Die kleinen, alltäglichen Dinge

Es gibt ein paar einfache Verhaltensweisen, die den Alltag nicht nur enorm erleichtern, sondern auch vor unangenehmen Augenblicken und Situationen und andere vor dem Fremdschämen bewahren. Einigen steckt es im Blut, einige hatten ein Elternhaus, in dem Wert auf gutes Benehmen gelegt wurde, anderen hat man es entweder nie erzählt oder sie achten einfach nicht darauf. Es sind nur ein paar wenige, ganz konkrete Dinge – nichts Tiefgründiges, völlig Unbekanntes, Weltveränderndes oder Lebensnotwendiges. Es sind Dinge, die man auch mit dem altmodischen Wort „Anstand“ bezeichnen könnte.

Wird man von jemandem beschenkt, dann sollte man auf keinen Fall erwidern, dass das nicht nötig gewesen wäre. Damit degradiert man sich nur selbst. Wäre das Geschenk nämlich nötig gewesen, dann wäre es im Grunde kein echtes Geschenk, sondern nur eine Mangelbeseitigung und würde einen herabsetzen, anstatt dich zu würdigen. Jeder ist es wert, dass man ihn beschenkt – oft, spontan und unerwartet. Also freue dich, sage danke und genieße es. Das war’s.

Bezahlt man etwas an der Kasse, wird man im Restaurant bedient, kauft sich einen Burger, gibt seine Sachen bei der Reinigung ab, bekommt frische Handtücher vom Zimmerservice, dann schaut man den Menschen in die Augen. Und wenn es nur 2 Sekunden lang ist, anschauen. Nicht das Kassenband, nicht die Rechnung, nicht die Hemden, nicht den Tankbeleg, den Menschen in die Augen schauen. Ja, man hat viel zu tun und ja, vielleicht ist man gerade mit seinen Gedanken woanders und ja, heute nicht so ein Tag – aber das sind nur lahme Ausreden. Nichts ist kostbarer als Menschen, wegen ihnen ist man auf dieser Welt!

Geht man mit jemanden etwas trinken oder essen, dann übernimmt man die Rechnung. Einfach grundsätzlich. Nichts ist schlimmer, als mit einem Mann einen Kaffee zu trinken und auf die Frage der Bedienung „Geht es zusammen?“ die Antwort zu hören: „Getrennt.“ Danach ist alles gelaufen. Macht das nie, nie, niemals. Ist man ein Mann, dann verinnerliche das bitte für immer: du übernimmst die Rechnung. Ist man eine Frau, dann übernehme die Rechnung, so oft es geht. Ist man eine Mutter oder ein Vater, dann trichtere es den Söhnen ein. Ja, auch Töchtern, aber noch mehr den Söhnen, sie sollen schnell sein wie der Blitz. Mache es diskret, ohne großes Tamtam, am besten sich kurz endschuldigen und auf dem Weg zur Toilette bezahlen. Mache ja kein Aufheben darum. Merke: du übernimmst die Rechnung. Großzügigkeit ist ein wichtiger Wesenszug. Frage nicht, tue es einfach und freue dich darüber.

Besucht einen jemand, egal ob spontan oder erwartet, dann frage innerhalb der ersten Sekunden ob man etwas zu trinken anbieten kann. Gerne auch schon direkt mit einer Auswahl, denn dann nimmt man die Option, dass man sich bloß keine Umstände machen soll, schon gleich vorweg. Lasse es nicht zu, dass die Person von selbst fragen muss, denn nichts ist unangenehmer und lässt den andere sich unwillkommener fühlen.

Kommt man in einen Raum hinein, ist neu, unbekannt und unsicher, dann gilt grundsätzlich, auf die Menschen zugehen, ihnen in die Augen schauen, Hand ausstrecken, sich vorstellen und kurz lächeln. Kommt immer besser, als unsicher in der Ecke zu stehen oder einfach ohne Körperkontakt „Hallo“ zu sagen. Denk immer dran den Menschen dabei in die Augen zu schauen. Nicht den Fußboden begrüßen. Nicht die eigene Hand. Nicht den Horizont.

Ist man mit jemandem zusammen, dann checke nicht das Handy, weder das eigene und schon gar nicht das des Anderen. Gar nicht. Auch, wenn ihr gerade nichts redet. Sollte es dringend notwendig sein, dann mache es einmal und frage das Gegenüber, ob es ihm etwas ausmacht, wenn man kurz nach etwas Wichtigem schaut. Ist man ein Mann und checkt das Handy während eines Dates, over und aus. Gib der Person nicht das Gefühl, dass ihre Gegenwart weniger Stellenwert hat, als eine virtuelle Nachricht. Man fängt ja auch nicht an, Zeitung oder ein Buch zu lesen. Ist man eng befreundet, verbringt Stunden gemeinsam und die Atmosphäre ist sehr locker, dann ist es natürlich etwas anderes, aber jeder kennt den Unterschied genau. Im Zweifelsfall immer einmal weniger draufschauen.

Macht man jemandem ein Kompliment, dann verpacke es nicht als Beleidigung. „Früher fand ich dich arrogant – dabei bist du eigentlich wirklich nett.“ „Die neue Frisur steht dir gut – mit der alten sahst du so altbacken aus.“ „Dieses Kleid ist endlich mal etwas anderes im Vergleich zu deinen ständigen Jeanshosen.“ Über so etwas braucht sich keiner freuen, das ist einfach nur unterste Schublade. Und nein, es ist nicht ehrlich, im Gegenteil, es ist unhöflich, verletzend und unverschämt. Man muss nicht alles gut finden, überall Komplimente verteilen und lobhudeln, aber wenn man nichts Positives sagen kann, dann sollte man lieber gar nichts sagen. 

Ach, wo wir gerade beim Thema sind. Die miesesten Antworten auf Komplimente – „Ja, tolle Jacke, nicht? Hat nur 20,-€ gekostet!“ „Der Rock gefällt dir? Ach, das alte Ding… das habe ich schon ewig!“ Damit stellt man das Urteilsvermögen der anderen Person in Frage, indem man ein Teil, welches ihm an einem gefällt, als alt und damit nichts Besonderes bezeichnet. Außer, man wurde explizit gefragt, ob man das Teil neu hat. „Ja, aber ich habe immer noch 8 Kilo zu viel wegen der Schwangerschaft.“ Als Antwort auf ein Kompliment wegen der schlanken Beine, etc. Warum das Schöne sofort entwerten und relativieren? Genieße einfach die schönen Beine und halt den Mund.

Dasgilt nicht nur im Knigge, sondern auch im Job, im Dienstleistungssektor ganz besonders, in Beziehungen, im allgemeinen Alltag mit anderen. Ist mal etwas nicht so gut gelaufen und man hat Mist gebaut, dann gebe es einfach zu. Ohne Minderwertigkeit, ohne stundenlanges Rechtfertigen, ohne Rechthaberei, ohne ewig lange Erklärungen, ohne sich hinter Ausreden zu verstecken: „Ja, das war ein Fehler von mir. Es tut mir leid.“ Stehe dazu. Ganz einfach. Dieser Rat hilft enorm weiter und die meisten blöden Situationen werden sofort entschärft. Vor allem macht niemand absichtlich Fehler.

Geht man durch eine Türe, dann schaue hinter dich und halte sie offen, falls einer hinter dir läuft. Ja, mache es einfach. Im Aufzug wartet man immer, bis die anderen herausgehen, bevor man selbst hineingeht. Genauso im Bus oder in der Bahn. Sich währenddessen schon reinzuquetschen zeugt nicht nur von schlechten Manieren, es zeigt auch, dass man im Stress ist. Und du weißt doch: Wer’s eilig hat, ist ein Laufbursche. Wer Zeit hat, ist ein König. Das wusstet ihr alle schon. Also einfach machen und genießen.

Du hast die Wahl

Du bist niemals in einer ausweglosen Situation. Nie. Egal, was man bisher erlebt hat und ungeachtet der momentanen Sachlage. Denn man hat jede Sekunde die Wahl: leben oder gelebt werden. Gelebt zu werden ist so leicht, denn Angebote gibt es genügend. Sobald man sich gedanklich um eine Sache dreht, sobald sie Einfluss auf die Tagesstimmung hat, sobald ein Umstand viel Raum in deinem Kopf beansprucht – wird man von ihm gelebt. Es ist kaum vorstellbar, von welchen Dingen die Menschen gelebt werden!

Sie lassen sich von ihrem Partner und seinen Launen leben. Einige lassen sich sogar von ihrem Ex-Partner leben, der hält sie schön beschäftigt oder sie werden vom momentanen Stand ihres Kontos gelebt. Manche leben ihre Firma – egal, ob sie der Chef oder nur Angestellter sind. Viele lassen sich von ihren Kindern leben – wenn alles mit den Kindern gut läuft, sind sie happy. Klappt es weniger oder gibt es ernste Schwierigkeiten, schon ist es vorbei mit der Unbeschwertheit. Bei einigen entscheidet ihr eigener Körper über ihren Tag, haben sie Schmerzen oder Beschwerden, ist der Tag gelaufen. Einige leben ihr Hobby, ihren Blog und die Meinung der Leser, ihr Haustier, das Wetter, sogar der Wochentag.

Man kann auch übrigens von positiven Dingen gelebt werden! Vom schönen Haus, toller Partnerschaft, vom Karrieresprung, neuem Auto, Baby, etc. Das ist aber auch nur eine Variante des Oberen. Es ist kein Unterschied. Das ist ein umständliches Leben, denn man richtet sich dabei nur nach den Umständen und reagierst lediglich auf äußere Situationen und ist ein Spielball der Umstände. Aber das will man nicht und dafür ist man auch nicht auf dieser Welt.

Keiner sagt, dass es keine Herausforderungen gibt. Umstände kommen und gehen, mal sind sie unscheinbar, mal wirklich herausfordernd. Aber sich gedanklich darum zu drehen, sich Sorgen zu machen, die Zukunft in düstersten Farben auszumalen oder gar am Sinn des Lebens zu zweifeln hat einen doch bisher auch nicht weitergebracht. Es gibt ein Leben, das darüber ist. Eine Energie, die einen aus all dem heraushebt und einen darüber stellt. Weit über die Umstände, ganz hoch über die gedanklichen Beschäftigungsangebote. Der Weg ist Liebe.

Und man hat die Wahl, denn man kann sich dieser Liebe anvertrauen oder weiterhin versuchen, mit allem alleine klar zu kommen. Man kann ihr den ersten Platz einräumen und sich für sie entscheiden oder sich weiter im Gedankenkarusell drehen. Aber mal unter uns: hast du es nicht einfach satt? Denn der Weg darüber hinaus ist so beschwingt, so leicht, so inspirierend, so geladen mit Freude und Energie. Während man die Liebe genießt, ordnet sie die Dinge für einen, sie bestimmt die äußeren Umstände, alles richtet sich nach einem aus und einem selbst fällt es meistens gar nicht so auf, weil man sich einfach darauf einlässt.

Man hat jeden Tag die Wahl und kann sich immer wieder neu entscheiden. Für sich und sein Leben, für sein Glück und die Dinge, die im Leben wichtig sind. Dann lebt man das einfach und lässt sich nicht weiter ablenken. Jedes Leben ist anders und andere Menschen machen die Dinge nun mal anders. Ein Vergleich lohnt sich hier nicht.

Du hast immer die Wahl. Immer! Lass dir niemals erzählen, dass deine Situation ausweglos ist – ganz egal, wie ausweglos es gerade aussieht. Lass dir nicht erzählen, dass du ein besonders schwerer Fall bist, dass du die berühmte Ausnahme bist, bei der es nicht klappt. Lass dir nicht einreden, dass auf dich nur Armut, Krankheit, Liebeskummer, Einsamkeit, Misserfolg und Pech warten. Wenn der Umstand dich so zulabert, und dir dauernd seine Schreckensvisionen vor Augen malt, dann ist hier deine Wahl.

Du bist unendlich stark. Du bist viel stärker als du denkst. Du bist die berühmte Ausnahme, bei der alles klappt und sich alles zum Guten wendet. Du bist der Glückspilz der Nation. Du bist die personifizierte Liebe. Du brauchst nichts von außen, um glücklich und erfüllt zu sein. Du bist immer entspannt und voller Freude – nichts bringt dich aus der Ruhe. Du bist schön, stark, frei, kreativ, voller Attraktivität, Leidenschaft und Power. Du tust allen gut, die dir begegnen. Deine Vergangenheit zählt nicht, deine Zukunft ist gesichert. Dein Leben nimmt ständig zu an Liebe, Freude, Genuss und Erfolg. Dir ist nichts unmöglich. Du bist der Inbegriff von Leben.

Hör mal, du hast die Wahl. Ist ein freies Land hier und es kann dich keiner zwingen, dich scheiße zu fühlen. Aber es kann dich keiner dazu bewegen, länger das Opfer der Umstände zu sein, wenn du kein Opfer sein willst.

In der Vergangenheit gibt es nichts Gutes, nichts, das einen weiterbringen würde, nichts Inspirierendes oder Kreatives – Vergangenheit ist quasi verbrauchte Energie. Deshalb ist es so wichtig im hier und jetzt zu leben und die frische Energie mitzunehmen. Deshalb hören wir jetzt mal auf uns selbst zu bemitleiden und lassen uns einfach auf die Dinge ein. Je positiver man denkt, umso positiver entwickeln sich die Dinge. Man muss sich drauf einlassen und es zulassen und locker bleiben.

Wir sind viel zu kostbar um gelebt zu werden. „Bedeutet es, dass ich mich gar nicht um die Dinge kümmere?“ Nein, keinesfalls! Man ist äußerst zielgerichtet und effektiv und dabei stets erfolgreich. Man packt die Dinge an und erledigst alles, was ansteht. Aber man lässt sich gedanklich nicht damit beschäftigen oder gar runterziehen. Wenn man alleine nicht weiter kommt, dann ist man groß genug Hilfe anzunehmen.

Die Umstände werden sich verändern und man muss einfach Geduld haben. Du kannst dich immer entscheiden. Immer. Du hast die Wahl. Der beste Zeitpunkt dazu ist jetzt.

Mach es noch besser

Es gibt noch weitere Eigenschaften, die zunächst ganz und gar nicht glamourös wirken, aber ohne die man im Leben nicht weit kommt. Zumindest nicht dahin, wo man gerne hinmöchte, nämlich in ein erfolgreiches, erfülltes Leben ohne finanzielle Sorgen. Einige werden den folgenden Charakterzug bereits mit der sprichwörtlichen Muttermilch aufgesaugt haben und für andere wird es eher unbequem. Auch diesmal gilt, nicht einfach nur im Kopf merken, sondern aufsaugen und direkt ins Herz.

Diesmal geht es um Fleiß. Die Medien zeigen leider ein teilweise verzerrtes Bild der Realität, denn dort wird man scheinbar entdeckt und kann mit teils geringen Fähigkeiten bekannt werden. Manchmal reicht dazu nur das Aussehen oder teilweise skurriles Verhalten, auf jeden Fall wird man innerhalb kürzester Zeit ein Prominenter und verdient durch Nichtstun seinen Lebensunterhalt.

Deshalb gleich am Anfang mal zum Mitschreiben, will man im Leben etwas erreichen, dann sollte man solche Menschen einfach vergessen. Vergiss‘ es einfach. Es lohnt sich nicht auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken warum bei ihnen dies oder das so oder so ähnlich ist. Man braucht es nicht zu analysieren und sollte sich nicht mal im Ansatz ihren Lebensweg wünschen.

Ohne Fleiß kein Preis. Damit meine ich aber nicht, dass man sich alles im Leben verdienen muss. Nein, ich glaube einfach, dass Fleiß an sich etwas sehr Schönes und Erfüllendes ist und ohne ihn man es nicht weit bringen wird. Ja, es gibt Menschen, die wenig oder gar nicht arbeiten und es vielleicht auch gar nicht müssen. In den meisten Fällen waren diese Menschen bereits im Vorfeld so fleißig, dass sie jetzt andere für sich arbeiten lassen können oder ihre Eltern waren sehr fleißig oder die Eltern der Eltern. Egal, denn echter Erfolg hatte ein Samenkorn und daraus wuchs der Baum, von dessen Früchten sich noch die Enkel ernähren. Eine wunderbare Sache!

Fleiß hat ein wirklich unsexy Image und sollte einem eine Freundin ins Ohr flüstern, dass „dieser Junge echt fleißig ist“, so wird man sich vermutlich nicht die Kleider vom Leib reißen, sollte man ihm das nächste Mal begegnen. Dabei wird es dieser Mann vermutlich weit bringen im Leben. Fleißig zu sein, bedeutet, sich ein Ziel zu setzen und es zu erreichen, ungeachtet der momentanen Laune und unabhängig davon, ob man „gerade Bock hat“.

In unserer Gesellschaft wird Chillen, Entspannen, Ausruhen sehr hoch gehalten. Das ist auch alles wichtig und hat sicher seinen Platz, aber manche chillen nur und wundern sich dann, dass nix vorangeht. Einige sind überzeugt, dass ihnen der Erfolg eines Tages einfach in den Schoß fällt, ihre Zeit wird noch kommen. Sie vergessen dabei völlig, dass, was ihnen jetzt anvertraut wurde (ihr Samenkorn), in die Erde einzupflanzen und es täglich zu hegen und zu pflegen. Und dann wird sich gewundert, dass kein Baum zu sehen ist.

Glaub mir, es gibt nur wenige Bäume, die laufen können. Mir ist bis heute keiner begegnet, wenn ich recht überlege. Es wird kein Baum kommen oder gar vom Himmel fallen, wenn du keinen eingepflanzt hast und dich fleißig um ihn gekümmert.

Und jetzt erzähle ich dir etwas, denn es ist schön, fleißig zu sein. Und es ist nicht schön, immer nur abzuhängen, irgendwie ist der Mensch nicht dazu gemacht. Gestern las ich auf Instagram einen wunderschönen Satz: „created to create“.

Genauso ist es! Man hat so viele Fähigkeiten, Gaben und Talente, dass es eine Schande ist, wenn man diese vergeudet und anstatt etwas mit ihnen anzustellen, auf dem Sofa hockt, sich dauernd zum Kaffee trifft, tagelang im Bett liegt oder mit Freunden abhängt und die Zeit verrinnt. Ich weiß, in Deutschland wird Wasser gespart und auch sonstige Ressourcen werden nicht verschwendet, der echte Skandal ist aber, dass viele Menschen mit minderwertigen Fernsehserien oder sinnlosen Telefongesprächen ihre Lebenszeit verschwenden. Warum gibt es dagegen keine Kampagnen? Warum sagt es nie jemand, dass Fleiß sexy ist, stattdessen gibt es unzählige Werbemittel für Wellness-,Entspannungs-, Auszeittechniken, Wochenenden, etc.

Fleißig zu sein, bedeutet, auch mal die Unlust zu überwinden und einfach was auf die Reihe zu kriegen. Dinge anzupacken, anstatt immer nur darüber zu reden und zu träumen. Fleißig zu sein, bedeutet, etwas zu Ende zu machen und ein vorzeigbares Ergebnis abzuliefern und das Ganze in einer realistischen Zeitspanne. Fleißig zu sein, heißt: da ist mein Ziel – das ziehe ich durch – und höre nicht auf, weil gerade ein gutes Lied im Radio kommt, meine Serie anfängt, ich lieber mit der Freundin telefoniere und überhaupt keine Lust mehr habe. Kennt jeder zu gut.

Fleißig zu sein, bedeutet, eine Beständigkeit an den Tag zu legen und nicht wegen jeder Befindlichkeit sofort die Segel zu streichen und eine Auszeit zu nehmen. Hier eine Zigarette, da ein Kaffee, hier eine Pause, hier noch 5 Blogs zu lesen und ist nicht schon Zeit für’s Mittagessen? Man ist zwar beschäftig, aber mit nichts Produktiven und wundert sich dann, dass nichts wirklich vorangeht? Ich sag’s noch deutlicher: Das Gegenteil von Fleiß ist Faulheit.

Und mal ehrlich: wer will mit einem Mann zusammen sein, der einfach nur faul ist? Das ist mal unsexy! Ich glaube, dass die Meisten von uns mehr tun könnten. Allerdings müssten sie dafür aber ihre Bequemlichkeitszone verlassen, ihren Hintern bewegen, die Unlust überwinden und die Ablenkungen zur Seite tun. Sie würden sich wundern, wieviel sie schaffen im Leben.

Leider ist das Wort Fleiß so negativ belegt, so voll mit unangenehmen, anstrengenden Dingen, die man eigentlich nicht tun will. Dabei ist es eine so schöne Eigenschaft! Ich genieße es sehr, wenn der Tag erfolgreich war und das schöne Erfülltsein-Gefühl nach getaner Arbeit. Manchmal habe ich die Wahl, ob ich abends noch etwas arbeite oder es sein lasse. Ich bin völlig frei, muss keinem Rechenschaft ablegen und kann entscheiden, ganz wie ich möchte. Und dann denke ich manchmal: „ach komm, jetzt bist du noch mal fleißig.“ Glaub mir, ich habe es nicht ein einziges Mal bereut! Noch nie! Ganz im Gegenteil!

Manche sind zu faul, um abends sich etwas Frisches zu kochen, was ihrem Körper gut tut und vor lauter Faulheit stopfen sie irgendein Fertigzeug in ihren kostbaren Body. Manche sind zu faul für Sport und ihre Unlust hindert sie daran, auch ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben. Manche sind zu faul, um Ordnung zu halten und muten sich und ihrer Familie eine chaotische Umgebung zu. Dabei wäre das mit bisschen Fleiß ganz schnell anders!

Der „innere Schweinehund“ ist eine minderwertige, absolut schwache Energie der Unlust und der Faulheit, die einen daran hindert, sein volles Potenzial zu entfalten. Und nur, weil sie dem einen Namen gegeben haben, zig Bücher darüber geschrieben, wie man das überwindet und zig Techniken erfunden, wie man damit umgeht, deshalb bleibt es trotzdem schwach, klein, und macht einem alles nach!

Mal ehrlich, das ist gar nichts, armselig, lächerlich und kann einem nix. Das überwindet man mit Leichtigkeit und lässt sich auch nicht von einer Ameise in die Knie zwingen. Selbst wenn man es „die innere Schweineameise“ nennen und über sie Bücher schreiben würde. Trotzdem bliebe es eine Ameise, die man mit einem Fingerschnipsen entfernt. So läuft das! Der innere Schweinehund ist nur eine Ausrede für die Schwachen, die eh nicht wollen. Du willst aber und deshalb ist es nicht der Rede wert. Kein Hindernis für dich, nie mehr! Wenn du nur willst.

Ganz wichtig, denn ich schreibe über Fleiß und meine nicht ein Abrackern, von früh bis spät Malochen, sich Abarbeiten aus Angst, sonst im Leben zu nichts zu kommen. Davon rede ich nicht! Ich glaube an ein ausgewogenes Verhältnis aus Arbeit und Freizeit und an einen disziplinierten Alltag, indem man nicht lust- und motivationslos in der Gegend abhängt. Aber das hat nichts mit Stress, Druck, Burnout zu tun, Workaholics haben genauso ein Problem wie die faulen Socken, sie verstecken es nur anders. Ich halte nicht die Arbeitsmoral als einen Wert an sich hoch, ich sage auch nicht „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.

Wie wäre es stattdessen, wenn man seine Arbeit genießt und schon währenddessen das Vergnügen hat? Das ist ja auch irgendwie die eigene Lebenszeit, ich werde nie verstehen, warum die Menschen sich mehr auf das Wochenende oder den Urlaub freuen, als auf den Rest der Zeit. Klar ist der Alltag anders, aber nicht weniger schön! Eben nur anders. Fleißiger in der Regel.

Erstens: ja, ich habe einen Traumjob. Trotzdem gibt es Dinge, die ich ungern tue.
Soll ich dir verraten, wie ich damit umgehe? Habe ich absolut keine Lust auf etwas, dann entscheide ich mich, Lust zu haben und dann warte ich nicht ab, ob die Lust kommt, sondern lege einfach los. Und es ist immer gut!

Zweitens: Egal, was ich tun muss – ich habe immerhin jemanden in meiner Nähe, den ich wirklich gernhabe. Ich bin ständig mit jemanden zusammen, den ich aufrichtig liebe, genieße und wertschätze, nämlich mich selbst. Und mit mir ist es überall schön, ich mache es durch meine Gegenwart schön. Deswegen fällt es mir so leicht. Bin ja immer da.

Drittens: Wenn man wirklich aufrichtig hasst, was man machen muss, dann sollte man eben was anderes tun. Aber man muss was tun! Und nicht „auf den richtigen Zeitpunkt“ oder „bis Gott etwas tut“ warten. Durch wenn soll Gott denn etwas tun, wenn nicht durch dich?

Eine gute Freundin sagt immer wieder zu mir, dass sie meinen Fleiß bewundert. Ich selbst wundere mich daraufhin jedes Mal, was sie überhaupt damit meint, denn das, was sie als Fleiß sieht, empfinde ich nicht als solches. Zumindest nicht in diesem „ich muss mich überwinden“-Sinne. Ich liebe es einfach, etwas zu schaffen, mir macht es Spaß, was auf die Reihe zu kriegen und wenn ich fleißig bin, dann schaffe ich viel mehr als die Meisten in der Zeit und das kommt dann mir selbst und meiner Familie zu Gute.

In diesem Sinne: Fleiß ist sexy! Und bringt dich entschieden weiter!

Lass dich nicht runterziehen

Ich saß gestern Abend nach einem wirklich herausfordernden Tag auf meinem Sofa und auf einmal reichte es mir. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll von zwischenmenschlichen Intrigen, mittleren und großen Katastrophen, sich auftürmenden Umständen und dem ganzen Bullshit-Rattenschwanz, der daran üblicherweise so hängt. Es gibt auf dieser Welt ausreichend Lästerer, Auf-die-Fehler-anderer-Hinweiser, Besserwisser, Moralapostel, Stammtischparolen-Schmetterer, Schwarzseher, Jammerer, Schuldzuweiser, Sich-Selbst-Bemitleider und Kritiker.

Das ist leicht, dazu braucht man keine großen Talente und so ein bisschen meckern, wie schlecht die Welt im Allgemeinen, und die anderen Menschen im Besonderen sind, macht einen gleich sympathisch, weil fast jeder diese Vibes kennt. Ich habe für mich die gegenteilige Entscheidung getroffen, denn dafür bin ich ganz bestimmt nicht auf diesen Planeten gekommen.

Ich weigere mich, meinen Fokus auf die Probleme zu legen – selbst, wenn sie sich riesengroß direkt vor mir auftürmen. Ich weigere mich, mich mit zwischenmenschlichem Kleinkram zu beschäftigen – selbst wenn der Gossip verlockend interessant scheint. Ich weigere mich, in das Gejammer einzustimmen – selbst, wenn die Angebote vielfältig sind, die Bandbreite reicht von „Instagram war früher viel besser, was ist nur los…“ bis buchstäblich jedem Thema, man kann sich über wirklich alles beschweren, wenn man nur kreativ ist.

Mir ist es tatsächlich scheissegal, wie unsympathisch, naiv, unmenschlich oder freaky mich das macht, denn ich will, dass mein Leben für die Stärke, Liebe, Größe und Schönheit steht. Ich will machen, nicht labern, besser wissen und andere verurteilen. Ich will, dass jeder, der mir begegnet, die schönste Zeit des Tages hat – wie das dann konkret aussieht, ist mir egal. Ich will, dass von mir eine solche Schneise der Lebensfreude und Lebenslust ausgeht, dass keiner in meiner Nähe sich mehr erinnern kann, wie es anders ging. Ich will nicht eine vermischte Soße aus bisschen kämpfen, bisschen sorgen, bisschen mein Recht durchdrücken, bisschen selbst bemitleiden. Ich will lieben, weil ich gar nicht anders kann. Und wenn ich es will, dann ist es beschlossene Sache, weil keiner mich zum Gegenteil zwingen kann.

Negatives ist grundsätzlich einfacher als Positives. Das muss man wissen, denn die Inspiration, die Fehler zu sehen, ist überall, wir sind förmlich umgeben davon. Negatives ist normal und gewohnt, Positives suspekt. Das Normale ist zu meckern, zu jammern, zu manipulieren und allgemein eher schlecht drauf zu sein. Für die allermeisten ist das so selbstverständlich wie das Atmen und ich mache keinem einen Vorwurf deswegen. Es macht einen vermeintlich überlegen, lenkt von der eigenen Misere ab, und schiebt die Verantwortung auf andere. Das kann jeder.

Ich bin ganz bestimmt nicht blind oder romantisch veranlagt und sehe sehr klar, was abläuft, denn es ist nicht alles immer und überall Liebe, positiv und easy, das ist esoterisches Gequatsche. Wer das behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Leben oder sich so bequem in seinen Umständen eingerichtet, dass er immer unter dem Radar des Teufels fliegt. Wenn eine Person so harmlos ist, dass noch nicht mal Widerstand gegen einen aufsteht, man keine Verleumdung und Ungerechtigkeiten erlebt und allgemein alles immer super klappt, dann lebt man garantiert noch nicht mal einen Bruchteil seiner Persönlichkeit aus, sondern hat sich mit Kompromissen abgefunden.

Für das Gute braucht es immer eine Entscheidung. Die Liebe muss bewusst gewollt werden, das klappt nicht einfach so über Nacht, weil man brav war, alles richtig gemacht hat, oder unter meinem Text ein Like dagelassen hast. Die Sorgen, die minderwertigen Gefühle, die miesen Gedanken, sie kommen von ganz alleine, ohne Einladung oder Zustimmung deinerseits. Man wird nicht vorher gefragt, man wird regelrecht überfallen. Eine Situation, eine Nachricht, eine bestimmte Person und Zack, einem geht es mies.

Bei der Liebe ist das anders. Sie ist ein Gentlemen, und alles an ihr eine absolut freiwillige Angelegenheit. Liebe fängt erst bei einem ganz bewussten „Ja!“ an – vorher läuft nichts. Und dann immer und immer wieder: Ja. Ich will die Liebe. Ich will sonst nichts.

Man widersteht den Angeboten. Man wehrt den Anfängen. Man fokussierst sich bewusst auf das Wichtigste. Sobald man eine Entscheidung für die Liebe trifft, werden sie kommen, die ganzen Angebote. Die Palette ist vielfältig und reicht von ätzenden Mitmenschen allgemein bis zu Situationen im Leben, die unlösbar zu sein scheinen.

Aber eins kann ich dir versichern, jedes Angebot wird ganz perfekt passend maßgeschneidert auf dich sein, damit du darauf emotional und gedanklich einsteigst. Im Angebot sind immer unter anderem…

– Minderwert („Man ist halt nicht gut genug/schlau genug/schlank genug/hübsch genug/jung genug/hat nicht genügend Talent/Potenzial/Fähigkeiten, etc…),

– Depression („Es ist alles mies, Was ist in meinem Leben schon positiv?, Alles geht den Bach runter, Ich gebe auf, etc.“),

– Entmutigung („Nichts klappt, Sollte wohl nicht sein, Ich brauche es gar nicht erst wieder zu versuchen“, etc.),

– Ungerechtigkeit (Einem passiert etwas so Unfaires und Unverschuldetes, dass man mit Zorn und Wut reagiert, und unbedingt Rache oder wenigstens Genugtuung wünscht),

– Schwierigkeiten (Erklärt sich von selbst),

– Panik (PANIK! Lieblingstool des Gegners. „Es wird alles ganz schlimm und alles geht den Bach runter und mein Leben ist vorbei! Panik!“),

– Verzweiflung („Ich kann nicht mehr und werde es niemals schaffen.“),

– Manipulation (Manipulation ist immer, wenn man es nicht direkt an etwas festmachen kann, aber es sich trotzdem mies anfühlt – das ist Manipulation von anderen. Manipulation von deiner Seite ist, wenn du etwas tust, um etwas bestimmtes indirekt zu erreichen.),

– Konkurrenz und Zu Kurz-Kommen-Angst („Ich muss schauen, wo ich bleibe, nachher überholen mich alle, usw.“),

– Druck und Stress („Ich bin überfordert, ich schaffe das alles nicht, es ist mir zu viel, etc.“),

– Erwartungen und Enttäuschungen („Hätte sie nicht als meine beste Freundin… /Müsste er nicht als mein Partner… /Sie ist meine Mutter und da hätte ich gehofft../Von seinen Kindern kann man doch wohl erwarten, dass sie…“, etc.).

Und zusätzlich der neverending Rattenschwanz dergleichen. Und jetzt kommt’s, denn sobald man das auch nur im Ansatz merkt, sagt man Stop! Nicht mit mir. Stop. Aus.

Man lässt sich gedanklich und emotional nicht auf diese Soße ein, man muss das so richtig entschieden abwehren. Nicht dagegen ankämpfen, sondern dem Ganzen widerstehen, Einhalt gebieten, wie so ein Polizist mit einer Kelle: Stop! Lasse dich nicht auf gedankliche Spielchen ein, auch wenn die Versuchung sehr groß ist! Hier jammern, da sich aufregen, hier lästern, dort meckern, hier sich selbst leid tun, weil es doch jeden Grund dazu gäbe.

Man weigert sich also, obwohl man jedes Recht dazu hättt. Weil sich jeder dieser Gedanken und jedes dieser Gefühle der Lebensfreude beraubt, seine Lebensqualität mindert und das Potenzial seiner Persönlichkeit schmälert. Statt täglich aufzublühen, scharrt man täglich im Dreck. Deshalb lass es, sobald das auch nur in den eigenen Dunstkreis kommt. Stop

Man wird am Anfang ganz schön oft Stop rufen müssen. Und dann wird man auch noch oft in den Jammer-Modus verfallen, aber es immer schneller merken. Macht nichts, dann sagt nach 20 Minuten Stop oder nach 2 Stunden oder nach 2 Tagen oder meinetwegen auch nach 2 Monaten oder 2 Jahren, ist doch egal. Hauptsache, man stoppt das endlich.

Dann machst einem einfach bewusst, wofür man auf dieser Welt ist. Man richtet ganz bewusst seinen Fokus darauf. Bist du hier, um dich jahrelang zu beschweren? Bist du hier, um auf bessere Zeiten zu warten? Bist du hier, um ständig mit anderen Frauen zu konkurrieren? Bist du hier, um es allen recht zu machen, und ja keinen zu verärgern? Bist du hier, um dich Tag für Tag zu sorgen, wie es weiter geht? Ganz bestimmt nicht. Nicht mit dir.

Du ziehst es durch. Es gibt viele Idealisten, Menschen mit guten Ansätzen, und Good Will ist nicht so schwer zu finden. Aber dann kommt der Alltag und die Herausforderungen und noch 3 unbezahlte Rechnungen, und da gehen sie dahin, die guten Vorsätze zur Weltverbesserung. Man dreht sich nur noch um die eigenen Probleme, das eigene Kind, den eigenen Partner, das eigene Eigenheim, den eigenen Job, usw., Radius gefühlt 2 km, das war’s.

Du ziehst es durch. Du fällst mal hin, und dann jammerst du, aber dann stehst du wieder auf, wie wenn nichts gewesen wäre, und richtest deinen Fokus ganz neu. Du überwindest ein Hindernis nach dem anderen, und bist hinterher stärker und strahlender, denn jemals zuvor. Du bist hier, um die Liebe zu verkörpern, sie vorzustellen, und ihr Ausdruck zu verleihen – und genau dafür brauchst es deine Person, deine Art, deine Talente, dein Wesen. Du bist hier, um andere zu ermutigen, zu inspirieren, zu beflügeln.

Du hast eine Verantwortung für dein Leben, und die heißt, ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob ich mir leidtun will oder nicht. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, ob das Böse mich fertig macht, oder ob ich darüberstehe. Ich kann in jeder Sekunde entscheiden, womit ich mich gedanklich beschäftige. Und ich entscheide mich immer und immer wieder für das Gute.

Ganz egal, wie laut und überzeugend dein Problem gerade schreit, du ziehst es durch, du bleibst dabei, du fokussierst dich immer wieder neu, und vertraust, dass die Liebe alles für dich perfekt regelt, weil sie echt ist.

When you focus on love, love focuses on you.

Let shit go

Eins der Dinge, die Menschen enorm daran hindert, vorwärts zu kommen, die sie beschwert, sie immer wieder in ihr altes Leben zurückwirft, und sie daran hindert, leichtfüßig, unbesorgt und energiegeladen durch das Leben zu schreiten, nennt sich Unvergebenheit.

Ich habe schon viel Mist in meinem Leben mitgemacht – teils so heftig schlimm, dass einige daran zerbrechen würden. Niemals habe ich zugelassen, dass Unvergebenheit oder Bitterkeit in meinem Herzen Raum bekommen.

Diese Welt ist böse. Das wird jetzt hart für einige Träumer und Weltverbesserer unter euch, aber, diese Welt ist keineswegs ein Paradies voller Sonnenuntergänge, Zuckerwatte und immerwährender Partys. Es gibt da draußen echte Arschlöcher, bösartige Menschen voller Frust, Hass, Neid und Missgunst.

Das bedeutet, man wird ihnen immer wieder begegnen, und das eine oder andere Mal mit ihnen zu tun haben – man kommt nicht drumherum. Außer, man entscheidet sich für ein Leben in Einsamkeit, aber das kann nie und nimmer das Ziel sein, mal ehrlich. Je mehr man sich diese Tatsache bewusst ist, umso kleiner die Verwunderung, wenn Menschen einen belügen, verletzen oder missbrauchen. Shit happens.

Das soll keineswegs eine Erwartungshaltung in einem produzieren. Ich zum Beispiel gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass mich jeder liebt – wenn es mal nicht so ist, dann verschwende ich keinen Gedanken daran, bin aber auch nicht vor dem Kopf gestoßen. Ich weiß einfach, das gibt es – und wird es immer geben. Wieso und weshalb ist nicht meine Zuständigkeit.

Es wird also immer wieder passieren, dass Menschen, die einem nahe stehen oder einem etwas bedeuten, einen verletzen, einen kleinmachen, und versuchen einem zu schaden – und wenn es nur heißt, dass sie ihren Frust an einem abladen. Das ist schmerzhaft und kann Tränen, schlaflose Nächte, Zeit und viel Geld (z.B. aufgrund einer Scheidung oder wirtschaftlichen Betrugs) kosten. Und man kann dazu nur einen Rat geben, lass los und gehe weiter.

Menschen, die hassen, sind immer frustriert, arm oder einsam. Das geht einen aber nichts an. Warum einen jemand ablehnt, ist nicht die eigene Zuständigkeit – und je weniger man darüber nachdenkst, umso besser für einen. Je weniger man sich mit Dreck beschäftigst – vor allem, wenn es der Dreck anderer ist – umso stabiler und gesünder ist man.

Fokussiere dich also nie auf die Person, die dich verletzt hat, analysiere nicht ihr Verhalten oder ihre Motive, sondern fokussiere dich auf deine Fähigkeit, diese Person oder Situation hinter dir zu lassen, und einfach weiter zu gehen.

Jedes Mal, wenn man sich gedanklich damit beschäftigt, ist es, wie wenn einem jemand einen 100kg schweren Rucksack aufbürden würde. Wie sollst du da beschwingt und voller Energie sein? Jedes Mal, wenn du die Situation immer und immer wieder durchgehst, ist es wie eine Eisenkette, die dich an die Person bindet, Vorwärtskommen nur unter enormer Kraftanstrengung möglich. Jedes Mal, wenn man die Person beschuldigt, bewegst man sich in einem Bereich, der zerstörerisch, deprimierend und belastend ist. Es ist schlichtweg Finsternis.

Deshalb sollte man es nicht noch schlimmer machen, indem man sich gedanklich darin aufhält und sich jegliche Lebensfreude im jetzt raubt. Es kann einen nur jemand zerstören, wenn man sich zerstören lässt. Es kann einen nur jemand in der Vergangenheit festhalten, wenn man sich festhalten lässt. Es kann einen nur jemand dauerhaft schaden, wenn man es zulässt.

Gib das Recht auf, Recht zu haben, um der Freiheit willen. Die persönliche Freiheit ist das Allerkostbarste. Wenn man jemanden nicht verzeiht, wenn er einem Böses zugefügt hat, beraubt man immer nur sich selbst. Wir sind viel zu groß, um jemanden etwas heimzahlen zu müssen. Wir sind viel zu edel, um jemanden etwas nachzutragen. Wir sind viel zu stark, zu schön, zu bedeutend, zu strahlend, um Menschen festzuhalten und die Begleichung der Schuld bei ihnen einzufordern.

Es mag sein, dass sich jemand an einem schuldig gemacht hat, aber es nicht unser Job, diese Schuld zu begleichen. Unsere Aufgabe ist es zu vergeben, loszulassen und weiterzugehen. Denn dort ist das Glück, dort ist die Liebe, dort ist die Freiheit, dort ist der Erfolg. Niemals im Vergangenem, egal wie gut oder schlecht es war! Vertraue mir, denn auf dich wartet unendlich Schönes und Großartiges – also schleppe nicht den alten Scheiß mit dir durch die Gegend! Es beschwert dich, es passt nicht zu dir, und außerdem stinkt es bis zum Himmel.

Deshalb ist es so wichtig diese Entscheidung jetzt zu treffen. Man kann unmöglich darauf warten, bis die Emotionen es einem erlauben, weiter zu gehen. Das kann unter Umständen Jahre dauern und dafür ist die eigene Lebenszeit viel zu kostbar. Dieses emotionale Auf- und Ab kostet einen nicht nur enorme Energie im Alltag, sondern es deckelt auch die Persönlichkeit und lässt einen beschäftigt mit Zeug, dass man sowieso nicht ändern kann.

Also warte nicht auf die Gefühle, bis sie sich gut fühlen, sondern übernimm Verantwortung für das Leben und erlaube es nicht, dass Bitterkeit sich im Herz einnistet. Weigere dich, deinen Gefühlen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als notwendig. Man darf weinen und sich verletzt oder traurig fühlen – heulen solange man will. Aber danach steht man innerlich auf und gehst weiter. Man richtet sich nach vorne aus und schaut nicht nach hinten.

Die Vergangenheit tut einen Dreck. Die kann sich nicht bewegen, denn die ist längst vorbei, für immer starr und unbeweglich. Es ist egal wie oft man es schon probiert hat, jetzt macht man es einfach nochmal und lässt seinen Scheiß hinter sich und geht weiter.

Du brauchst einfach nur darauf zu vertrauen, dass du dazu fähig bist und glaube daran, dass du es mit Leichtigkeit schaffst. Es geht im Leben nicht um die Vergangenheit, sondern um einen Selbst, die eigene Stärke, die Schönheit und das Potential. Hör auf dein Leben von Emotionen bestimmen zu lassen. Die Emotionen werden dir folgen, aber zuerst musst du vorangehen, nicht andersherum.

Das bedeutet nicht, dass du keinen Kontakt mit den Personen haben sollst, die dir dauerhaft nicht guttun, denn du bist weise genug zu sehen, wer dir guttut und wer nicht. Im Zweifelsfall hältst du dich von ihnen fern. Es heißt nur, dass in deinem Herzen kein Groll ihnen gegenüber zu finden ist, und dir keiner etwas schuldet.

Jeder ist fähig und in der Lage das erlebt hinter sich zu lassen, niemandem etwas vorzuhalten, niemandem etwas nachzutragen und einfach weiterzugehen.

Leichtfüßig wie eine Elfe, stark wie ein Löwe.

Genieße es einfach.