Any problems..?

Wir kennen das vermutlich alle, diese Stimme im Kopf, die einem sagt, was geht und was nicht geht. Unser Ego macht sich dann breit und wir verbeißen uns in diesen Gedanken.

Weisst du, woraus eins der größten Unterschiede zwischen mir und dir besteht? Du schaust dir deine Umstände an und ziehst daraus Rückschlüsse auf dein Leben und deine Person. Sind diese gerade positiv, fühlst du dich wie der Überflieger  – häufen sich allerdings viele Missschläge, kommt es dir vor, als würdest du nichts auf die Reihe kriegen. Dann scheint alles schief zu gehen und was bist du überhaupt für ein Loser-einsam-pleite-unglücklich-Gosse ist nicht weit.

Ich aber bin mir einfach bewusst, wer ich bin und bestimme von dieser absolut schönen, festen und überlegenen Position über alle Umstände. Und rate mal, was passiert? Auch wenn du es kaum für möglich halten wirst, die Umstände verändern sich alle zu meinen Gunsten. Nicht sofort und nicht alle auf ein Mal – aber das ist mir egal, denn ich lebe sowieso unabhängig von ihnen. Ich lebe in und aus der Liebe in mir und die ist immer gleich schön, gleich stark, gleich leicht und gleich glückserfüllt – das erleichtert die Sache tatsächlich enorm.

Und weil ich nicht will, dass du dich auch nur einen Tag länger bemitleidest und dich in depressiver Stimmung suhlst oder es dir allgemein schlecht geht, wird es Zeit für eine erneute, kleine Richtigstellung. Wir machen das heute folgendermaßen, ich erzähle dir, wie es bei mir ist. Und du liest es, saugst es förmlich auf und beschließt es umzusetzen. Das nennt sich Identifikation, und ist überhaupt nicht schwer.

Ich gehe niemals von meinen Umständen aus. Verlockend ist es, ich gebe es zu – denn sie präsentieren sich immer überzeugend, können laut und eindringlich um deine Aufmerksamkeit schreien und haben auch sonst allerlei schlaue Tricks auf Lager, warum du dich mit ihnen dauerhaft beschäftigen solltest. Der Teufel ist zwar schwach, aber nicht dumm – dein Umstand wird dir garantiert so einleuchtend und glaubhaft serviert werden, dass deinem Verstand als einzige Schlussfolgerung bleibt. Bei mir passt etwas nicht. Mir geht’s mies. Alles wird untergehen. Mein Leben ist scheiße.

Ich aber lasse mich auf diesen Zirkus nicht ein – denn dann bin ich sofort mit… Zeug beschäftigt. Mit kleinem, unwichtigen oder miesen Zeug, welches sich aber durchaus groß, wichtig und Drama präsentiert, nicht zu vergessen.

Und jetzt kommt mein Ausgangspunkt, denn wenn die Liebe die stärkste Kraft im gesamten Universum ist – und ich diese quasi verkörpere – dann bin ich allem überlegen. Also bei Weitem. Also im Spaziergang. Also versteht sich von selbst. Die Liebe hat kein Problem – sie ist quasi der Löwe unter den Ameisen – der King unter den Untergebenen – der Bestimmer in der Gang – der Herrscher bei Game of Thrones – die absolute, uneingeschränkte, durch nichts zu überwindende Allmacht. Deshalb kann mir keiner was.

Egal, wie es momentan aussieht,
egal, wie groß das Drama sein mag,
egal, was andere sagen,
egal, was ich selbst Gegenteiliges erlebt habe,
egal, wie sich alles anfühlt, aussieht, darstellt – ist mir so egal. Egal, egal, egal. Ich glaube an diese Allmacht der Liebe in mir mehr als an alles andere, stur wie ein Esel und fest wie ein Fels. Und wenn das bei mir so ist, dann ist es ab sofort bei dir auch so.

Jeder ist hin und wieder mal traurig und irritiert. Ich bin auch mal kurzzeitig beeindruckt von dem bildgewaltigen, soundtrack-unterlegten Drama, welches sich „meine Probleme“ nennt.

Der Unterschied aber ist, denn ich bin mir absolut im Klaren, dass es eben nur Gefühle und Gedanken sind, die so jammern oder sich fürchten – ich aber habe die Aufgabe, ihnen zu sagen, dass alles gut und schön wird, ruhig, Brauner, ruhig. Ich erziehe meine Gefühle und Gedanken, liebevoll aber konsequent, und versichere ihnen, dass kein Aufstand nötig ist – was glaubst du sonst, was hier los wäre?! Die würden sich im Schlamm wälzen wie so ein 3Jähriger vor dem Süßigkeitenregal in der schönsten Trotzphase oder ein 14Jähriger, dem man das Iphone wegnimmt – für diesen Auftritt habe ich echt keine Zeit! Meine Gefühle wollen natürlich Selbstmitleid und Trotz und Frust und all das, aber es gibt nun mal jetzt keinen Schokoriegel und kein Iphone, Ende der Ansage. Ich kann das ganze Gewälze nicht so wirklich ernst nehmen, die beruhigen sich schon wieder. (Noch nie ist ein 3Jähriger für immer an der Kasse liegen geblieben.)

Verstehst du, ich bin mir meiner Stärke, Schönheit, Größe und Würde so bewusst, dass ich – bei jedem Anflug von miesen, negativen, traurigen, frustrierenden, depressiven, komischen, mich-unter-Druck-bringenden Gedanken oder Gefühlen mich einfach entschieden weigere, darauf einzugehen. Wer bin ich denn?! Und wo sind wir hier bitte schön?! Geht’s noch?! Ich kann nicht einerseits allen Ernstes glauben, dass ich die Liebe und pure Stärke bin und dann es mir erlauben, dauerhaft mies drauf zu sein. Das wäre irgendwie… schizophren, oder?

Das bedeutet ganz konkret, dass ich auch mal heule, wenn ich heulen will – aber mir manchmal selbst ein bisschen blöd dabei vorkomme. Und wenn das bei mir so ist, dann ist es ab sofort bei dir auch so. Abgesehen davon ist es hier keine „wer-ist-am-schlimmsten-dran“-Kompätischon – oder hat’s dir jemals was gebracht, wenn du an die Kinder in Afrika gedacht hast, während du Liebeskummer oder finanzielle Sorgen hattest? Na? Eben. Meine Umstände im Detail zu kennen, würde dir kein bisschen weiterhelfen.

Verstehst du, wenn du von den Umständen ausgehst, wird es in deinem Leben immer so ein Auf und Ab geben. Und das ist auf die Dauer extrem kräftezerrend und anstrengend, weil du ständig nur reagieren musst. Mal so, mal so, mal scheint die Sonne, der Partner ist liebevoll, das Konto voll, der Urlaub schön und die Kinder brav oder eben nicht. Und schon geht’s wieder los, das Seelen-EKG. Hoch und runter, wie so ein perverses Spiel mit deinen Gefühlen.

Wie passt das zu dir? Gar nicht! Es dürfen und können sich alle verrückt machen, die es gerne wollen, aber deine Person ist zu kostbar für so etwas, dein Leben zu wertvoll, du hast für solchen Zirkus einfach keinen Nerv. Stattdessen machst du es so wie ich und du konzertierst du dich umso mehr auf die Liebe, je größer das Drama ist. Du gibt´s extra Gas im Vertrauen und Locker Sein, je mehr Druck von außen versucht, an dich ranzukommen. Du entscheidest dich ganz neu, dich darauf zu verlassen, dass alles zum richtigen Zeitpunkt zu dir kommt und zwar genau dann, wenn Sorge und Zukunftsangst mit Pauken und Fanfaren antreten.

Ich versichere dir, dass du das kannst. Du bist fähig und in der Lage, dich zu entscheiden, nicht dem Umstand zu glauben. Und das ist ein bisschen wie ein Training – zuerst recht ungewohnt, aber irgendwann absolut selbstverständlich.

So, und bis zum nächsten Mal üben wir, uns nicht vom momentanen Problem beeindrucken zu lassen. Wer viele hat, kann schon mal ganz viel üben, und wird umso schneller frei davon, denn zu sagen „Ich mache mir keine Sorgen.“ ist leicht, wenn man keinen Anlass dazu hat. Oder „Ich habe keine Probleme mit Liebeskummer“ – wenn man glücklich verheiratet ist – kein Kunststück. Oder „Ich habe keine Angst um meine Zukunft.“ – wenn du verbeamtet auf Lebenszeit bist – eine Floskel. Das ist noch überhaupt keine Stärke, das sind einfach nur positive Umstände.

Aber inmitten von Stürmen leichtfüßig zu tanzen – das ist genau das, wohin die Reise hingeht. Darauf können wir uns alle sehr freuen! Ab da wird alles sehr schön und aufregend und macht wirklich, wirklich Spaß.