.

Der, der bindet und derjenige, der gebunden wird, können sich beide nicht entwickeln. Und wie schlimm ist es, wenn Menschen aufhören, sich weiter zu entwickeln! Wie viel ungenutzes Potenzial, welche Verschwendung an großartigen Möglichkeiten, was für eine unfassbare Persönlichkeits-Verstümmelung. Und das alles nur, weil man sich freiwillig an etwas festgebunden hat: einen Menschen, ein Haus, ein Möbelstück, einen Lebensstandard, eine Situation. Wie an so ’nen Pfahl, um dessen Radius man nun kreisen muss, ob man will oder nicht.

Ich könnte jetzt „Lasse los.“ schreiben, aber das klingt für mich immer so schwach-säuselnd, so schicksalsergeben, so wehmütig. Deshalb, scheiss doch auf alles.

Deine Persönlichkeit ist viel, viel zu kostbar, um sie im Tauschhandel für ein Haus, eine Beziehung, einen Lifestyle oder eine vermeintliche Sicherheit anzubieten. Ganz egal, wie hoch dein Preis sein mag – er ist zu hoch.

Für das Loslassen von Gegenständen gilt, alles, was du besitzt, ist mit einer bestimmten Energie belegt, mit einer Emotion, einer Erinnerung, einem. Entsorgt man nun diese Dinge, trennt man sich mit einem Schlag automatisch von diesen Energien, es ist viel schöner, als man zunächst glaubt. Pure Freude, großes Glück, fast ein Rausch. Krempelfreier Haushalt ist nur ein Goodie, den man obendrauf bekommt. Das neue Level an Freiheit, Lebensfreude und Glückseligkeit ist unbeschreiblich schön.

Am Anfang ist man völlig überfordert und man weiß eigentlich gar nicht was man zuerst machen soll. Doch oft erlebt man dann eine Welle von Unterstützung von Menschen um einen herum und von denen man es oftmals nicht erwartet hätte. Menschen, die Verantwortung übernehmen, ihre Zeit von sich aus zur Verfügung stellen, organisieren, tatkräftig mit anpacken, mich während des gesamten Prozesses unterstützen, motivieren, pushen, lieben und manchmal sogar zwingen, obwohl ich vor Müdigkeit kaum noch stehen kann. Nicht ein einziges Mal brachte jemand Wehmut, Bedauern oder Mitleid zum Ausdruck – ganz im Gegenteil. Das macht einfach Spaß und man schafft unendlich viel dabei. Diese Dynamik kannte ich in einem solchen Ausmaß noch nicht, und das hat mich regelrecht überwältigt.

Das Leben ist ein Abendteuer und deshalb kann man jede Sekunde davon genießen. Genießen, wenn alles wunderbar läuft, kann jeder, außer diejenigen, die selbst dann noch etwas zu meckern haben oder Probleme erfinden, aber das ist natürlich das niedrigste mögliche Level.

Sieht jedoch alles nach dem genauen Gegenteil aus und schreit einem der Umstand so richtig laut ins Gesicht, dann ist das der Augenblick, an dem es anfängt, mir wirklich Spaß zu machen. Das ist mein persönlicher Kick, mein Boost, mein „Jetzt werde ich lebendig.“ – Moment – wenn alles so richtig hoffnungslos und shitty und alles geht den Bach runter und wir werden alle in der Gosse, usw., und es für meine Gefühle und Gedanken so richtig herausfordernd wird: Genau darauf stehe ich. Weil ich dann endlich das Unmögliche glauben kann.

Das Leben ist nicht unberechenbar.
Das Leben ist kein Kampf.
Das Leben ist ein riesengroßes, sehr spannendes, und wunderschönes Abenteuer.

Ich weiß, dass es sich nicht immer so anfühlt und nicht immer so aussieht, aber das macht nichts. Wir drehen das.

Steh zu dir selbst

Bestätigung ist absolut essentiell für die Entwicklung des Nachwuchses und uns selbst und schafft die perfekte Basis für weiteren Lebensweg. Fehlt das Gefühl, dass Jemand stolz auf einen ist, jagd man dieser Bestätigung selbst als Erwachsener noch nach. Ganz egal, wie beeindruckend und groß der Erfolg auch sein mag, wirklich zufrieden stellt einen erst der Stolz des eigenen Vaters.

Doch besser ist es, wenn man auf sich selbst so stolz ist, dass man auf Bestätigung von außen nicht angewiesen ist. Das tiefe Gefühl der inneren Zufriedenheit und positiven Sicht auf die eigene Person und eigene Leistungen erfüllt einen so sehr, dass alles andere zwar erfreulich, aber nicht notwendig ist. Cherry on top, quasi.

Stolz auf sich selbst zu sein ist wichtig und wunderschön. Hochmut kommt vor dem Fall, Stolz geht voran und Schande hinter, und überhaupt ist Stolz bei uns sehr verpönt, weil es automatisch mit Arroganz assoziiert wird. Sowas steckt tiefer in den Köpfen als viele von euch vermuten.

Tatsächlich ist das Gegenteil von Stolz Minderwert. Gleichgültigkeit oder Neutralität ist versteckter Minderwert. Wer „neutral“ sich selbst und seinen Leistungen gegenüber ist, der untergräbt dauerhaft sein Potenzial und beraubt sich der Lebensfreude. Das kann keiner ernsthaft wollen.

Fehlt der Stolz auf sich und die eigenen Leistungen, fängt man automatisch an, nach Bestätigung von außen zu jagen: in Real Life, in den sozialen Netzwerken, im Freundeskreis und der Familie. Das ist nicht nur ein ständiges Auf und Ab, sondern ein gefährliches Verhaltensmuster obendrauf, denn fehlt diese Bestätigung auf einmal, ist das Tief vorprogrammiert und Selbstzweifel an der Tagesordnung. Menschen, die ständig Bestätigung von außen suchen, sind außerdem immer etwas anstrengend – manche ganz offensichtlich, manche etwas raffinierter, aber das Endergebnis ist immer, dass man nicht so gerne dauerhaft in ihrer Nähe sein will, selbst, wenn man es sich nicht erklären kann.

Stolz auf sich zu sein, bedeutet, dass man die innere Bestätigung und den Applaus sich selbst zukommen lässt, aus purer Freude und Dankbarkeit darüber, dass es einen gibt und dass man alles ganz großartig macht. Ist man das nicht gewohnt, wird es einem anfangs fürchterlich falsch vorkommen, aber mit der Zeit lernt man diese innere „Ich bin großartig und mache das ganz wunderbar.“- Gewissheit sehr zu schätzen. Das macht einen übrigens frei von einem Haufen Selbstzweifel und lässt nicht gleich alles in Frage stellen, wenn Kritik von außen kommt – pure innere Stärke also.

Stolz auf sich zu sein = Zu sich selbst stehen.

Immer, wenn jemand etwas Spektakuläres erreicht, wird von überall applaudiert. Sichtbarer Erfolg ist beeindruckend, und das Lob angebracht. Wer beim sichtbaren Erfolg nicht stolz auf sich ist, hat tatsächlich ein echtes Problem. Man wird von anderen für Dinge gelobt, die nach Außen beeindruckend sind. Aber für die Dinge, die keiner sieht, die Innen stattfinden – für die muss man ganz alleine stolz auf sich sein.

Ich liebe die inneren Dinge, das, wo keiner offensichtlich Applaus klatscht, einem auf die Schulter klopft und einen in den höchsten Tönen lobt. Ist im Leben gerade „Spotlight on“, dann darf und soll man es genießen und feiern! Wichtig ist aber, dass man es genießt und für sich feiert, wenn keine Cheerleader sich um einen scharen. Dass man bei jeder wichtigen Entscheidung, die man trifft, unendlich stolz auf sich ist. Dass bei jeder Herausforderung, die man überwindet, unendlich stolz auf sich ist. Dass man bei jedem wichtigen Schritt, der einem zunächst nicht leicht fiel, unendlich stolz auf sich ist.

Jedes Mal, wenn man jemandem vergeben hat. Jedes Mal, wenn man Schuldgefühlen widersteht, obwohl sie dir auf dem Silbertablett angeboten werden. Jedes Mal, wenn man sich nicht jeden blöden Gedanken erlaubt und nicht jedem miesen Gefühl Aufmerksamkeit schenkt und mit dem Theater aufhört. Jedes Mal, wenn man sich nicht selbst bemitleidet.  Jedes Mal, wenn man nicht jammert, nicht schimpft, doch nicht beschwert, sondern positiv, hoffnungsvoll in die Zukunft schaut– allen Widerständen zum Trotz. Jedes Mal, wenn man Dinge durchzieht, nicht bei der kleinsten Schwierigkeit aufgibs, dran bleibt, selbst, wenn andere keine Lust mehr haben. Jedes Mal, wenn man sich nicht alles gefallen lässt, obwohl die Angst einen warnt, dass was Schlimmes passieren wird, wenn man nicht mitmacht. Jedes Mal, wenn man sich weigert, sich zu vergleichen und sich dafür entscheidet, sich selbst wunderschön zu finden. Jedes Mal, wenn man Schluss mit Ausreden und Kompromissen macht und in seinem Leben aufräumt.

Alles das, was hinter den verschlossenen Türen stattfindet, da, wo keiner daneben steht und es überprüft, das ganz Unscheinbare – ist das Allerwichtigste. Man kann stolz auf sein Talent oder seine Leistungen sein, das ist ein guter Anfang. Wichtig ist aber, dass man stolz auf sich als Person und seine Art ist, wie man Dinge zum Ausdruck bringt, wie man lacht, was man mag und wie man tickt. Also einfach auf sich selbst.

Würde man darauf warten, bis alles perfekt läuft und erst dann stolz auf sich sein, dann würde man noch im Grab denken, dass man vergessen hat, vor dem Ableben alle Unterlagen zu sortieren. Sobald man nur den Versuch wagt, stolz auf sich zu sein, wird einem vom Leben in Erinnerungen gehalten, dass es genügend Bereiche gibt, in denen man mies abschneidet.

Nichts ist zu unbedeutend, dämlich oder unpassend, um einen von seiner Wolke runter zu holen. Ist eigentlich klar, denn ist man erstmal stolz auf sich, dann tritt man völlig anders auf, hat eine vollkommen andere Ausstrahlung, einen anderen Gang, eine andere Durchsetzungspower, ist überzeugt von sich und dem, was man tut – deshalb will es das natürlich immer verhindern.

Ich lege nie eine Messlatte an mich oder meine Leistungen, bevor ich stolz auf mich bin – so dumm darf keiner sein! Das bedeutet nicht, dass ich alles ausblende, was nicht läuft, sondern… ach, ich blende es aus. Mir ist einfach das, was schön und gut ist, viel mehr bewusst, als das, was nicht so schön und nicht so gut ist. Sonst hat man irgendwann ein Problembewusstsein statt Selbstbewusstsein, und das ist enorm kräftezerrend. Aber nur aus einem gesundem Selbstbewusstsein kommt die Energie, auch die Bereiche, die nicht laufen, anzupacken und zu verändern – sie kommt nicht aus Schuldgefühlen oder Druck, nicht aus sich schlecht Fühlen oder Bereuen.

Jedes mal, wenn einem etwas so richtig präsentiert wird, wo man vermeintlich versagt hat und es nicht hinkriegt – würde ich extra und doppelt mit Nachdruck stolz auf mich sein und mich dem Looser–Gefühl so richtig verweigern. Ich würde stolz auf mich sein, weil es mich gibt. Jetzt erst recht.

Es gibt einen Bereich, in den man immer am besten von allem abschneidet. Etwas, in dem du absolut konkurrenzlos ist. Etwas, in dem einem keiner das Wasser reichen kann, so sehr er sich bemüht und alles kopiert und mit einem in einen Wettstreit tritt. Sei du selbst!

Man macht zwar immer wieder dieselben Abläufe und Dinge, aber es ist die Art wie man es macht. Dazwischen liegen Welten. Man kann seinen Morgen genau so gestalten, wie man ihn haben will, denn es ist das eigene Leben, die eigene Art und die eigene Zeit. Man kann ihn so schön, so vergnügt, so entspannt oder energiegeladen machen, wie man ist – zu einem selbst passend und wiederspiegelnd. Man kann seine Wohnung einrichten, man kann mit seinen Arbeitskollegen reden, lachen und tanzen und Dinge anpacken und Schwierigkeiten meistern und Neues wagen und Serien schauen und auf dem Markt einkaufen und dein Lieblingseis essen und eine Million Dinge tun, die andere auch tun. Aber sie tun sie niemals so wie man selbst!

Im Leben geht es nie um Dinge oder Erlebnisse – es geht nur um Menschen. Menschen können Dinge nutzen und Erlebnisse erleben, aber wie sie es tun, ist sehr individuell und  wunderschön. Deshalb ist es gut, wenn man anfängt sich daran zu freuen und stolz darauf zu sein, wie man ist und wie man lebt. Vielleicht findest du gar nicht, dass das, was du bist, und das, wie du lebst, so wunderschön ist. Auch das ist nicht schlimm. Dann änderst du das eben Stück für Stück. Und bist bei jedem einzelnen millimetergroßen Schritt stolz wie Bolle auf dich.

Das Schöne ist, dass man sich sein ganzes Leben lang kennenlernt und immer weiter herausfindet wer und was man ist, der Spaß hört also niemals auf.

From zero to hero

Ich mag bei den meisten Dingen eine hohe Toleranzschwelle haben. Das führt dazu, dass ich viele Alltagsthemen sehr entspannt sehe und es nicht so tragisch ist, wenn etwas nicht optimal läuft. Es gibt aber einen Bereich, bei dem ich mich dazu entschieden habe, eine Nulltoleranz-Strategie zu fahren – hier bin ich streng konsequent und lasse mir persönlich keine anderen Optionen offen. Null Toleranz gegenüber fremden Energien und das bedeutet alles, was mich nicht aufbaut, inspiriert, ermutigt, zum Lachen bringt, herausfordert, weiterbringt, pusht, genießen und vor Freude glucksen lässt. Das will ich nicht haben. Alles, was mich bedrückt, mir die Perspektive raubt, mich entmutigt, ängstigt, langweilt, mich klein macht – weg damit.

Situationen oder Umstände kann ich nicht unbedingt sofort ändern, aber was sich in meinem Kopf abspielt, darüber entscheide ich selbst und zwar nur ich selbst. Und ich habe mich entschieden, für Liebe und Freude. Etwas anderes kommt mir nicht ins Haus.

Nun ist es natürlich so, dass der eine oder andere Umstand das genaue Gegenteil von Freude und Begeisterung hervorrufen möchte. Ist doch klar, denn wer keine Herausforderungen im Leben hat, ist entweder bereits tot oder hat sich so in seiner Bequemlichkeitszone eigerichtet, dass er sich auch gleich lebendig begraben lassen könnte.

Ich verlasse ich mich auf die Liebe, dann bin ich einfach immer auf der Siegerseite. Egal, was kommt. Sollte ich dennoch etwas anderes als Vertrauen und Liebe in meinem Kopf entdecken, dann mache ich kurzen Prozess, denn das lasse ich nicht einfach mit mir machen. Ich finde, dass jeder Tag viel zu kostbar ist, mein Leben zu kostbar, mein Sein zu kostbar dafür ist.

Also fahre ich eine Nulltoleranzstrategie. Ich weigere mich, mich bedrückt zu fühlen. Ich lasse es nicht zu, dass irgendetwas oder irgendjemand mir die Freunde und Energie raubt. Mag der Verstand seine Argumente runterleiern und mögen die Gefühle verrückt spielen, ist mir echt so egal! Ich stehe innerlich auf und mache kurzen Prozess! Ich greife konsequent durch und lasse mir das nicht bieten! Mag mein Küchenfußboden nicht perfekt sein und meine Sockenschublade chaotisch, aber Chaos in meinem Inneren lasse ich einfach nicht zu.

Wenn du die Liebe bist, dann liebst du dich selbst so stark, dass du dir zu schade dafür bist, dich von äußeren Dingen runterziehen zu lassen. Ist doch klar, denn wie soll es durch dich anderen gut gehen, wenn es dir selbst nicht gut geht? Nein, dein Leben ist wie im Himmel, so auf Erden. Und im Himmel ist man immer gut drauf.

Ein Auf und Ab ist doch ganz normal im Leben meinen Viele. Mal gewinnt man, mal verliert man, so ist es nun mal. Mag ja sein, dass es bei anderen auch so ist, bei der breiten Masse mit Sicherheit. Aber was geht’s dich an, wie es anderen schlecht geht?! Wieso willst du einen niedrigen, miesen Standard der anderen als Rechtfertigung dafür nehmen, selbst schlechte Laune zu haben?

Es ist nicht normal, dass du vor einem Gespräch Angst hast, dass dir ein Termin Bauchdrücken verursacht, dass dir den Montag ein mulmiges Gefühl gibt, dass du morgens mit Angst wach wirst, dass dich etwas dauerhaft stresst, überfordert, ängstigt, bedrückt, oder traurig macht.

Ich bin ganz sicher nicht bescheuert oder naiv, ich habe für mich nur einen anderen Standard definiert, weil ich ein vollkommen anderes, neues Leben habe. Ein Leben, in dem ich über die Dinge entscheide, anstatt sie über mich. Ein Leben, in dem es kein „komisches, mulmiges Gefühl“ im Bauch gibt. Ein Leben, das keine Verzweiflung, Leid oder Unsicherheit kennt. Ein Leben, in dem Dinge wie Mangel oder Selbstzweifel gar nicht vorhanden sind.

Und dieses Leben ist innen und die Umstände außen. Ich glaube einfach dem Innen mehr als dem Außen, das ist schon alles. Und wenn mir mein Verstand und meine Gefühle also vermitteln wollen, dass es all dieses Schlechte sehr wohl gibt, dann mache ich eine Ansage. Das geht so nicht, nicht bei mir!

Ich will niemals, dass man den niedrigen Standard anderer als Ausrede dafür benutzt, selbst ein mittelmäßiges Leben zu führen. Das, was andere an Schlechtem in ihrem Leben dulden, muss noch lange nicht für uns gelten. Und mein Standard heißt ganz einfach, null Toleranz.

Praktisch spreche ich und tanze und lache und spreche und ignoriere und tanze. Alles in willkürlicher Reihenfolge und absolut ohne Plan. Praktisch sieht es so aus, dass ich mir laut hörbar die Wahrheit sage. Wollen mir die Gefühle zum Beispiel aufgrund einer stressigen Situation Druck vermitteln, dann sage ich laut zu mir selbst: „Alles läuft wunderbar zeitlich ab. Ich schaffe es mit Freude und Leichtigkeit, während sich die Dinge wie von selbst fügen. Ich lasse mich nicht hetzen oder unter Druck setzen, mir geht es leicht von der Hand – weg mit dem Druck!“ Irgendsowas, ich hab da nichts einstudiert. Ist ja auch keine Methode, sondern ich will das eben nicht tolerieren, das ist schon alles.

Und dann ignoriere ich die Gefühle und glaube meinen Worten einfach mehr! Und werde nicht schon wieder 3 Minuten später hektisch und treibe alle an, weil ich den Druck noch verspüre oder es immer noch nach sehr viel Arbeit aussieht. Praktisch sieht es so aus, dass ich tanze. Ich habe herausgefunden, dass egal, wie dramatisch eine Situation ist, diese an Schrecken verliert, wenn ich wild und ausgelassen tanze. Zu sehr, sehr lauter, energischer Musik. Wenn ich tanze, dann drücke ich schon mal körperlich Freude und Leichtigkeit aus. Und auf einmal ist das Riesendrama nicht mehr so wild. Kein Scherz! Es klappt. Wichtigist, dass es nicht reicht die Musik nur anzuhören. Ihr müsst dazu tanzen! Ganz doll wild durch die Gegend!

Geht das Komische nicht gleich weg, ignoriere ich es einfach. Diese miesen Energien lieben es geradezu, sich in den Mittelpunkt zu stellen, den Tag zu beherrschen, einen Schatten auf alles zu werfen, so, dass man sich an fast nichts mehr freuen kann. Sie lieben, lieben, lieben deine Aufmerksamkeit! Je weniger du das Drama also anschaust, umso weniger Macht hat es über dich.

Geht das komische Gefühl nicht weg, dann bleibst du locker und entschieden und vertraust darauf, dass alles gut wird. Schau, setzt dich selbst niemals unter Druck, egal, welcher Art. Es geht nie um eine Leistung – du musst keinem was beweisen, weder dir selbst, noch mir gegenüber. Das alles ist ein Prozess und zwar ein schöner. Schaue immer nur auf den Augenblick, wo es geklappt hat – und wenn es nur 5 Minuten waren! Lass dich nicht entmutigen, sondern bleib dran! Alles andere ist nicht wichtig, denn das wird sich sowieso verändern.

Du bist einfach entspannt und weißt mit Sicherheit: mit dir passt es einfach. Du hast alle Zeit der Welt, du wirst sehen, wie du Schritt für Schritt täglich stärker, freier und glücklicher bist.

TURN UP THE MUSIK UND TURN DOWN THE DRAMA!
Und der andere Mist: NULL TOLERANZ!

Gegenwind ist toll

Im letzten Jahr habe ich persönlich so viel Gegenwind erfahren, wie selten zuvor. Ich musste mich mit Herausforderungen und Umständen befassen, die für mich zunächst unüberwindbar schienen, stellte mich ihnen, fiel dabei manchmal auf die Nase, stand wieder auf und marschierte weiter, wie wenn nichts gewesen wäre. Ich erlebte Situationen, die so unfair und ungerecht waren, dass mein Magen rebellierte, meine Gefühle Amok liefen und mein Verstand durchdrehte. Ich stand immer wieder unter dem größten äußeren Druck und alles, woran ich bisher geglaubt habe, wurde durch die Umstände und andere Menschen in Frage gestellt – inklusive meiner eigenen Person. Und auf den ersten Blick betrachtet war das alles schlimm.

Was ich aber gleichzeitig erlebte war, dass ganz egal wie heftig die Umstände schienen und der Sturm wehte, mein Fundament hielt. Das, was ich seit einigen Jahren als einzige Grundlage für mein Leben festgelegt hatte, war so felsenfest und unerschütterlich wie eine deutsche Eiche. Und das war tatsächlich das Allerschönste, nämlich zu erleben, dass alles stimmt. Und mit „alles“ meine ich, dass man einfach alles überwindet und zwar nicht gerade noch so mit letzter Kraft, sondern tatsächlich vollkommen souverän, überlegen und noch viel einfacher, als ich es jemals vermutet hatte.

Teilweise sind die Umstände genauso bedrohlich und aussichtslos wie am Anfang, aber mit dem großen Unterschied, dass ich mir deswegen keine Sorgen mehr mache, obwohl ich sie keinesfalls ignoriere. Es ist mehr so eine „Das packe ich schon und freue mich drauf!“- Attitude. Obwohl ich teils eigentlich überhaupt nicht genau weiß, wie alles funktionieren soll, bin ich innerlich schon so voller Vorfreude und Spannung und sogar ein bisschen angriffslustig, sollten sich Schwierigkeiten wieder in meine Nähe trauen. Ich habe es schon oft geschrieben, gut drauf sein, wenn alles glatt läuft – das kann jeder Depp.

Damit will ich nicht sagen, dass man ständig Herausforderungen braucht! Aber wenn sie kommen und dass sie kommen, ist so sicher wie die nächste Frühjahrskollektion von Chanel, dann ist es nur gut, wenn man bereits vorher auf einem stabilen Fundament gebaut hat. Wenn man seine Zufriedenheit oder Bestätigung nämlich aus etwas Äußerem bezieht, sei es eine tolle Beziehung, erfolgreiche Karriere, liebe Kinder, gutes Aussehen, Materielles wie Labels, etc. – dann warte mal ab, was los ist, wenn genau diese Sache von heute auf morgen wegfällt. Das ist jedenfalls ein sehr unsicheres Fundament und hält nur bei Sonnenschein. Und bei wem scheint schon dauerhaft die Sonne?

Das Leben ist ein einziger Traum, das stimmt ganz genau. Denn inmitten von all den Stürmen und Schwierigkeiten und Herausforderungen, ist da dieses Leben in mir und das pulsiert und tanzt und vibriert und explodiert beinahe, es ist schön und beschwingt und leicht und gleichzeitig unendlich stark und ganz und gar unbeeindruckt von allem Drama drumherum, was will man machen.

Und gerade deswegen habe ich beschlossen, dass ich den ganzen Standard noch ein bisschen anhebe. Mir doch egal, was war. Ich bin glücklicherweise in der Lage, die Skala in meinem Leben jederzeit nach oben zu schieben.

Ich finde, dass das, was mich persönlich am allermeisten ausmacht, meine extreme, absolute, und uneingeschränkte Liebesfähigkeit ist.

Ich bin nicht einfach „lieb“- oder zumindest nicht auf diese Weise, wie es sich das die meisten von euch vorstellen oder wünschen würden. Für mich ist Liebe gleichbedeutend mit Stärke, diese Begriffe sind austauschbar. Stärke ohne Liebe ist einfach nur Härte und Liebe ohne Stärke ist Gefühlsduselei. Und mit Schwelgen in Emotionen habe ich es nicht so. Liebe ist mein persönlicher Schutzpanzer und eine Dampfwalze ohnes Gleichen, keiner kann sich ihr in den Weg stellen und gleichzeitig ist sie ganz weich und nahbar und zärtlich. Ich kann das nicht so richtig beschreiben, weil es nicht zusammen zu passen scheint. Tut es aber doch.

Und genau diese Liebe wurde sehr in Frage gestellt, mittels maßgeschneiderter Situationen und Menschen, eben das ganze Paket. Alles sehr passend auf mich zugeschnitten und überzeugend ohne Ende, war ja klar. Und deshalb hebe ich den Standard ab sofort noch ein bisschen an und schiebe den Regler nach oben und liebe so wild entschlossen und so hemmungslos und so hingegeben und so voller Begeisterung, dass alles zu spät ist. Und vertraue dieser Liebe so bedingungslos, wie noch nie zuvor. Und gleichzeitig scheiße ich auf jede Erfahrung, die mir das Gegenteil beweisen wollte.

Einer meiner Grundwesenszüge ist Unbekümmertheit. Ich bin so leicht, als könnte ich schweben. Ironischerweise trage ich zur Zeit so viel Verantwortung, wie noch niemals davor in meinem Leben und siehe da, trotzdem leicht. Ich habe allerdings bereits vor Jahren für mein Leben festgelegt, dass für die Liebe alles ganz leicht ist – das ändere ich doch jetzt nicht, nur weil der Wind etwas stärker weht.

In diesem Jahr erlebte ich oft, wie Menschen und zwar solche, auf deren Meinung ich viel gab, mir immer wieder versicherten, dass „es eben nicht ganz so leicht sei.“ Und zusätzlich erlebte ich, dass Umstände mir mit Nachdruck beweisen wollten, dass alles unendlich kompliziert, schwer und im Grunde unüberwindbar ist.

Folgendes, wenn ich der Teufel wäre, dann wäre für mich das Worst-Case Szenario, wenn ich jemandem absolut glaubwürdig beweise, dass er ein hartes Los gezogen hat und für ihn alles sehr schwer ist und er sich daraufhin weigert, bedrückt zu sein. Das würde mich so richtig wütend machen!

Also habe ich entschieden, dass ich in Sachen Unbekümmertsein noch einen ganzen Zahn zulege. Wie wenn ich zu dämlich wäre, die Probleme richtig zu erfassen – zu dumm, die Herausforderungen richtig einzuschätzen. So grenzenlos leichtfüßig, dass man mich für naiv hält. Dabei bin ich das überhaupt nicht – ich setze die Schwierigkeiten nur in Relation zu mir. Und dann kann ich gar nicht anders, als am Rande des Vulkans zu hüpfen, mag er noch so sehr qualmen. Da scheiße ich drauf.

Und weil ich gerade so schön dabei bin, hebe ich noch das Niveau in Sachen Vertrauen an.

Vor Kurzem stand ich in der Küche und mir wurde schlagartig klar: „Ach Kerstin, jetzt freu‘ dich doch, dass alles so beschissen unmöglich aussieht. Dann erleben wir endlich was. Bist du jetzt dabei, oder wie?“ Und da musste ich sehr lachen. Und wie ich dabei bin! Oh man, mir macht sowas sogar richtig Spaß, no risk, no fun und so! Denn wie will ich etwas Großartiges erleben, wenn alles innerhalb der üblichen Komfortzone läuft? Niemals will ich erlauben, dass Gewohnheit und Mittelmaß mein Leben träge und lahmarschig machen. Ich will nicht gutes Mittelmaß – ich will das Beste, Schönste, Krasseste, Aufregendste, Genussvollste, Wundervollste Leben, das jemals auf diesem Planeten stattgefunden hat – darunter stehe ich gar nicht erst auf.

Ich will und kann kein lahmes, kompromissreiches Leben haben – lieber lasse ich mich lebendig begraben. Und vor allem werde ich niemals glauben, dass die Liebe nicht die Allerstärkste ist und spielend leicht mit allem fertig wird, auf jede gegenteilige Erfahrung scheiße ich. Ich weiß ganz genau, dass vieles eine Art Prozess ist und das Meiste nicht von heute auf Morgen klappt, aber die Entscheidung, die treffe ich genau jetzt. Und dabei will ich mich an absolut niemand anderem messen oder orientieren – der Satz „Aber bei anderen läuft es auch nicht anders! Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“ ist für mich nur eine Ausrede.

Nur, weil die Meisten sich mit Mittelmaß arrangieren, deshalb werde ich das noch lange nicht in meinem Leben dulden. Nur, weil andere Unsicherheit, Selbstzweifel, Frust und Druck so oft und so lange zulassen, dass es sich für sie beinahe „normal“ anfühlt, ist es noch lange nicht normal für mich. Nur, weil es als gesellschaftsfähig gilt, immer mal wieder „einen schlechten Tag zu haben“, zu manipulieren, zu mobben oder sich sonst wie Vorteile zu beschaffen, um gut da zu stehen und sei es, dass man über andere herzieht, um sich selbst aufzuwerten, muss ich das noch lange nicht mitmachen. Nur, weil andere jeden Morgen mit Bauchschmerzen aufwachen und dieses Gefühl wie paralysiert akzeptieren, werde ich das keine 5 Minuten in meinem Schlafzimmer dulden. Nur, weil andere aus Angst Entscheidungen treffen, deshalb werde ich noch lange nicht aus Druck voreilig handeln oder vor lauter Schreck ohnmächtig dastehen und gar nichts tun.

Bitte versteht es nicht falsch, ich verurteile keinen oder schaue auf irgendjemanden herab, dem es schlecht geht. Das genaue Gegenteil ist der Fall, vor allem angesichts des letzten Jahres! Ich habe tatsächlich jedes Verständnis dafür und kann es nachvollziehen, aber für mich selbst will ich einen anderen Standard, das ist schon alles.

Ich habe nämlich so richtig Lust, das Niveau an Lebensfreude und Glücklichsein und anzuheben. Das mag zunächst nicht spektakulär aussehen und das Allermeiste davon wird sich sowieso in meinem 4 Wänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielen, das ist mir schon klar. Aber nichtsdestotrotz gebe ich Gas. Und auf alles andere scheiße ich. Denn ich habe nur dieses eine Leben und aus diesem werde ich garantiert das Schönste rausholen, das überhaupt möglich ist. Und keiner kann es mir verbieten. Es kann mich keiner daran hindern, stellt euch vor!

Das Aschenputtelprinzip

Jeder von uns hat schon einmal einen Film über Aschenputtel gesehen oder ein Buch darüber gelesen.

Cinderella ist passiv. Wir alle kennen die Story. Cinderellas Vater stirbt unerwartet früh und auf der Stelle entpuppt sich die Stiefmutter als der Hausdrachen, der die eigentliche Erbin des Anwesens zum Dienstmädchen degradiert. Im Film handelt Cinderella getreu dem Lebensmotto, welches ihre Mutter ihr auf dem Sterbebett hinterließ, hab Mut und sei freundlich. In Cinderellas Fall heißt es aber eher, sei der Fußabstreifer von allen. Obwohl die Stiefmutter täglich das Mädchen mehr und mehr demütigt, lässt Cinderella ohne große Widerworte alles über sich ergehen.

Im eigenen Leben bedeutet das aber, dass Freundlichkeit und Güte nichts mit Opferrolle oder Selbstaufgabe gemeinsam haben. Denn das ist im Grunde ist es moderne Sklaverei. Wenn die anderen einen erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen und auf diese Kosten ihr Leben leben, dann ist es auf jeden Fall der falsche Ort für einen Selbst. Es ist die falsche Gesellschaft, denn dort hat man absolut nichts verloren. Sei es ein Arbeitsverhältnis, eine Beziehung oder familiäre Verhältnisse.

Die Wahrheit ist, dass sich nichts ändern wird, wenn man nicht selbst herausgeht. Nichts. Keine Fee wird erscheinen, keine Maus strickt etwas für einen, kein Prinz kommt angeritten.

Du bist frei. Nichts kann dich an einem Ort halten, an dem du nicht mit Wertschätzung und Liebe behandelt wirst. Du kannst keinen verantwortlich machen – und schon gar nicht die Stiefmutter. Alles zu ertragen, ist kein bisschen mutig. Mutig bedeutet, einen Schritt aus dieser Abhängigkeit zu tun und dann nie mehr zurück zu schauen. Das ist mutig. Und es ist das einzige, was zu dir passt.

Und nicht ein stilles Heulen in der Ecke, weil die Welt so böse ist, obwohl du „immer alles gegeben hast“, und „es immer nur gut gemeint hast.“ Passivität ist eine Energie, die einen klein hält und einen des eigenen Potenzials beraubt – es sind nicht die Menschen. Es ist die passive Haltung. Nur Freiheit und Stärke.

Cinderella lebt in der Vergangenheit. Das Mädchen wird von einer ehemaligen Dienstmagd gefragt, warum sie das Anwesen nicht verlässt und damit das sklavenähnliche Verhältnis zur Stiefmutter beendet – da es ihr offensichtlich dort so schlecht geht. Ihre Antwort lautet: „Weil ich weiß, wie sehr meine Eltern dieses Haus geliebt haben.“

Auch im späteren Verlauf des Films gibt sie sich damit zufrieden, auf dem Dachboden eingesperrt zu bleiben und in den Erinnerungen an den Ball zu schwelgen – sie unternimmt nicht den kleinsten Versuch, ihre Situation zu verändern. Lieber weilt sie gedanklich in der Vergangenheit, weil es „die schönste Zeit ihres Lebens“ war.

Erinnerungen an früher braucht man null. Denn man geht selbstverständlich davon aus, das jeder Augenblick des Lebens immer frisch, immer neu, immer inspirierend ist und deshalb konzentriert man sich mit allem, was man ist, auf die Gegenwart. Immer. Laufen die Gedanken in die Vergangenheit, dann pfeift man sie auf der Stelle zurück, genauso wie einen Hund, der zu weit in den Wald hineinläuft. Man erlaubt sich keine Ausflüge ins Gestern, kein Schwelgen in den letzten 10 Jahren, kein melancholisches Verweilen in den früheren Tagen. Mögen sie auch noch so schön und ich so jung gewesen sein.

Das hat zwei Gründe, denn in der Vergangenheit kann man nichts verändern. Egal, wie schlimm oder schön etwas war, es ist bereits vergangen. Man hat keine Möglichkeit, auch nur das kleinste bisschen, etwas daran zu ändern – so sehr man es sich wünschst! Es ist also quasi verbrauchte Energie, in die man seine neue Energie investiert. Nachher malt man sich alles noch schöner aus, als es tatsächlich war. Gott bewahre!

Außerdem macht man es eben so. Take this! Manchmal muss man einfach vertrauen, auch wenn das Hirn nicht alles nachvollziehen kann. Will man den Weg gehen, dann heißt es, hier geblieben und nicht nach hinten geschaut. Es wird eh immer schöner, immer stärker, immer freier. Da braucht man die Vergangenheit nicht.

Ja, es stimmt, die Vergangenheit hat einem zu dem gemacht, was man heute ist. Aber es geht nur weiter, wenn man das als gegeben annimmt und sich auf die Zukunft konzentriert. Mal kurz innehalten und schauen was man alles erreicht hat ist okay, aber dann tritt man sich wieder in den Hintern und weiter geht’s.

Deine Entscheidung, deine Verantwortung. Aber heul‘ nicht rum, dass die Stiefmutter so böse war.

Ach ja, das bringt mich direkt zu nächsten Punkt, denn Cinderella ist entsetzt über die Bosheit anderer. Es gibt eine Stelle zum Ende des Films, als Cinderella ihre Augen entsetzt aufreißt, und die Stiefmutter absolut verwundert fragt: „Warum bist du so grausam?“

Das war meine liebste „Kopf-Tisch“ – Situation im Film, „warum bist du so böse zu mir?“ Ich habe dir doch nichts getan? Ich war doch stets lieb und du dankst es mir nicht? Wie kann man nur so gemein sein?

Das ist im wahren Leben auch so, denn die Welt ist böse und es gibt darin viele Arschlöcher.  Wer das Gegenteil glaubt, der lebt in einem Märchen. Ne, es ist keinesfalls „alles Liebe, jeder Mensch, jedes Tier, jeder Baum.“ – das ist nur so ein esoterisches Geschwafel.

Wir sind nicht auf diesem Planeten, um Arschlöcher zu gewinnen, ihnen hinterher zu laufen oder es ihnen recht zu machen! Es gibt so viele Menschen, die einen lieben, wertschätzen und unendlich dankbar dafür sind, Zeit mit einem verbringen zu dürfen. Deshalb verschwende keinen einzigen Gedanken an die Arschlöcher. Keine Person der Welt ist es Wert, dass man sich von ihr schlecht behandeln lässt. Keine.

Also braucht man nicht verwundert sein, wenn er oder sie mal wieder „so gemein“ zu einem ist, obwohl man „nur das Beste für sie“ wollte. Das Beste ist, wenn man nicht länger in der Nähe der miesen Energien ist. Das zieht einen nur runter. Da draußen gibt’s eine Welt, die nur auf einen wartet – voller neuer Chancen, Möglichkeiten und Abenteuer. Also heul nicht rum, wie gemein jemand zu dir war und sei nicht entsetzt darüber, sei einfach dankbar.

Der letzte Punkt ist, dass sich Cinderellas Leben durch einen Zufall verändert. Denn sie reitet in den Wald und rein zufällig begegnet sie dort dem Prinzen auf der Jagd. Die Stiefmutter verbietet ihr, auf den Ball zu gehen und rein zufällig erscheint eine Fee, die alles klar macht, Outfit, Styling und Transportmöglichkeiten inbegriffen. Was tut Cinderella dafür? Nichts. Reiner Zufall. Glück eben.

Manche haben eben Glück, oder? Und manche schon wieder Pech, da kann man nichts machen, stimmt’s? Wenn man darauf wartet, dass eines Tages eine Fee erscheint und einen aus seiner langweiligen Misere herausholt, dann kann man sich schon mal für die Hauptrolle der nächsten Dornröschen-Verfilmung bewerben. Nichts wird sich ändern, wenn man nicht eine Entscheidung trifft.

Die wenigsten Dinge sind Glück – dieses „auf einmal kam ein Prinz und alles wurde anders.“ Allen Veränderungen geht eine innere Entscheidung voraus – eine Art Bewusstsein, das etwas anders werden soll. Die Art, wie man das Leben sieht. Ein Bewusstsein, wer man ist. Eben keine Magd, sondern eine Erbin.

Manche meinen, ich hätte „so ein Glück“, dass ich einen so tollen Job habe – „so ein Glück“, dass meine Familie meine Entscheidung unterstützt. Natürlich ist es ein riesiges Geschenk und ein Privileg, denn ohne bestimmte praktische Voraussetzungen wäre es einfach nicht gegangen. Aber das ist der allerkleinste Teil daran!

Ich hatte kein „Glück“, ich habe es einfach entschieden. Ja, ich mache das und dann gehandelt. Ich hatte kein „Glück“ – ich habe mir einfach diesen tollen Job herausgesucht, der mich ausfüllt und mir unendlich Spaß macht. Einen anderen hätte ich gar nicht gewollt.

Das kam nicht einfach so, es ist nur ein Ausdruck meines Bewusstseins, dieses „nichts ist unmöglich“, dieses „warum nicht etwas Außergewöhnliches machen?“, dieses „wenn ich schon dieses Leben geschenkt bekommen habe, dann ist es an mir, daraus das Schönste zu machen, was geht.“.

Den Job hat mir weder eine Fee gezaubert, noch eine Maus gebastelt, noch kam es auf einmal *zauberzauber* vom Himmel – das hatte alles mit meinen eigenen Herzenshaltung zu tun. Und den Entscheidungen, die ich darauf hin getroffen und den Schritten, die ich logischerweise darauf hin unternommen habe. Und ja – daraufhin ergaben sich auf einmal Möglichkeiten. Ich bekam ein Auto zur Verfügung gestellt. Ich darf mich weiterentwickeln und als Führungskraft arbeiten. Ich darf an der Hochschule unterrichten. Der Wahnsinn – und reine Geschenke, für die ich absolut nichts getan habe und für die ich sehr dankbar bin! All das hätte ich aber nie erlebt, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte.

Verstehst du, ich bin kein Fan von diesem „work hard on your success.“ – das kann schließlich jeder, dafür braucht man Gott nicht. Aber wenn ich schon alles von Gott geschenkt bekommen habe und ich absolut frei bin – dann werde ich mein Leben mir Sicherheit nicht der Passivität oder der Angst zur Verfügung stellen. Denn mir ist absolut bewusst, wer ich bin. Und dafür bin ich mir nun echt zu kostbar.

Mach es einfach und hab Spaß dabei.