Wieviel kosten Beziehungen?

Klarheit ist etwas wunderbares, denn unklare Verhältnisse dagegen sind ein Graus und deshalb sollte man schnellstmöglich kurzen Prozess damit machen. Schritt für Schritt schafft man Ordnung und sortiert sich, die Dinge und ganz nebenbei sein Leben. Egal ob Küchenschubladen oder Beziehungen, alles kommt dran.

Intakte Familien und Beziehungen sind toll, allerdings wird das viel zu oft auf einen Sockel gestellt und Trennungen als falsch angesehen oder diejenigen schon fast mitleidig betrachtet. Es wird immer wieder als Ziel gesehen eine Partnerschaft zu haben, denn angeblich ist man nur dann vollständig und absolut glücklich. Wenn man dagegen keine hat dann fehlt einem angeblich etwas und es ist auch nur halb so schön. Und auf Parties als Paar ist es auch viel praktischer, denn dann steht man nicht so doof alleine in der Gegend, und kann so lange knutschen oder sich wenigstens streiten. Außerdem brauchen die Kinder beide Elternteile, das weißt doch jeder?

Was soll dieser Krampf? Dabei hat diese kitschig-romatische, naive Vorstellung von Beziehung/Familie ist ein ganz anderes Ergebnis, denn die Frauen lassen sich oft jahrelang mies behandeln, leiden darunter, aber ertragen es und bleiben zusammen „wegen der Kinder“. Wenn der Partner das Kind immer wieder unter Druck setzt, es manipuliert, sich darüber lustig macht, es immer wieder verunsichert und in Frage stellt, es seelisch demütigt oder gar körperlich angreift, dann ist es die eigene Verantwortung, sich von ihm so schnell wie nur möglich zu trennen.

Wenn der Partner einen immer wieder unter Druck setzt, einen manipuliert, einen auf die eigenen Kosten lustig macht, einen immer wieder verunsichert und in Frage stellt, einen seelisch demütigt oder gar körperlich angreift, dann ist es die eigene Verantwortung, sich von ihm so schnell wie nur möglich zu trennen.

Auch, wenn er manchmal so lieb sein kann. Auch, wenn er sich entschuldigt hat, und er will sich ändern, ganz sicher. Auch, wenn Gott uns zusammengeführt hat, und das soll der Mensch nicht trennen. Gott weiß ganz genau Bescheid: es aushalten ist ganz sicher keine Option, die er gut findet, und man wird garantiert keinen Preis dafür bekommen. Leidensfähigkeit in einer Beziehung ist keine Tugend!

Ganz egal, wie schön man es sich immer wieder zurechtlegt, und wie oft man „ihm noch eine Chance gibt“, und wie lange man sich selbst einredet, dass er „eigentlich mein Traummann ist“ – jeder weiß tief in seinem Inneren ganz genau, dass es nicht passt. Eine Trennung ist überhaupt nichts Schlimmes, denn es hat sich noch nie ein Paar getrennt, das glücklich war! Eine Trennung ist etwas Schönes und Gutes und Heilsames. Mag es zuerst schmerzhaft oder herausfordernd sein – es ist etwas Schönes!

Und falls man Kinder hat, dann hat man jede Verantwortung eine so schöne, harmonische und glückserfüllte Beziehung/Partnerschaft/Ehe zu führen, wie es nur möglich ist. Ist diese momentan nicht möglich, dann hat man jede Verantwortung, sich zu trennen. Nicht der Partner hat diese Verantwortung, nicht das Kind – nur man selbst hast sie.

Denn das, was die eigenen Kinder lernen, wenn sie mitbekommen, wie ihre Mutter sich behandeln lässt, wird für immer ihr eigener Standard in Beziehungen sein. Genau so werden sie sich behandeln lassen. Sie sollen unendlich viel Selbstachtung, Würde und Respekt vor ihrer eigenen Person haben – und nur jemanden in ihrer Nähe wollen, der ihnen diese genauso entgegenbringt. Das ist die einzige Grundlage für eine gesunde und glückliche Partnerschaft.

Das „stark für Beide“ ist in Wahrheit nur eine Ausrede – und obendrauf eine unendliche Grube an Energieverschwendung. Diese Beziehung raubt einem Energie – wertvolle Energie, die man für Lebenslust, Lebensfreude, Lebensgenuss, neue Abenteuer, Projekte und Kreativität nutzen könnte. Oh, es gibt so viel Schönes!

Stattdessen ist der Partner das Projekt. Eine Partnerschaft sollte aber niemals ein Projekt sein – sondern immer nur ein Geschenk und gegenseitige Bereicherung. Jemand, der aufgrund vergangener Verletzungen/Beziehungen einen immer wieder schlecht behandelt, ist es nicht wert. Jeder hat eine Würde und höchsten Respekt vor der eigenen Zeit und Energie.

Aber man ist emotional momentan so in diese Sache verwickelt, dass man nicht bis drei zählen kann. Das ist nicht gut. Es ist kein Versagen, sich zu trennen – es ist keine Niederlage und keine Bankrotterklärung! Klarheit zu schaffen ist ein Akt der Würde und des Selbstrespekts. Das ist Liebe und Klarheit. Alles, was nicht klar ist, ist schon mal nicht Liebe.
Man kann nicht ernsthaft in einer Beziehung bleiben wollen, in der keine Liebe ist. Das passt doch nicht? Und tief in seinem Herzen weißt man genau Bescheid. Man kann sich alles noch so schönreden, aber tief drinnen weiß man Bescheid (und eigentlich haben deine Freunde es dir schon 100 mal gesagt!).
Die eigenen Emotionen sind momentan so durch den Wind, und wurden so sehr pervertiert, dass man momentan auf keinen Fall sich von ihnen leiten lassen kann. Es ist eine emotionale Bindung – wie ein Sklave an seinen Herrn. Es ist und bleibt die Hölle, egal, wie oft er Blumen mitbringt. Nichts ändert sich, außer du beendest das Ganze.

Die Frage ist ja immer wie hoch der Preis dafür ist. Aber kein Geld der Welt ist es wert sich dafür zu verkaufen. Die eigene Persönlichkeit ist unendlich wertvoll, das eigene Wesen unbezahlbar, die eigene Energie von unschätzbaren Wert. Man ist kein Preispferd, kein Besitz und keine Trophäe. Die eigene Würde und der eigene Wert sind unermässlich – und für keinen Urlaub, keine Chaneltasche und keinen Sex der Welt kann man sich verkaufen!

Es wird sich alles fügen, man wird nicht verhungern, und alles wird passen. Vielleicht ohne Chaneltasche, aber dafür mit einer Million mal mehr Lebensfreude und Power!

Bei dir ist immer alles klar. Und wenn es nicht klar ist, dann sorgst du für Klarheit.

Man muss es nicht jedem rechtmachen

Nichts auf der Welt ist so wichtig, als dass man sich dafür respektlos behandeln lässt. Keiner darf die eigene Würde verletzen. Keiner darf auf einem herumtrampeln, oder einen demütigen. Passiert es doch, dann muss man da nie wieder hin.

Schau, es gibt überall auf der Welt Arschlöcher. Es gibt Menschen, die schlecht über einen reden, einen unter Druck setzen, einen respektlos behandeln, einen nicht genügend wertschätzen. Um das schöne alte deutsche Wort zu nennen, sie ehren einen nicht. Das wird es immer mal geben, und das braucht einen weder zu verwirren, noch zu verwundern. Und das ist auch gar nicht die eigene Zuständigkeit.

Denn nur der eigene Zuständigkeitsbereich ist wichtig: Wie lässt man sich behandeln? Was lässt man zu? Wie wertvoll ist man sich selbst? Als wie kostbar erachtet man sich

Kein Mann auf der ganzen Welt ist so großartig, dass er auf einem herumtrampeln darf. Kein Partner darf einen kleinmachen, einen vor anderen bloßstellen, seine Witzchen über einen reißen, oder einen unter Druck setzen. Keine Beziehung auf diesem Planeten ist es wert, dass man dafür Demütigungen in Kauf nehmen muss, seien sie noch so subtil, versteckt, oder indirekt. Kein Mann kann so gutaussehend, reich, attraktiv, sexy, angesehen, wasauchimmer sein, dass er einen von oben herab behandeln dürfte – und man darüber immer wieder hinweggesehen müsste.

Eine Liebesbeziehung ist dafür da, dass man sich gegenseitig erhöht, inspiriert, ermutigt, pusht, und beflügelt und nicht wegen lebensverändernden Sex, finanzieller Absicherung oder damit man nicht einsam die Sonntage verbringt. Auch wenn das viele jetzt hart treffen wird. Erhöht, wohlgemerkt und nicht erniedrigt.

Kein Job des ganzen Planeten ist so wichtig, dass man dafür wie in einer Art moderner Sklaverei katzbuckeln muss – obwohl man genau spürt, dass man dem anderen nichts wert ist, und ständig von oben herab behandelt wird. Von keinem Chef der Welt muss man sich beleidigen oder terrorisieren lassen.

Keine Freundschaft ist so essentiell, als das man dafür ständige Zurückweisung oder Ablehnung in Kauf nehmen müsste.

Keine Respektperson darf einen mies behandeln. Kein Pfarrer, Pastor, Arzt, Lehrer, Chef, Elternteil, Erbonkel – niemand auf der ganzen Welt.

Man wird immer nur so behandelt, wie man sich behandeln lässt.

Kein „Aber in dieser Branche muss man das so machen, sonst kommt man nicht weiter.“ Kein „Aber so einen tollen Mann finde ich nie wieder.“ Kein „Aber diese Person ist mir so wichtig, und außerdem hat sie auch gute Tage.“

Man spürt ganz genau, wenn man respektlos behandelt wird – das kann man sich noch so schön reden, und Gegenargumente vorbringen – tief im Herzen weiß man es. Die Wahrheit ist: du bist so kostbar und so einzigartig, dass kein Mensch der Welt deine Würde mit Füßen treten darf. Keiner hat das Recht, auf einen herabzuschauen, nur, weil man noch jung ist, unerfahren, Hauptschule, Hausfrau, Ausländer oder mit einer alten Rostlaube umherfährt.

Du hast einen Wert. Du hast eine Würde. Du bist voller Schönheit, Liebe und Stärke – egal, ob du selbst es bereits wahrnimmst, oder nicht. Tief in dir drin ist dieser Schatz, deine Einzigartigkeit, die nur darauf wartet, sein Potenzial zu entfalten. Merke: wenn dich jemand nicht wertschätzt, dann wertschätzt er sich selbst in aller Regel auch nicht. Aber das ist sowieso nicht deine Zuständigkeit. Deine Zuständigkeit ist nur: du lässt das nicht zu. Du bist das Kostbarste, was du hast. Deine Ehre und Würde sind unantastbar, ganz egal, wie sehr du denkst, nicht mehr ohne ihn leben zu können.

Gott schickt keinen auf diesen Planeten, damit man mit einem Arschloch zusammen ist, der einen in seiner Art beschneidet, weil er einem ständig sagt, wo man an sich noch arbeiten müsste, einen klein macht, einen verunsichert, einen nicht respektiert oder einen subtil unter Druck setzt und manipuliert. Gott hat viel, viel bessere und schönere Wege, einen in seine Berufung zu bringen – er braucht keinen Druck, Stress oder Sklavenhaltung dafür. Der Weg zum eigenen Traum führt nicht über Selbstaufgabe, Selbstverleugnung, Demütigung oder Arschkriecherei. Wenn Gott einem etwas ins Herz gelegt hat, was in einem brennt, wenn er etwas Wunderbares für einen vorbreitet hat, dann wird er auch dafür sorgen, dass es zustande kommt. Der Weg dahin ist keineswegs frei von Herausforderungen, aber mit Sicherheit trampelt dabei keiner auf einem herum.

Keiner ist auf dieser Welt, um es allen Recht zu machen. Keiner ist hier, um jedem zu gefallen. Keiner ist hier, um sich zu verbiegen, und anderen nach dem Mund zu reden. Keiner ist hier, um jemand anderen zufrieden zu stellen.

Du bist hier, um zu lieben, und dich lieben zu lassen: strahlend, stark und schön! Jeder, der das erkennt, darf dich genießen. Jeder, der das nicht erkennt, und es nicht wertschätzt – ist deiner nicht wert.

Aber den Schritt, sich nicht länger schlecht behandeln zu lassen, kann man nur selbst gehen – keiner sonst wird ihn für einen tun, also kann man sich auch hinterher bei keinem beschweren.

Man darf keine Angst haben, sich von Menschen zu trennen, die einem nicht guttun, und einen nicht wertschätzen. Weder privat, noch beruflich. Denn diejenigen, die einen wertschätzen, stehen bereits in den Startlöchern, und warten nur darauf, an der eigenen Seite die Welt zu erobern und die eigenen Träume zu leben. Man wird immer nur gewinnen, und nie verlieren. Versprochen!

Es gibt so viele wundervolle Dinge, die man sich nicht vorstellen kann und die trotzdem stimmen, also kann man nicht danach gehen. Auf einen wartet ein wunderschönes Leben, großartige Menschen und aufregende Projekte – man kann also ruhigen Gewissens auf alles verzichten, das einen davon abhält. Das kannst du mir wirklich glauben.

Lass dich nicht verunsichern, vertrau deinem Bauchgefühl und hab Spass.

Klare Ansage

Man sieht es überall um sich herum, Statement – Tasche hier, Statement – Schmuck da, in der Mode sind Statements essentiell, sonst läuft man langweilig durch die Gegend. Also investiert man Geld oder, je nach Budget, noch mehr Geld, um eine Ansage zu machen. Aber weitaus wichtiger ist es, täglich ein Statement zu machen. Wenn an nicht festlegt, wie es für einen läuft, wird es früher oder später für einen festgelegt und zwar von den Umständen, von den Menschen um einen herum, von der momentanen Gefühlslage. Und dann reagiert man nur noch, alles fühlt sich nach Kampf an, und ist unendlich anstrengend. Sind die Umstände besonders herausfordernd, wird man regelrecht begraben unter einer Lawine der negativen Emotionen und ist ganz schnell überfordert.

Es ist im Grunde egal, wie vielen es so geht, und bei anderen als „normal“ akzeptiert wird. Niemals will man einen niedrigen, miesen Standard für sein Leben hinnehmen, nur, weil zig andere Menschen sich damit abgefunden haben. Man will nicht ein Leben führen, welches einem durch die Gefühlsstimmungen oder äußeren Begebenheiten diktiert, wer man ist, und wie es einem geht. Das ist Fremdbestimmung.

Die eigenen Gefühle in Ehren, aber sie reagieren doch nur auf die jeweilige Situation – man kann ihnen unmöglich die Führung überlassen. Sie sind manipulierbar ohne Ende! Mal fühlt man sich gut, mal fühlt man sich schlecht. Das umstandsbedingte Gefühls-EKG kennt jeder.

Die Herrschaft der Emotionen ist im Grunde nichts anderes als eine 3. Welt-Land-Diktatur – außer, dass dieses Land in seinem Inneren stattfindet. Na klar, einen Grund gibt es immer. Die Bandbreite der Gründe ist je nach Person sehr groß und kreativ: von echten, wirklich herausfordernden Situationen bis hin zu Lappalien, die einen nichtsdestotrotz beschäftigen wollen. Es ist absolut nachvollziehbar, dass man beeindruckt, besorgt, verzweifelt, oder frustriert ist – aber man kann das auch überwinden und mit jeder Herausforderung stärker werden. Und mit „stärker“ ist nicht „härter“ oder „verbissener“ gemeint, sondern entspannter, souveräner, gelassener, überlegener und insgesamt vergnügter. Wenn am Ende nicht so richtig Spaß dabei rauskommt, hat man nämlich selbst keine Lust drauf.

Diese Geisel der Befindlichkeiten, diese Sklaverei der Gefühle, dieses Gelebt-Werden von den Emotionen, dieses ständige Reagieren auf die Umstände – das ist unwürdig. Es ist auf die Dauer einfach nur ermüdend und frustrierend, und bringt einen im Leben kein Stück weiter.

Deshalb muss man eine Ansage machen. Man stellt klar, wer man ist, was zu einem gehört, und wie es für einen läuft. Man setzt ein Statement für diesen Augenblick, für diesen Tag, für sein Leben. Man übernimmt die Führung. Man bestimmt, wo es lang geht. Und zwar ohne die Gefühle zu fragen, ob sie das bestätigen. Bevor sie einen wieder überzeugen, dass es einem nicht gut geht und ungeachtet der momentanen Herausforderungen. Man macht das bestimmt, klar, entschieden, irgendwelche Befindlichkeiten oder äußere Umstände ignorierend. Man sagt, wo es für einen lang läuft, wie am Ende alles wird, und überhaupt, wie es einem gerade geht.

Man kann eine kurze Bestandsaufnahme der Gefühle oder Umstände machen und als nächstes räumt man auf und macht eine Ansage. Der Verstand wird einem jetzt auf der Stelle sagen, dass man ebendiesen verloren hat, das Ganze eine Lach-Psychonummer ist, und was soll das überhaupt bringen.

Deshalb sollte man seine Gefühle gar nicht auf so einen hohen Sockel stellen und sich nicht so stark mit ihnen identifizieren. Mal wollen sie sich selbst bemitleiden, mal eifersüchtig sein, mal einsam und mal euphorisch – also das geht so nicht, das ist viel zu stressig. Sie müssen mir folgen, nicht ich ihnen.

Talentierte gibt es sehr viele, wirklich erfolgreiche gibt es wenige. Das ist so, weil die Erfolgreichen dranbleiben. Sie ziehen durch. Sie bleiben bei der Sache, die sie sich vorgenommen haben, und geben nicht auf. Sie ziehen sich nicht bei Widerständen zurück, resignieren nicht, und machen einfach weiter und sie kämpfen.

Deshalb macht man die Ansage immer und immer wieder. Angesichts der heftigsten Herausforderungen, der widrigsten Umstände, der größten Katastrophen, wenn die Gefühle sich überschlagen und das größte Drama aller Zeiten stattfindet mit den Emotionen in der Starbesetzung, macht man Folgendes:

1. Du bleibst ruhig und so unbeeindruckt, wie es nur möglich ist

2. Du machst eine Ansage.

Und wenn man sie bereits Hundertmal gemacht hast – na und. Und wenn Resignation um die Ecke kommt, wenn Weltuntergangsstimmung mit entsprechenden Emotionen ganz großes Kino auffährt und laut schreit, der Umstand deinen Verstand überzeugt, dass die Hindernisse zu groß sind, alles den Bach runter gehen wird, und du es sowieso nicht schaffst. Na und?

Deshalb bleibt man bei seinem Statement. Immer und immer wieder, bis man es im Schlaf zitieren kann. Und dann kann man quasi zuschauen, wie sich zuerst die Emotionen, und dann die Umstände danach richten werden. Es geht immer nur so, nie anders herum.

Eventuell schreien die Umstände gerade dermaßen laut – oh ja, sie können sehr laut schreien! Dass man kurz vergessen hat, wer man ist, und was zu einem gehört. Aber davon lässt man sich jetzt nicht beeindrucken, sondern bleibt bei einem selbst und zieht es durch.

Jeder hat die Chance sich jeden Tag und in jeder Situation immer wieder selbst zu definieren und sich nicht von seinen Emotionen sein Leben bestimmen zu lassen.

Jetzt lass dich nicht aufhalten und zieh es durch.

Schluss mit Warten

Wie man seine Lebensqualität ums Dreifache steigert, mindestens. Täglich erledigt man immer wieder Aufgaben, die einem einfach keinen Spaß machen und trotzdem erledigt werden müssen. Diese Haltung ist noch nicht mal besonders selten. Jeder erledigt täglich routiniert viele Dinge, welche einem nicht die liebsten sind – die meisten können ein Lied davon singen. Das reicht von größeren Aufgaben bis zu ganz kleinen, eher unwichtigen Details, die gemacht werden müssen, aber die im Grunde langweilig, unspektakulär, oder langwierig sind. Notwendig, aber öde.

Als erstes ist es wichtig sich von der romontischen Vorstellung, dass „viele schöne Erlebnisse = glückliches Leben“ zu verabschieden. Currently: Berlin, next: Bombay, neue Designer-Bag/Schuhe, frische Rosen und Champagner, neues Heim, tolles Event, großartiger Urlaub, noch ein tolles Event, Datenight mit dem Traumpartner, wieder ein Urlaub, neues Kind, neues Möbelstück, ein Highlight jagt das nächste – so in etwa stellen die Social Media-Accounts die Idee eines erfüllten, glücklichen Lebens vor. Schnöde Alltagsdetails nicht inbegriffen, das gehört einfach zur Natur der Sache – ein bisschen beeinflußen kann das einen dennoch.

Es stimmt nicht, dass ein glückliches Leben eine Aneinanderreihung aus spektakulären, außergewöhnlichen, abenteuerlichen, unglaublich inspirierenden oder Aufsehen erregenden Augenblicken ist. Das ist einfach nicht wahr.

In absolut jeder Lebensphase, jeder Situation, jedem Job gibt es einige ätzende Details, um die man sich kümmern muss. Kümmert man sich nämlich nicht darum, ist der Misserfolg vorprogrammiert, und das Business ganz schnell out of the Making. Egal, wie berufen man für seine Berufung ist: es wird darin immer einiges vorkommen, dass einem einfach grundsätzlich nicht liegt.

Es kann natürlich sein, dass man irgendwann so viel Geld verdient, dass man für alles unangenehme andere bezahlen kann, die das viel effektiver und sogar lieber als man selbst für einen erledigen. So lange das aber noch nicht der Fall ist – muss man eben die Zähne zusammenbeißen, und durch. Und so lange man nicht von einer Reise-Destination zur nächsten hüpfen, und keinen zum Staubsaugen beauftragen kann – da überwindet man sich, obwohl man keine Lust hat, und zählt die Tage bis zum Urlaub.

Unlust ist leider auch eine Energie. Dass einem manche Tätigkeiten mehr liegen als andere: ganz normal. Dass man bei den eher unangenehmen Pflichten Unlust empfindet: nicht normal. Zugegeben, es wird als normal akzeptiert. Wer darf eigentlich festlegen, bei was man Lustlosigkeit oder Abneigung empfindet? Wer darf darüber bestimmen, was einem Spaß macht, und was nicht? Es gibt so viele Pflichten und so wenig Belohnungen!

Und ich habe für mein Leben festgelegt, dass ich nicht nur dann einen „großartigen Abend“ hatte, wenn ich mich belohnen konnte. Und nicht nur dann einen „perfekten Tag“, wenn ich Dinge tat, die mir eh‘ Spaß machen. Ich habe beschlossen, dass es für mein Leben für jeden Augenblick gelten soll, mir ist meine Zeit für Unangenehmes einfach viel zu schade!

Auf den Abend, das Wochenende, den Urlaub, das nächste Highlight zu warten, kommt mir absolut unpassend vor. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit, wenn es doch so viele Notwendigkeiten gibt, die so oder so getan werden müssen. Der Weg daraus ist also nicht: Pflichten minimieren, Belohnungen steigern. Der Weg daraus heißt: absolut jeden Augenblick zu genießen.

Lustlosigkeit ist eine Energie – keine logische, natürliche Folge unangenehmer Dinge, die man tun muss. Man darf sie natürlich behalten, dulden, und weitere 10 Jahre Essen kochen, obwohl man darauf keinen Bock hat – aber man kann sich genauso gut von Lustlosigkeit verabschieden.

Man darf selbstverständlich so viel meckern und sich beschweren, und weiterhin sich nach dem Feierabend sehnen, so viel man mag – man muss nur wissen: alles davon ist das eigene Leben. Nicht nur der Feierabend. Auch der Rest. Das eigene Leben wohlgemerkt – und dafür hat man alleine die Verantwortung. Und Verantwortung haben, bedeutet immer: die Wahl haben. Entweder weiterhin alles ätzend finden, oder eine Entscheidung treffen. So oder so, es gibt nichts dazwischen. 

Schluss mit Warten. Die meisten verbringen ihr ganzes Leben im Wartezimmer.

Sie warten auf den Feierabend, und auf die nächste Staffel der Lieblingsserie. Sie warten auf das Wochenende, auf den Umzug, und auf den Jahresurlaub. Sie warten, bis sie schwanger sind, dann warten sie auf das zweite Kind, und dann, bis die Kinder größer sind, weil sie dann mit ihnen viel mehr unternehmen können, und später warten sie, bis die Trotzphase und Pubertät vorbeigeht, und bis die Kinder ausziehen. Sie warten auf ihren Geburtstag, und auf die nächste Bundesligasaison. Sie warten, bis sie den Auftrag endlich abgeschlossen haben, und dann warten sie auf den nächsten. Sie warten auf den Traumpartner, und dann auf den Antrag, und dann darauf, dass der Partner sich ändert. Sie warten auf den besseren Job oder auf Ruhm und Fame, oder dass das Studium geschafft ist. Sind sie im Zug, warten sie aufs Ankommen, und im Café warten sie, bis die Verabredung endlich erscheint, im Supermarkt, bis sie in der Schlange endlich dran sind, und beim Zähneputzen, bis das Zähneputzen endlich zu Ende ist.

Ein Glück gibt es Smartphones, die einem die Zeit auf’s Warten vertreiben – sonst würde man womöglich merken, dass man ständig wartet. Ich will das nicht. Ich will nicht auf den Abend warten, weil dann Besuch kommt, oder auf den Sonntag, weil da mein Lieblingsflohmarkt stattfindet. Das ist einfach unter meiner Würde.

Das Wochenende zum Beispiel macht grob gerechnet 1/3 der Woche aus – also 1/3 deines Lebens insgesamt. Wenn man also ab sofort nicht mehr auf’s Wochenende wartet, sondern in jedem Augenblick so lebt und genießt, als ob er der Schönste und Intensivste wäre, dann steigert man seine Lebensqualität auf einen Schlag ums Dreifache. Ums Dreifache. Einfach so, obwohl kein Highlight stattfindet, man nichts erbt, keine wunderschöne WhatsApp bekommt, und auch sonst alles an Umständen gleich bleibt.

Man hat bereits, was man will. Wenn man nicht mehr warten oder lustlos irgendwelche Dinge erledigen will, dann kann einen keiner dazu zwingen. Keiner kann machen, dass man sich lustlos fühlt, wenn man sich nicht lustlos fühlen will. Keiner kann machen, dass man sein Leben im Wartezimmer verbringt, wenn man nicht ständig auf das nächste Highlight warten will.

Aber man sollte sich nichts vormachen, denn den meisten ist dieser Lifestyle so sehr vertraut, dass es einem nicht einmal auffällt! Und genau deswegen muss man ganz bewusst eine Entscheidung treffen. Man entscheidest sich also: „Ich genieße absolut jede Sekunde meines Tages – und warte nicht, bis die unangenehme Aufgabe endlich vorbei ist. Ich will überhaupt nicht mehr warten. Auf nichts mehr.“

Und dann wird einem erstmal ständig auffallen, wie viel einem unangenehm ist, und wie oft man wartet! Und das ist das allerbeste Zeichen überhaupt, und ein sehr sicheres Indiz dafür, dass die Veränderung gerade losgeht. Es wird garantiert einige Zeit brauchen, bis es einem ins Fleisch und Blut übergeht. Sobald man sich also dabei ertappt, wird man wieder eine Entscheidung treffen: genau jetzt und in dieser Situation zu genießen, und zwar so sehr, wie man nur kann.

Die Aufgabe kann überhaupt nichts dafür, dass man sie ätzend findet – man kannst sich einfach dafür entscheiden, sie nicht ätzend zu finden. Wenn es an der Situation wenig bis nichts Attraktives gibt, genießt man einfach: Sich selbst.

Egal, wie lahm, unattraktiv oder mühsam eine Aufgabe ist, man muss sich immer wieder bewußt machen, dass es immer und überall schön ist.

Und auch, wenn das ungewohnt, oder sogar befremdlich klingt – darin steckt ganz viel Tiefe. Man selbst wird es immer und in jeder Situation dabei haben: in den schönen Highlights, und in den augenscheinlich langweiligen, unspektakulären Dingen. Das Leben ist zu kurz und zu kostbar dafür, dass man nur die tollen Erlebnisse genießt. Oder auf das nächste großartige Ereignis wartet, und sei es nur das Treffen mit dem besten Freund heute Abend. Jeder kann jetzt entscheiden, dass die Zeit bis man seinen Freund trifft, die allerschönste und beglückendste ist. Ohne ständig auf die Uhr zu schauen, wann es denn so weit ist. Auf einen Schlag wird man unendlich mehr Lebensqualität haben!

Also die Dinge einfach genießen – immer!

Statt harter Worte – Vergebung

Vergebung ist eins der am meisten unterschätzten und falsch verstandenen Themen überhaupt. Es ist weder lahm noch langweilig, sondern eine absolut effektive und mächtige Waffe, die negative Einflüsse aus dem Leben für immer entfernt, und einen am Ende als Gewinner dastehen lässt.

Vergebung betrifft jeden. Die Welt ist böse, den Teufel gibt’s. Es ist nicht alles Liebe, und wer das behautet, hängt einer romantisierten Wunschvorstellung nach. Denn es gibt Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen oder verlassen. Es gibt Partner, die betrügen, verletzen und misshandeln. Es gibt Freunde, die verleumden und das Vertrauen missbrauchen. Es gibt Menschen, die Böses tun, um anderen Schaden zuzufügen, manche unbewusst, manche mit voller Absicht. Und höchstwahrscheinlich hat jeder etwas davon schon mal erlebt. Und es wird wieder passieren, so sehr man sich das Gegenteil auch wünschen würde.

Solche Erfahrungen sind nicht nur enorm schmerzhaft im Augenblick, sondern haben oft Konsequenzen, die weit in die Zukunft hineinreichen.
Manche böse Handlung tut nicht nur momentan weh, sondern hinterlässt tiefe Wunden. Manche Verletzung bewirkt konkrete Veränderungen im Leben. Machmal entsteht tatsächlicher Schaden, der Auswirkungen auf das gesamte Leben hat, sei es familiär, sei es finanziell, sei es umständemäßig, beziehungstechnisch: so richtig konkret praktisch. Weit über das Weinen und das gebrochene Vertrauen hinaus muss man eventuell mit großen Lebensveränderungen zurecht kommen – und das nicht, weil man es so entschieden hat und so wollte, sondern weil die böse Handlung von jemand anderem einem keine Wahl lässt.

Das ist dann ganz besonders ungerecht, und schreit geradezu nach Vergeltung. Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit ist in jedem tief ausgeprägt, und damit es nicht mehr so weh tut, würden wir am liebsten dem anderen Schmerz zufügen, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Oder ihm zumindest für den Rest unseres Lebens hassen, wenn man es ihm schon nicht direkt heimzahlen kann. Die Verletzung tut immer weh, ganz egal, wie lange sie her ist – manchmal verdrängt man sie, und erlebt sie mit einer ungeahnten Heftigkeit bei einem Aufeinandertreffen oder ähnlichem Erlebnis.

Der Vorwurf, der Schmerz, die Wut, der Hass sind ständige Begleiter – bis hin zur vollkommen Verbitterung und negativen Persönlichkeitsveränderung.

Vergebung ist die einzige Option. Denn Vergebung hat nichts mit der anderen Person, sondern nur mit dir selbst zu tun. Die andere Person war böse – das war ihr Part. Darüber hast man keine Kontrolle, aber über das eigene Leben. Wenn man der Person nicht bewusst vergibt, wird ein Teil dieser zerstörerischen, verletzenden Energie für immer ein Teil bleiben. Man erlaubt, dass dieser Schmerz einen Raum in seinem Herzen, seinen Gefühlen und seinem Körper bekommt. Und dieser Schmerz richtet Schaden an.

Eine Verletzung und die darauf folgende Unvergebenheit ist immer eine Öffnung für eine zerstörerische Energie – bzw. der Versuch, durch diese Zerstörung sein Leben für immer negativ zu prägen. Es ist wie eine Tür, durch die negative Gedanken und Gefühle ungefragt rein und rausspazieren werden. Und diese Gedanken und Gefühle werden einen quälen, einem das Leben schwer machen, wichtige, zukünftige Entscheidungen negativ beeinflußen und werden einen niemals freiwillig verlassen. Dafür ist der Einfluß auf das Leben viel zu effektiv. Unvergebenheit ist das Tool schlechthin, um einen fertig zu machen. Und zwar nicht ein mal, sondern dauerhaft.

Das Eine ist, was einem passiert ist – das war schlimm, keine Frage.
Das Andere ist, was Unvergebenheit anrichtet – das ist absolut zerstörerisch und hochgefährlich. Eine Verletzung, die über eine lange Zeit nicht vergeben wird, verwandelt sich in Bitterkeit. Bitterkeit ist ein Gefängnis, welches nicht nur emotionale, sondern konkrete körperliche Folgen hat: Schlafstörungen, Magen-Darmprobleme, Essstörungen, usw.

Vergebung ist pure Machtausübung. „Das verzeihe ich dir NIE.“ klingt so überlegen und so hart. Dabei hat der Teufel genau das erreicht, was er wollte: er hat dauerhaft seinen widerlichen Samen in einen hineingeplatzt, der einen nach und nach von innen vergiften wird. Er wird einem die ganze innere Schönheit und seine Leichtigkeit rauben, die Unbeschwertheit und das Glück trüben. Man wird dann immer diejenige sein, dem übel mitgespielt wurde, dem Schlimmes wiederfahren ist, der belogen und betrogen wurde.

Unvergebenheit ist Ohnmacht. Vergebung ist bewusstes Handeln. Vergebung ist ein nicht zulassen, dass der Giftpfeil ins Ziel trifft – schlimm genug, dass er abgeschossen wurde. Zu verzeihen, heißt nicht, dass man das, was passiert ist, legitimiert oder abschwächt. Es heißt nur, dass man auf sein Recht auf Vergeltung und Wiedergutmachung und Nachtragen verzichtest, um des eigenen Glückes willen. Nicht wegen der anderen Person, wegen einem selbst.

Wenn man vergibt, lässt man nicht zu, dass diese Enttäuschung/Verletzung einen Tag länger die Gedanken und Gefühle vergiftet, die Persönlichkeit zerstört und einen fertig macht. Wenn man vergibt, nimmst man der Waffe, die auf einen abgefeuert wurde, die Munition. Vielmehr richtest man zielsicher die Waffe gegen den Teufel, indem man sagt: „Schau an: Es war dazu gedacht, dass ich eine gebrochene, verletzte und verbitterte Person werde. Aber ich vergebe. Du kannst mir gar nichts.“

Wenn man der Person, die einen so verletzt hat, und einem so viel Böses zugefügt hat, vergibt, wird diese Situation keine negativen Auswirkungen auf die eigene Persönlichkeit haben.

Vergebung hat nichts damit zu tun, dass man den Schmerz nicht mehr fühlt. Keine Verletzung wird mit der Zeit einfach so schwächer, darauf kann man lange warten. Sie wird höchstens nicht mehr so präsent, kann aber ihre zerstörerische Wirkung ungeachtet weiter entfalten.

Vergebung ist eine Entscheidung. Absolut freiwillig. Niemals unter Zwang.
Ja, Vergebung kostet vielleicht Überwindung, aber Unvergebenheit kostet einen sein Leben. Man erkennt, was hinter den Kulissen (= im Herzen) passiert, übernimmt man Verantwortung für sein Leben. Das ist eine der mächtigsten und weitreichendsten Entscheidungen, die man jemals für sein Leben treffen kann. Der Schmerz wird dann ganz von alleine verschwinden. Und nie mehr wiederkommen

Natürlich fällt es einem emotional leichter, loszulassen, wenn der Schuldige das, was er einem angetan hat, bereut und das zum Ausdruck bringt. Aber darauf sollte man nicht warten. Die Entscheidung, der Person die Schuld innerlich zu erlassen, hat nichts mit ihrem Verhalten und alles mit der eigenen, inneren Gesundheit zu tun.

Entweder du hältst es der Person vor, lebst mit den Konsequenzen, die das dann jahrelang für einen hat, und räumt der Person daraufhin ganz schön viel Macht über sein Leben ein. Oder man verzeiht für immer, und übt damit selbst Macht aus. Zu Vergeben heißt nicht, dass man weiterhin Umgang mit der Person hat oder sie jemals wiedersehen muss. Vor allem nicht, wenn keine Änderung ihrerseits in Sicht ist – das würde bedeuten, sich immer und immer wieder erneut den Verletzungen auszusetzen. Das wäre das Dümmste überhaupt. Allerdings ist Vergebung so mächtig, dass theoretisch ein erneuter Umgang jederzeit möglich wäre – das macht aber tatsächlich nur Sinn, wenn sich derjenige wirklich geändert hat.

Man kannt sich von Menschen trennen und ihnen trotzdem vergeben haben. Das hat etwas mit Selbstwürde und Selbstrespekt zu tun. Oft genug ist erst eine Verletzung der ausschlaggebende Grund zu einer Trennung, die eigentlich schon längst fällig war. Wenn man jetzt noch der Person vergibt, wird man sehen, dass es einen in Wahrheit weiter gebracht hat, statt zurückgeworfen.

Man sollte nicht warten, sondern sofort handeln. Auf der Stelle. Jeder Tag ohne dieses Gift ist ein Gewinn für einen. Und dann bleibt man dabei. Und schickt vehement alles weg, was einem erneut erklären will, warum es doch so schlimm war, und man jedes Recht auf’s Verletztsein hat. Vergebung ist pure Heilung, echte Machtausübung, die Befreiung aus dem inneren Gefängnis. Vergebung ist Größe und Stärke.

Du schaffst das.

Wenn sie dich ärgern

Was man tun kann, wenn man ungerecht behandelt wird. Denn das Gerechtigkeits-Bewusstsein ist tief in jedem Menschen verankert:
Man bekommt, was man verdient. Zahn um Zahn, Auge um Auge. Wie du mir, so ich dir. Karma is a bitch, Strafe muss sein.

Die Folgen dieses Bewusstseins sind viel gravierender, als man glaubt, und reichen von jahrelangen Zwistigkeiten innerhalb des engsten Familienkreises bis zu jahrhundertelangen, blutigen Kriegen. Damit sich nicht alle im Überschwang ihrer Emotionen die Köpfe einschlagen, gibt es Gesetze und Regeln, nach denen man sich gesellschaftlich richtet. Und das muss auch unbedingt so sein, denn sonst gibt es Sodom und Gomorra, kennt man ja. Allerdings gibt es im Alltag immer wieder unzählige Situationen, die zwar nicht unbedingt gesetzes- oder verfassungswidrig, und damit direkt strafbar, aber dennoch unfassbar ungerecht sind. Oder aber sie sind offensichtlich kriminell, aber es gibt keine Möglichkeit, sich Gerechtigkeit zu verschaffen. Verstößt in den eigenen Augen etwas gegen diese Gerechtigkeit, und die Folge trifft womöglich einen selbst, dann leidet man sehr. Es ist einfach nicht richtig!

Man braucht also nicht überrascht sein, denn eins ist mal sicher. Die Welt ist unfair. Fairerweise zu jedem. Situationen, in denen man durch andere ungerecht behandelt wird, werden noch oft passieren. Jedem von uns. (Ex-)Partner, Vorgesetzte, Kollegen, Freunde, Geschäftspartner, Eltern oder Kinder – sie alle werden Dinge tun oder sagen, die so unglaublich ungerecht und gemein sind, dass man es kaum glauben kann. Man sollte deshalb also nicht jedes mal vollkommen entsetzt oder am Boden zerstört oder fassungslos sein.

Man hat nicht unbedingt etwas falsch gemacht, es nicht „verdient“, und es passiert nicht nur einem Selbst. Die Welt ist schlecht, der Teufel ist böse. Absolut jeder hat schon Ungerechtigkeit erlebt, oder wird es noch erleben, und zwar immer wieder mal. Wenn man das also nicht gleich als Weltuntergang oder Desaster sieht, bleibt man ruhiger, und kann klare Entscheidungen treffen.

Die eigenen Gefühle werden laut schreien und der Verstand wird sich mit so großartigen Argumenten überschlagen, dass jede Politikerrede dagegen wie ein DM-Haul auf YouTube wirkt. Wie konnte er nur, und wie gemein ist das denn bitte, und wie unfair wurde ich behandelt, und dabei hatte man es nur gut gemeint, und wie konnte er nur.

Man darf sich schlechtfühlen, jammern, weinen und sich einfach mal gehen lassen – aber nur einen Tag lang. Das ist wichtig und es gehört zum Prozess dazu. Wut, Frust, Tränen und das Leid sind nachvollziehbar und jeder weiß, dass es heftig und schlimm sein kann. Das ist alles nachvollziehbar.

Aber danach steht man wieder auf und trifft eine Entscheidung. Damit mobilisiert man die gesamte Energie, die einem zur Verfügung steht und richtet sie auf den Neuanfang. Und der wird gut!

Sind tatsächlich Dinge vorgefallen, die strafbar sind, dann sollte man rechtliche Schritte unternehmen – man muss sich nicht alles gefallen lassen. Gott sei Dank leben wir in einem Rechtstaat, und die Rechtsprechung steht einem zur Verfügung.

Aber man wird dadurch leider gedanklich in dieser Sache wieder involviert sein. Und wo Gedanken, da Gefühle – und zwar keine positiven, denn genau deswegen geschah doch das ganze Leid. Nicht schön, aber Augen zu und durch. Selbst, wenn du gerichtlich Recht zugesprochen bekommst,sollte man sich wirklich überlegen, ob es die ganze Sache wirklich wert ist. Denn hinterher muss man sich oft weiter mit der Person oder auch dem Umfeld auseinandersetzen. Allerdings wird man manchmal trotzdem kein Recht bekommen, denn die Rechtsprechung ist zuweilen etwas kompliziert und die Entscheidung liegt immer im Ermessens des Richters. Nicht jeder, der Recht hat, bekommt es auch. Das ist dann zwar frustrierend, trotzem wird man es überwinden.

Jeder Fall ist anders. Doch sollte man immer bedenken, dass einem Keiner schaden kann. Es mag zwar so aussehen, sich anfühlen, und alles an Umständen momentan genau das Gegenteil bezeugen. Denn ganz egal, wie himmelschreiend hoch die Ungerechtigkeit sein mag, und wie böse, gemein und hinterhältig die Absichten der anderen – verlässt man sich auf die Liebe, wird man hinterher nur noch schöner, stärker und strahlender sein, denn jemals zuvor. Es wird alles super.

Man darf selbstverständlich weiterhin glauben, dass einem geschadet wurde – aber dann wird alles sehr, sehr anstrengend und frustrierend sein. Über Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre. Man wird sehr viel Zeit, Energie und eventuell Geld darauf verwenden, Gerechtigkeit zu erlangen – ist es nicht viel, viel schöner, seine Zeit, Energie, Geld in etwas Neues, Großes, Starkes, Inspirierendes zu investieren? Einen Weg, der weit über all dieses Kämpfen und Hadern und Verzweifeln und sich selbst Bemitleiden geht.

Die eigene Würde behalten, ganz egal, wie ungerecht die Situation auch war.
Wir laufen und weinen nie jemandem hinterher, der uns nicht haben will, uns offensichtlich ablehnt, oder allgemein schlecht behandelt. Wir biedern uns keinem an, der uns nicht respektiert, betreiben keine „Selbstaquise“, und haben keine Angst, dass wir zu Kurz kommen, oder etwas Wichtiges verpassen. Auch wenn es zunächst so aussieht.

Vertrauen darauf, dass sich alles zum Vorteil wendet. Wer sich auf die Liebe verlässt, ist niemals der Arsch. Und der Weg dorthin führt nicht über Vergeltung – so sehnlichst man diese auch gerade im Augenblick wünschen mag. Der Weg dahin führt nur und auschließlich über das Vertrauen in die Liebe und das Leben.

Die Liebe hat Mittel, Wege und Möglichkeiten, von denen man in der momentanen Situation noch nicht mal den leisesten Schimmer hat – alles perfekt passend für einen vorbereitet. Alles das steht bereits in den Startlöchern, und wird einem regelrecht zufallen. Während man gerade noch heult und sich selbst unendlich leid tut, und mit sich hadert, ist alles bereits wie ein roter Teppich, auf dem einem alles zu Füßen liegt, ausgerollt, und wartet nur auf einen! Menschen, Aufträge, Chancen, Ideen, Erlebnisse, Gelegenheiten, Abenteuer: alles perfekt passend für einen vorbereitet.

Sich die eigenen Hände nicht schmutzig machen. Die Versuchung, sich selbst Recht zu verschaffen, ist groß. Man könnte doch einfach selber ein bisschen manipulieren, oder hinter den Kulissen tricksen? Man könnte hier anrufen, und dann mit dem reden, und vielleicht kann der andere ein gutes Wort einlegen, und dann wendet sich alles zu deinem Vorteil? Oder man legt bestimmte Verhaltensweisen an den Tag, um etwas zu erreichen, denn wenn andere damit „Erfolg“ hatten, dann kann man auch mal zum Arschloch werden? Man könnte sich Strategien überlegen, und irgendwelche Tricks anwenden, damit alles hinterher…

Vergiss‘ es. Wir sind zu edel für so einen Scheiß. Größe. Würde. Stärke. Schönheit. Immer edel, immer reinen Herzens, immer aufrichtig, immer so, dass du dir selbst in die Augen schauen kannst. Man braucht nicht kämpfen für sein Recht. Man braucht seinen Ruf nicht wiederherstellen, und überall allen beweisen, wie großartig man ist. Man lässt es los, und schaut zu, wie die Liebe alles regelt. Und die macht das. Verrückt, aber wahr.

Wie wenn Gott schwächer als der Teufel, die Liebe schwächer als der Hass, die Wahrheit schwächer als die Lüge wäre! Der Teufel istimmer böse, das liegt in der Natur der Sache – aber die Liebe ist immer stärker, das liegt auch in der Natur der Sache! Bleib einfach in der Liebe. Bleib dabei. Mögen die Tränen noch fließen, die Stimme noch zittern, und die Gefühle noch Karussell fahren. Vertrau der Liebe. Alles wird sich zum Vorteil ändern.

Die Vergeltung vergessen. Das Leben ist niemals Zahn um Zahn, Rache ist nicht süß, sondern bitter und inakzeptabel obendrauf. Jede Art von Schadenfreude und Genugtuung, so befriedigend sie für den Augenblick sein mögen, ist klein, mies, hässlich und passt nicht zu einem. Selbst, wenn die anderen es noch so sehr „verdient“ hätten – man ist nicht auf dieser Welt, um zu richten, sondern um zu lieben.

Du bist zu groß für so etwas.
Zu groß.
Zu großartig.

In der Liebe ist es nämlich so, man überlässt ihr den ganzen ungerechten Kram, und kann stattdessen seine gesamte Energie auf etwas Kreatives, Erfolgreiches und Schönes konzentrieren. Man atmet tief durch, schüttelt sein Haar, und entscheidet sich, dass nichts die Leichtigkeit, die Lebensfreude und die Scheinkraft noch länger trüben darf. Man lässt sich nicht länger mit „Wie konnte er nur?“ und „Wieso musste das passieren?“ beschäftigen. Nichts kann einen stoppen, nichts kann einen dauerhaft aufhalten oder depressiv machen. Man lässt den Umstand schreien, vertraut so fest, dass es kracht, und steckt sein Näschen in die Sonne. Man genießt jede Sekunde mit einem so sehr wie noch nie zuvor, wissend dass für das Recht gerade gesorgt wird.

Mach dein Ding und lass dich von Niemandem aufhalten!

Sich den Herausforderungen stellen

Bin ich bereit dazu? Diese Frage kann man sich jeden Tag aufs Neue stellen und man hat jeden Tag die Möglichkeit sich zu verändern. Jeden Tag hat man die Chance sich und sein Leben immer wieder ein Stück besser zu machen und sich zu entwickeln.

Es ist immer wieder die Frage was man sein will: eine faszinierende Persönlichkeit oder ein Trauerkloß, der in seinem Laden sitzt und sich selbst bedauert.

Doch wird durch die Medien meistens ein vollkommen falsches Bild von großartigen Persönlichkeiten transportiert, denn dort ist Ruhm und/oder Erfolg gleichzusetzen mit bewundernswertem Charakter. Seit Social-Media reicht dafür übrigens ausschließlich zweifelhafter Ruhm und das Ganze läuft auf einem noch niedrigeren Level. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad wird man angehimmelt, bewundert und beklatscht – sogar dann, wenn man die Persönlichkeit einer Socke hat.

Und selbst die Großen und Erfolgreichen der Geschichte haben abseits ihres Erfolges teilweise ein solches mieses Wesen und ein solch fruchtbares Leben, dass man das kalte Grauen bekommt, sobald man etwas hinter die Kulissen schaut. Da Draußen ist oft Geld + Macht = Persönlichkeit, und das ist eine riesige Täuschung.

Ruhm und Erfolg an sich ist nichts Verkehrtes oder Negatives, ganz im Gegenteil – aber er beschert dir nicht automatisch eine großartige Persönlichkeit, einen starken Charakter oder ein anziehendes Wesen.

Zu einer Persönlichkeit wird man erst, wenn man inmitten von Schwierigkeiten und Herausforderungen sich immer wieder entscheidet. Gegen Bitterkeit und für Vergebung, gegen Angst und für Vertrauen, gegen Traurigkeit, Entmutigung und Frust und für‘s Dranbleiben, Weitermachen und Durchziehen. Gegen „Ich kann‘s nicht, ich schaff‘s nicht, das ist mir zu viel, ich gebe auf.“ und für „Jetzt werde ich gerade erst warm.“

Keiner mag Herausforderungen, und am liebsten wäre es uns, wenn alles immer glatt laufen würde, das ist klar. Aber erst dann hat man überhaupt die Chance, sich wirklich zu entscheiden. Menschen, bei denen alles immer gut läuft, sind leider meist auch strunzlangweilig. Das liegt daran, dass sie niemals die Chance hatten, echte Substanz zu bilden, Stehvermögen, Entschlossenheit, Unerschrockenheit, Personality eben.

Ja, das Leben auf der Couch ist einfacher und es geht nicht darum, viele
Schwierigkeiten zu haben – sich in Schwierigkeiten zu manövrieren kann jeder Depp. Es geht darum, angesichts von Herausforderungen sich immer und immer wieder zu entscheiden. Und dass diese Entscheidungen nicht ganz so easy sind, ist absolut klar!

Man kann Hunderte Schwierigkeiten haben – wenn man seine Entscheidungen nicht trifft, wird man einfach nur verbittert, misstrauisch oder griesgrämig. Das ist ganz sicher nicht faszinierend. Herausforderungen bringen einen kein Stück weiter, außer, man
überwindet sie, und lässt sich nicht durch sie überwinden.

Die Schwierigkeiten, die die eigene Persönlichkeit bilden, müssen größer sein, als das, was man momentan packt. Manche heulen schon beim kleinsten Problem, haben schlaflose Nächte bei Belanglosigkeiten, sind Down beim geringsten Widerstand – aber darum geht es nicht. Es muss sich so anfühlen, dass man denkt: „Das war’s. Ich kann nicht mehr. Ich gebe auf. Alles geht den Bach runter. Mein Leben ist wertlos. Alles macht keinen Sinn.“ Es muss einen eigentlich überfordern.

Genau an diesem Punkt ist das Potenzial zur allergrößten Persönlichkeitsentfaltung des eigenen Lebens. Denn genau jetzt kann man sich entscheiden, was man eigentlich will in seinem Leben. Wohlgemerkt, man kann – müssen tut man das nicht. Man kann den Dingen auch immer wieder ausweichen und alles vermeiden, was schwierig ist. Schließlich machen das alle anderen ja auch so. Das ist immer die einfachste Lösung, bietet sich auf einem Silbertablett an, der Teufel argumentiert immer hervorragend, das muss man ihm lassen.

Aber will man jemand von der breiten Masse sein? Will man im Mittelmaß fischen, ein mittelmäßiges Leben haben, eine mittelmäßige Partnerschaft, mittelmäßiges Einkommen, mittelmäßige Beziehungen, mittelmäßige Persönlichkeit?

Und genau hier und jetzt kann man sich entscheiden. Entgegen seinen Gefühlen und entgegen seinem Verstand. Das ist wichtig, denn man darf nicht darauf warten, bis der Verstand einem die Zustimmung gibt.

Man trifft eine Entscheidung, und ignoriert seine Feelings und das ganze Drama und wie schlimm alles ist. Eine hohe Anforderung , aber das Einzige, was hilft. Entweder, es wird tatsächlich das Allerschlimmste im Leben – oder ein vollkommen neuer Start. Der schnellste Boost, den man jemals erlebt hast, das größte Sprungbrett in ein völlig neues Selbstbewusstsein, die riesigste Chance für einen Persönlichkeitsschub ohne Gleichen. Also lasse sie nicht vorbeiziehen, sondern ergreife sie mit beiden Händen!

In so einer Situation Vorwärts zu gehen, Entscheidungen zu treffen und sich nicht kleinkriegen zu lassen, fühlt sich nicht gut an. Das Gefühl kann noch eine kurze Weile anhalten, aber es geht weg, versprochen. Der Verstand kann sich das selbstverständlich in dieser Situation nicht vorstellen, er zählt nur die Fakten zusammen, und sagt: keine Lösung – also ignorieren.

Das, was einen aus seiner Komfortzone rausgehauen hat, mag schmerzhaft, unerwartet oder katastrophal sein. Aber man hat es in der Hand, aus dieser Situation einen seiner größten Siege zu machen. Denn indem man das alles großartig meisterst, die Schwierigkeiten überwindet und hinterher strahlender und stärker ist als jemals zuvor.

Beim Persönlichkeitstraining ist es übrigens exakt genau wie beim Muskeltraining: nur, wer schwere Gewichte stemmen kann, ist tatsächlich stark und kommt vielleicht auf’s Podium. Je schlimmer der Umstand gerade, umso mehr Potenzial zum stärksten und schönsten Charakter überhaupt.

Vor allem muss man sich dabei auf sich selbst konzentrieren und sich dabei nicht von Menschen beeinflussen lassen, die einen nur klein machen und aus dem Konzept bringen wollen. Denn man selbst ist enorm kostbar und wichtig und hat einen tollen Impact.

Zieh es durch und lass dich nicht bremsen, weder von dir selbst noch von anderen.