Gegenwind ist toll

Im letzten Jahr habe ich persönlich so viel Gegenwind erfahren, wie selten zuvor. Ich musste mich mit Herausforderungen und Umständen befassen, die für mich zunächst unüberwindbar schienen, stellte mich ihnen, fiel dabei manchmal auf die Nase, stand wieder auf und marschierte weiter, wie wenn nichts gewesen wäre. Ich erlebte Situationen, die so unfair und ungerecht waren, dass mein Magen rebellierte, meine Gefühle Amok liefen und mein Verstand durchdrehte. Ich stand immer wieder unter dem größten äußeren Druck und alles, woran ich bisher geglaubt habe, wurde durch die Umstände und andere Menschen in Frage gestellt – inklusive meiner eigenen Person. Und auf den ersten Blick betrachtet war das alles schlimm.

Was ich aber gleichzeitig erlebte war, dass ganz egal wie heftig die Umstände schienen und der Sturm wehte, mein Fundament hielt. Das, was ich seit einigen Jahren als einzige Grundlage für mein Leben festgelegt hatte, war so felsenfest und unerschütterlich wie eine deutsche Eiche. Und das war tatsächlich das Allerschönste, nämlich zu erleben, dass alles stimmt. Und mit „alles“ meine ich, dass man einfach alles überwindet und zwar nicht gerade noch so mit letzter Kraft, sondern tatsächlich vollkommen souverän, überlegen und noch viel einfacher, als ich es jemals vermutet hatte.

Teilweise sind die Umstände genauso bedrohlich und aussichtslos wie am Anfang, aber mit dem großen Unterschied, dass ich mir deswegen keine Sorgen mehr mache, obwohl ich sie keinesfalls ignoriere. Es ist mehr so eine „Das packe ich schon und freue mich drauf!“- Attitude. Obwohl ich teils eigentlich überhaupt nicht genau weiß, wie alles funktionieren soll, bin ich innerlich schon so voller Vorfreude und Spannung und sogar ein bisschen angriffslustig, sollten sich Schwierigkeiten wieder in meine Nähe trauen. Ich habe es schon oft geschrieben, gut drauf sein, wenn alles glatt läuft – das kann jeder Depp.

Damit will ich nicht sagen, dass man ständig Herausforderungen braucht! Aber wenn sie kommen und dass sie kommen, ist so sicher wie die nächste Frühjahrskollektion von Chanel, dann ist es nur gut, wenn man bereits vorher auf einem stabilen Fundament gebaut hat. Wenn man seine Zufriedenheit oder Bestätigung nämlich aus etwas Äußerem bezieht, sei es eine tolle Beziehung, erfolgreiche Karriere, liebe Kinder, gutes Aussehen, Materielles wie Labels, etc. – dann warte mal ab, was los ist, wenn genau diese Sache von heute auf morgen wegfällt. Das ist jedenfalls ein sehr unsicheres Fundament und hält nur bei Sonnenschein. Und bei wem scheint schon dauerhaft die Sonne?

Das Leben ist ein einziger Traum, das stimmt ganz genau. Denn inmitten von all den Stürmen und Schwierigkeiten und Herausforderungen, ist da dieses Leben in mir und das pulsiert und tanzt und vibriert und explodiert beinahe, es ist schön und beschwingt und leicht und gleichzeitig unendlich stark und ganz und gar unbeeindruckt von allem Drama drumherum, was will man machen.

Und gerade deswegen habe ich beschlossen, dass ich den ganzen Standard noch ein bisschen anhebe. Mir doch egal, was war. Ich bin glücklicherweise in der Lage, die Skala in meinem Leben jederzeit nach oben zu schieben.

Ich finde, dass das, was mich persönlich am allermeisten ausmacht, meine extreme, absolute, und uneingeschränkte Liebesfähigkeit ist.

Ich bin nicht einfach „lieb“- oder zumindest nicht auf diese Weise, wie es sich das die meisten von euch vorstellen oder wünschen würden. Für mich ist Liebe gleichbedeutend mit Stärke, diese Begriffe sind austauschbar. Stärke ohne Liebe ist einfach nur Härte und Liebe ohne Stärke ist Gefühlsduselei. Und mit Schwelgen in Emotionen habe ich es nicht so. Liebe ist mein persönlicher Schutzpanzer und eine Dampfwalze ohnes Gleichen, keiner kann sich ihr in den Weg stellen und gleichzeitig ist sie ganz weich und nahbar und zärtlich. Ich kann das nicht so richtig beschreiben, weil es nicht zusammen zu passen scheint. Tut es aber doch.

Und genau diese Liebe wurde sehr in Frage gestellt, mittels maßgeschneiderter Situationen und Menschen, eben das ganze Paket. Alles sehr passend auf mich zugeschnitten und überzeugend ohne Ende, war ja klar. Und deshalb hebe ich den Standard ab sofort noch ein bisschen an und schiebe den Regler nach oben und liebe so wild entschlossen und so hemmungslos und so hingegeben und so voller Begeisterung, dass alles zu spät ist. Und vertraue dieser Liebe so bedingungslos, wie noch nie zuvor. Und gleichzeitig scheiße ich auf jede Erfahrung, die mir das Gegenteil beweisen wollte.

Einer meiner Grundwesenszüge ist Unbekümmertheit. Ich bin so leicht, als könnte ich schweben. Ironischerweise trage ich zur Zeit so viel Verantwortung, wie noch niemals davor in meinem Leben und siehe da, trotzdem leicht. Ich habe allerdings bereits vor Jahren für mein Leben festgelegt, dass für die Liebe alles ganz leicht ist – das ändere ich doch jetzt nicht, nur weil der Wind etwas stärker weht.

In diesem Jahr erlebte ich oft, wie Menschen und zwar solche, auf deren Meinung ich viel gab, mir immer wieder versicherten, dass „es eben nicht ganz so leicht sei.“ Und zusätzlich erlebte ich, dass Umstände mir mit Nachdruck beweisen wollten, dass alles unendlich kompliziert, schwer und im Grunde unüberwindbar ist.

Folgendes, wenn ich der Teufel wäre, dann wäre für mich das Worst-Case Szenario, wenn ich jemandem absolut glaubwürdig beweise, dass er ein hartes Los gezogen hat und für ihn alles sehr schwer ist und er sich daraufhin weigert, bedrückt zu sein. Das würde mich so richtig wütend machen!

Also habe ich entschieden, dass ich in Sachen Unbekümmertsein noch einen ganzen Zahn zulege. Wie wenn ich zu dämlich wäre, die Probleme richtig zu erfassen – zu dumm, die Herausforderungen richtig einzuschätzen. So grenzenlos leichtfüßig, dass man mich für naiv hält. Dabei bin ich das überhaupt nicht – ich setze die Schwierigkeiten nur in Relation zu mir. Und dann kann ich gar nicht anders, als am Rande des Vulkans zu hüpfen, mag er noch so sehr qualmen. Da scheiße ich drauf.

Und weil ich gerade so schön dabei bin, hebe ich noch das Niveau in Sachen Vertrauen an.

Vor Kurzem stand ich in der Küche und mir wurde schlagartig klar: „Ach Kerstin, jetzt freu‘ dich doch, dass alles so beschissen unmöglich aussieht. Dann erleben wir endlich was. Bist du jetzt dabei, oder wie?“ Und da musste ich sehr lachen. Und wie ich dabei bin! Oh man, mir macht sowas sogar richtig Spaß, no risk, no fun und so! Denn wie will ich etwas Großartiges erleben, wenn alles innerhalb der üblichen Komfortzone läuft? Niemals will ich erlauben, dass Gewohnheit und Mittelmaß mein Leben träge und lahmarschig machen. Ich will nicht gutes Mittelmaß – ich will das Beste, Schönste, Krasseste, Aufregendste, Genussvollste, Wundervollste Leben, das jemals auf diesem Planeten stattgefunden hat – darunter stehe ich gar nicht erst auf.

Ich will und kann kein lahmes, kompromissreiches Leben haben – lieber lasse ich mich lebendig begraben. Und vor allem werde ich niemals glauben, dass die Liebe nicht die Allerstärkste ist und spielend leicht mit allem fertig wird, auf jede gegenteilige Erfahrung scheiße ich. Ich weiß ganz genau, dass vieles eine Art Prozess ist und das Meiste nicht von heute auf Morgen klappt, aber die Entscheidung, die treffe ich genau jetzt. Und dabei will ich mich an absolut niemand anderem messen oder orientieren – der Satz „Aber bei anderen läuft es auch nicht anders! Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“ ist für mich nur eine Ausrede.

Nur, weil die Meisten sich mit Mittelmaß arrangieren, deshalb werde ich das noch lange nicht in meinem Leben dulden. Nur, weil andere Unsicherheit, Selbstzweifel, Frust und Druck so oft und so lange zulassen, dass es sich für sie beinahe „normal“ anfühlt, ist es noch lange nicht normal für mich. Nur, weil es als gesellschaftsfähig gilt, immer mal wieder „einen schlechten Tag zu haben“, zu manipulieren, zu mobben oder sich sonst wie Vorteile zu beschaffen, um gut da zu stehen und sei es, dass man über andere herzieht, um sich selbst aufzuwerten, muss ich das noch lange nicht mitmachen. Nur, weil andere jeden Morgen mit Bauchschmerzen aufwachen und dieses Gefühl wie paralysiert akzeptieren, werde ich das keine 5 Minuten in meinem Schlafzimmer dulden. Nur, weil andere aus Angst Entscheidungen treffen, deshalb werde ich noch lange nicht aus Druck voreilig handeln oder vor lauter Schreck ohnmächtig dastehen und gar nichts tun.

Bitte versteht es nicht falsch, ich verurteile keinen oder schaue auf irgendjemanden herab, dem es schlecht geht. Das genaue Gegenteil ist der Fall, vor allem angesichts des letzten Jahres! Ich habe tatsächlich jedes Verständnis dafür und kann es nachvollziehen, aber für mich selbst will ich einen anderen Standard, das ist schon alles.

Ich habe nämlich so richtig Lust, das Niveau an Lebensfreude und Glücklichsein und anzuheben. Das mag zunächst nicht spektakulär aussehen und das Allermeiste davon wird sich sowieso in meinem 4 Wänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielen, das ist mir schon klar. Aber nichtsdestotrotz gebe ich Gas. Und auf alles andere scheiße ich. Denn ich habe nur dieses eine Leben und aus diesem werde ich garantiert das Schönste rausholen, das überhaupt möglich ist. Und keiner kann es mir verbieten. Es kann mich keiner daran hindern, stellt euch vor!

Das Aschenputtelprinzip

Jeder von uns hat schon einmal einen Film über Aschenputtel gesehen oder ein Buch darüber gelesen.

Cinderella ist passiv. Wir alle kennen die Story. Cinderellas Vater stirbt unerwartet früh und auf der Stelle entpuppt sich die Stiefmutter als der Hausdrachen, der die eigentliche Erbin des Anwesens zum Dienstmädchen degradiert. Im Film handelt Cinderella getreu dem Lebensmotto, welches ihre Mutter ihr auf dem Sterbebett hinterließ, hab Mut und sei freundlich. In Cinderellas Fall heißt es aber eher, sei der Fußabstreifer von allen. Obwohl die Stiefmutter täglich das Mädchen mehr und mehr demütigt, lässt Cinderella ohne große Widerworte alles über sich ergehen.

Im eigenen Leben bedeutet das aber, dass Freundlichkeit und Güte nichts mit Opferrolle oder Selbstaufgabe gemeinsam haben. Denn das ist im Grunde ist es moderne Sklaverei. Wenn die anderen einen erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen und auf diese Kosten ihr Leben leben, dann ist es auf jeden Fall der falsche Ort für einen Selbst. Es ist die falsche Gesellschaft, denn dort hat man absolut nichts verloren. Sei es ein Arbeitsverhältnis, eine Beziehung oder familiäre Verhältnisse.

Die Wahrheit ist, dass sich nichts ändern wird, wenn man nicht selbst herausgeht. Nichts. Keine Fee wird erscheinen, keine Maus strickt etwas für einen, kein Prinz kommt angeritten.

Du bist frei. Nichts kann dich an einem Ort halten, an dem du nicht mit Wertschätzung und Liebe behandelt wirst. Du kannst keinen verantwortlich machen – und schon gar nicht die Stiefmutter. Alles zu ertragen, ist kein bisschen mutig. Mutig bedeutet, einen Schritt aus dieser Abhängigkeit zu tun und dann nie mehr zurück zu schauen. Das ist mutig. Und es ist das einzige, was zu dir passt.

Und nicht ein stilles Heulen in der Ecke, weil die Welt so böse ist, obwohl du „immer alles gegeben hast“, und „es immer nur gut gemeint hast.“ Passivität ist eine Energie, die einen klein hält und einen des eigenen Potenzials beraubt – es sind nicht die Menschen. Es ist die passive Haltung. Nur Freiheit und Stärke.

Cinderella lebt in der Vergangenheit. Das Mädchen wird von einer ehemaligen Dienstmagd gefragt, warum sie das Anwesen nicht verlässt und damit das sklavenähnliche Verhältnis zur Stiefmutter beendet – da es ihr offensichtlich dort so schlecht geht. Ihre Antwort lautet: „Weil ich weiß, wie sehr meine Eltern dieses Haus geliebt haben.“

Auch im späteren Verlauf des Films gibt sie sich damit zufrieden, auf dem Dachboden eingesperrt zu bleiben und in den Erinnerungen an den Ball zu schwelgen – sie unternimmt nicht den kleinsten Versuch, ihre Situation zu verändern. Lieber weilt sie gedanklich in der Vergangenheit, weil es „die schönste Zeit ihres Lebens“ war.

Erinnerungen an früher braucht man null. Denn man geht selbstverständlich davon aus, das jeder Augenblick des Lebens immer frisch, immer neu, immer inspirierend ist und deshalb konzentriert man sich mit allem, was man ist, auf die Gegenwart. Immer. Laufen die Gedanken in die Vergangenheit, dann pfeift man sie auf der Stelle zurück, genauso wie einen Hund, der zu weit in den Wald hineinläuft. Man erlaubt sich keine Ausflüge ins Gestern, kein Schwelgen in den letzten 10 Jahren, kein melancholisches Verweilen in den früheren Tagen. Mögen sie auch noch so schön und ich so jung gewesen sein.

Das hat zwei Gründe, denn in der Vergangenheit kann man nichts verändern. Egal, wie schlimm oder schön etwas war, es ist bereits vergangen. Man hat keine Möglichkeit, auch nur das kleinste bisschen, etwas daran zu ändern – so sehr man es sich wünschst! Es ist also quasi verbrauchte Energie, in die man seine neue Energie investiert. Nachher malt man sich alles noch schöner aus, als es tatsächlich war. Gott bewahre!

Außerdem macht man es eben so. Take this! Manchmal muss man einfach vertrauen, auch wenn das Hirn nicht alles nachvollziehen kann. Will man den Weg gehen, dann heißt es, hier geblieben und nicht nach hinten geschaut. Es wird eh immer schöner, immer stärker, immer freier. Da braucht man die Vergangenheit nicht.

Ja, es stimmt, die Vergangenheit hat einem zu dem gemacht, was man heute ist. Aber es geht nur weiter, wenn man das als gegeben annimmt und sich auf die Zukunft konzentriert. Mal kurz innehalten und schauen was man alles erreicht hat ist okay, aber dann tritt man sich wieder in den Hintern und weiter geht’s.

Deine Entscheidung, deine Verantwortung. Aber heul‘ nicht rum, dass die Stiefmutter so böse war.

Ach ja, das bringt mich direkt zu nächsten Punkt, denn Cinderella ist entsetzt über die Bosheit anderer. Es gibt eine Stelle zum Ende des Films, als Cinderella ihre Augen entsetzt aufreißt, und die Stiefmutter absolut verwundert fragt: „Warum bist du so grausam?“

Das war meine liebste „Kopf-Tisch“ – Situation im Film, „warum bist du so böse zu mir?“ Ich habe dir doch nichts getan? Ich war doch stets lieb und du dankst es mir nicht? Wie kann man nur so gemein sein?

Das ist im wahren Leben auch so, denn die Welt ist böse und es gibt darin viele Arschlöcher.  Wer das Gegenteil glaubt, der lebt in einem Märchen. Ne, es ist keinesfalls „alles Liebe, jeder Mensch, jedes Tier, jeder Baum.“ – das ist nur so ein esoterisches Geschwafel.

Wir sind nicht auf diesem Planeten, um Arschlöcher zu gewinnen, ihnen hinterher zu laufen oder es ihnen recht zu machen! Es gibt so viele Menschen, die einen lieben, wertschätzen und unendlich dankbar dafür sind, Zeit mit einem verbringen zu dürfen. Deshalb verschwende keinen einzigen Gedanken an die Arschlöcher. Keine Person der Welt ist es Wert, dass man sich von ihr schlecht behandeln lässt. Keine.

Also braucht man nicht verwundert sein, wenn er oder sie mal wieder „so gemein“ zu einem ist, obwohl man „nur das Beste für sie“ wollte. Das Beste ist, wenn man nicht länger in der Nähe der miesen Energien ist. Das zieht einen nur runter. Da draußen gibt’s eine Welt, die nur auf einen wartet – voller neuer Chancen, Möglichkeiten und Abenteuer. Also heul nicht rum, wie gemein jemand zu dir war und sei nicht entsetzt darüber, sei einfach dankbar.

Der letzte Punkt ist, dass sich Cinderellas Leben durch einen Zufall verändert. Denn sie reitet in den Wald und rein zufällig begegnet sie dort dem Prinzen auf der Jagd. Die Stiefmutter verbietet ihr, auf den Ball zu gehen und rein zufällig erscheint eine Fee, die alles klar macht, Outfit, Styling und Transportmöglichkeiten inbegriffen. Was tut Cinderella dafür? Nichts. Reiner Zufall. Glück eben.

Manche haben eben Glück, oder? Und manche schon wieder Pech, da kann man nichts machen, stimmt’s? Wenn man darauf wartet, dass eines Tages eine Fee erscheint und einen aus seiner langweiligen Misere herausholt, dann kann man sich schon mal für die Hauptrolle der nächsten Dornröschen-Verfilmung bewerben. Nichts wird sich ändern, wenn man nicht eine Entscheidung trifft.

Die wenigsten Dinge sind Glück – dieses „auf einmal kam ein Prinz und alles wurde anders.“ Allen Veränderungen geht eine innere Entscheidung voraus – eine Art Bewusstsein, das etwas anders werden soll. Die Art, wie man das Leben sieht. Ein Bewusstsein, wer man ist. Eben keine Magd, sondern eine Erbin.

Manche meinen, ich hätte „so ein Glück“, dass ich einen so tollen Job habe – „so ein Glück“, dass meine Familie meine Entscheidung unterstützt. Natürlich ist es ein riesiges Geschenk und ein Privileg, denn ohne bestimmte praktische Voraussetzungen wäre es einfach nicht gegangen. Aber das ist der allerkleinste Teil daran!

Ich hatte kein „Glück“, ich habe es einfach entschieden. Ja, ich mache das und dann gehandelt. Ich hatte kein „Glück“ – ich habe mir einfach diesen tollen Job herausgesucht, der mich ausfüllt und mir unendlich Spaß macht. Einen anderen hätte ich gar nicht gewollt.

Das kam nicht einfach so, es ist nur ein Ausdruck meines Bewusstseins, dieses „nichts ist unmöglich“, dieses „warum nicht etwas Außergewöhnliches machen?“, dieses „wenn ich schon dieses Leben geschenkt bekommen habe, dann ist es an mir, daraus das Schönste zu machen, was geht.“.

Den Job hat mir weder eine Fee gezaubert, noch eine Maus gebastelt, noch kam es auf einmal *zauberzauber* vom Himmel – das hatte alles mit meinen eigenen Herzenshaltung zu tun. Und den Entscheidungen, die ich darauf hin getroffen und den Schritten, die ich logischerweise darauf hin unternommen habe. Und ja – daraufhin ergaben sich auf einmal Möglichkeiten. Ich bekam ein Auto zur Verfügung gestellt. Ich darf mich weiterentwickeln und als Führungskraft arbeiten. Ich darf an der Hochschule unterrichten. Der Wahnsinn – und reine Geschenke, für die ich absolut nichts getan habe und für die ich sehr dankbar bin! All das hätte ich aber nie erlebt, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte.

Verstehst du, ich bin kein Fan von diesem „work hard on your success.“ – das kann schließlich jeder, dafür braucht man Gott nicht. Aber wenn ich schon alles von Gott geschenkt bekommen habe und ich absolut frei bin – dann werde ich mein Leben mir Sicherheit nicht der Passivität oder der Angst zur Verfügung stellen. Denn mir ist absolut bewusst, wer ich bin. Und dafür bin ich mir nun echt zu kostbar.

Mach es einfach und hab Spaß dabei.

Die kleinen, alltäglichen Dinge

Es gibt ein paar einfache Verhaltensweisen, die den Alltag nicht nur enorm erleichtern, sondern auch vor unangenehmen Augenblicken und Situationen und andere vor dem Fremdschämen bewahren. Einigen steckt es im Blut, einige hatten ein Elternhaus, in dem Wert auf gutes Benehmen gelegt wurde, anderen hat man es entweder nie erzählt oder sie achten einfach nicht darauf. Es sind nur ein paar wenige, ganz konkrete Dinge – nichts Tiefgründiges, völlig Unbekanntes, Weltveränderndes oder Lebensnotwendiges. Es sind Dinge, die man auch mit dem altmodischen Wort „Anstand“ bezeichnen könnte.

Wird man von jemandem beschenkt, dann sollte man auf keinen Fall erwidern, dass das nicht nötig gewesen wäre. Damit degradiert man sich nur selbst. Wäre das Geschenk nämlich nötig gewesen, dann wäre es im Grunde kein echtes Geschenk, sondern nur eine Mangelbeseitigung und würde einen herabsetzen, anstatt dich zu würdigen. Jeder ist es wert, dass man ihn beschenkt – oft, spontan und unerwartet. Also freue dich, sage danke und genieße es. Das war’s.

Bezahlt man etwas an der Kasse, wird man im Restaurant bedient, kauft sich einen Burger, gibt seine Sachen bei der Reinigung ab, bekommt frische Handtücher vom Zimmerservice, dann schaut man den Menschen in die Augen. Und wenn es nur 2 Sekunden lang ist, anschauen. Nicht das Kassenband, nicht die Rechnung, nicht die Hemden, nicht den Tankbeleg, den Menschen in die Augen schauen. Ja, man hat viel zu tun und ja, vielleicht ist man gerade mit seinen Gedanken woanders und ja, heute nicht so ein Tag – aber das sind nur lahme Ausreden. Nichts ist kostbarer als Menschen, wegen ihnen ist man auf dieser Welt!

Geht man mit jemanden etwas trinken oder essen, dann übernimmt man die Rechnung. Einfach grundsätzlich. Nichts ist schlimmer, als mit einem Mann einen Kaffee zu trinken und auf die Frage der Bedienung „Geht es zusammen?“ die Antwort zu hören: „Getrennt.“ Danach ist alles gelaufen. Macht das nie, nie, niemals. Ist man ein Mann, dann verinnerliche das bitte für immer: du übernimmst die Rechnung. Ist man eine Frau, dann übernehme die Rechnung, so oft es geht. Ist man eine Mutter oder ein Vater, dann trichtere es den Söhnen ein. Ja, auch Töchtern, aber noch mehr den Söhnen, sie sollen schnell sein wie der Blitz. Mache es diskret, ohne großes Tamtam, am besten sich kurz endschuldigen und auf dem Weg zur Toilette bezahlen. Mache ja kein Aufheben darum. Merke: du übernimmst die Rechnung. Großzügigkeit ist ein wichtiger Wesenszug. Frage nicht, tue es einfach und freue dich darüber.

Besucht einen jemand, egal ob spontan oder erwartet, dann frage innerhalb der ersten Sekunden ob man etwas zu trinken anbieten kann. Gerne auch schon direkt mit einer Auswahl, denn dann nimmt man die Option, dass man sich bloß keine Umstände machen soll, schon gleich vorweg. Lasse es nicht zu, dass die Person von selbst fragen muss, denn nichts ist unangenehmer und lässt den andere sich unwillkommener fühlen.

Kommt man in einen Raum hinein, ist neu, unbekannt und unsicher, dann gilt grundsätzlich, auf die Menschen zugehen, ihnen in die Augen schauen, Hand ausstrecken, sich vorstellen und kurz lächeln. Kommt immer besser, als unsicher in der Ecke zu stehen oder einfach ohne Körperkontakt „Hallo“ zu sagen. Denk immer dran den Menschen dabei in die Augen zu schauen. Nicht den Fußboden begrüßen. Nicht die eigene Hand. Nicht den Horizont.

Ist man mit jemandem zusammen, dann checke nicht das Handy, weder das eigene und schon gar nicht das des Anderen. Gar nicht. Auch, wenn ihr gerade nichts redet. Sollte es dringend notwendig sein, dann mache es einmal und frage das Gegenüber, ob es ihm etwas ausmacht, wenn man kurz nach etwas Wichtigem schaut. Ist man ein Mann und checkt das Handy während eines Dates, over und aus. Gib der Person nicht das Gefühl, dass ihre Gegenwart weniger Stellenwert hat, als eine virtuelle Nachricht. Man fängt ja auch nicht an, Zeitung oder ein Buch zu lesen. Ist man eng befreundet, verbringt Stunden gemeinsam und die Atmosphäre ist sehr locker, dann ist es natürlich etwas anderes, aber jeder kennt den Unterschied genau. Im Zweifelsfall immer einmal weniger draufschauen.

Macht man jemandem ein Kompliment, dann verpacke es nicht als Beleidigung. „Früher fand ich dich arrogant – dabei bist du eigentlich wirklich nett.“ „Die neue Frisur steht dir gut – mit der alten sahst du so altbacken aus.“ „Dieses Kleid ist endlich mal etwas anderes im Vergleich zu deinen ständigen Jeanshosen.“ Über so etwas braucht sich keiner freuen, das ist einfach nur unterste Schublade. Und nein, es ist nicht ehrlich, im Gegenteil, es ist unhöflich, verletzend und unverschämt. Man muss nicht alles gut finden, überall Komplimente verteilen und lobhudeln, aber wenn man nichts Positives sagen kann, dann sollte man lieber gar nichts sagen. 

Ach, wo wir gerade beim Thema sind. Die miesesten Antworten auf Komplimente – „Ja, tolle Jacke, nicht? Hat nur 20,-€ gekostet!“ „Der Rock gefällt dir? Ach, das alte Ding… das habe ich schon ewig!“ Damit stellt man das Urteilsvermögen der anderen Person in Frage, indem man ein Teil, welches ihm an einem gefällt, als alt und damit nichts Besonderes bezeichnet. Außer, man wurde explizit gefragt, ob man das Teil neu hat. „Ja, aber ich habe immer noch 8 Kilo zu viel wegen der Schwangerschaft.“ Als Antwort auf ein Kompliment wegen der schlanken Beine, etc. Warum das Schöne sofort entwerten und relativieren? Genieße einfach die schönen Beine und halt den Mund.

Dasgilt nicht nur im Knigge, sondern auch im Job, im Dienstleistungssektor ganz besonders, in Beziehungen, im allgemeinen Alltag mit anderen. Ist mal etwas nicht so gut gelaufen und man hat Mist gebaut, dann gebe es einfach zu. Ohne Minderwertigkeit, ohne stundenlanges Rechtfertigen, ohne Rechthaberei, ohne ewig lange Erklärungen, ohne sich hinter Ausreden zu verstecken: „Ja, das war ein Fehler von mir. Es tut mir leid.“ Stehe dazu. Ganz einfach. Dieser Rat hilft enorm weiter und die meisten blöden Situationen werden sofort entschärft. Vor allem macht niemand absichtlich Fehler.

Geht man durch eine Türe, dann schaue hinter dich und halte sie offen, falls einer hinter dir läuft. Ja, mache es einfach. Im Aufzug wartet man immer, bis die anderen herausgehen, bevor man selbst hineingeht. Genauso im Bus oder in der Bahn. Sich währenddessen schon reinzuquetschen zeugt nicht nur von schlechten Manieren, es zeigt auch, dass man im Stress ist. Und du weißt doch: Wer’s eilig hat, ist ein Laufbursche. Wer Zeit hat, ist ein König. Das wusstet ihr alle schon. Also einfach machen und genießen.

Du hast die Wahl

Du bist niemals in einer ausweglosen Situation. Nie. Egal, was man bisher erlebt hat und ungeachtet der momentanen Sachlage. Denn man hat jede Sekunde die Wahl: leben oder gelebt werden. Gelebt zu werden ist so leicht, denn Angebote gibt es genügend. Sobald man sich gedanklich um eine Sache dreht, sobald sie Einfluss auf die Tagesstimmung hat, sobald ein Umstand viel Raum in deinem Kopf beansprucht – wird man von ihm gelebt. Es ist kaum vorstellbar, von welchen Dingen die Menschen gelebt werden!

Sie lassen sich von ihrem Partner und seinen Launen leben. Einige lassen sich sogar von ihrem Ex-Partner leben, der hält sie schön beschäftigt oder sie werden vom momentanen Stand ihres Kontos gelebt. Manche leben ihre Firma – egal, ob sie der Chef oder nur Angestellter sind. Viele lassen sich von ihren Kindern leben – wenn alles mit den Kindern gut läuft, sind sie happy. Klappt es weniger oder gibt es ernste Schwierigkeiten, schon ist es vorbei mit der Unbeschwertheit. Bei einigen entscheidet ihr eigener Körper über ihren Tag, haben sie Schmerzen oder Beschwerden, ist der Tag gelaufen. Einige leben ihr Hobby, ihren Blog und die Meinung der Leser, ihr Haustier, das Wetter, sogar der Wochentag.

Man kann auch übrigens von positiven Dingen gelebt werden! Vom schönen Haus, toller Partnerschaft, vom Karrieresprung, neuem Auto, Baby, etc. Das ist aber auch nur eine Variante des Oberen. Es ist kein Unterschied. Das ist ein umständliches Leben, denn man richtet sich dabei nur nach den Umständen und reagierst lediglich auf äußere Situationen und ist ein Spielball der Umstände. Aber das will man nicht und dafür ist man auch nicht auf dieser Welt.

Keiner sagt, dass es keine Herausforderungen gibt. Umstände kommen und gehen, mal sind sie unscheinbar, mal wirklich herausfordernd. Aber sich gedanklich darum zu drehen, sich Sorgen zu machen, die Zukunft in düstersten Farben auszumalen oder gar am Sinn des Lebens zu zweifeln hat einen doch bisher auch nicht weitergebracht. Es gibt ein Leben, das darüber ist. Eine Energie, die einen aus all dem heraushebt und einen darüber stellt. Weit über die Umstände, ganz hoch über die gedanklichen Beschäftigungsangebote. Der Weg ist Liebe.

Und man hat die Wahl, denn man kann sich dieser Liebe anvertrauen oder weiterhin versuchen, mit allem alleine klar zu kommen. Man kann ihr den ersten Platz einräumen und sich für sie entscheiden oder sich weiter im Gedankenkarusell drehen. Aber mal unter uns: hast du es nicht einfach satt? Denn der Weg darüber hinaus ist so beschwingt, so leicht, so inspirierend, so geladen mit Freude und Energie. Während man die Liebe genießt, ordnet sie die Dinge für einen, sie bestimmt die äußeren Umstände, alles richtet sich nach einem aus und einem selbst fällt es meistens gar nicht so auf, weil man sich einfach darauf einlässt.

Man hat jeden Tag die Wahl und kann sich immer wieder neu entscheiden. Für sich und sein Leben, für sein Glück und die Dinge, die im Leben wichtig sind. Dann lebt man das einfach und lässt sich nicht weiter ablenken. Jedes Leben ist anders und andere Menschen machen die Dinge nun mal anders. Ein Vergleich lohnt sich hier nicht.

Du hast immer die Wahl. Immer! Lass dir niemals erzählen, dass deine Situation ausweglos ist – ganz egal, wie ausweglos es gerade aussieht. Lass dir nicht erzählen, dass du ein besonders schwerer Fall bist, dass du die berühmte Ausnahme bist, bei der es nicht klappt. Lass dir nicht einreden, dass auf dich nur Armut, Krankheit, Liebeskummer, Einsamkeit, Misserfolg und Pech warten. Wenn der Umstand dich so zulabert, und dir dauernd seine Schreckensvisionen vor Augen malt, dann ist hier deine Wahl.

Du bist unendlich stark. Du bist viel stärker als du denkst. Du bist die berühmte Ausnahme, bei der alles klappt und sich alles zum Guten wendet. Du bist der Glückspilz der Nation. Du bist die personifizierte Liebe. Du brauchst nichts von außen, um glücklich und erfüllt zu sein. Du bist immer entspannt und voller Freude – nichts bringt dich aus der Ruhe. Du bist schön, stark, frei, kreativ, voller Attraktivität, Leidenschaft und Power. Du tust allen gut, die dir begegnen. Deine Vergangenheit zählt nicht, deine Zukunft ist gesichert. Dein Leben nimmt ständig zu an Liebe, Freude, Genuss und Erfolg. Dir ist nichts unmöglich. Du bist der Inbegriff von Leben.

Hör mal, du hast die Wahl. Ist ein freies Land hier und es kann dich keiner zwingen, dich scheiße zu fühlen. Aber es kann dich keiner dazu bewegen, länger das Opfer der Umstände zu sein, wenn du kein Opfer sein willst.

In der Vergangenheit gibt es nichts Gutes, nichts, das einen weiterbringen würde, nichts Inspirierendes oder Kreatives – Vergangenheit ist quasi verbrauchte Energie. Deshalb ist es so wichtig im hier und jetzt zu leben und die frische Energie mitzunehmen. Deshalb hören wir jetzt mal auf uns selbst zu bemitleiden und lassen uns einfach auf die Dinge ein. Je positiver man denkt, umso positiver entwickeln sich die Dinge. Man muss sich drauf einlassen und es zulassen und locker bleiben.

Wir sind viel zu kostbar um gelebt zu werden. „Bedeutet es, dass ich mich gar nicht um die Dinge kümmere?“ Nein, keinesfalls! Man ist äußerst zielgerichtet und effektiv und dabei stets erfolgreich. Man packt die Dinge an und erledigst alles, was ansteht. Aber man lässt sich gedanklich nicht damit beschäftigen oder gar runterziehen. Wenn man alleine nicht weiter kommt, dann ist man groß genug Hilfe anzunehmen.

Die Umstände werden sich verändern und man muss einfach Geduld haben. Du kannst dich immer entscheiden. Immer. Du hast die Wahl. Der beste Zeitpunkt dazu ist jetzt.

Das Leben ist schön

Ich liebe den Alltag. Ehrlich! Ich mag es, schon morgens ganz früh diese unendliche Energie in mir zu spüren, ich liebe es, voller Vorfreude auf den Tag zu sein, ich mag den Blick in den Spiegel, selbst, wenn ich meine Augen kaum aufkriege, ich lieb die Gegenwart und die Schönheit der Menschen um mich herum – morgens wortkarg, verschlafen und so zum Anbeißen süß, mittags voller Neuigkeiten, bisschen aufgekratzt und nicht minder süß, ich liebe die alltäglichen kleinen und großen Dinge, einfaches gutes Essen, auf das sich alle freuen, kreative Arbeit, den Humor der Teenies und ständiges Lachen, ich liebe es, überall wo ich hingehe, die Lebensfreude und das Glück fließen zu lassen, ich fühle mich so wohl in meiner Haut, wenn ich mit mir alleine bin, ich genieße es, unterwegs zu sein und von vielen Menschen umgeben, ich bin glücklich und brauche nicht mal einen Grund dafür – ich liebe jede Sekunde des Alltags, so sieht’s aus.

Das Wochenende lieb ich auch, da gibt’s keinen Unterschied. Ich finde, dass jeder Tag ein einziges Abenteuer ist, eine Schatzsuche, ein Highlight, eine aufregende und enorm schöne Angelegenheit! Klar gibt es in den Umständen manchmal die Dinge, die weniger schön sind, einen herausfordern oder einfach nerven. Aber das ist nicht mein Fokus. Das meiste nehme ich überhaupt nicht als Herausforderung wahr! Ich konzentriere mich einfach auf das Starke, das Schöne, das Ermutigende, das Lebendige. Ab und zu ist es eine bewusste Entscheidung, in den meisten Fällen fällt es mir aber kaum auf.

Stärke bringt Stärke hervor. Schönheit bringt Schönheit hervor. Liebe bringt Liebe hervor. Inspiration bringt Inspiration hervor.

Es ist nicht die Beschäftigung mit Problemen, Leid, Abgründen und Missständen, die einen stark, kühn, strahlend und energiegeladen macht. Es ist nicht das Analysieren und Durchdenken, das Grübeln und Besprechen, das Austauschen über Herausforderungen. Es ist nicht das Zusammensein mit Menschen, die „dieselben Probleme wie ich haben… die verstehen wenigstens, wie es mir geht.“. Ich weiß, die Versuchung ist groß, aber damit gibt man dem Problem erst das eigentliche Gewicht. Oft ist der Umstand nicht so bedeutend, außer, man gibt ihm Bedeutung. Im Denken, Sprechen und dem Stellenwert, den es zeitlich bei einem haben darf.

Solange man glaubt, dass man nichts dagegen machen kann, wird man immer unter den Umständen leben, anstatt über den Dingen zu stehen. Es wird sich nichts ändern. Solange man den Umständen, anderen Menschen oder Fremd-Energien freiwillig erlaubt, sein Denken und sein Fühlen zu kontrollieren und zu bestimmen, wird es ein ewiges Auf und Ab. Und glaub mir: das ist unheimlich anstrengend und raubt einem so viel Kraft! Kraft, die man in viel genialere Dinge investieren könntest, da gibt es doch jeden Tag so viel zu genießen und zu entdecken!

Ich lasse die Dinge einfach an mir arbeiten und ich lasse mich drauf ein. Auch wenn es mir manchmal suspekt vorkommt. Ich kann mich schon mal freuen, es krachen lassen, jede Sekunde ganz intensiv erleben, die Anderen mitreißen und begeistern. Ich weiß ja, dass alles bei mir passt und was nicht passt, dafür bin ich nicht zuständig.

Willst du andere stark machen? Dann sei einfach stark. Willst du andere glücklich machen? Dann sei einfach selbst glücklich. Willst du andere inspirieren? Dann sei eine Inspiration.

Glaub mir: du bist es bereits, du hast nur keine Ahnung davon, weil du so viel Scheiß mit dir herumschleppst und dich mit so viel Scheiß beschäftigst! Und dann hängst du dauernd mit Menschen zusammen, die im demselben Dreck herumwühlen.

Ich hab’s satt, wenn man ständig unter seinen Standard geht und einen irgendwas bedrückt, quält, kleinmacht und nicht sein Potenzial ausschöpfen lässt – ich hab’s einfach so satt! Ob ich nun sympathisch bin oder nicht, ist mir auch egal.

Hier ist die Abteilung außergewöhnliches, extremes, wunderschönes Leben! Sich einfach mal drauf einlassen, so richtig reinfallen lassen und die Dinge machen lassen. Es einfach genießen, so feste, dass man gar nicht mehr weiß wo oben und unten ist und man nur noch selbst übrig bleibt, stark, strahlend, heftig und wunderschön!

Man braucht sich nur hinzugeben, zu vertrauen und immer weiter zu gehen, anstatt stehen zu bleiben. Jetzt mach einmal im Leben etwas Außergewöhnliches, indem man jemanden glaubt und sich einfach drauf einlässt. Das macht einen größer, schöner und stärker. Es setzt einen frei und inspiriert die Augen zu öffnen, um die Sicht wieder klar zu machen.

Es ist wichtig sich nicht mehr auf komische, schwache, jämmerliche, armselige, sich selbst in Zweifel ziehende Energien einzulassen. Auch, wenn sie sich als deine eigenen Gedanken verkleiden. Immer locker und entspannt, immer unbeeindruckt von den Meinungen anderer, immer voller Kreativität und Ideen, immer mit Humor und Lebenslust, immer locker. Ich weiß, etwas einseitig mit der Lockerheit, aber bei dem ganzen Krampf, den man bisher veranstaltet hat, muss jetzt etwas Gegengewicht gesetzt werden. Das passt schon so.

So machen wir das jetzt. Das wird richtig gut.

Be great

Ein gesunden Selbstbewusstsein ist die Grundlage für alles, denn man freut sich an am Leben im Allgemeinen und an sich selbst im Speziellen, die Arbeit läuft einem leicht von der Hand und man ist erfolgreich, die Menschen sind glücklich in der eigenen Nähe und alles fällt einem scheinbar mühelos zu.

Ist das Selbstbewusstsein dagegen am Boden, ist alles irgendwie schwer und anstrengend, nichts will richtig klappen und man ist down. Man kämpft so vor sich hin, ist uninspiriert und fühlt sich unbedeutend.

Ich verrate dir, wie du Tag für Tag dein Selbstbewusstsein untergräbst bis es kaum noch vorhanden ist und das sogar ganz oft, ohne sich dessen bewusst zu sein, ohne irgendwelche böse Absicht, sondern ganz unwissend. Wenn du Wert darauf legst, dass dein Selbstbewusstsein als Teppichbelag dient, weil es so sehr am Boden liegt, dann ist das hier die beste Anleitung überhaupt.

Wie man sein Selbstbewusstsein zerstört ist einfach, denn man muss nur darüber nachdenken, was alles nicht läuft. Am besten eignen sich dazu die Nächte, weil man da wenig von anderen Dingen abgelenkt ist und zur Not klappt es aber auch tagsüber hervorragend. Vielleicht ist das Konto gerade leer, man findet keinen Partner, egal, wie sehr man sich bemüht, die Wohnsituation ist ungewiss, jemand hat einem großen Schaden zugefügt oder gesundheitliche Probleme machen sich breit.

Sind die Umstände gerade im Großen und Ganzen passend? Man wird garantiert etwas finden, das nicht optimal ist. Vielleicht nervt die Arbeitskollegin oder man kann sich keinen Urlaub leisten oder die Oberschenkel sind dick? Ich verspreche dir, jeder findet etwas, wenn er nur ausdauernd genug überlegt!

Sollte man tatsächlich seine Probleme für eine Zeitlang vergessen, gibt es sichere Abhilfe von außen. Denn ganz bestimmt flattert demnächst eine Rechnung ins Haus, um einen an seine miesen Finanzen zu erinnern oder der Teenager flippt so richtig schön aus und stellt in Null Komma Nix die gesamte Erziehung in Frage. Manchmal reicht es schon, wenn einen keiner anruft und zwar tage- und wochenlang und schon grübelt man, warum man so einsam ist. Oder man wird kaum beachtet und zwar von Menschen, deren Aufmerksamkeit einem wichtig ist. Egal, woher die Erinnerung-an-Schwierigkeiten kommt, man sollte dem Problem immer genügend Raum im Kopf und genügend Zeit im Alltag geben. Nur auf diese Weise wird es richtig schön groß und überschattet deine Persönlichkeit. Denn wer bist du schon, wenn es bei dir so schlecht läuft?

Doch das kann man sehr wohl vermeiden. Bei Problemen gilt folgende Vorgehensweise und die braucht nicht viel Zeit. Gibt es gerade eine Lösung? Falls ja, dann löse das Problem. Falls nein, dann höre auf, dich damit zu beschäftigen und vertraue, dass die Lösung zur richtigen Zeit kommt. Weigere dich entschieden, dich länger als nötig dem Problem zu widmen.

Das bedeutet nicht, dass es immer leicht ist, im Gegenteil. Denn das Problem wird alles in seiner Macht stehende tun, um dir zu beweisen, dass es stärker ist als du, dass du absolut überfordert, unfähig, und viel zu klein und zu schwach bist, um es zu lösen. Das ist das Ziel des Ganzen. Das gräbt sich dann tief in dein Bewusstsein ein und dementsprechend fühlt man sich. Nämlich unfähig, klein und schwach.

Deshalb hat man gar keine andere Wahl als dem entschieden und vehement entgegen zu wirken. Das geht so, man identifiziert sich Null mit dem Problem. Man ist nicht die, die keinen Mann halten konnte und auch nicht der, der nicht richtig Geld verdient und schon gar nicht die, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Es sei denn man will das noch ewig so weitermachen, ansonsten sollte man das Ganze hier und heute beenden und sich nicht länger über seine Umstände, Erfahrungen oder darüber, was bei einem alles nicht klappt, definieren. Man legt das jetzt für das eigene Leben ganz neu fest, ungeachtet des Umstandes, der ganz laut schreit. Und ja, schreien, das kann er. Wie so ein wildgewordener Dreijähriger in seiner schönsten Trotzphase mitten vor dem Süßigkeitenregal.

Stattdessen legt man fest, dass man pure Stäte ist. Ebenso wie Überlegenheit und Größe und Würde. Kein Problem und kein Umstand wird einen vom Gegenteil überzeugen können. Man steht wie eine deutsche Eiche und hält an sich und dem, was man bereits festgelegt hat, stand. Obwohl sich das Problem noch kein bisschen verändert hat und es nicht „schon besser geworden ist“. Man bleibt dabei, ist die Allerstärkste und kann alles, was sich einem entgegenstellt, mit Leichtigkeit lösen. Man überwindet jede Schwierigkeit und wird nur noch stärker und selbstbewusster dadurch. Man geht durch Umstände hindurch wie ein Elefant durch eine Ameisenstrasse, völlig unbeeindruckt. Man tanzt im Regen, lacht im Sturm und man fliegt, während alle anderen am Boden bleiben.

Auf Gefühle kann man da gerade keine Rücksicht nehmen, denn die machen Panik, drehen hohl und reagieren nur auf die Umstände. Eins kann ich dir nämlich versprechen: die Gefühle werden einem über Kurz oder Lang folgen und man wird die Stärke tatsächlich auch fühlen. Und dann wird der Umstand folgen und wird sich lösen.

Und was übrig bleibt, ist ein Bewusstsein, welches da heißt: ich bin die Stärkste. Die Souveräne. Die, die nichts stoppen kann. Die, die jede Schwierigkeit mit Freude überwindet.

Und das ist das schönste und gesundeste Selbstbewusstsein überhaupt!
Lass dir nichts anderes einreden

Sei selbstbewusst

Selbstbewusstsein. Ich mag dieses Wort. Es bedeutet nämlich: ich bin mir selbst meines Seins bewusst. Es drückt aus, dass einem klar ist, wer man ist – seine Persönlichkeit ist so gefestigt, dass man ganz genau weißt: das bin ich. Und das. Und dann bin ich noch das. Je klarer und genauer man das nämlich weiß, also je mehr man sich bewusst ist, wer man ist, je stärker folglich das Selbstbewusstsein ausgeprägt ist, umso schöner, leichter, entspannter und gleichzeitig erfolgreicher und schöner ist das Leben.

Warum das so ist? Weil man als logische Folge davon ganz genau weiß, wenn ich das hier bin, dann bin ich jenes dort auf keinen Fall. Man macht sich keine Gedanken darüber, was dieser und jener über einen denkt oder meint, man ist nicht manipulierbar und stehst fest in sich. Wie eine deutsche Eiche. Man macht sich keinen Kopf um Dinge, die einen nichts angehen und kann die Zeit, die man aufgrund dessen gewonnen hat, optimal nutzen. Zum Eis essen zum Beispiel oder zum Kleiderschrank aufräumen oder zum Knutschen – so Dinge eben, die tatsächlich sinnvoll sind.

Ist das Selbstbewusstsein allerdings nicht besonders ausgeprägt, dann wird alles sehr anstrengend. Man ist unsicher und immer wieder orientierungslos und vertraut mehr auf den Rat anderer als auf das, was das Herz einem sagt. Bei manchen Menschen wurde das Selbstbewusstsein sogar systematisch zerstört, durch bestimmte Umständekonstellationen und Erfahrungen mit anderen Personen.

Um sein Selbstbewusstsein zu zerstören braucht man nur einen ganz simplen Trick anwenden. Vergleiche dich mit anderen, aber nicht etwa mit Gisele Bündchen oder Bill Gates, sondern mit welchen, die dir zumindest etwas ähneln. Wie zum Beispiel die ehemaligen Schulkameraden, was haben diese geschafft im Gegensatz zu dir? Bestimmt eine glänzende Karriere als Großkonzernvorstand oder Gründer einer Online-Plattform hingelegt, während es bei einem selbst leider nur für den Schreibtisch-Job gereicht hat. Oder man ist gerade auf Arbeitssuche und nichts klappt, obwohl es die 30te Bewerbung war.

Man kann sich aber auch mit einer beliebigen Person in seinem Alter vergleichen, diese hat 2 Kinder, ein abbezahltes Reihenhaus und einen Labrador und man selbst? Eine Etagenwohnung, ein Fahrrad und noch nicht mal einen Hamster, der ist nämlich aus unerklärlichen Gründen innerhalb von 2 Wochen gestorben. Man kann dir nichts anvertrauen.

Auch sehr schön, suche jemanden, der in einer ähnlichen Branche wie du arbeitet und schaue dir genau an, wo er beruflich besser abschneidet als du. Vielleicht wurde er sogar erst vor Kurzem in der Firma angestellt und ist trotzdem erfolgreicher als du. Du dagegen schuftest Tag und Tag, aber dein Einsatz wird nicht beachtet.

Vielleicht läuft das Vergleichen auf einer flacheren Ebene ab, die aber jedes Mal sehr zuverlässig funktioniert: nehme dazu dein Äußeres – anything goes! Fange bei Bauch Beine Po an und ende bei der Anzahl der Falten oder Pickel, klappt super. Du wirst ganz sicher jemanden finden, der noch schöner, jünger, schlanker ist als du.

Schaue dir diese Menschen also genau an und tue dann Folgendes: vergleichen, vergleichen, vergleichen. Ich garantiere dir, dass dein Selbstbewusstsein so platt wie eine Flunder sein wird. Wie eine plattgefahrene Flunder. Und jetzt unter uns: wer will schon einer Flunder ähneln? Und was ist an einem schwachen, unstabilen und unsicheren Menschen attraktiv – jemandem, der selbst nicht so recht weiß, wer er ist, was er will, und wohin mit sich?

Doch das kann man auch vermeiden und auch hierfür ist das Gegenmittel ganz einfach. Ich sag Folgendes dazu, denn so einzigartig, wie du es bist, so einzigartig ist auch dein Lebensweg. Du kannst ihn weder an jemand anderem messen, noch darfst du einen Maßstab anlegen. Das ist nämlich höchst entmutigend und sogar zerstörerisch.

Wer ein außergewöhnliches Leben leben möchte, der muss einen außergewöhnlichen Weg gehen. Einen Weg, den so zuvor vielleicht noch niemand gegangen ist. Dieser Weg wird mitunter von Herausforderungen geprägt sein, denn eins weiß ich ganz sicher: jeder Person, deren Herz für neue, große und starke Dinge brennt, die diese Welt eventuell verändern könnten, werden Steine in den Weg gelegt. Und zwar so, dass sie im Vergleich mit Anderen scheinbar kaum etwas Zustande bringt. Ihr wird alles und jeder als Vergleich angeboten, nur damit sie sich hinterher minderwertig, schwach und verunsichert fühlt. War ja einfach.

Du fällst nicht auf diesen Trick ein! Diesen Gefallen tust du keinem. Deine Persönlichkeit ist viel zu kostbar, deine Einzigartigkeit zu edel, um in einen Wettbewerb mit anderen zu treten. Das ist deiner einfach nicht würdig, – für so einen Mist haben wir einfach keine Zeit.

Sich mit anderen zu messen bringt einen kein Stück weiter, sondern lenkt den Fokus von deinem speziellen, einzigartigen Lebensweg ab. Und dieser ist für jeden präzise und perfekt vorbereitet. Darauf kannst man sich absolut verlassen. Ich versichere dir, aus den verrücktesten, schlimmsten und schrägsten Umständen und Situationen kann etwas Großartiges entstehen. Etwas, dass diese ganze Welt verändert, etwas, dass unendlich viele Menschen glücklich macht, etwas, dass alles auf den Kopf stellt. Also was willst du mit einem abbezahlten Reihenhaus und einem Labrador?

Du vertraust zu 100%, dass die richtigen Dinge zu richtigen Zeit bei dir passieren. Dass du die richtigen Menschen zum perfekten Zeitpunkt triffst und an dein Ziel kommst. Und du entspannst dich vollkommen, weil du dich darauf verlässt. Und so kannst du locker bleiben. Du genießt deinen Weg. Du freust dich über dein Leben. Du wertschätzt deine Persönlichkeit.  Du liebst deine Energie, deine Art, dein Herz, deine Berufung, deine Art und Weise, durch’s Leben zu gehen.

Mit Vorbildern ist das so eine Sache, denn alles, was einen bei anderen inspiriert und einen weiterbringt, einen beschwingt und einen in einer schönen Art und Weise pusht, nimmt man mit Dankbarkeit und Wertschätzung auf. Alles, was einen entmutigt, einen klein und unbedeutend scheinen lässt, einen verunsichert und einen ins Grübeln bringt, einen stresst und einen zu Hauruck-Aktionen verleitet, lehnt man entschieden ab.

Das ist hier kein Wettlauf, es gibt keinen Kuchen, der unter den Schnellsten und Stärksten aufgeteilt wird. Ich weiss, dass dieses Denken sehr weit verbreitet ist und dementsprechend praktiziert wird, so dumm bin ich nicht. Aber das ist nicht nur unglaublich stressig, kräftezehrend und ein bisschen hässlich. Es hat nämlich nichts mit Größe, Großartigkeit und Vertrauen zu tun. Also hat es nichts mit dir zu tun.

Deshalb muss man sich weigern. Man muss sich immer weigern und zwar immer und immer wieder, wenn man damit konfrontiert wird. Und das wird man, das garantiere ich. Man sollte es ein bisschen wie eine Art Training sehen, denn je öfter man sich weigert, umso fester wird das Selbstbewusstsein. Und dieses Bewusstsein lautet: Für dich steht alles bereit. Für dich laufen die Dinge anders – ganz egal, wie viele um dich herum kämpfen und machen und tun. Dir fällt alles zum richtigen Zeitpunkt zu. Dir liegt alles zu Füßen – während du einfach nur locker bleibst. Du vertraust, dass für dich alles bestens passen wird. Das wird gut werden.